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David Alexander Haltrecht.
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Kunstjün?
gers; von
hier aus
machte er
Ausflüge
nach jenen
Stätten, die
dem Kunst?
ler wert und
heilig sind
und kehrte
mit reichen
Studien zu?
rück.
Als er von
seiner Roms
reise wieder
in der Hei*
mat eintraf,
war er ge?
reift, hatte
eine eigene
Physiogno?
mie und ei?
nen ausge*
sprochenen
Stil. Die öffentliche Kunstpflege rechnete mit ihm. Er
erhielt ehrende Aufträge, darunter denVorhangfürdas
polnische Theater in
Lodz zu malen—in der?
selben Stadt, in der
er noch vor wenigen
Jahren als kleiner Han?
delsangestellter kärg?
lieh sein Brot verdiente.
Die klingenden Er?
trägnisse dieses Ruh?
mes ermögichten ihm
einen zweiten längeren
Aufenthalt in Paris. Wie
immer arbeitete er auch
hier emsig und ernst
und machte auf seinen
Ausflügen in die Nor?
man die Studien. Eine
Reihe schöner, mit fei?
nem Naturverständnis
ausgeführter Landschaf?
ten legten Zeugnis da?
von ab.
Nach seiner Rück?
kehr in die Heimat un?
ternahm er im Frühling
des Jahres 1914 eine
weite und beschwer?
liehe Reise nach Asien,
die ihn nach Per?
D. A. Haltrecht: Träumerei
nach Schreiberhau,
Krieges überraschte.
D. A. Haltrecht: Blumenstück
sien, der
Bucharei
und Tur?
kestan führ?
te. Hier
porträtierte
er europä?
ische und
einheimi?
sehe Per?
sönlichkei?
ten, und
machte be?
sonders ort*
liehe, land s
schaftliche
Studien.
Zur Erho?
lung von
den An?
strengun?
gen der
Orientreise
ging Halt?
recht Ende
Juli 1914
wo ihn der Ausbruch des
Seitdem lebt und schafft er in
Berlin, wo augenblick?
lieh die „Vereinigung
bildenderKünstier"eine
Ausstellung seiner Bil*
der veranstaltet. — Er ist
als Künstler auf keine
bestimmte Richtung ein?
geschworen, er sieht die
Dinge mit eignen Au*
gen; eine in sich ge?
festigte Natur, ist er
stets bestrebt, seine eig?
nen Wege zu gehen.
Seine verhältnismäßig
kurze Laufbahn brachte
eine ansehnliche Reihe
bedeutender Kunstwerk
ke; sie war ausgefüllt
von emsiger Arbeit und
unablässigem Bemühen
um innere Vervoll?
kommnung. Der ihm
reichlich zuteilgewor?
dene Erfolg war der
Lohn ernsten Ringens.
Von dem rastlos stre?
benden Künster dürfen
wir in Zukunft noch
viel Schönes erhoffen