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HRGANG II / Nr. 10
11. MARZ 1940
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STREIFLICHTER
„Es bfeibf noch genug zutun
•EMEftKUMEN ZUM BOOENiESETZ / Von Dr. k. Cranovsky (Jerusalem)
(Gekürzte Wiedergabe nach
Des Q«mu zur Beechränkung dee Bodcnver-
kaufe, du jetzt veröffentlicht wurde, iet der
schwerst« Schlag gegen die Rechte der Jude« In
Palästina Mit Beetehen de* Mandatareglmei.
Seinem Inhalte, «einer Formulierung und «einem
Geiste nach widerspricht ee dem Oedanken de«
jüdischen Nationalheim««, der dem Palästina-
Mandat« zugrunde liegt.
In menschlicher und nationaler Hinsicht sind
die Juden schwer betroffen, wirtschaftlich gesehen
Jedoch schadigt das Gesets besonder« die Interes¬
sen der arabischen Bevölkerung. Vier Jahre Un¬
ruhen führten tu einer katastrophalen Lag« der
arabischen Bevölkerung. Einer dar Hauptwege
sur Wiedergesundung disssr Wirtschaft ist der
Zufluss von Kapital au« dem jüdischen Sektor der
Wirtschaft. Und von allen Einfiussmöglichkeiten,
di« die Jüdische Wirtschaft auf dl« geschlagene
und xurückgebliebene arabische Wirtschaft hat,
ist di« wichtigste der Weg des Bodenkaufs, Der
Verkauf eine« Talles des Besitses sur Rettung des
übriggebliebenen vor der Last dar Schulden -
da» ist der einsig« W«g sur Rettung vieler Araber.
Diese Worte sind nicht «in« blosse Ver¬
mutung. Dl« Wahrhaft dieser Tatsach« beseugen
die vielen Bodenverkauf avorsch läge,
die in der totsten Zelt auf die Juden niederreg¬
neten, seitdem der Druck des Terrors etwas nach¬
gelassen hatte. In allen Zonen des Landes haben
kleine oder grosse Bodenbesitaer ihr Land zum
Verkauf angeboten. Da« Kauf-Verbot wird «In
schwerer Schlag für di« Wiederaufrichtung der
zerstörten arabischen Wirtschaft sein. Der Erfolg
dieses Gesetses wird die Entstehung von Oross-
grundbeaiu durch Konzentration der Boden In
den Händen der arabischen Kapitalisten sein. Der
grösste Teil der Boden derer. Verkauf verboten
ist, bleibt dadurch unbearbeitet, oder wird In einer
dürftigen und primitiven Weise durch ein paar un¬
glückliche Pachter bearbeitet werden.
Das Jüdisch« Volk wird und kann «ich mit
diesem Zustand nicht abfinden. Es gibt aber, trotz
der Erwägungen, Möglichkeiten zur Fort¬
setzung des Werke«. Es gibt zwei Zonen, in
denen das Gesetz Bodenübertragungen von Ara¬
bern auf Juden erlaubt. Die Fläche der erlaub¬
ten Zone beträgt 1.300.000 Dunam. Davon sind
700.000 Dunam in Jüdischem Beeitz; in nichtjüdi-
schem Besitz sind also in dieser Zone 600.000
Dunam. Die Fläche der Zone, wo ein« besondere
Erlaubnis erforderlich ist, umfaaet (abgesehen
vom Negev) 1470.000 Dunam, davon befinden «loh
in jüdischem Besitz 690.000 Dunam; in nichtjüdi-
schem Besitz also 10*0.000 Dunam.
Dias« Zonen sind sehr beschrankt, aber gerade
m ihnen waren die Juden bieher tätig und hi«r
sind di« Möglichkeiten, Boden zu kaufen, gross.
