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verpflichtet, die fragen vorher mit markanten
N"11N -Größen zu besprechen.
Es folgten dann noch Beschlußfassungen
über die Esranadel, die Führerschaftsblätter usw.
Vor der endgültigen Schlußsitzung des Bun¬
destages hielt Salomon Adler (Frankfurt a. M.)
ein Referat über „Unsere Stellung zur Profan-
Lektüre", an das sich wegen der schon vorge¬
rückten. Zeit nur eine kurze Diskussion anschloß.
So trennten wir uns denn am Tonnerstag
nachmittag, da die meisten von uns noch vor
mw zu Hause sein wollten. Tie Tagung war,
das darf ohne Ueberhebung ausgesprochen wer¬
den, ein gewaltiger Fortschritt gegenüber der
Tagung in Fürth. Führer und Bundesleitung
einigte das Band des Vertrauens zueinander,
das Wand, das uns den Wieg zeigt über das
Ich und das Tu zum Wir, zum Bund, zur
Gemeinschaft, die sich bewußt ist, welche Verant¬
wortung sie zu tragen hat gegenüber der Allge¬
meinheit.
Haben wir bis zum nächsten Bundestag
durch unsere Arbeit gezeigt, daß das Vertrauen,
das wir uns gegenseitig entgegenbrüifglen, uns
auch von außen her erwiesen wird, dann haben
wir viel erreicht.
Harry Abt, Frankfurt a. M.
Agudas Wrves-MO'eder und
Leitung.
Ter Gruppenverband der Agudas Jisroel für
Deutschland lädt zu einem Delegiertentag der deutschen
Agudoh ans den 22. August nach Frankfurt a. M.
ein. Wollen wir uns vergegenwärtigen, wer die
Leute sind, die der Aufforderung Folge leisten und
nach Frankfurt kommen werden, so ist es erforder¬
lich, sich die Verschiedenartigkeit der Anhänger, oder
besser gesagt, der Mitglieder der Agudas Jisroel.
vor Augen zu führen, sie in verschiedene Kategorien
einzuteilen.
Wie in allen jüdischen und auch nickstj irdischen
Organisationen, so sind auch die Mitglieder der
Agudas Jisroel in drei verschiedene Gruppen zu
trennen: 1. in tätige Mitarbeiter, 2. in Kritiker und
3. in Menschen, die der Sache selbst ganz sympathisch
gegenüberstohn, aber sich zu tatkräftiger Mitarbeit
nicht aufrassen können.
In Anbetracht dessen, daß diese dritte Gruppe
einen an Zahl nicht unwesentlichen Reftandteil der
Agudas Jisroel ausmacht, möchte ich in erster
Reihe diese einer näheren Betrachtung unterziehen.
Schauen wir hinüber zu anderen jüdischen Or¬
ganisationen, die nicht auf unserem Standpunkte
stehen, sagen wir einmal z. B. zu der Zionistischen
Organisation — man darf ja auch von: Gegner dessen
gute Seiten lernen — so finden wir dort zweifellos
auch Menschen, die ihr Interesse an der Idee des
Zionismus durch mehr oder minder regelmäßige Ent¬
richtung ihres bei Eintritt in die Vereinigung sest-
gelegten oder gegebenenfalls auch zwischenzeitlich er¬
höhten Beitrages bezeugen. Im großen und ganzen
aber bestehen die Mitglieder aus in materieller und
ideeller Hinsicht opferfreudigen Menschen, die sich
jederzeit gerne in den Dienst ihrer Sache stellen.
Nicht so bei uns. Wohl könnte an sich die Aus¬
nützung der freien Zeit für nnrn “itob a>s enf=
schuldbarer Grund für Nichtbetätigung in bbs - An¬
gelegenheiten angesehen werden. In unserer Zeit
aber, da das Judentum die fürchterlichsten Gefahren
durchlebt, da die Wolken am jüdischen Horizont sich
von Tag zu Tag mehr verfinstern, ist es die Pflicht
eines jeden Einzelnen, mitzuhelfen an der Beseiti¬
gung der drohenden Katastrophen. Jeder Einzelne
muß wissen, daß nwvb ry gekommen ist, da tzer als
Glied der jüdischen Gesamtheit all das Schwere,
all' den Jammer und all das Elend, das über uns
hereingebrochen ist, mitverschuldet hat. Er muß
erkennen, daß das Judentum seiner bedarf, daß auf
jeden Einzelnen es ankommt, soll eine Rettung aus
dieser trostlosen Lage erstehen.
