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Nr. 10
JÜDISCHE ZEITUNG
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Oesterreich anzusehen. Von 'dem Ausgang der
schicksalschweren Kampfe hängt es nun ab, ob
die russische Art die fremden Völker seines
Reiches zu behandeln, oder die milde gerechte
Art unseres Völkerstaates die Zukunft beherr¬
schen werden. Mit dem Siege über Rußland
iund seine Verbündeten Werden nicht nur die
von häßlichem Neide eingegebenen Pläne Eng¬
lands gegen das deutsche Reich zunichte, son¬
dern der Sieg über Rußland ist der Kernpunkt
all' jener segensreichen Bestrebungen, die aus
dem' Schrecken des Krieges für die ganze Welt
unid in erster Linie für uns Juden in hellere
Zeiten den Weg weisen.
JBöisilie Million in □eutsifiland.
Die Zahl der russischen Juden in Deutsch¬
land beträgt jetzt zirka 60.000 Seelen. Fast
alle leben in der größten Not. Um das Elend zu
lindern und gleichzeitig sie vor seiner Aus¬
weisung zu schützen, hat der „Hilfsverein der
deutschen Juden“ eine Konferenz einberufen, an
der sich auch ein Vertreter der Regierung^ be¬
teiligte. Es wurde beschlossen, die armen Flücht¬
linge, die in Deutschland bleiben mußten, zu
unterstützen und zu diesem Zweck werden über¬
all öffentliche Subskriptionsgelder gesammelt.
Außerdem ist von verschiedenen jüdischen
Korporationen so u. a. von der „Agudas Israel“,
Hilfsaktionen zugunsten der dem Elend preis-
gegebenen O s t j u d e n eingeleiiet worden.
Bekanntlich un'erhält auch die Zionisti¬
sche Vereinigung für Deutschland
eine Fürsorgeaktion für Flüchtlinge.
Nun haben die jüdischen Organisationen:
„Hilfsverein der deutschen Juden“, ..Großloge
für Deutschland B. B.“ und das „Hilfskomitee
für die notleidenden osteuropäischen Jud~n“ be¬
schlossen, zur Linderung der Not der jüdischen
Bevölkerung in Polen, Galizien und der
Türkei insbesondere in Palästina einen „Jü¬
dischen Hilfsfonds 1915“ zu schaffen.
1. Srfizhelausweis 5675.
• Innerösterreich: „Zenralvcrein“ 121.80
Frl. Orender („Moriah“) 12.—, Sigm. Thora 3.60,
Samuel Thorn 4.80, Diverse 4.80. Aus dem
Felde: Benno Kolnik, Dr. Gersuny, Leutnant
Anton Diamand 3.60. Zusammen K 153.40.
Galizien: Vbg. „Judea“ Lbg. 12.—, S. Schorr
(„Makkabea“ Lbg.) 12.—, Dr. Feldblum-Krakau
12.—, ' Dr. Kornhäuser, Jaslo 12.—, N. Tarta-
karer-Brody 12.—, K. Meiseis („Judea“ Lbg.)
12.—. Aus dem Felde: N. Bund (Vbg. „Emu¬
nah“ Lbg.) - 2.—. Zusammen K i74.—.
3. SMelausweis 5674.
Innerösterrech: Wien: „Moriah“ 30.—,
„HerzUKlub 6.—, Diverse 12.—, Linz: K. Scwa-
ger 2.40, Triest: „Circolo Sionistico“ 49.20. Zu¬
sammen K 99.60. Bereits ausgewiesen K 850.40.
Mähren — Schlesien: M. Ostrau K 228.—;
Ehvanowitz K 19.20; Jamnitz K 15.60; Bautsch
K 13.20; Freudenthal K 36.— ; Zlin K 7.20;
Gaya K 1.20; Holleschau K 80.40; Olmütz
K 152.40; Brünn K 46.80; Olmütz K 18.— ;
Trebitsch K 51.60; Bielitz K 60.—; M. Schön¬
berg K 12.—; Troppau K 135.60; Kojestein
K 21.60; Troppau K 33.60; Misslitz K 30.— ;
Friedek K 24.— ; Troppau K 12.— ; Gaya K 14.40;
Brünn K 78.— ; Frieaek K 14.40; Neutitschein
K 34.80; Austerlitz K 2.40; M. Weißkirchen
K 27.60; Jägerndort K 39.60. Zusammen K
1.209.60.
Böhmen: J. Dub, Leipa K 42.40 ; Bereits
ausgewiesen aus Westösterreich K 750.60; Ge¬
samtsumme K 2002.60. Galizisches Zentralbüro:
G. Merhand, Gliniany K 1.20.
Richtigstellung des 2. Ausweises.
„Bar Giora“ statt „Bad Giora“, Leon Jakob
statt Leon Sakach.
