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Karl Schwarz'. Oscai Haberer.
IM
OSCAR HABERER.
Wassermühle.
drucksweisen gefunden. Er verzichtet in seinen
Darstellungen auf alle Effekthascherei, wie sie z. B.
Boulle bei seinen Möbeln durch Verwendung von
Elfenbein, Kupfer, Silber und Schildpatt erreichte.
Das Material selbst soll die künstlerische Wirkung
erzielen, nicht der materielle Wert die eigentliche
Kunstleistung übertreffen. So finden wir denn in
den Tafeln Haberers oft bis zu vierzig verschiedene
Holzsorten verwandt, die fein aneinandergegliedert
mit ihren Aederungen, Verästelungen, feinen Rillen
und Maserungen der jeweiligen Form des aus¬
zudrückenden Gegenstandes zur Sprache verhelfen;
alle künstlerische Bemalung oder Beizung ist ver¬
mieden, nur die natürlichen Farben der Holzsorten
und ihre Formen sollen
die vVirkung hervorrufen,
nnd Haberer versteht es,
diese derartig auszunützen,
dass er ungeahnte Effekte
erzielt.
Oscar Haberer ist 1867
zu Offenbarg in Baden als
Sohn eines Lederhändlers
geboren. Er besuchte die
Kunstgewerbeschuie zu
Karlsruhe nnd später die
Akademie in München.
Sein besonderes Interesse
für kunstgewerbliche Ar¬
beiten und sein Geschick,
Zeichnungen nnd Ent¬
würfe für alle möglichen
Kunsthandwerke anzu¬
fertigen, machte den
Direktor der Kunstge¬
werbeschule, Hermann
Götz, auf den jungen Künstler aufmerksam, den er
gern als Assistenten für sein Institut gewonnen
hätte. Haberer zog es jedoch vor, als freier Künstler
seinem Schaffensdrang seinen Lauf zu lassen. Er
besuchte Wien, Frankfurt a. Main, Berlin nnd
Strassburg nnd rang sieh mühsam mit Eutwürfen
für alle möglichen Industrieen durch. Drei Jahre
hat er dann für eine Porzellanfabrik gezeichnet,
um endlich nach Holland wandern zu können, wo
er sich seiner neuen Kunstrichtung, der Intarsia,
widmete. Die Erfolge, die er mit seinen Arbeiten
erzielte — er erhielt erst vor kurzem in Amerika
den Grand Prix — beweisen, dass seine Schöpfungen
das rege Interesse, das sie verdienen, in den
AMSTERDAM.
OSCAR HABERER.
Schneelandschaft.
AMSTERDAM.