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Dr. J. Thon: Bczalel.
BORIS SCHATZ.
Totengebet nach Theodor Herzl.
RELIEF.
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während das im Lande nichtvorhandene wiederum
bei dem niedrigen Einfuhrzoll der Türkei und
der Bequemlichkeit des Wasserweges mit Leichtig¬
keit importiert werden kann.
Zu diesen günstigen Bedingungen des Landes
gesellen sich noch andere,
die das Unternehmen als
erfolg- und aussichtsreich
erscheinen lassen. Denn
einerseits ist das Kunst¬
handwerk von allen
Handwerken noch das
lebenskräftigste und dringt
trotz der nivellierenden
Fabriktechnik noch
immer siegreich vor.
Anderseits ist die jüdische
Bevölkerung infolge ihrer
anerkannten geistigen
Regsamkeit gerade sehr
gut und vielleicht aus¬
schliesslich für eine Be¬
schäftigung verwendbar,
bei der die ganze Persön¬
lichkeit zum Vorschein
kommt, die Individualität
des Schaffenden in seiner
Arbeit sich ausdrückt und
nicht der Mensch zum
mechanischen Werkzeug
der Maschine wird.
Dafür aber, dass die Sabbatsegen.
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BORIS SCHATZ.
Arbeit durch ihre Qualität sich für die Dauer
konkurrenzfähig erhält, wird genügend dadurch
gesorgt werden, dass sie beständig unter künst¬
lerischer Leitung verbleiben wird. Ein jedes
Stück Arbeit wird nach seiner Fertigstellung von
den Leitern der Schule
geprüft und erst dann
zum Verkauf bestimmt,
wenn es von ihnen als
durchaus gut ausgeführt
befunden ist. Durch
diesen fortlaufendenKon-
takt der arbeitenden Be¬
völkerung mit den Künst¬
lern, die als Lehrer der
Schule wirken, wirdferner
auch bewirkt werden,
dass jeder Arbeiter un¬
unterbrochen lernen und
sich zu vervollkommnen
Gelegenheit haben wird.
Ganz naturgemäss
wird auf diese Weise die
kunstgewerbliche Pro¬
duktion im Lande sich
einbürgern, von Jahr zu
Jahr bessern und segens¬
reichere Resultate er¬
geben. Von den Künst¬
lern werden immer neue
Anregungen kommen,
der Kunstsinn und Ge-
RELIEF.