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stündlich ihre Boten, um diese Armen mit süssen Worten zu überreden, Zuflucht
bei ihr zu nehmen, um alles mögliche Gute von ihr zu erhalten. Noch widerstehen
die Unglücklichen und sind taub für diese Sirenentöne. Aber dürfen wir es riskiren, sie noch
weiter in dieser Lage zu lassen? Es ist ohne Zweifel die Pflicht eines jeden Israeliten, diese Armen
zu unterstützen.
Darum bitten und flehen wir alle edlen Glaubensgenossen an, bald, recht bald Spenden zu
sammeln und hierher zu senden. Besonders bitten wir Herrn Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim,
der schon so viel für diese armen Glaubensgenossen gethan, auch weiter es möglich zu machen
suchen, dass in dem Bau der Häuser für die Flüchtlinge fortgefahren werden kann. Die Namen
der edlen Spender, wie deren Gaben, werden wie bisher in den „Spenden-Verzeichnissen“ desselben
veröffentlicht werden.
--Sk-ech.-
Schreiben von dem Vorstände des Vereins "BTnn 7NW,,.
Jerusalem, 12. Marcheschwan 5645.
Geehrter Herr Rabbiner!
Wir beehren uns, Ihnen den Empfang der uns übersendeten 300 Mark für die arabisch¬
jüdischen Flüchtlinge zu bestätigen; wir werden diese Summe gewiss auf das Beste verwenden.
Ihr Name soll auf einem Steine an einem der zu errichtenden Häuser eingegraben werden.
Aus der "nb2Cn„ werden Sie ersehen, dass der Grundstein bereits gelegt und mit dem
Bauen begonnen ist; in einem Monate hoffen wir fertig zu sein, und die unglücklichen Familien
können dann endlich ein sicheres Obdach Anden.
Wir bitten Euer Ehrwürden dringend, uns in der weiteren Erreichung unseres Zieles helfend
zur Seite zu stehen, denn unser Verein ist jetzt von Mitteln ganz entblösst, und doch pocht die
Noth täglich und stündlich an unseren Pforten. Was sollen wir thun, um die Armen und Nieder¬
gedrückten, sowie die von der Missions-Gesellschaft und deren Colonie „Artaf“ Entronnenen, die
fortwährend uns um Hilfe anflehen, zu unterstützen?
O, geehrter Herr! eilen Sie uns zu Hilfe; schicken Sie uns das etwa für uns vorräthige
Geld, denn die Noth ist gross. Senden Sie uns gütigst alle vierzehn Tage., oder doch jeden Monat
das, was Sie unterdessen gesammelt haben, damit wir immer etwas vorräthig haben, um die grösste
Noth zu lindern. Möge der Allgütige Sie belohnen und Ihnen die Erfüllung- Ihrer Herzenswünsche
gewähren!
(Folgen die Unterscüritten.)
Ich habe dem Verein seitdem wiederum 700 Mark zugehen lassen; was aber bedeutet diese
geringfügige Summe in Anbetracht der zahlreichen Nothrufe, die von allen Seiten an denselben,
ergehen! Die überaus segensreiche, alle Schichten von Nothleidenden in der jüdischen Bevölkerung
Jerusalems umfassende Wirksamkeit des Vereins ist aus den monatlich erscheinenden Rechen¬
schaftsberichten in herzerhebender Weise zu ersehen; möchten darum die Gaben für denselben
reichlichst fliessen.
Dürkheim, ' ; Dr. A. Sälvendi.
Druck von Davtt LsuiL 83*191* Mardetma