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Lord Samuel in Palästina
roK« t ln /i* r ^ v ? if * n Nummer der,zionistischen Debatten der Jahre 1920—25 ,.™ e WM die™..,
.jrWR' gemeldet, ist Lord Samuel (nach »einem , iml ...„u nM .h an man .ti<> . natlkrn n öK _» f __ mengen frage, was uieamui
Be.uch in Half« und im Oalil) In J e r u . a 1 • m ™ d JS^L^™ ^^Ll^iL^ ^ l mn ' * * enc » «nwöse Dtfmn,
eingetroffen, wo er im Hauae aeinea Sohne« IU * ri ™ tTn ' Um , fU erk i nne . n ' mitSn- -
wohnt«. irauela Namen viele prinzipielle Auseinander--
Am Sonrtag begab «ch Lord Samuel nach «nd auch achmerxliche Enttäu-
T»l-Aviv, wo er ein umfangreiches Programm 8Cnun « Cil verbunden sind. Fraglos ist er einer
(Beatich im Reading-Elektrlxitätswerk, im Hafen, ! von denen gewesen, die der englischen Nach-
in swet Schulen etc.) erledigte und nahm abend« ■ kriegspolitik in Bezug auf Palästina die Rich-
an dem Hubermann-Konsert iugunaten der not- i tung gegeben haben. Zwischen dem Früh¬
leidenden Studenten «eil. Nach dem Kontert jähr 1920 (San Remo) und dem Frühjahr
war er Out eines Empfangs im Hause von Ober- 1921 vollzog sich in dieser Hinsicht eine ent¬
Lord Samuel empfang in Je- «.neidende Wandlung. Sir Herbert Samuel
(wie «r damals hiessj hat nach seiner An
richter Frumkln. Lord Samuel empfing in Je-
ruaalem eine Delegation der „Zentralstelle für
die Ansiedlung deutscher Juden" („Deutschen
Abteilung" der Jewish Agency) bestehend aus
Dr. Ruppin und Dr. Kreutsber g « r. Be¬
kanntlich war Lord Samuel bU vor kurxem in
London Präsident des Council for German Jewry,
der einen grossen Teil der Gelder für die Flucht-
lingahitfe aufbrachte und auch grosse Summen
für die Einordnung von jüdischen Flüchtlingen
in Palästina zur Verfugung stellt« Die Abord¬
nung gab Lord Samuel ein Bild der Verwendung
dieser Gelder und von dem ganzen System der
der Einwanderer im Lande sowie der gegenwarti¬
gen Schwierigkeiten. Lord Samuel nahm alle
Berichte mit grossem Interesse entgegen.
Lord Samuel besucht« In Jerusalem das Ge¬
bäude des Jüdischen National-Fonds, wo er von
Utsischkin empfangen wurde, und die Jewish
Agency, wo er eine einstundige Besprechung
mit den Mitgliedern der Exekutive hatte. Dann
begab er sich in den Waad Leumi und wurde
dort von Rutenberg empfangen, der ihn im Na¬
men der palästinensischen Judenheit begrüasu.
Lord Samuel speiste bei dem Rektor der Univer¬
sität, Professor Fraenkel, su Mittag und besuchte
dann mit ihm den Neubau der Hadassah und
des Medizinischen Zentrums auf dem Skopusberg.
Der Vortrag von Lord Samuel in der Uni¬
versität am 1». Februar gestaltete sich su
einem glansvollen Ereignis. An dem Praai-
dententisch hat der High Commlssioner neben
kunft in Palästina und nach der Berührung
mit der Wirklichkeit des Landes manche sei¬
ner früheren Anschauungen geändert.
Viele haben damals in Samuels Haltung eine
Zerstörung der jüdischen Hoffnungen ge-
Gerechter Weist wird man aber zu¬
geben müssen, daat man die Dinge auch an¬
ders betrachten kann, besonders im Lichte
der jetzigen Weltereignisse, die uns gezeigt
h*hetv w*» «• ssaweae Väeksr, eze> 4*vasr
Krieg die volle Erfüllung ihrer Forderungen
erreicht zu haben glaubten, nicht so gesichert
waren wie sie meinten.
Im Jahr« 1937 hat Lord Samuel nach dein
Peel-Bericht im Oberhaus eine grossangelegte
Rede gehalten, in der er die Teilung des Lan¬
des als undurchführbar bezeichnete und statt
dessen Vorschläge machte, die im Jischuw
nicht sehr freundlich aufgenommen worden
DER MÄRZ
Jeder in Europa ist jetzt erfüllt von der
bangen Frage, was üieamui die „iden de»
uns bescheren
wird. Irgendjemand — wir wissen nicht wer—
hat daa Gerücht in Umlauf gesetzt, dass Hit¬
ler auch diesmal, wie in allen letzten Jahren,
für diesen Monat eine „Überraschung 4 ' auage¬
wählt hat; wahrscheinlich ist auch dies) eine
Drohung der deutschen Propaganda im Ner¬
venkrieg, vielleicht aber wird mit Beginn dea
Frühlings wirklich eine grossere militärische
Aktion Deutschlands einsetzen. Die letzten
Märze haben alle» vorbereitet, am einschnei¬
dendsten der März 1936, als Deutschland den
Loc&mo-Vertrag zerriss und ins Rheinland
einmarschierte — sicherlich daa entscheidende
Ereignis in der ganzen Kette, denn erst hier¬
durch ist alles folgende möglich geworden.
