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Wegs fördernde Wiedergabe talmudischer term. teclm.
sowie vieler' häufig in bestimmtem Sinn und Zusam¬
menhang wiederkehrender Partikeln u. dgl., deren sach¬
gemäße Uebersetzung für die richtige Auffassung und
Würdigung ganzer Abhandlungen nothwendig ist und
deren ungeeignete Uebersetzung den Leser zu einem voll¬
kommen schiefen, wenn nicht verächtlichen Urtheil über
die Verhandlungen der Talmudisten führen mutz.
Es seien aus einer ungeheuren Anzahl ähnlicher
Belege für alle vorstehenden Behauptungen einzelne
aufs Geradewohl herausgegriffen und im Folgenden
zusammengestellt. S. 615 übersetzt der Verfasser
D'fly »Min by 2'*n „man ist strafbar wegen
(des Rasirens) des Haupthaares
zweimal; er weitz also nicht, daß das Rund-
abschneiden! des Haupthaares mit jedem Instru¬
ment verboten und nur das Abnehmen des Barthaares
auf andere Art als durch Rasiren (nnrnpn *pi) erlaubt
ist. ^ Wenn bei dem Abschätzen auszulösender geheilig¬
ter lThiere von n2iz?ni nivpn die Rede ist, so spricht er
(S^ 640) von „Stehen und Geschätztwerden/
während er genauer sagen sollte: sie müssen (sc. bot den
Priester) hingestellt und geschätzt werden. (Um
nicht mißverstanden zu werden und dadurch einen Ein¬
wand zu provoziren, wie ihn Herr Goldschmidt unge¬
rechtfertigter Weise Herrn Dr. Hoffmann macht, unter¬
lasse - ick> nicht, hinzuzufügen, daß ich nicht etwa
meine, er hätte die Bemerkung „vor den Priester" in die
Uebersetzung auf nehmen müssen; vielmehr
hätte, sie- . höchstens e i n mal, in den Fußnoten Platz
finden können.) — Die Uebersetzung „Speisedankopfer"
für min (S. 652) ist, obwohl an der betr. Stelle nur
von den Broten des Dankopfers die Rede ist. doch
keineswegs richtig. Ein wesentlich gröberer Schnitzer ist
es, wenn (S. 653) rviDJJ ~\rbvb sov tempi ijn übersetzt
ist: „sie sofort nach Schluß des Feiertags been¬
den" anstatt: „sofort bei Beginn des Feier¬
tags". — S. 835 sind die Worte 'Z)"vi rrninv in der
Uebersetzung des Fragesatzes, zu dem sie gehören, nicht
enthalten, deßhalb im Gegensatz zum Text nur ein¬
mal übersetzt und so die ganze Satzkonstruktion ent¬
stellt. , Ganz ähnlich ist in Folge mißverstandenen
Satzbaues auf S. 1006 die Stelle yi Miorn yrnroi
*1M» falsch übersetzt: „Und in unserer Mischnah ist
dies ebenfalls eine Erschwerung, weil es beim Li-
bationswein strenger ist," während yn'JW abgekürz¬
ter Fraaefatz und '3K» i«i rrivin die Antwort ist.
Die Folge des Mißverständnisses ist auch die unbegrün¬
dete. Doppelübersetzung des Wortes morn „Er-
Hwerung" und „strenger".. S. 936 *111»'- heißt nicht:
„zutrocknen," sondern: „zu harten, zu.festigen."
*.. r Mgenau und.unverständlich sind, wie oben be¬
merkt. Ngmenilj^.viehe häufig wsederkehre'nde. siebende
Formelmwiehergegeben, unt>.der Leser.kann sich hei der
Uebersetzung nichts, jedenfalls aber nicht das Nichtige
oc.wiv. oo z. B. ist .izD VUW am Schluß, wo nach
einem ersten fu'ö yo» das aus dem Vorhergehenden
zu Schließende angegeben ist. und zum Schluß der Be¬
weis als erbracht anerkannt werden soll, übersetzt:
„Schließe hieraus" (S. 813 u. öfter), (S. 815)
„allerdings" (an anderen Stellen richtig übersetzt), Msu,
wo es die Wiederholung eines vorher erwähnten Aus¬
spruches einleitet (S. 818 u. ö.) „der Text", 'Tas (S.
819 und ö.) „merke", *]tk X'M (S. 818) „ein an¬
deres lehrt," ü!?iyV (S. 842 u. ö.) „thatsächlich," wo
es einräumend eine vorher abgewiesene Erklärung als
„immerhin" möglich bezeichnen soll, yo»o Mp „so
lehrt er uns", nVm, wenn es nach Ablehnung vorher
gegebener Antworten die ganze Auseinandersetzung
umstößt und auf die ursprüngliche Frage eine neue,
endgültige Antwort einführt, „vielmehr" (einmal
Hobe ich S. 648, Anm. 97 in den Fußnoten einen be¬
züglichen Hinweis gefunden). xr»n nn „ist es denn
gleich."
Die oft gesuchte Wörtlichkeit fuhrt den Ueberfeher
zu Geschmacklosigkeiten und zu Ausdrücken, die dem
Leser absolut unverständlich bleiben müssen. S. 816
niwcb no TM „in der Lehre gibt es keine Folge";
S. 817 M.ip*cs MroVn „festgesetzte Lehren"; S. 819.
820 rten yoir nn2 „der Segen: der das Gebet
erhört"; S. 8212TO ripv „die Schreibweise ist: ein
Gehörnter"; S. 833 craVcn hy V^i^roan darf über
Könige brennen"; S. 844 di»öi iVm» Di&yo rma
Mi*7» „hierbei wurde das Verleihen und das Ver-
miethen berücksichtigt"; ibid. ny» 2 i „Bestialität":
S. 849 vnoro p**i *»n 21 „R. Afchi subtilisirte
unsere Mischnah;" S. 640n*2N pl2 *»ip „Heiligthümer
des Tempelreparaturfonds; S. 641 msi insV nro
m*n ivM „man berücksichtige (anstatt: man ver¬
biete) den Fall nach Erlangung der Sühne wegen des
Falles vor Erlangung der Sühne"; S. 652 M2*m »d
rr*o» *vv Mlii2'lvn „gibt's denn beim Himmel eine
Bevorzugung"; S. 648 ^2 iv'M n*^ „er hält
nichts von der Universalität des Verbots"; ibid. yyo
D’iiDxn d*121 dv D'iroon 0*121 „er universalisirt er¬
laubte Dinge mit verbotenen"; S. 896 C' 2 vJ? rmy
„ausgeherzte Felle"; S. 965 und ö. itziy „ungeweiht"
(wozu allerdings an mehreren Stellen die Erklärung
hinzugefügt ist, daß es sich um Früchte der ersten drei
Jahre des Baumes handelt). So ließen sich die Bei¬
spiele für Wort- und Satzübersetzungen, die demjenigen
Leser, welcher nicht den Text ohne die Uebersetzung
versteht, absolut nichts sagen, vervielfachen. Einige
der interessantesten Belegstellen für die Unbrauchbarkeit
der übertrieben wörtlichen Uebersetzungen seien nur
noch hier zitirt. im übrigen aber darf ich wohl schon mit
den angeführten Beispielen den Beweis für meine Be¬
hauptung als.erbracht ansehen. S. 841 »jsäm
vipso N*> *zrHi 'L^M. . „Verboten ist uns wobl
das „vor", nicht aber das „vvr vor". ' S. 897 lst die