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Soeben hat -er Reichstag das „Gesetz zur Bewahrung der
Jugend vor Schund- und Schmutzschriften" verabschiedet. Für
dieses Gesetz sind auch die D e u t s ch n a t i o n a l e Volks-
spartei Und die Deutschvölkische Fr e i h e i t Z Pa r-
Eei mit allen Stimmen eingetreten. Dürfen wir hoffen,
daß dieser völkischen Willenserklärung gegen „Schmutz und
'Schund" nun auch eine e n e r g i s ch e T a t folgt, und daß von
deutschnationaler wie auch von völkischer Seite den zahlreichen
Schriften, die gegen das Gesetz gröblich verstoßen, der Ver¬
nichtungskrieg energisch erklärt wird? Me notwendig dieser
ist, erweist die folgende Zusammenstellung, die sich leicht ver¬
größern läßt.
Bild l.
.Ain MÄDCHEN fiir-'KjNDERw
1-70 OAJ-WEN.
Von.
IPiTZ HALB ACH
9 m Satin 1923 attligt 3 <l
Jfctnnaan o| t ^ptec^Eaann la Münchs
Der Schiagdilach drehte sich
11m, und als er sali, daß cs der
Moschemeires war, ries er:
Krumm die Nus' und krumm
das Bein!
Kerl! Wie kommst du hier
herein?
Da machte der Moschemeires
krumme Beine, krumme Arme,
krumme Finger, krrimme Nase,
krummen Mund und sagte:
Ich bin der Mvschemcircs!
Gib mir dein Schwert, bei»
teircs!
Aber weiter kam er nicht, denn
der Schiagdilach schrie ihn an:
Hör auf mit twm Geseires!
Glückauf zum Lrden Pleite-
geircs!
Leb wohl! Vergib mein nicht!
Und sei'r es!
Und als Moschemeires noch
keine Anstalt machte, das Haus zu
verlassen, packte er ihn plötzlich
bei seinem schmutzigen Kragen,
legte ihn über die Knie und ries:
Hier hast du auch mein Schwert,
mein teires!
Versuchs! Vergiß man nicht!
Und sei'r cs!
und er schlug ihn windelweich.
Ei, liebe Kinder! So ein Waih-
geschrei, wie der Zanbcrjude
Moschemeires es machte, hatte
inan in der Stube des Waschel-
wuschelwisch noch nie gehört!
Ein Schundbuch für Kinder von sieben Jahren an.
H nun! : . . Auch in bezug
auf Ehcbegrisfe und Ansehen der
Familie scheint bei den Juden
eine uns Deutschen fremde Auf-
fassung zu bestehe». So trug
z. B, der jüdische Rechtsamvalt
Tr. Ephraim Kirsch, . . .straße,
keinerlei Bedenke», die Tochter des
wegen Milchers, Wechselreiterei
Kuppelei wiederholt bestrastcn
Händlers Aron Wolfsohn zu
heiraten. In dculschblütigen
akademischen Kreisen ist wohl so
etwas ausgeschlossen."
Erich: „Das ist richtig, unsere
deutschen Moralbcgriffe bewegen
sich in anderer Richtung als die¬
jenigen der Juden. Ter Deutsche
schließt eben eine Ehe, der Jude
dagegen eine Jntcresscngemciu-
schast. —
Hut nun zum Haupkgegcnstand
unserer lluterhaitung zu kommen,
Milb ich Ihnen noch die Tatsache
auseinnndcrsctzen, daß das Judeu-
tum unsere rassige Eigenart plan¬
mäßig zu verderben sucht.
Der Jude tut damit feinem Gott I . . . den größten Dienst. Der
Vorführer der armen Anna Weise war ein Jude. Jndcln er dies deutsch-
blütige Mädchen sch . . ., brachte er seinem Gott ein Opfer dar. Die
,Anna Weise Hatto nun freilich noch Ehrgefühl genug, die ihr angetane
.Schmach durch einen freiwilligen Tod zu sühnen."
Schmutz und Schund
für Jugendliche von zwölf Jahren an,
Bild 2.
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wissenswertes für Sie
üeutschbtütige Iugenö
Vsa fmp Slnli
Pitldfl von Karl Nohn, ||||||
Io korch lwürtkembrrg). äpgj|lp
und Sch
Profcffor Ottomar Enking
sagte als Gutachter:
„ .... Durch das Dintersche
Buch „Die Sünde Ivider das Blilt"
habe ich mich nur mit Mühe und
einer oft in Ekel übergehenden Ab¬
neigung durchleson können. Es ist
mir auch nicht leicht, mich über
das Werk Zl> äußern, da cs
sich mit der belletristischen
Literatur >md überhaupt mit
der Kunst gar nicht berührt . ,
Bild 3.
iMurLinttt
Der beliebte
Schundroman
der Töchterpensionate
und Leihbüchereien,
16 . Auflage.
171 .- 200 ,
laufend
Bild 4,
^Müirmer
ntBAUJGmo: juuuj ototicnta
3
Dieses Wochenblatt wird der Jugend in Nürnberg
seit Jahren vor Äugen geführt.
„Nathan der Weise" als „Störer der öffentlichen Ord-
UMttfl". Lessings „Nathan der Weise" ist seinerzeit verfilmt und
seit langem der Münchener Filmprüfstelle vorgesührt ivorden.
Diese nahm, wie bereits vor einiger Zeit in der Presse mitgctcilt
wurde, an dem Film Anstoß, weil ein Jude im Bordcrgrtmdc des
Interesses stehe und zu befürchten sei, daß wegen dieser Tatsache „in
unserer erregten Zeit, besonders in Snddeutschlnud, Störungen der
öffentlichen Ordnung entstehen könnten". Die Filmober-
p ruf stelle hat dieses Filmverbvt jetzt aufgehoben — und
wir hoffen, daß „Nathan der Weise" nicht als Ruhestörer, sondern
als Berkünder der Duldsamkeit ailch durch den Film wirken wird,
wie er es seit hundert Jahren getan.
Verlag u. Cchriftleitung: Centralverein deutsch. Ctaatsbttrger jlld. Glaubens e. V.,
Berlin 8W 68, Lindenstr. 13. Für d. Echriitleit. verantw.: i. V. Dr.
Wiener, Berlin SW 68, - Druck: Rud 0 lk Mosse, Berlin'SW, $8,