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aus, daß ein dem kindlichen Geiste und der kindlichen
Fassungskraft so fernliegender Gegenstand, wie es
die hebräische Sprache ist, bei der bisherigen Unter¬
richtsweise weder einen Lerneifer beim Kinde, noch eine
Lehrfreudigkeit beim Lehrer zu erregen im Stande ist.
Der erste hebräische Leseunterricht erfordert als for¬
males Bildungsmittel, wie jeder andere Unterrichts¬
gegenstand, eine methodisch richtige Behandlung und
verlangt ein lückenloses, allmähliches Fortschreiten vom
Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zu¬
sammengesetzten. Die meisten der bis jetzt bekannt ge¬
wordenen Lesefibeln befolgen diesen wichtigen päda¬
gogischen Grundsatz aber nicht, indem ste dem Kinde
völlig inhaltslose Buchstabenverbindungen ohne Rück¬
sicht auf die Verbindungsfähigkeit derselben vorführen.
(Aehnlich äußert sich auch der Verfasser einer neueren
Fibel.) Auf diese Weise wird aber ein Interesse beim
Kinde nicht erweckt, und wo das Interesse fehlt, ist ein
gedeihlicher Unterricht ausgeschlossen. Es ist erforder¬
lich, mindestens für den Anfang, dem Kinde nur
deutsche, ihm verständliche Wörtchen und Sätzchen vor¬
zuführen, hieran Sprechübungen zu knüpfen, um dem
Schüler hierdurch das Verständniß des Gelesenen zu
vermitteln. — Wenn wir nun zwar auch einzelne
Fibeln haben, die dieser Forderung theilweise Rechnung
tragen, so hat man, abgesehen von verschiedenen klei¬
neren oder größeren Mängeln dieser Lehrmittel fol¬
gende zwei Hauptpunkte in Erwägung zu ziehen.
1 . Die Kürze der für den jüdischen Religions¬
unterricht zur Verfügung stehenden Zeit.
Bei Benützung der Fibeln mit ihren seitenlangen
Leseübungen verbraucht man für die Vorbereitnngs-
klasse allein mehr als die Hälfte der Religionsstunde.
Abgesehen davon, daß auf diese Weise die übrigen
Klassen im Unterricht verkürzt werden, leidet auch die
Disziplin der Schule, da der jüdische Religionsunter¬
richt eine schriftliche, geistanregende, stille Beschäftigung
nicht zuläßt.
2. Den Ausschluß der Gemeinsamkeit des Unter¬
richts. Beim Gebrauch der Fibeln kann der Lehrer
immer nur einen Schüler der Vorbereitungsklasse be¬
schäftigen; die übrigen Kinder können den Leseübungen
noch nicht selbständig folgen, schweifen ab, sind nicht
bei der Sache, und so geht ein beträchtlicher Zeittheil
für den Unterricht überhaupt verloren. — Diese bei der
Verwendung der Fibeln unvermeidlichen Mißstände
fallen bei Benützung des Apparates weg. Derselbe ist
sehr einfach konftruirt und ohne weitere Vorbereitung
zum Gebrauche stets fertig. Die in einem besonderen
Kasten geordneten Buchstaben und Vokale werden in
den Apparat eingesetzt, können leicht umgestellt oder
verschoben werden, so daß mit wenigen Handgriffen
durch Aneinanderreihung der Buchstaben die Wörter
und Sätzchen vor den Augen der Kinder entstehen.
Sind beispielsweise die Buchstaben j, > gelernt
und mit den Vokalen geübt, so bilden sich leicht die
Wörtchens u. - ; sind die anschließenden i, t, f,;
hinzugekommen, so erhält man die Wörtchen:
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Ebenso lassen sich dann ganze Sätzchen zusammenstellen.
Sind schließlich alle Buchstaben gelernt und an deut¬
schen Wörtern und Sätzen genügend geübt, so erfolgen
die eigentlichen hebräischen Leseübungen — Die vor¬
geführten Beispiele beweisen die Zweckmäßigkeit und
die Vorzüge des Apparats und zeigen, daß die Ein¬
führung desselben eine zeitgemäße, vereinfachte und ver¬
besserte Umgestaltung des hebräischen Leseunterrichts
berbeizuführen vermag.
In kurzen Sätzen zusammengefaßt, ergiebt der
Apparat folgende Vortheile: 1. Er erspart durch die
Gemeinsamkeit des Unterrichts viel Zeit und Mühe,
die anderweitig besser verwendet werden können.
2. Er ermöglicht durch die Größe und Deutlichkeit der
Buchstaben ein festes Einprägen derselben und bringt
Sicherheit im Lesen. 3. Er gestattet möglichst oftes
Borsühren der ähnlichen Buchstaben und schließt da¬
durch die so häufig vorkommenden Verwechslungen
ans. 5. Er erweckt durch die Zusammenfügung der
Buchstaben und die Entstehung der Wörtchen vor den
Augen der Kinder das Interesse und fördert hierdurch
die Lernbegierde und den Eifer der Schüler.
Beiden Referenten wurde für ihre gelungenen
Arbeiten und lehrreichen Ausführungen lebhafter Bei¬
fall gezollt, und die sich daran anschließenden Debatten
bewiesen das allgemeine Interesse. Herr Marx läßt
in selbstloser Weise den Reinertrag ans dem Verkaufe
seines Leseapparates der Bereinskasse zusließen.
Als nächstjähriger Versammlungsort wurde
Schweinfurt bestimmt.
Mnzergerr.
Für dru folgenden Theil iß die Acd actioa nicht verantwortlich.
Man bittet
8 ckaltckeil
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unt. B. H. 439 an Hassen
fieis» & Bögler A -G.,
Frankfurt a. M. s332b
20 Hananer-
Landstratze,
PeWüMlium
Frankfurt a.
Main.
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gründl. Wissenschaft!., u. gesellschaftl. Ausbild., sowie i Haush.,
Handarb. rc. Vorzügl. Empfehlungen. Näheres Prospect. [334b
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streng-religiös. Mädchen in
einem Hotel, Off. u. A. U.
Z. 8357 an die GeschäftSst.
dss. Blatte«.