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HEPDOlvlACAIRt
Das jüdische Nein
Die Antwort auf das englische Palästina-Weissbuch
.Jerusalem, 22. Mai
Die Lösung der Palästina-Frage, die die Regierung
Chamberlain nach monatelangen Vorbereitungen ge¬
funden zu haben meint, ist keine Lösung, Das
Weissbuch vom 17. Mai ist nur ein neues Glied in der
Kette der Dokumente, die in den letzten Jahren eine
Lösung des Problems versucht haben und nach einiger
Zeit wieder aufgegeben werden mussten. Das Weissbuch
bedeutet aber einen klaren Bruch mit der Vergangenheit.
Ks unterwirft sich in entschiedenen Punkten den Rebellen.
Diese Wendung der Dinge wird von jüdischer Seite un¬
zweideutig und bedingungslos zurückgewiesen. Die jüdi¬
sche Bevölkerung Palästinas beantwortete die neue engli¬
sche Politik mit einem Nein. Sie ist entschlossen,
dieser Politik Widerstand zu leisten. Eine Welle der
Erregung hat die Judenheit Palästinas ergriffen. In
einer nur durch wenige unliebsame Zwischenfälle ge¬
störten Disziplin und Einigkeit brachte die palästinen¬
sische Judenheit ihren Protest und Ihre Entrüstung zum
Ausdruck.
Die Entrüstung ist zweifellos berechtigt. Auch ein
unbeteiligter Beobachter, der die Ereignisse der letzten
Jahre überblickte, müsste anerkennen, dass die Juden
die Berechtigung haben, sich als ge t ä u a c h t und b e-
trogen zu betrachten. Denn die englischen Regie-
rungs-Erklärungen der letzten drei Jahre, so wenig sie
auch die jüdischen Wünsche und Forderungen voll er-
füllten, waren in einem Punkte eindeutig: sie versicher¬
ten, dass England sich der Gewalt und dem Terror nicht
beugen wird. England hat zwar seit 1922 und auch in
den letzten Jahren stets betont, dass die Verpflichtungen
aus dem Mandat zwei Seiten haben, dass nicht nur die
Juden sondern auch die Araber Rechte an Palästina
haben und ein Ausgleich gefunden werden soll, aber
zugleich haben alle englischen Regierungen sich zu den
Prinzipien der Balfour-Deklaration bekannt. Was immer
dies bedeutet haben mag (und in der Auslegung ging
man manchmal auseinander) — eines war klar: dass
eine Unterwerfung der Juden unter arabische Herrschaft;
uicht gemeint war. Noch in seiner Unterhaus-Rede'
vom 24. November 1938 (und am 22. Mai 1939 wieder!)
erklärt« Kolonialministcr MacDonald unmissverständlieh:
Keine Unterwerfung de» einen Volke* unter die
Mehrheltsherrschaft de» anderen —
da* war das anerkannte Prinzip. Und gerade weil die
Verwirklichung dieses Prinzips etwas Ausserordentliches
war und hohe Staatskunst erforderte, gelangte man zu
kühnen Projekten. So erschien als ein Ausweg aus den
Schwierigkeiten der von der Pee!-KommiH-«!on vorgeschla¬
gene Teilungsplan. Ine Regierung hat im Juli
1937 diesen Plan akzeptiert. Trotz dieser Festlegung
auf einen bestimmten politischen Kurs, den die Juden,
obwohl er ihnen grosso Opfer auferlegte, mitzumachen
bereit waren, hat sie später den Plan fallen gelassen, weil
die Araber nicht damit einverstanden waren. Jeder Ver¬
such einT positiven Kooperation wurd'* zu Fal! gfhnicbt,
Die Juden haben im Hewusstsem der Notwendigkeit der
englischen und juui.-sehen Zusammenarbeit in Palästina
versucht, sku den .*« i 5 WH'H-ge m d.-n Kmp.re-In-
teressen weh ergebenden eir.. /. Bedur ! nis„en so weit
ab mögln h anzupassen. Diu ta^usche Am-Aurt im j**ut
diese Entscheidung, bei der die Engländer ihren bis¬
herigen Standpunkt verlassen. Sie proklamieren c-ne
Politik, die rott der Unterwertung der Juden unter die:
Herrschalt u>t aiabischcn Mehrheit endui v.unie.
Englai..K Rechtfertigung dir neuen Politik scheint
sich zu stutzen auf zwingende Notwendigkeit
der Empm'-jiH"! s^in. En^hnd rfctrachtet das Weiss¬
buch als „Fru-K-nspakt" n 1 '. n ein< m Qua*<:-Kntg, und m
einem Frieden muss man sich oft harten Bedingungen;
fügen, selbst wenn di r Knejr < w>»> tm Setzten Juhr
Europa'-Politik) gar nicht stattfand. D.ts NaLonalhcuxi
der Juden soll eiu Opfer sein, wie die anderer Volker, um
8cklimm»rrv abzuwenden. Aber das letzte Wort ist noch
nicht gesprochen, ]
In all den erregten Kämpfen, die im Zusammenhang j
mit dem Weissbuca einsetzen werden und schon einge-
setzt haben, muss doch der Versuch einer nüchternen \
Analyse der Lage gemacht werden. Jede jüdische Geg-
ßjerschaft wird unfruchtbar sein, wenn sie nicht den Ge- i
j :{ebenheiten Rechnung tränt und verbunden int mit
j konstruktiven Vorschlägen, die einen Aus-
{weg aus den Schwierigkeiten weisen. In einer Situation
I wie der gegenwärtigen geht es nicht an. sich auf eine I
jnegative Haltung zu beschränken. Die Schwierigkeit (
liegt ja, wie der Peel Bericht hervorhebt, darin, dass ;
beide an Palästina beteiligten Parteien nur einseitig,
ihre Forderungen vertreten, ohne Berücksichtigung der
Tatsache, dass auch die andere Seite berechtigte In-;
teressen in Palästina hat. Ein Plan, der nicht » 1 i e die«*.
