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62. Jahrgsns»
Sranhfurt s N-. ZM
S. Januar 1881
26.' Tebes868ck
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ASonnewettt pro Bierteljavr r Deutschlandbei den Postämtern I
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«ummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie Leim Verlag. 18
Der Israelit erscheint jeden Donnerstag
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Der nadfiömtfe Ser flrfl&el unö eorrefponöen^en öes «Israelit“ fß nur unter
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HW Pentateuch. 6. Auflage
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lelbe besagte, ist wegen ungeutlicker Fassung mlß-
verstanöen morgen.
Verlag des „Israelit", G. m. d. H„ Irantfurt a. M.
Itthisrtsirr-evkrchr.
l. Leitartikel.' A. Mlmnyeiiner: ZrutfchlanSs:
Ausschluß vom Wlkrrvllttd. — 2. Kleines Fe uilleton-
Pantheon und Ghelts. - (Hebräische Urkundenfunde aus
alter Zeit.) — (Entwicklung des orthodoxen Pressewesens.)
— (Eine weltgeschichtliche Ironie.) - (Die „Heimkehrer'
und die Juden Chinas.) — 3. W 0 cheu runds ch a u
(§110103)! — Die polnische Rechtfertigung. — 4. Aufsätze
Zum IahrMstage gh K. Kirschs V'üt. — Die Gnt-
wicklurrg der Wür;iuirgrr Gemelndepotttik. — 5. Ko r r e-
spondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M.,
(Bethmann-Hollweg). — Frankfurt a. M., (Das neue
Lehrerbesoldungsgesetz). - Berlin. - Berlin, (Die Rück¬
kehr der Deutschen nach Palästina). - Breslau, (Der
Kampf um die jüdische Schule). - Danzig, (Naturalisation
der Juden in Danzig). - Zürich,.(Aguda und zionistische
Organisation).' — Wien, (Der Religionsiehrer-Streik). —
Bratislava, (StaatlicheZuschüsse zur Nabbinerbesoldung).—
Warschau, (Der Vertreter des neuen anierikanischen Präsi¬
denten und die jüdische Einwanderung nach Amerika). —
London, (Das Londoner Masien-Mecting der Agudas
Jisroel). — Paris, (Fremdenhetze in Frankreich). —
London, (Die Grenzen Palästinas). — 6. P e r s 0 n a l i e lt.
— 7. Vermischtes. - 8. Sprechsaal. — 9
Frankfurter Berichte. — Bereinskalender. — FaMilien-
1 rachrichten. - Gebetzelten. — lO.FeuttletonBeilage-'
£iu MauifchLr Sabbat. - Dir Kuckuksichr. - 11.
kinderecke: Heinrich Einstädter: Gin braver Junge.
- Auflösung des Rätsels in Nr. 51.
SevWlands Ausschluß vom
Bon A. Mannheimer in Detteibach.
ckuc der Sraalentagnng irr Gelt,' hat man
Deutschland dom Völkerbund ausgeschlossen. Wir
)i '-if i« j. ichou im voraus, das: tu Genf nicht
Vn Geisi Jesajas' zum Durchbruch t'ouuneu wird.
Ueberail schwelen uoci) die gelben Dü stt dt
Neides, der Rack sucht. züngeln die FliM'Ncn
des Haffes, der Tilde, und im .'oimi q 10
erscheint blntigrol Ni-5 Gespenst des B l Nl
ums zum Schrecken der .tkniturmenschhc. t," ^
solchen Auspizien, in solchem Zeitmilieu erblickte
der Bölierbuno das Licht der Welt. Matt kamt
sich denken, das; da nicht alles am Schnürchen
des klaren Rechtes und der unanfechtbareu Ge¬
rechtigkeit gehr. Welche Gründe sind für den
Ausschluß Deutschlands maßgebend gewesen?
Es fou gestraft werden, weit es allein den
schrecklichsten aller Kriege entfesseln', es ist mithin
nicht würdig, im Rate der Völker mitzutnn.
Allerdings müßte dies erst klipp und «klar bewiesen
werden. 'Der englische Premierminister ist durch-,
ans nicht der Ansicht Poincares, welcher Dentsch--
land die ?ll lein schuld beimistt. Unbewiesene Be¬
hauptungen, Vorurteile und Scheingründp gehen
gegen jedes Rechtsempfinden und schaffen eilte
Atmosphäre oes Hasses und oer Verbitterung.
