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Kette 14.
ja such schon ihre Gunst erworben". So sprach
Samuel. Ich habe nun alle meine jüdischen
Kunden verloren. Und andere bekomme ich nicht.
Mn Wsigas wurde nachdenklich. „So sihr ich
den Vezier Haffe, „sprach er," in dieser Sache kann
ich ihm njcht unrecht geben. Es ist eine äußerst
kluge Politik, die er zu gunsten der Juden aus¬
übt."
„Er verdient den Namen Jude gar nicht, er
muß sterben," sagte der Schuster, „er ist ein Ju¬
den ftrnd".
Ein einfacher Jude in ärmlicher Kleidung
drängte sich vor und verschaffte sich nach vielen
vergebliche» Versuchen das Wort.
- „Sage, Schuster, gab Dir Samuel nicht ein
größeres f Geldgeschenk, so daß Du seit dieser
Zeit ohne Arbeit leben konntest, ja noch heute
davon lebest".
„Ich verlange kein Almosen, ich will von
meiner Hände Arbeit leben"
„Du nahmst es aber doch und lebst, so wie
ich Dich kenne, viel lieber ohne Arbeit". Nun
wandte sich der Mann an die Gesamtheit. „Es
ist mir unmöglich, es länger zu dulden, wie hier
einer der besten und bedeutendsten Männer, die
je gelebt, von seinen eigenen Volksgenossen ohne
jeden Grund verleumdet und beschimpft wird.
Me hatte ich. von Samuel auch pur üm eine
PerutaVorteiL, aber ich frclge^ Euch, Ihr Jiben,
wer wird die hunderte von armen Talmudjüngern
erhallen, wenn Samuel nicht mehr ist, wer wird
die vielen armen jüdischen Schriftsteller und
Wissenschaftler unterstützen, wenn Samuel es
nicht mehr kann und ist er nicht selbst ein großer
Talmudgelehrter, ist er nicht Euer Rabban, Euer
Fürst?" Wer ihm zu nahe tritt, deffen Blut
komme über sein Haupt".
Eine furchtbare Erlegung bemächtigte sich der
Menge.
„Spaltet chm den Schädel", schrieest die erreg¬
ten Leute, einige Berber, stürzten sich böretts auf
ihn. Wäre' er nicht schnell iich Freie entschlüpft,
die wilden Aeaüren hatten ihn erschlagen.
Nun richtete Isaak den Leon nochmals das
Wort an die Berber: f
Ihr maurischen Bundesgenossen, wir
t uden wünschen nichtz daß Blut vergossen werde.
»uchet die. Erbfolge auf trockenem Wege zu
ordnen". .
Die ganze Wildheit der Mauren, deren
Der Israelit. _ '
Kultur ja nur obenauf lag, kam nun zum Bor¬
schein.
„Wenn ihr uns nicht zustimmt in allen un¬
seren Beschlüssen," schrieen sie, „dann ist Euer
Leben ebenso verwirft, wie das von Badis und
des Juden Samuel. Ihr werdet noch früher
sterben als sie, denn ihr werdet diese Höhle nicht
lebend verlassen".
Die Juden überlegten. Da stürzte aus dem
.entlegensten Winkel der Höhle eine bisher völlig
unbeachtet gebliebene Frauengestalt. Eilig be¬
stieg sie den Hügel, so daß ihr scharlachroter
Mantel in den Lüften stlatterte: Die Stärke
ihres Zornes überwog die Anmut ihrer WeMich-
keit. „Muß ich als Frau Euch an einen tal-
mudischen Spruch erinnern?" Wißt Ihr nicht
daß es heißt: „Will Dich jemand erschlagen,
dann erschlage ihn zuerst". „Würde uns Samuel
oder Badis das Leben schenken, wenn wir be¬
siegt auS dem Kampfe hervorgingen? Wollt Ihr
einen Mann schonen, von dessen Weibe man sich
erzählt, daß sie sich viele Jahre im Harem des
Emirs von Bagdad befunden, deffen Gattin ge¬
worden sei und bis heute von chm den Scheioe-
brief nicht erhalten habe. Auch war sie lange
Zeit Sklavin und was das sagen will, braucht
nicht näher erörtert zu werden".
Nach dieser Rede gaben die Juden ch'e, Zu¬
stimmung zu dem Todesurteil über die beiden
Männer.
Da ertönten plötzlich langgezogene, durch«
dringende Klagetöne ganz nahe an der Höhle,
ein furchtbarer Knall ertönte durch die stille
Nacht, ein tausendfaches Echo in den Gründen
des Gebirges wachrufend. Bis zu Tode er¬
schrocken, stürzten die nächtlich Versammelten aus
der Höhie. Aber man konnte über den Ursprung
der Geräusche nichts entdecken. Der Tag graute
im Osten. Langsam und in gewaltiger Erreg-,
ung ging jeder einzeln seinem Hause zu.
„Wer war denn das wackere Mädchen, das
- di^ Juden zur Besinnung brachte," ftug auf dem
Wege ein vornehmer Berber seinen Genossen".
„Es war Jbn Migas' schönes Töchterlein, die
mutige Ehabbiba".
(Fortsetzung folgt.)'
'' U. Dezember UM 8 . Nr. 8 - 7 " ^
5 s«Me»aÄNchte«. '
fiebarten. Leo-old Schwab (Erlanger) hier, einen.
Sohn. — S. Grünfeld (Jameson), Kleinwallstadt, eine~
Tochter. — Paul Aron, Stuttgart, einen Sohn. .
Verlobte: Betti Kabn, Gustav Ansbach tx, Dort¬
mund-Frankfurt a. M. — Brünna Eschwege, MoseS Stern,
Thüngen'Tbalmäfftng. — Gertrud Pinzowe'r, Mar Her¬
mann, Zabrze-Prenzlau.
Vermlllilte: Zacharias Hackenbroch, Clementine geb.
Schwarzschild, Frankfurt a. M. — Hermann Rothschild,
Recha gev. Rosenberg, Frankfurt a. M.
Verstorbene: Israel Ros ent Haler, Frankfurt a.
M. — Friederike Löllbach, ged. Breslau, Frankfurt a. M.,
74 Jahre alt. ‘ - „
Barmlcwohfeier: Richard, Gohn des Bezirks-
robbinerS vr. Weingarten, EmS.
Sabbat-Anfang u. Ausgang.
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Kür de» Reklamentett ist die Redaktion nicht verant-
wortltchr insbesondere ist es ansfchltehlich Sache der
Leser, die tm Reklameteil enthaltene» «mpfehl»»Ueo
i ttneller Ware» oder sonstige «lugaben religionSgeset -
lichen «harakters ans ihre LnverlSsfigkett $» prüfe».
Wir halica'ö doch henlich wut gebracht,
daß man die Heilkraft berühmter Qaettttt tu
der Westentasche mitnehmen und narhWdarf
verwenden kan». Fays Sodener Mineral-
§ astillen find nämlich in' ihren wirksame»
estandteilen ein reines Gnellenprodnkt und
so erklärt fich's auch ohne weiteres, daß fie
bei allen Affektionen des Ha st», der Luitgen,
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tarrhen so ansoezeichnete Dienste tnn. La^s
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in allen Apotheken, Drogerien and Mineral-
wafjerhand ungen zu haben. Man hüte sich
aber vor Nachahmungin.
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für den Inseratenteil ist die Redaitioo ment voran tworuica.iuwasummre ist es aosscftliessucnsaclie der Leser, die l» Inseratenteil
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