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Revue der Presse.
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Strömungen, welche zum Zionismus geführt haben und teil¬
weise auch von ihm hervorgerufen wurden.
Von allen Problemen der Judenfrage sieht Zangwill in
der wirtschaftlichen Not und der von ihr bedingten Aus¬
wanderung das Drohendste. Diese Frage schreit nach einer
einheitlichen.Lösung. Die Kolonisationsthätigkeit gleich¬
zeitig in allen Weltgegenden zu betreiben, wie viele es vor¬
schlagen, käme nicht nur einer weiteren Zerstreuung der
Juden und damit einer Schwächung des jüdischen Zusammen¬
haltes gleich, sondern erschwert auch ungemein eine ratio¬
nelle Thätigkeit: Es ist schon schwer, die Verhältnisse
eines Landes kennen zu lernen — wieviel schwerer ist es,
in allen Weltteilen die Kenntnisse zusammen zu tragen, die
für eine zweckdienliche Kolonisationsthätigkeit unbedingt er¬
forderlich sind. Zangwill vergleicht die in derartigen Anschau¬
ungen befangenen Gesellschaften mit einem Tausendfuss,
welcher mit jedem Beine nach einer anderen
Richtung zu gehen versucht.
Bei der teils schon vollendeten, teils deutlich in die
Wege geleiteten Abschliessung der Länder des Westens sieht
Zangwill die einzige Möglichkeit für die Lösung der Frage
auf dem Boden der alten Judenheimat und hält sie für um
so dringender, als die bevorstehende Erschliessung West¬
asiens bald so viele andere Elemente nach Palästina
bringen wird, dass auch dieses Land damit den Juden pi ak¬
tisch verschlossen würde. Zangwill sagt, dass die jüdischen
Palästina-Bestrebungen ausführbar sind, aber nur in dieser
und keiner anderen Generation.
^ Nicht uninteressant ist übrigens sein Hinweis daraui,
dass die der Alliance Israelite Universelle zu Grunde
liegende Idee ziemlich identisch ist mit derjenigen, welche
die jetzige Bewegung hervorgerufen hat.
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