Auch wenn wir annehmen, daas es uns gelingen
wird, nur die Hälfte der Booen in diesen Zonen
die in nichtjüdischem Besitz sind, zu «rwerben,
so steht vor uns die Aufgabe, nicht weniger als
790.000 Dunam su kaufen. Jsfaa isatm «**•« nicht
von einem eofortigtn Abbruch der Arbeit auf dem
Gebiete des Bodenkmu/ee epreehen. Wir woUan
nicht vergessen, das« wir ia den ganaen SO Jahr«n
der Jüdischen Kolonisation im Land« nicht mehr
als 1,5 Millionen Dunam gekauft haben — was «in
Doppelt«« dieser Zahl bedeutet — und das» d«r
K«r«n Kajemeth seihet Ma totst «twa «00000 Du.
nam gekauft hat
Et gl«* also In dag« mwebiUMm Mdkmm
dem hebräiechen Original!
noch s«kr viel «■ tan. Die freie
Zone and die Zone B, bei der ehe Zwettaunnng
der Regtenmg notwendig Ist, «lad reich na
Wasser «ad an vorzttgfehetn Boden. Sie
scltlieeaen la aka ein: den Stfelfen am Meer,
In dem wir seit Anfang unseres Anfbaa» tan
Lande arbeiten, daa Emek Jeareel, die Wiege
der iiatfeauüktt Kolaalaalaon, daa Emek 8ebn-
lon, daa Hinteriaad oaaerer grossen Hafen-
atadt, und daa nördliche Hole-Cieblet, ein
Laadatrlch, deaaen Entwfcklung erat vor ein»-
gen Jahren begann. Die ernte Auf gäbe, die
wir In dleaer Staude haben, laL daa Werk la
dienen Zonen auszubreiten, anaeren Bod e nb e
alts dort in vergroaeera und die Bödea dort
an einer jkdieeaea Kette sn einen.
Es gibt viel« Gründe für eine Beschleuni¬
gung unserer Tätigkeit: In der erlaubten Zone
wird e« Sach« d«r Juden sein, einem Ansteigen
der Preise zuvorzukommen. In der Zone, in der
der Erwerb von einer Erlaubnis abhängig ist,
werden wir uns besonders auf die wichtige Auf¬
gabe konzentrieren müssen, unseren Besitz im
nördlichen Hulegebiet zu vergröaasrn.
um ein« rentable Basis für das grosse Werk der
Konzeäaion zu schaffen, die groess Investierungen
erfordert, welche lediglich durch eine gross* An-
Siedlung gerechtfertigt werden.
Gleichzeitig werden wir nicht aufhören, auch
um Arbeitsmöglichkelten in der Zone A zu käm¬
pfen, die in dem neuen Gesetz als „verbotene
Zone" gekennzeichnet ist. Die Erfahrung der
nahen Zukunft wird une zeigen, was In dieser
Richtung su tun möglich sein wird.
Dt» Aufgabe den Karen abjemeth Lejtarasl
In diesem hartnäckigen Kampfe um unser
Recht auf Boden wird die Aufgabe in der Haupt¬
sach« auf die Schultern dee Keren Kajemeth
falton. Auch in der Vergangenheit, In den
schwären Jahren der Unruhen und das Weise-
Buches war es der Keren Kajemeth allein, der
all« seine Kräfte ansträngte, in neue Zonen ein¬
zudringen, um so di« Käuf« auszuweiten. Ea ist
su hoffen, daas auch daa private Kapital Boden
kauten wird, ab«r ohn« Zweifel wird e« steh nur
auf di« «räumte Zon« konzentrieren, wo die Über¬
nahme dea Bodens nicht mit besonderen Schwie¬
rigkeiten verbunden ist In der Zone, da «in«
Erlaubnis notwendig ist, wird praktisch der K.KJ*
allein es eein, dem es obliegen wird, tätig su
••in, weil er darauf alle Kräfte konzentrieren
kann. Daa nationale Kapital, das schon Immer
eine Pioniertätigkeit erfüllte, wird vor den neuen
Hindernissen nicht zurückschrecken.