Personalnadiriditen.
Am 16. Feber verschied in Neutitschein Herr
Isidor L i n d n e r, Realitätenbesitzer und Leder-
händler. Wir verlieren an ihm einen treuen An¬
hänger unserer Bewegung, der er in Neutitschein
von allem Anfänge angehörte und die er in
'der schweren zu leistenden Arbeit aufs tat¬
kräftigste unterstützte.
. Samstag, den 27. Feber starb in Mieslitz
die Gattin unseres Gg. Dr. Bela Diamant,
Frau Ella Diamant, geb. Bergental in ihrem
:26. Lebensjahre. Mit dem Hinscheiden der so
: jungen Frau wurde ein Eheglück, das nur fünf
H Viertel Jahre gedauert rauh zerstört.
nos bv
Die Hauptniederlage der Kommandit¬
gesellschaft „KARMEL“ von Palästina¬
wein und Kog iak befindet sich derzeit
Wien, II. HaiJgasse 12, neben der
Taborstr. Bestellungen werden auch
telephonisch entgegengenommen.
Telephon 3517, Stelle 6.
Vereinsnadmditzn.
Voranzeige.
Zu Gunsten unseres Armen-Ambulatoriums
wird am Mittwoch, den 31. März d. J. im großen
Musikvereinssaale e'n Orchesterkonzert
unter gefälliger Mitwirkung der Kammersängerin
Gertrude Förstel-Links, der Frau Wera Schapira-
t Specht, des Professors Arnold Rose, sowie des
Tonkünstlerorchesters unter Leitung des Kapell¬
meisters Dr. Horovitz stattfinden.
Pessachfürsorge des Zionist. Frauenvereines zu¬
gunsten der Flüchtlinge aus Galizien und der
Bukowina.
Der zionistische Frauenverein, der sich bereits
rührig um die Beschaffung der Geldmittel für
den I. zionistischen Kinderhort bemüht hat, geht
nun daran, eine Aktion für Pessachfürsorge zu¬
gunsten der Flüchtlinge aus Galizien und der
Bukowina einzuleiten. Zu diesem Zweck findet
Samstag, den 20. März 1915 ein Fünfuhr-
Tee mit musikalischen und deklamatorischen
Vorträgen im Hotel Metropole (1. Franz Josefs¬
kai 33) statt. Entree inkl. Jause K 2.50.
Wien. Die Vereinssitzung des „Zionistischen
Zentralvereines in Wien“ mußte plötzlich ein¬
getretener Hindernisse wegen auf Mittwoch, den
17. d. M. verlegt werden. Herr Adolf Stand,
Präsident des Zionistischen Zentralkomitees für
Galizien, Mitglied des A.-C. wird über „Die
Juden und die Monarchie“ sprechen. Cafe Prückl
(I. Stubenring 24) 8 Uhr abends.
Wien. Die Sektion „Favoriten“ des Zionist.
Zentralvereines veranstaltet am 16. d. M., 8 Uhr
abends im Arbeiterheim (X. Laxenburgerstraße
8—10J eine Vereinssitzung verbunden mit Vor¬
tragsabend, bei dem Herr Obering. Rob. Stricker
und Dr. Wilhelm Stein sprechen werden.
Wien. Herzl-Klub. Am 2S. Feber fand die
zu Gunsten einer Pessach-Aktion veranstaltete
Pitiimteier statt. Der Massenbesuch beweist das
große Interesse des Publikums für jüdische Ver¬
anstaltungen, welches auch durch das erstklassige
Programm dieser Feier gerechtfertigt wurde. Die
von Herrn Professor Dr. Wilhelm Stein gehaltene
Festrede, die durch die bekannt geistreiche Ari¬
des Redners fesselte, versuchte Zusammenhänge
zwischen der geschichtlichen Veranlassung der
Feier und der Gegenwart zu finden. — Das Rein¬
erträgnis wurde zum Teile dem zionist. Frauen¬
vereine, der bekanntlich vor Pessach Kartoffel
an die Flüchtlinge zur Verteilung bringen will,
überwiesen, zum Teile dazu verwendet, einige
palästinensische Familien zu unterstützen. —
Allen Mitwirkenden, an der Spitze unserem Gg.
Regisseur Egon Brecher, sowie den Damen Starer
und Oehlenburg und den Herren Reisin, Beck,
Lubrany und Pasta sei an dieser Stelle für
ihre Mühe gedankt.
immmm
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alten Hagadah-ll ustra'ionen (dar. 5 Vo! bilder).
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wird allen, die sich über das u-arlte Fest und
das trotz seines Alters alt und jung immer wie¬
der anheimelnde Buch belehren wollen, will¬
kommen sein.“ (Neue Freie Presse).
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