Interessen berücksichtigt, kann Augenblickserfolge |
bringen, aber auf lange Sicht keine Aussicht auf An- i
nähme und Durchführung haben. Aus diesem Grunde ;
ist schon vor 18 Jahren in der zionistischen Bewegung j
die Idee aufgetaucht, den palästinensischen Staat mit j
Willen und Mitarbeit der Juden zu einem „binationalen"
Gemeinwesen zu machen, in welchem, wie es in der
Resolution des 12. Zionistenkongresses heisst, „jedem
der beiden Völker eine ungestörte Entwicklung gesichert
ist." Der Peel-Plan wollte dem Problem, b e i d e Völ¬
ker teilweise zufriedenzustellen, durch eine buchstäbliche
materielle Teilung des Landes bei kommen. Die
Regierung ist später zu der Forderung zurückgekehrt
den palästinensischen Staat auf Grund einer arabisch
jüdischen Verständigung aufzubauen. Diese Verständi¬
gung ist leider, wie wir glauben, nicht ernst genug ver¬
sucht worden. Sie ist daher nicht gelungen, und nun
.proklamiert England ein« Politik, die die Liquida¬
tion der bisherigen Grundlagen der Palästina-Politik
bedeutet. Das ist von allen Wegen der schlechteste.
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gebunteen In Palästina
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Juden und Kn£i}i 1 udrr
Im Urwald Itrasriieiu (Itrrhh aus Parumu
JüdiM-hr> Künstler in Palä*tiim und ViihIuiiu
Die Ausländer für Frankreich
Zwan*4«*«|iiarl|ere fiir .Inden In IfeiiKrhliuu!
liacine und der AniiscfidtisituiH
Will man auf den Text des Wetssbuches eingehen,
so ist zunächst eine Grundtatsache hervorzuheben, gegen
die sich stärker als alle Einzelheiten der jüdische Pro¬
test wenden muss. Das Weissbueh anerkennt zwar die
Verpflichtung Palästinas, einen Beitrag zum jüdischen
Flüchtlingsproblem zu leisten, aber es
ignoriert vollntindig die Ideelle und hi«tori«che Verbun¬
denheit PaläKtlna* mit dein jüdl* hen Volk ab* »clchem.
Niemals war von den Juden Palästina nur als eine Heim¬
stätte für die dort wohnenden Juden gedacht. Vielmehr
sollte das Jüdische Nationalheim eine prinzipielle Lö¬
sung der die Welt beunruhigenden Judenfrage
bringen, die nicht identisch Ist mit der Flüchtlingsfrage
und auch nicht mit den ProbU men der pntüstinenHisc.hen
Juden. Als Ausdruck dieser Beziehung Palästinas zum
jüdischen Volk als Ganzem war Im Artikel t de«
Mandates die Jewish Aguncy als eine Vertretung de«
jüdischen Volkes in der ganzen Welt anerkannt, die in
allen das Nalionaiheim betreffenden Angelegenheiten
mit der Mandats-Regierung zufiammenarbeiten soll. Im
Weissbueh 1939, das eine Beendigung de« Mandaten ins
Auge fasst, ist von der zukünftigen Form d< r Vertretung
dieser im Mandat der lewish Agettey anvertrauten Inter¬
essen mit keinem Wort die Rede. Ja noch mehr: In
S 10 P. 8 wird ausgesprochen, dass für den Fall der
Verlängerung der Übergangszeit England mit den Ver¬
tretern der Bevölkerung Palästinas, mit dem Völkcr-
bundsrat und mit den benachbarten arabischen Staaten
verhandein wird; hier erhalten die „benachbarten ara¬
bischen Staaten" einen offiziellen Status bei der Fest¬
setzung der künftigen Verfassung Palästinas, während
das j ü d I c h e Volk unerwähnt bleibt.
Mit einer »okrheit Formulierung wird sich kein an
Palästina lnter<^i«*lert#r Jud« abfinden.
Für alle Juden, auch für diejenigen, die einen Aus¬
gleich der judischen und arabischen k'.-ehte angestrebt
haben, war es immer eindeutig klar, dass jüdische und
arabische Interessen an diesem kleinen Land Paliistina
nicht die gleiche Qualität haben. Die hier lebenden Ära«
S her haben ein Ücimatsrccht im Lande, aber xUh .-uablHih«
Volk als Ganzes, das seine Heiligen Stätten In Mekka
, hat. und bei dem es keine Wanderungsnot giM, Ixcsitzt
i keine legitimen Interessen in bezug auf Palästina, wäh«
j rend das jüdische Volk als G a n z e h der Träger de«
l Gedankens de« Jüdischen National heims ist.; sogar in dem
! Churchill-Weisabuch von 1922, das seinerzeit schon als
eine Verwässerung des ursprunglichen Gedankens der
i Balfour Deklaration angesehen wurde, wird dieser Sta¬
tus des jüdischen Volke« anerkannt. Das Ausseheiden
IH$ Ü*mQ*»tr%tkm im Ht*4i*m Ttl-Aiiv mm Jt. Mml
Im Hinttrgrunt 4*9 Lord R*m4\*j MU ktri-itatnw* rk am Jttrkmk
IVoto timikindj