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Hilfsverein seine Unterstützung durch Hergabe der erforderlichen Mittel
herleihen.
Bei dem Umschwung der Verhältnisse in der Türkei ist die Ver¬
mehrung und Verbesserung der Bildungsgelegenheiten daselbst von beson¬
derer Bedeutung.
Es wurden dementsprechend Mittel zur Entsendung deutscher Lehr¬
kräfte für .Schulen in Konstantinopel bewilligt, deren Reorganisation und
Ausbau der Hilfsverein übernommen hat. Geeignete Persönlichkeiten
sind bereits gewonnen und sie treten zum Oktober ihre Stellungen daselbst an.
Ferner wurde die Begründung einer Wanderbibliothek in Aussicht
genommen, die insbesondere einer Reihe kleinerer Ortschaften in Palästina
zugute kommen soll.
Herr James Simon machte eine besondere Zuwendung in Höhe
von 3000 ;Mark zur Herausgabe und Verbreitung von Schriften für die Jugend
im Orient — Schriften unterhaltenden und belehrenden Inhalts, Lieder etc.
Literatur für die jüdischen Kinder, die nach der Entwickelung der
dortigen Verhältnisse in der Hauptsache hebräisch geschrieben sein müsste,
fehlt noch fast völlig resp. es ist noch nicht an eine passende Zusammen¬
stellung für den gedachten Zweck gegangen. Der Segen, der durch
geeignete Lektüre für Phantasie, Gemütsleben und die Weltkenntnis der
Jugend in ihrem empfänglichsten, bildungsfähigsten Alter gestiftet werden
kann, ist nicht hoch genug zu veranschlagen.
ALLERLEI
Die Zedern vom Libanon, deren Holz zum Bau des isaiomo-
nischen Tempels verwendet wurde, besitzen auch einige Abkömmlinge in
England. Der Earl von Devonshire und der Bischof von London sandten im
Jahre 1639 zwe i Sammler nach dem Libanon, die im Jahre darauf zurück¬
kehrten und u. a. auch einige junge Zedernbäume nach 'England brachten.
Die Bäume wurden im Wilton Park bei Salisbury gepflanzt -und gediehen
vorzüglich. V,on diesen alten Bäumen wurden auch die Sprossen ge¬
nommen, die König Eduard und seine Gemahlin in diesem Sommer wieder
in die Erde pflanzten. Eine andere alte Zeder befindet isich bei der Abtei
Rufford, die von König Karl II im Jahre 1675 gepflanzt, 'wurde. Inder
Nähe von London, bei Enfield House, steht eine Zeder aus dem Jahre
1683, und der Oatlands Park bei Weybridge enthält einen Baum, der vom
Prinzen Heinrich, dem jüngsten Sohne Karls L, eingepflanzt wurde. Die
schönste Zeder Englands befindet sich jedoch im Pfarrgarten von .Titch-
marsh in Northamptonshire. Sie wurde im Jahre 1627 dorthin gebracht
und eingepflanzt und war damals ein zwanzigjähriger Baum. Diese Zeder
ist gegenwärtig 76 Fuss hoch und misst etwa dreihundert Fuss im Umfang.
Zur gefl. Beachtung! Abonnenten, welche „Palästina" 1909
nicht m8hr zu halten wünschen, werden ergebenst gebeten, die Zeit¬
schrift abzubestellen.
Redaktion: Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstr. 25.
200
Druck und Verlag von Max Steinebach, München.