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liegen. Wir finden da die melancholischen Klänge der
schwärmerischen sla vischen Lieder, lebhafte polnische Tanz¬
rhythmen, ungarische Czardas-Weisen, Melismen, die auf
orientalischen und exotischen Skalen beruhen, das Empfind¬
same der deutschen Sangesweise, Synagogalgesang und
Gassenhauer, Recitativisch.es und Psalmodierendes im
bunten Durcheinander. Die Texte mit ihrem jüdisch-deutschen
Jargon sind in ihrer Art köstlich und rollen scharf geschnitten,
kleine Kulturbilder vor uns auf. Die Wirkung der jüdischen
Volkslieder wurde vervollständigt durch ihre ausgezeichnete
Darbietung. Der verständnisvolle Bearbeiter derselben,
der Pianist ArnoNadel, stand für den wichtigen Klavier¬
part ein. Die treffliche Geigerin B e 11 y T e n n enbaum,
die warmblütige Sängerin Ciaire Davidoff und der
gut vortragende Tenor M. M a g i d s o n gingen gleichfalls
völlig in ihrer Aufgabe auf. A. H.