Die Befestigung des Rheinland« erst hat
Hitler freie Hand in Österreich, in der Tsche-
choslovakei und in Polen gegeben. Es wurde
jene Mauer im Westen autgerichtet, hinter
deren ScJuiU Jetzt - wie Herr Küxher von
der „Frankfurter Zeitung" es so schon aus¬
drückt — „die Neuordnung des Ostens in
vollem Gange ist". Noch jetzt ist es unver¬
ständlich, dass damals die Tragweite des Er¬
eignisses anscheinend nicht begriffen worden
ist. Die lärmende Beschuldigung der deut¬
schen Propaganda, dass die Westmächte den
„Präventivkrieg" wollen, hatte den Erfolg,
den Präventivkrieg, durch den viel Not und
Leid erspart worden wäre, wirklich als „un-
sind, obwohi schon ein Jahr apäter, nachdem moralisch" erscheinen zu lassen,
die Woodhead-Conuniasion die Vorschläge Aliea waa jeUt w PoJejl vorgeht, ist eine
Peels abgeändert hatte, wahrscheinUch viele Fol dea mrz im , r*. haoe „ fre iikh auch
auch im Jischuw über diese Frage anders ^ ^1^^ Regierer von damals nicht ge¬
dachtes. Lord Samuel hat immer den Mut
gehabt, auch auf die Gefahr der Unpopulär!
tät seine Meinung su vertreten.
Die Auiwänderer ans Deutschland
dem Redner und den Repräsentanten. Präsident ~,_» nUhAr i^-j e- mui ii heaonder» Dan.
Magnes und Rektor Frankel. Platt genommen. ? c ** n ™ r »»»««1 eine besondere Dan
Zahlreiche hohe englische Beamte einschliesslich
des Distrikt Commissioners von Jerusalem, Keith
Roach, waren anwesend, ferner der Bürger¬
meister von Jerusalem, Dr. Chaldi, sowie der
ehemalig« Bürgermeister Ragheb Bey Nascha-
schlbi, ferner die führenden Persönlichkeiten
der Judenheit Jerusalems und selbstverständlich
Senat. Verwaltung und Profeasorenschaft der
Universität sowie zahlreiche Studenten. Lord
Samuel gab in einer sehr fesselnden mit gros¬
sem persönlichen Charme und gelegentlichen
humoristischen Bemerkungen vorgetragenen Rede
eine Darstellung der fundamentalen Tatsachen
im Aufbau de« Britischen Weltreiche«. Am 30.
Februar l*\ Lord Samuel nach Ägypten und von
da nach England abgereist.
Der Besuch von Lord Samuel bedeutet für
Palästina das Wiedersehen mit einem Mai
dessen Name unlösbar mit der Geschichte des
Landes verknüpft ist. Samuel ist als Per-
•imäckkmt in allen Kreisen Palästinaa geach¬
tet usd beliebt, und alle drei Völker — Eng¬
länder, Araber und Juden — haben ihn hier
bsffrüsst. Als PoMücer ist Samuel umstrit¬
ten. Man braucht nur an die scharfen inner-
kespflicht.
ahnt. Im Moment kann niemand verhindern,
dass in Polen über einem Trümmerhaufen ein
Experimentierfeld mit ganzen Bevölkerungs¬
gruppen etabliert wird, dasa uralte Ordnungen
blindwütig zerstört und die Herrschaft einer
Als nach der Machtergreifung 8i ch für besser haltenden Herrenrasse zu
Hitlers sich zeigte, dass die Katastrophe des
deutschen Judentums unübersehbar su wer¬
den droht und eine umfassende Hilfsaktion
erforderlich ist, stellte sieh Lord Samuel an
die Spitze dieser Bestrebungen. Um das
amerikanische Judentum dafür zu gewinnen,
hat er die Reise nach Amerika angetreten,
die leider nicht das gewünschte Resultat
brachte, aus Gründen, die im Wesentlichen
In den amerikanischen Verhältnissen lagen.
Nichtsdestoweniger hat Lord Samuel mit un¬
verminderter Energie die Arbeit in England
fortgesetzt und als Präsident des Council for
German Jewry alle Hebel in Bewegung ge¬
setzt, um sine wirklich gresssügige Hilfe sei¬
tens der englischen Juden zu sichern.
Lord Samuel hat in Palästina eindrucks¬
volle Worte über die Notwendigkeit der Nie¬
derringung dar hitlerischen Barbarei gespro¬
chen. Wir sind überzeugt, da« seine ebge-
kttrta Weisheit und reiche---
seinem Vaterlande ebenso wie
Volk zugute k<
hemmungsloser Willkür wird. Polen und
Juden leiden dort gemeinsam, und man müaste
hoffen, dass diese Notgemeinschaft verbindet,
wenn man nicht wüsste, dass das Los der
Juden überall ein spezifisches ist.
Die Spekulation wendet akh natürlich der
Frage zu, an welchem Punkt die März-Über¬
raschung diesmal erfolgen kann. An einen
Groasangriff im Westen glauben wenige. Am
wahrscheinlichsten erscheint ein deutscher
Angriff auf einen der schwächeren Neutralen,
um von dort aus vorwärtMuluenmen. Die
Neutralen wissen, dass sie neutral nur auf
Kündigung Deutschlands sind, und daher die
begreifliche Furcht, auch nur den geringsten
Vorwand su liefern. Erst nach dem Kriege
wird man die Rolle der Neutralea vollständig
verstehen und beurteilen können. Wir Juden
wünschen, dass die neutralen Staaten von
Angriffen verschont bleiben, denn gerade das
Los dar dort wohnenden Juden wäre im Fall
einer Invasion das schwerste. Gegen die un¬
begrenzte Bedrohung des Ostens wird jetzt
ein Sehutswall der Alliierten aufgerichtet,