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> Wersonatien. -f
Gimbsheim, 10. August. Von einem schmerzlichen
Gange habe ich Ihnen heute zu berichten. &r galt der Be¬
stattung einer gar selten frommen und braven Frau. Die
Gattin des Herrn David Kellcr wurde nach einem längeren,
schweren Leiden allzufrühe den Ihrigen durch den unerbitt¬
lichen Tod entrissen. Was diese Frau nicht nur ihrer Fa¬
milie, sondern allen, die ihr näher gestanden, war, das ver¬
mag nur der zu würdigen, der sie in ihrem Wirken gesehen
hat. Dieses Wirken aber, es ist nicht treffender zu schildern,
als es durch die wahrhaft erhebende und trostreiche Ansprache
des Herrn Rabbiner Dr. Stein, Worms geschehen. Mit
Recht hob der Redner hervor, daß die theure Verstorbene so
ganz und gar den Pflichten und Anforderungen entsprach,
die in jenem herrlichen Liede vom Biederweibe an ein solches
gestellt sind. Und ihr Beruf war ihr nicht leicht gemacht.
Mit jener hingebenden Liebe und Ausdauer, deren nur eine
Mutter ihrem Kinde gegenüber fähig ist, pflegte sie den seit
bereits 10 Jahren infolge eines unheilbaren Leidens ans
Bett gefesselten Sohn, der darum auch ihren Heimgang
ganz besonders schwer empfindet. Dabei war die Dahknge-
schiedene stets „guter Dinge", weil sie ein unbegrenztes Gott¬
vertrauen besaß. Auf ihr eigenes Unglück hinweisend, ver¬
stand sie es jederzeit, anderen in schweren Stunden Muth
zuzusprechen und Trost zu spenden. So sehr sie darum ob
ihres eigenen Mißgeschickes von jedermann aufs Tiefste be¬
dauert war, so sehr war sie ob ihres stets gewinnenden,
andere crfrellendcn und beglückenden Wesens geschätzt und
geliebt. iY'DiJjn. St.
St n j e l 0 c n. -mm
Für den folgenden TheÜ ist die Red actiov mcht verantwortlich
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Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2. Mainz.
Druck und Verlag der Joh. Wirt h'schen Hofbuchdruckerei-Actten-Gesellschast in Mainz.