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Nr. 10, 19. V. 1939
JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU
Seitelf
SPORT-RUNDSCHAU
SPIKLKRGRBMSSK IN PAUSTINA
Handball: Bar Kwhba Atid Tri- \\»v — Amal Tri-Ativ
> : 4 (3:1)
i'vtoli längerer Pause fand im Stadion zu Tel-Aviv ein
Handballspiel zwischen B.ir Kn.-hbn-Atid und Amnl statt, die
beide tu den stärksten Man ns« haften den Landes Kehnren.
jfoi gnb (Pin schnelles und interes.mntca Spiel, in dem die AUd-
Uute die besseren TorKeleKcnheiten herausarbeiteten. Erst-
mnllK wirk!«* bei ihnen Winsner. ein früheres Mitglied der
forte; rcichischen Nationai-Mann.irhaft. mit, der sdcb durch ru¬
higes und überlegte.* Spiel gut einführte und zweifellos eine
erhebliche Verstärkung für die Atid-Kif bedeutet. Der Sieg
des Bar Koehba-Aiid war durchaus verdient; er fuhrt» 1 } bis
10 Minuten vor Spielende bereit* mit .0:2 als Amal einige
Schwachen der Atid-Vcrtcidigung ausnutzte und noch auf .3 : 4
herankam, ohne »her den Knderfoig von B. K.-Attd ge¬
fährden >:u können
Hockey: llar Kocliba-AIM Trl-Aviv »cliläu't
Bar Kochh« Haifa 2:1 (1:1)
im ernten Entacheidungsupiel um die Landesmeister. < liuft
Im Hockey, da* in Half» stattfand, »landen sich Bar Kcchba
Haifa und B.K-Atid-Tel-Avlv gegenüber, ilar Kochba Haifa
ging als Favorit In da» Spiel, zumal die Tel Avlver In den
letzten Spielen eine Formvcruchlcchterung geieigt hatten. Sie
waren «ich jedoch der Bedeutung des Spiele» bewus*t und
kämpften von Spielbeginn an mit größtem Kraft-Einsal;*.
Das Spiel, das technisch auf hoher Stufe Rtand und fair durch¬
geführt wurde, endete mit dem 2:1 Erfolg der Gäste. Das für
den Sieg ausschlaggebende Tor fiel erst wenige Minuten vor
Schluss.
VERSTÄRKUNGEN DER SCI!WIMM-MANNSCHAFT
DES MAKKABMIAIFA
im Laufe der letzten Wochen sind eine Anzahl hervor¬
ragender Schwimmer aus den Makkabi-Vereinen Österreichs
und der C.S.R. nach Ere* Israel gekommen. Unter ihnen be¬
finden »Ich u.a. Franz Beck, der in den letzten Jahren als
eines der gröwiten Talente unter den Wasserbali-Spielern
Europas galt und ständig der Nationai-Mannschaft von Öster¬
reich angehörte. Ferner Franz Reiner, früheres Mitglied
der Rekord-Staffel des Bar Kochba Bratislava und einer der
besten Wasserballspieler sowie Freistil- und Rückenschwimmer
der C.S.R. Eine bedeutende Verstärkung der National-Mann-
schaft Ere* Israels dürfte auch W o 11 n e r bedeuten, der bis
lu seiner AHjah der Kapitän de* Wasserball-Teams de* Ha-
jfibor-Prag war.
GROSSER ERFOLG HKS MAKKABI TEL-AVIY
IN ÄGYPTEN
Zum Abschluss ihrer Ägypten-Tournee trat di» Korbball-
Mannschaft des Makkabi T<•' Aviv in Kairo gegen den Landes¬
meister Makkabi-Kairo an. Die Spieler aus Erez Israel be¬
fanden lieh in grosser Form und konnten überraschenderweise
Jen ägyptischen Meister mit 92 :28 achlagen.
ESCHKEN A.SI (MAKKABI-ALEXANDRIEN)
LAUFT 100 M IN 10.6 SEKUNDEN
Bei den in Kairo zum Austrag gelangten Leichtathletik-
Landesmeisterschaften von Ägypten gewann Eschkcnasi
«(Makkabi-Alexandrien) die 100 m In der hervorragenden Zeit
von 10.6 Sek. Mit dieser Zeit erreichte Esehkenasi den Makkabi
Welt-Rekord, der von dem früheren Studenten-Weltmeister
Engel (Prag) gehalten wird. Eschkenasi ist auch in Eres
j Israel bekannt, wo er an den Meisterschaften im Jahre H*3«
teilnahm und von Weil (Makkabl-Halfa> über 100 m überra¬
schend geschlagen wurde. Zweifellos hat sich Eschkenasi be¬
deutend verbessert und dürfte zur Zeit als der schnellste
Jüdische Läufer der Welt gelten.
VOR LEICHTATHLETIK-LANDERKÄMPFEN
IN EREZ ISRAEL
Der Letrhlathiotik-Verband von Palästina bat di* *»nt-
*prcchenden Kachverhände der Türkei und Bulgarien tu
Uinderkämpfen eingeladen, die Im Laufe- des Sommers in
Ere 1 .: !• sei stattfinden sollen, Die Verstärkung internationaler
Beziehungen dürfte für die Leichtathletik des Landes, die In
den letzten Monafvn gute Fortschritte erzielt hat, von grösser
Bedeutung sein
Frils Lcmmohn.
PALAESTINA IM FARBENFILM
Bei einer Sortdcrvorfuhrung im . Kikar Dixengoff CInema"
tah mau /.wei Furben-Werbeftlme, die im Auftrage des
' „Palcstinc Citrus Advertising Commlttce" hergestellt wurden.
Die Filme werden in all denjenigen Ländern gezeigt, in denen
\ der Absatzmarkt für die palästinensische Zitrusfrucht, erobert
| oder vergrößert werden soii,
„Frtihlimj iw Heiligen 1/tnd', hergestellt von der "Pub¬
licity Film. London", erweist sich als ein in Palästina auf«
I genommener farbiger Kulturfilm, dessen Vorführung etwa
J 20 Minuten in Anspruch nimmt. Hervorzuheben sind einige
[ grossartigeAufnahmen von Tiberias, Kapernaum. vom Tem-
| pelplatz und anderen Stätten. Sehr gelungen sisul auch die
\ Aufnahmen vom Schneiden. Sortleren, Verpacken und Trans-
| portleren der Zitrusfrüchte. Man versucht, den drei in Palä¬
stina lebenden Gemeinschaften, Juden, Moslems und Christen,
glelchermassen in diesem Fiim gerecht zu werden. Durch
den plötzlichen und wiederholten Wechsel der Handlungsorte
wird für den Ausländer bestimmt nicht Immer klar, wie weit
er, sich um jüdische Bezirke und Leistungen handelt oder um
arabische. So entsteht ein Eindruck, der uns bei den gegen¬
wärtigen Verhältnissen merkwürdig anmutet, wenn wir auch
wünschten, dass er den Tatsachen entspräche: der des Einver¬
nehmen* und der friedlichsten Zusammenarbeit zwischen
Juden und Arabern.
„Die Eroberung der Sonnt/' ist der Titel des zweiten
Films, der nach dem „Gaapacolör"-Verfahren von der gleich¬
namigen Gesellschaft ebenfalls in London hergestellt wurde
und dessen Farben noch naturgetreuer wirken, als die des
vorgenannten. Bei einer Vörführunpwdüuer von vier Minuten
trägt er stärker den üblichen Werbefilm-Charakter. Sehr
gelungene Original- und Trickaufnahmen zeigen die vielfäl¬
tige Verwendungsmöglichkeit der Zitrusfrüchte. Vielleicht
hätte man noch auf den grossen Vitamingehalt von Orangen
und Grapefruit hinweisen sollen. Aber auch so wird wohl das
Interesse für den wichtigsten Exportartikel unseres Landes
gesteigert werden,
Hjalmar Lerüki, der bekannte Photograph und Kamera¬
mann, ist von seinem eineinhalbjährigen Aufenthalt In Lon¬
don nach Ere« Israel zurückgekehrt. Lerskl. der 1033 nach
Ercz Israel Übersiedelte, drehte hier einen Kulturfilm
„Awodah" mit unerreicht schönen Aufnahmen von Menschen
und Landschaft. Seine in London g«*c!*t« Ausstellung erran«
pinen sensationellen Erfolg. Sie lief unl<\r dem Titel „Me-
tarnorphnsi* through Light" und ist das Resultat eines Ex¬
periments: Lerskl h;<; nn und dasselbe Modell, einen jungen
Tel-Aviver Arbeiter TTf» Mal Photographieft
Manfred
ZEITSCIlRHTKfVSCirAU
„I.W. R." UND Kl LTt RPROBLEM
In der Londoner Zeitung ..Zi.mist Review' veröffentlicht
Dr. Simon Ii a w i d ■> w i o % einer, Interessanten Artikel über
die Probleme der jüdUchen Ite»taiiwanco In PnliWrtlna umi
DiAkporn. worin er diu palästinenslju hen Angriffe auf dl«
..Jüdische Welt-Rundschau" %u m An!!'«"' nimmt, um die von
ihm weit langem vertretene Meinung zu erhärten, das« jüdisch«
Kulturarbeit und besonders die Hebmisierung In Palästina-
und In (ier Dfsu«pCra >h>hri(Urh erfolgen müsse. Der Kampf,
der In Palästina gegen die ..J.W.R." geführt wurde, so schreibt
der Verfasser, Ist nur geeignet, die Aufmerksamkeit von den
wlrklkhvn Ursachen und Wurzeln des Probien« abzulenken.
Wenn die Herausgabe einer zionistischen Zeltung In deutscher
Sprache wirklich eine so gewaltige Gefahr für das gesprochen«!
und geschriebene Hebräisch und für da«? Kulturleben Palä¬
stina« darstellte, Ist es dann wahrscheinlich, das» die A u.i.v."««!*
tuiuj einer «olchen .„Ofahr" eine Sichnun'/ für die kulturelle
Eid Wicklung des Jtsehuw darstellt? Verdient nicht vielmehr
die Tatsnche, das* e i n /.kmiartische«» Organ In deutscher
Sprache als eine Bedrohung der Kultur des Jlschuw trotz
seiner einigen fiO hebräischen Publikationen und seiner bebrüt«
Hche?'. Erzlehuugsinstitutlonen vom Kindergarten bis zur Uni¬
versität angesehen wirf, eine genauere Untersuchung? Wa*
ist eigentlich das Aufregende: Die Herausgabo der „J.W.R,"
oder die Tatsache, (Inns Zelmtausende palästinensischer Rlirgef
mit den SO hebräischen Zeilachrlften und Zeitungen Palä¬
stinas nichts anzufangen wissen? Und warum nur die deut¬
sehen? Hat nicht eine Pariaer russische Tageszeitung eine
Verbreitung in Palästina, die weit höher ist als die Zahl der
Exemplare aller hebräischen palästinensischen Publikationen
euaamrn«!!, die vor. Juden der ganzen Welt abonniert werden?
Überschreitet nicht di« Zahl der nneh Palästina Importierten
englischen Bücher bei weitem die, Zahl der von der Judenhelt
des ganzen britischen Empire gekauften hebräischen Bücher?
Die Schuld an dieser Sachlage — dies Ist die Schlussfolgcrung
de* Verfassers -- liegt bei denen, die nicht «lafür gesorgt
hüben dass bereit* in der Diaspora eine hebräische Erziehung
gegeben wird. Es Ist viel leichter, Protestresolutionen gegen
ein zionistisches Organ in Jerusalem zu fassen, als «ich in
Geduld und Hingabe der Ausbreitung der hebräischen Sprache
und Kultur unter den jüdischen Massen zu widmen. In dieser
Hinsieht bilden Palästina und Diaspora ein einheitliche* Ge¬
biet. Wenn der Autor Im Verlauf seine* Artikels diu zionisti¬
sche Führung in einzelnen Ländern und darunter auch i\H
deutschen Zionisten anklagt, weil sie in der Diaspora /u wenig
für v di«) Hebraisierung der jetzigen Einwanderer sorgten, s<3
muss dem freilich entgegengehalten werden, das* die Ma*s«n
der jetzt nach Palästina gekommenen Flüchtlingselnwandere*,
garnicht dem Einflusa der zionistischen Führung in Deutsch*
fand unterstanden! Viehs der Aufgaben, die loglseherweise In
die Diaspora gehören würden, müssen heute in Palästina be*
{tonnen werden; dazu wäre In der Tat nichts ao nötig wie ein*
jüdische» Erziehungsorgan, «las gerade den Massen der nicht
hcbräiüch verstehenden Einwanderer sprachlich yut'.ämdich ist
f.}her di« JMinthe WeU-RmdAehau" sind in jüdischen
Zeitungen verschiedener Lander »ehr schmeichelhafte. Be-
grüssungsartikel erschienen, u. a. auch In mehreren Blättern
in USA und in Südafrika.
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