Agudas Jisroel hat sich als Ziel die Lösung der
jeweiligen Gegenwartaufgaben im Geiste der Tanroh
gestellt. Welch' eine Fülle von Aufgaben, welch'
ein Komplex von Problemen schließt in unseren
Tagen dieser Satz in sich! Soll etwa ein kleiner
Teil unseres Volkes allein diese ungeheuren Aufgaben
erfüllen können? Nein, unmöglich, das wäre zu viel
verlangt. Kaum war Agudas Jisroel gegründet,
da brach der lähmende Weltkrieg aus, ehe es möglich
war, Agudas Jisroel vollkommen zu organisieren.
Heute muß daher Agudas Jisroel das Nötige tun,
daß überallhin ihre Stimme ertöne, daß es kein
Land mehr gebe, das ohne tatkräftige Landesorgank-
sation der Agudas Jisroel sei. Zu gleicher Zeit
aber muß die noch in den Kinderschuhen stehende
Bewegung Probleme ungeheurer Bedeutung lösen, sie
muß sich der armeu, kleinen verwaisten Kruder im
Osten annehmen, damit sie nicht durch .Mangel an
körperlicher und geistiger Nahrung zu Gründe gehen;
kstise"
Nr 33. Seite 3.
sie hat gleichzeitig die Pflicht, für die Reinerhaltung
des geheiligten Landes zu sorgen und sie muß,
last not least — jede Landesorgnaisation für sich —
sich der Jugend des eigenen Landes annehmen, die
jeweiligen Nöte und Gefahren des eigenen Landes
zu beseitigen suche:: usw.
Wer wollte, wer könnte da zurückstehen? Käme
es nicht einer Fahnenflucht gleich, wollte da einer
angesichts dieser Fülle von Ausgaben, dieser schrveren
fürchterlichen Situation weiter in Lethargie ver¬
harren? Ihr Agudisten, die Ihr bis jetzt tatenlos all
dem schrecklichen Geschehen gegenübergeftanden habt,
wachet auf, stellet Euch Eurer Landesorzanisntiou.
stellet Euch der Gruppe Eures Ortes zur Verfügung.
Jeder muß und kann sich betätigen, jeder kann und
muß sich sein Betätigungsfeld selbst erwählen. Für
jeden, wie er auch befähigt sein mag, gibt es Arbeit.
Zinn kommt und helfet uns !
Die Tätigkeit einer Grllppe erstreckt sich nach
Jnllen und nach Außeil. Ueber den Innendienst
mag ein weiterer Aufsatz Aufschlüsse und Anregungen
geben. Der Außendienst besteht darin, im Orte selbst.
Menschen, die Agudas Jisroel fernstehen. um ihre
Fahne zu scharen, sie von der Richtigkeit ihres Seins
und ihrer Bestrebungen zu überzeugen,^auverhalb des
eigenen Ortes in den umliegenden Städten und
Dörfern Gruppen zu gründen und, was unbedingt
erforderlich ist, für deren Erhaltung zu sorgen. In
erster Linie kommen hierfür Studenten in Betracht.
Begreifet endlich, ihr jungen Akademiker, daß Ihr
durch Eure geistige Befähigung nicht nur dazu be¬
rufen seid, das von Euch erwählte Fach zu erlernen
und später auszusühren, daß vielmehr kn erster
Linie Euer Beruf der Gottesberuf ist, daß Ihr
dazu berufen seid, für Gott zu kämpfen, seine Lehre
in seinem Volke zu verbreiten. Raffet Euch auf,
Ihr werdet in dieser Eurer Betätigung Befriedigung
finden. Ben Hadaur.
AgudoMarken und Telegramm-
Formulare ln Frankfurt a. M.
find erhältlich bei den Firvien:
1. K. Weramarm, Allerheiligenstraße 45,
2. A. I. Kofmann, Allerhetligenstraße 87,
3. W. Kachelsohn, Zeit 2,
4. Sänger & Kriedöerg, Allerheiligenstr. 81
und in unserem Bureau: Hanauer Landftr. 17.
klguggL-ZiLroel-ZuaenSgruppe, Frankfurt a- JTi
Nähere Auskünfte enetlt:
Irih Straus, Sandweg 5. Telefon H. 1987.
Aus Der Vewegung.
