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10. Billerbeck: Neue Bestrebungen zur Kolonisierung Pa¬
lästinas durch Juden. Nathanael XIX. 1903.
F. W. G. Mastermann: The Jews in modern Palestine. Bibli-
cal World XXI.
In späteren Nummern werden wir diese Liste von empfeh¬
lenswerten Arbeiten fortsetzen, in der Meinung, dass ein wei¬
terer jüdischer Leserkreis an den aktuellen und wissenschaft¬
lichen Werken über Palästina ein reges Interesse hat. Die an¬
geführte Uebersicht zeigt die Armut der Palästinaliteratur, die
sich mit den Juden des Landes befasst- Zionistische Bibliotheken,
die speziell die Palästinakunde näher berücksichtigen, werden 1
umsomehr auf diese Zusammenstellung zurückgreifen.
LITERATUR
Lüttke, A., Das heilige.Land im Spiegel der Weltgeschichte^
6 M., geb. 7 M. (Verlag von C. Berteismann in Gütersloh.) Die Geschichte
Palästinas, die zur Weltgeschichte in wichtiger Wechselwirkung steht, ist
hier meisterhaft, knapp und doch packend dargestellt. Es ist ein wich¬
tiges Volksbuch, das sich besonders an den christlichen Leser wendet.
(Siehe den Teil der Geschichte Jesu und der Jünger.) — Interessant
ist das kurze Urteil des Verfassers über die pal. Juden der Gegenwart,
So schreibt der sicherlich unparteiische Beobachter über die Chaluka-
Juden des Nordens. „In Galiläa ist noch ihr Hauptplatz Tiberias. Hier
wohnen überwiegend Juden, kenntlich an ihren Ohrenlöckchen, dem Kaftan
und der Pelzmütze, die sie auch im Sommer nicht ablegen. Hier ist
eine angesehene Talmudschule. Sauberer ist im Laufe der Zeit Tiberias-
durch sie nicht geworden; nach arabischer Sage wohnt hier der König
der Flöhe. Auch in Safed sind noch zahlreiche, meist deutsche Juden,,
die Stadt gilt den Juden als heilig, nach jüdischer Meinung soll aus Safed
der Messias kommen. Bei den spanischen Juden des Ortes findet sich noch
die Vielweibereii . . . Angenehm ist das Urteil über die Schnorrer von
Tiberias sicher nicht, aber wahr. Wir hätten es nicht fällen mögen, lum
nicht der Parteilichkeit geziehen zu werden. Wenn diese Bücher uns
nur die Augen öffnen und uns zeigen, wie und wo wir etwas bessern
sollen, so haben sie schon ihren Zweck erreicht.
Briefkasten.
Leon-Peking: Besten Dank für Ihr Schreiben.
cand. Br. in Czernow: Sie dienen uns wirklich unermüdlich. Besten
Gruss !
Dr. G. in H.: Wollen Sie freundlichst stets reklamieren, wenn es noch
einmal vorkommen sollte, dass eine Nummer nicht eintrifft. Was uns betrifft,
so wollen wir uns alle Mühe geben, pünktlich und geordnet die Zeitschrift zu
editionieren. Leider ist die Verwaltung dieses Jahr aus vielen Gründen keine leichte t
Redaktion: Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstr. 25.
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Druck und Verlag von Max Steinebach, München.