Zussjnmeateassnd ist su sagen: Dieses Gesetz
rauss sich schli««slioh selber aufheben, well ee
nicht vor den Forderungen dee Leben» und der
Wirklichkeit In Palästina bestehen kann. Die Re¬
gierung wird vor sin Dilemma geateUt sein: Ent¬
weder von sich aus viel Kapital In dl« arabisch»
Wirtschaft hineinzustecken oder das Wirtschafts¬
leben durch Aufhebung des Gesetzes in seinen
normalen Gang zurüeaaufUhren. Sonst wurde das
neu» Bodengeseu da» Bad dar Geschichte guruek-
drehen and Palästiaa auf einem aich entwickelnden
WUHachafteraum In «ine zurückgebliebene und
verkommene Provinz verwandeln.
In dem Sturm der Entrüstung, die an¬
lässlich der Verkündung des Bodengesetzes In
Palästina durch die jüdische Welt gegangen
tot, sind einige Worte gefallen, die ~ obwohl
sie leider von autoritativer zionistischer Heile
kamen nicht unwidersprochen bleiben dür¬
fen, weil sonst unsere jüdische Position nach
innen und nach aussen noch prekärer würde
als sie ohnedies schon iat. Wir meinen die
Behauptung, daas durch das Verbot dea Ver¬
kaufe» bestimmter Boden an „Personen, die
nicht palästinensische Araber sind", d.h. also
praktisch an Juden, in Palästina ein „Ghet¬
to" entstanden »ei, daa nur vergleichbar sei
mit dem zaristischen Kussland oder mit Nazi-
Deutachland. Ein besonders eifriger Spre¬
cher verglich das neue palästinensische Ge¬
setz sogar mit den „Nürnberger Gesetzen".
Man muas den Leuten, die solche Bemerkun¬
gen machen, sicherlich die Erregung dea
Moments und die schmerzliche Enttäuschung
zu gute halten, aber man muas sie aufmerk¬
sam machen, das» sie offenbar noch keine
rechte Vorstellung von Nazi-Deutschland
und von den „Nürnberger Gesetzen" haben.
Solche Vergleiche, die zur Verteidigung des
jüdischen Standpunktes vollständig Uber-
flussig sind, sollte man auch in der Erregung
nicht gebrauchen. Weder die Welt noch vor
allem die Juden sollen meinen, daas wir in
Palästina unter solchen Verhältnissen oder
Gesetzen leben wie in Nazi-Deutschland. Die
Juden in Palästina leben so frei und selbst»
bewusst wie in keinem anderen Lande der
Welt, und sogar die Kritik, die sie an Regie-
rungamsssnahmen äussern, wäre völlig un¬
möglich in einem Lande mit Nazi-Regime. Ge¬
wiss gibt es in Palästina viel« Schwierigkeiten,
auch solche politischer und ökonomischer
Natur, auch ist die hier vor den Juden ste¬
hende Aufgabe höchst kompliziert und ohne
Präzedenzfall; auch werden manche Mass¬
nahmen der Mandatarmacbt von den Juden
angefochten, am schärfsten jetzt die Politik
des Weissbuches vom Mai 1930 und deren
Tochter, daa Bodengesetz; aber dennoch sol¬
len die Juden Uberall in der Welt wissen,
dass ea lohnt, für Palästina und für das Jü¬
dische Nationalheim zu arbeiten, weil hier
tatsächlich eine neue jüdische Lebensform im
Entstehen ist und die Höhe der inneren Ent¬
wicklung im wesentlichen von den Juden
selbst abhängt.
e
Solche rhetorische Übertreibungen kön¬
nen uns Juden mehr schaden als wir gerast
wissen. Denn schliesslich beobachtet uns
unsere Umwelt und bildet skh ein Urteil über
unser Verhalten in kleinen wie in grossen
Dingen. — sin Urteil, das oft erst viel später
su unserer Kenntnis gelangt. Die Einstellung