Wien, 3. August. Am 10. Ellul (13. Sep¬
tember) findet im Sitzungssaal der Aguda Wien
eine Konferenz bedeutender Großkaufleute aus
dem Westen und Osten statt, auf welcher zur
definitiven Gründung einer bereits jetzt mit
großem Kapital ausgestatteten Handels- und Er¬
werbsgesellschaft in Palästina geschritten rver-
den soll. Großkaufleute oder Industrielle,
welche sich an dem Unternehmen beteiligen wollen,
werden gebeten, sich rechtzeitig bei dem Büro des
geschäftsführenden Ausschusses des Zentralrates
der Agudas Jisroel in Wien, Malzgass' 12a an¬
zumelden.
Berlin, 12. Juli. Im letzten Jahre erstreckte
sich die Tätigkeit der hiesigen Jngendgruppe haupt¬
sächlich auf die Belehrung ihrer Mitglieder. Um in
möglichst allen Stadtteilen Gelegenheit zrrm Lernen
zu schaffen, wurde die Gruppe, deren Verwaltung
sonst einheitlich ist, in verschiedene Bezirke eingeteilt.
Die Lehrpläne enthielten stets Thnach- Mischnab-
Gemoro- und Dinimschinrim. Dem Zwecks der
Jugend auch Kenntnis und Verständnis der jüdischer:
Gegenwartsausgaben zu vermitteln dienten eine
Reihe von Borträgen: Einiges zu meinem Buche
„zur jüdischen Moral" (Rabb. Tr. Liebermann).
Agudohbewegung (Rabb. Dr. Munk); Preßburger
Tagung (Herr Jacob Rosenheim, gemeinsam m:'t
Ortsgr.); Die Lage in Palästina (Dr. Moses Auer¬
bach); Areiwus-Gedanken (Herr Falk Schlesinger);
Ern zeitgenössischer Jude über „Erlerntes, ErrebieS
und Erkanntes" (Rabb. Tr. Singermann). Vor
kurzem hielt auch Herr Dr. Nathan Birnbaum
einen Zyklus von 4 Vortrügen über: Tie national-
jüdische Bewegung; Das nationalkulturelle Problem;
Das religiöse Problem; Das sittliche Problem. Die
Mitglieder der Jugendgruppe beteiligten sich auch
an den von der Ortsgruppe veranstalteten Vorträgen:
Jüdische Zukunft (Rabb. Dr. Klein-Nürnberg);
Neiseeindrüäe aus Litauen (Dr. M. Hildesheimer);
Jüdische Sexualethik (Rabb. Tr. Münz). Nur auch
die Mitglieder persönlich einander näher zu brin¬
gen veranstaltete die Mädchengruppe außer einern
Schwuaus-Nachrnrttagskaffee, bei den: Frau H. Barth
über das Buch Ruth sprach, im Winter einige ge¬
sellige Zusammenkünfte im Vereinsheiin. Von son¬
stigen geselligen Veranstaltungen seien noch die Aus¬
flüge in die Umgegend Berlins genannt und das
wohlgelungene Chanukahsest. An der Entfaltung
: einer weiteren Tätigkeit und Schaffung eines Mit-
telpunktes für die hiesige Agudohjugend hinderten
! uns bisher die ungünstigsten Wohnungsverhältnisse
! die uns nicht gestatteten ein eigenes, allen zugäng-
! liches Vereinsheim zu errichten. Die ordentliche
Generalversammlung am Ende des Geschäftsjahres
und vor dem Delegiertentag eine a. o. Generalver¬
sammlung befaßten sich im wesentlichen mir tech¬
nischen Fragen. Von sozialen Arbeiten der Jugend-
grtrppe sei die Beteiligung an dem für Durchwanderer
eingerichteten Bahnhofsdienst und die Verschickung
erholungsbedürftiger Kinder nach der Schweiz im
Vorjahre • erwähnt.
New Aork. Tie erste Jugendgruppe der Agudas
Jisroel wurde am 12. Juli durch unsere Delegation ge¬
gründet. Bei der großen Begeisterung, Weiche die
zahlreichen Mitglieder erfüllte, ist zu hoffen, daß die
bei der Gründungs-Versammlung ausgesprochene Ab¬
sicht das ganze Land mit einem Netz vor: Jugendgrup-
pen zu durchziehen, bald ihrer Verwirklichung entge¬
gengehen wird.
Spendelisten:
Für Ukrainische Waisenkinder:
I.
A l t e r s l o t h e i m; Willi Fraankenthal 60.
Alt-Kolziglow i. P o m m e r n: Bernh. Löff¬
ler 30.
Altona: Herbert Marmorek 30.
Annab erg i. Erzgeb.: Adolf Richter 100.