Dns Gefühl erlittenen Unrechts unb kränkender
Zurücksetzung wandelt sich nicht so rasch. Auch
Gefühle sind ein Machtsaktor int Völkcrleben.
Uns Juden ist das Rechtsempftnden gleich¬
sam angeboren. Das uns zu allen (stiten und
in allen Formen, in jedem Volke und in jedem
Staate zugefügte Unrecht schärfte das Gefühl
für Recht und Gerechtigkeit wie vielleicht hei
keiner .sonstigen Nation. „Kränket nicht den
Fremdling: denn Fremdlinge wäret ihr selbst
int Lande Aegypten. Ihr kennet den Gemüts¬
zustand des Fremdlings." So lehrt es uns
schon die alte, heilige Thora, das Gesetz des
allgnädiaeu Gottes,' der in seiner Liebe alle
Erdcnkinder umschließt. Im Geltungsbereich des
jüdischen Gesetzes konnte es feine ,,modernen"
Fremdengesetze geben, nicht kalte Prozentnormen,
nicht unbarmherzige Ausweisungsbefehle. Der
Jude mit seinem echt demokratischen Thoragesetze
lehnt sich gegen Vergewaltigung ntit der ganzen
Glut seiner Seele ans, mir einer Leidenschaf!,
die Geld ittto Gut himanjetzt, wenn es sich um
Reckt und Freiheit handelt. Bei Vorurteilslosen
bricht sich mehr und mehr die Erkenntnis Bahn,
daß man politische Stürmer denn doch nicht als
Lrme ehrloser Gesinnung betrachten darf, um
günstigsten Falles als Ideologen.
Wir sprechen Den Den-schnationalen,
Denlichvblrischen. vulgo Antisemiten das Recht
ab, sich über den Ausschluß Deutschlands vom
Völkerbund sonderlich anfzuregen. Die tzi'ip
i.iuiiintüt gehört seit jeher zu ihrem innersten
Weieit. Während vier Jahrzehnten stichle man
die Juden von allen össentlichen ?! enttarn ferne
zu hatten. Man hat und harre die Stirne, in
Parlamenten öffentlich, zu sagen, die Juden sind
unwürdig znm Berufe des Richters, nnnmroig
zum .Offiziersparent. Undenkbar war es, daß
ein Jude Minister wurde, undenkbar, daß ihm
ein Gesandtschastsposten übertragen tverden
könnte. Gegen jüdische Professoren ließen ::echi
deutsche" Studenten alle bösen Geister los, die
dieser „Elite der Nation" zur Verfügung stan¬
den. Während 1848 Studenten unter dem
Schwarz-RottGvld in ah re Ideale der Mensch¬
heit verteidigten, echte Freiheit und Gleichheit
fü r a l l e 0 h u e U u t c r s ch i e d d e s G l a u --
bens ans ihre Fährte geschrieben hatten und
dafür neben Arbeitern ans Barrikaden kämpften,
sind-jetzt die Eorps „jüdenrein", man bedroht
einett Geheimrat Pros. Tr. Einstein mit Ein-
schneiden der Kehle und schlägt einen Dr.
Magnus Hirschfeld halbtol. Und das alles zur
Förderung „echt dentschuationalen Wesens und
echt christlicher Sitte und Gesinnung". („0,
alte Bnrschenherrlickkeil !") 'Alle Leistungen von
Inden auf dem Gebiete der Kultur zum Wohle
des Vaterlandes, zum Ruhme und Glücke Deutsch¬
lands, der .Heldentod Tausender, die freiwillig
ihr Blnt^ verspritzten zur Rettung des Vater¬
landes. die httudertmalige Widerlegung alberner
Angriffe, und schmachvoller Berleuindungen gegen
unsere Religion, unsere Menschenehre imd skaals-
bnracrlichen Rechte, sie vermochten nicht, eine
mächtige Welle des wüstesten Judenhasses hint-
anznhalten, die von neuem unser schwer ge-
prüsles Valerland verderbenstifteno überflutet.
Chauvinismus^ zeigt sich in allen Landen; er ist
das Zerrbild, eine Fratze der edlen, berechtig-
ten Vaterlandsliebe. Ob polnische Studenten
vor das Rathaus in Hosen ziehen und rufen: