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kormim in Rechobhot 13 Fr es. pro Kantar für die diesjährigen Trauben
nach deren Zustellung nach Rischon.
Sichron Jakob. Sichron ist trotz seiner schönen Lage
(180 m über dem Meeresspiegel) nicht frei von Malaria, welche besonders
gegen das Ende des Sommers in stärkerem Masse auftritt. Augenkrank¬
heiten sind weniger häufig als in den anderen Kolonien verbreitet und sie
nehmen nur in Ausnahmefällen einen schlimmen Ausgang. Wenn ein
Malariafall tötlich verläuft, so handelt es sich immer um einen aus dem
benachbarten Chudeira oder einer andern Ortschaft mit ähnlichen Ver¬
hältnissen eingeschleppten Fall (in früheren Jahren hat es allerdings auch
in Sichron perniziöses Fieber mit tödlichem Ausgang gegeben). In den
letzten Jahren ist kein einziger Fall vorgekommen, dass jemand infolge
einer gewissen, in Palästina mitunter bösartig .auftretenden Form des
Trachoms das Augenlicht verloren hat. Es gibt in ganz Palästina vielleicht
keinen gesünderen Ort als die benachbarte kleine Kolonie S c h u f e i j a.
Sie liegt zwar etwas niedriger als Sichron, hat aber dank ihrer freien Lage,
ihres Bodens und der Beschaffenheit ihres Quellwassers, ein vorzügliches
Klima und einen ausgezeichneten Gesundheitszustand.
Kischon l'Z i o n. Im Laufe von 28 Tagen der diesjährigen
Weinerntezeit sind in unsern Weinkeller von Mitgliedern des Weinbauern¬
syndikats in Rischon 2 513 890 kg, ferner aus Wadi-Hanen und Rechobhot
ca. 1 000 000 kg Trauben aufgenommen worden.
Die J.C.A. hat unserer Kolonie eine Anleihe von 10000 Frcs. gewährt,
um die Srassen von der Grenze der Kolonie von Jaffa aus bis zur Synagoge
und vom Weinkeller bis zur Grenze gegen Rechoboth auszubessern.
Sämtliche Pflanzungsbesitzer haben hier einen Verein unter dem
Namen „Chaikla" (Agrikultur) gegründet, dessen Zweck es ist, die ein¬
schlägigen Kulturen genau zu studieren, den Umfang der Anbaus mit
den Absatzverhältnissen auf dem Weltmarkt im Einklang zu erhalten und
eine Krisis, w r ie sie im Weinbau eingetreten ist, rechtzeitig zu verhüten.
Beer Jakob (Bir Salem) Endlich wurde in der Tiefe von
38 m an der Stelle, an der sich Ruinen des alten Brunnens befanden,
Wasser gefunden, und einzelne Bestandteile der einstigen Wasserschöpf¬
vorrichtungen entdeckt. Jetzt ist also ein grosser Uebelstand, an dem
die junge Kolonie empfindlich zu leiden hatte, behoben. Die Pflanzungen
des letzten Winters haben sehr befriedigende Resultate ergeben, dagegen
haben Kartoffeln, Tomaten und anderes Gemüse wegen der niedrigen
Preise dieses Jahres nur geringe Einnahmen gebracht. Jedoch würde
im allgemeinen gerade ein Gemüseanbau in grösserem Umfange den
Kolonisten eine Existenz sichern; hierzu wäre die Errichtung einer Be¬
wässerungsanlage, die 25 000 Frcs. kosten müsste, erforderlich.
Zur Begründung eines Kindergartens — dieser für den Orient so
eminent wichtigen und segensreichen Institution — in Saloniki wird ,der
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AUS DER TÜRKEI.
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