Afchbach: Sammlung der israel. Gemeinde Jacob
Wvrtsmann 100, Julius Lehmann 1-10, Leo¬
pold Oppenheimer 20, Meier Bayer 20, Jacob
Seemann jr. 20, Gustav Seemann 20, Leo¬
pold Bayer 20, Joseph Seemann 20, aus der
Zdokokasse 20, Jacob Seemann III 10, Moritz
Bayer 15, Max Kohn 5, Moritz Lehmann
50, derselbe Synag.--Spende 25, Kurt Leh¬
mann 5, Moses Fleischmann 30, Lac. Suß-
mann 20, Adolf Süß 25, Abraham Seemann
10, Isaak Oppenheimer 50, Hpt. Wechsler 20
derselbe SYnag.-Spende 10, Jul. Lehmann 10.
Bamberg: Isidor Gerst für Ungenannt 50.
Barmen: S. Thal 10.
Berlichingen: Jsr. Gemeinde 758.
Berlin: I. Panke 20, Georg Hermann 50, Samm¬
lung d. Fä. Gebr. D. u. M. Lange 120,
Frl. Benzian 10, Hugo Pollack 400, Benno
Groß 100, Jsr. Shnagogen-Gemeinde, Adaß
Jisroel 1620, Ch. Glatt 30, Dr. % Löwen¬
berg für die Knabenschule der jüd. Gemeinde
386, S. u. S. Braun 500, Sally Fraenkel
500, Julius Jcidcl 5(10, Wilhelm Groß 25.
Berlln-Halensee: E. Pleßner 25, Tr. Hugo
Berhardt 5.
Berlin-Wilmersdorf: Edmund Mayer Frank
100, Verbe, Franz Salomon, ges. a::f der
Gesellschaft bei Pulvermacher 60, R. N. 5000.
Bernstein: S. Epelstein, Kantor 115.
Biebrich: N. N. 100.
Vinningen b. Carden: Jacob Haas 50.
Breslau: S. Korn 5. Sammlung 1. Rate Bres¬
lauer Co mite 52 000.
Bruchsal: Trude Katzauer 50.
Buchen: Von der Gemeinde Buchen und Hein-
stedt 380.
Bunde: I. S. Jankelvwitz ges. b. d. israel. Ge¬
meinde 442.
Bnrghaslach: Lehrer Heß v. d. dortigen Ge¬
meinde 515.
Cassel: Agndah Kasse 105, Lehrer S. Neumann
100, B. Grünbaum 100, N. N. 30, Daunen-
berg 25, Jacob Heinemann 20, Mar Hahn
50, Dir. Joseph Plaut 200, Hermann Levy 50.
Castellaun: Sammlung d. Isaak Forst: Isaak
Forst 100, Alex Forst 50, Bernh. Forst 25
Gustav Forst 20, Joseph Hirsch 10, Siegmund
Hirsch 10, Leopold .Hirsch 2, Hermann Marr ö.
Siegmund Forst 30, Albert Katzenstein 50,
Heinrich Seligmann 30, Jonas Meyer 20,
Simon Wolf 20, Joseph Forst 20, Chan Julius
20, Ferdi Forst 50, Ludlvig Hem, Kochen:
10, Hammerschlag 5, Ww. Forst, Castellaun
10, Moses Forst 5, Hermann Kahn 5, Adolf
Forst 10, Simon Baer 5, Schocmann 12.
Ludwig Wolf 5, Julius Meyer 5.
Charlottenburg: M. Kirschmann 100, Martin
Joachimezhk 100, Ruth Schendel 10, Jefim
Halperin 200, M. 9t. Samkvw 50, Hugo
Friedländer 10.
Cleve: L. Notherrberg 10.
Coswig: Schwarz 20.
Crainfeld: Joseph Bär 10.
D i s s e r d i n g e n: Jennesse Jsraelite 364.
Düdelsheim: S. Heß Lehrer, Sammlung i. d.
Gemeinde 975,90.
Dülken: W. Lomnitz, Lehrer, Sammlung der
Schüler Oskar Fürth und Kurt Bruch i. d.
israel. Gemeinde 178.
Egeln: M. Hart, Inh. Moritz Wiener WO.
E m m e n d i n g e n: Meyer Markus 5, Siegfried
Schwarz 10.
E s s e n h e i tu r Lehrer Gold mg 100.
E s s i n g e n: Simon Levy 30.
Gelnhausen: A. R. in G. 20.
Gers he im: Moritz Levi 100.