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Rumänien und seine JndexL
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Wi» leistendes aufs
rechten Hand wegen eben die
här teste züchtigen zu können.
Wir können jetzt dm Kriegsschauplatz genau
uberbli« ken. Streitobjekt -ind die Juden, allein ihr
Interesse kommt gar nicht in Betracht. Ihnen wäre
vollständig geholfen, wenn man ihnen die bürger
liehen Rechte erteilt, die Ausnahmegesetze gegen
sie abschafft und sie im übrigen ungeschoren läßt.
Ob der Buchstabe des rumänischen Gesetzes sir als
Eingeborene betrachtet oder nicht, i-t für >ie eine
Doktorfrage ohne jede praktische Bedeutung, ein
Diskussionsthema, für theoretische Juristen. Sie
konnten sicher sein, daL> die Auffassung, sie seien
Fremde, Ausländer, die in ihrem Vaterlande kein
Heimatrecht hätten, nach einem Mens« hnaher in
die Rumpelkammer geworfen, von der Nachwelt
nicht mehr verstanden und belächelt werden würde.
Doch, wie gesagt, das Interesse der Juden kommt
nicht mehr in Betracht. Höhere Dinge stehen auf
dem Spiel. Der Berliner Kongreb hatte Rumänien
auferlegt, den luden volle politische Ghichbere« hti
gung zu gewähren, und sein Ansehen geht in die
Brüche, wenn der kleine, erst kaum aus dem Ei
gekrochene Staat es wagen sollte, sich ihm zu
widersetzen. Freilieh, der Präsident dieses Kon¬
gresses, Fürst Bismarck, der -ich auf diplomatischen
Anstand und Würde auch ein wenig versteht, ist
der Ansicht, dal.» man, wie die Dinge nun einmal
liegen, sich mit dem Erreichbaren begnügen müsse,
was die Machthaber in Bukarest gewähren zu können
erklären. Aber Gerson von Bleirhröder steht auf
der Wacht, und er ist überzeugt, da LS das Wohl
der Juden, ebenso wie die Würde de- Kongresses,
unbedingt die Gewährung der vollen politischen
Gleichberechtigung auf der Stelle <rh-ische ; und
mittels eine- verwickelten diplomatischen Mechanis¬
mus bringt er die Kabinette der Signatarmächte
rr.it Bismarck an der Spitze auf seine Seite. Im
Hintergründe steht Rubland und während seine
Agenten das Land gegen di« Indemmanzipation auf¬
wühlen, spinnt es in Budapest und Wien Ränke, um
dieses Luid eben wegen der Verweigerung der Juden
emanzipation zugrunde zu .ächten.
Hätte sich derart das Schicksal der Juden mit
den weltpolitischen Händeln und Intrigen verwoben
und >chon dadurch allein ihrem ohnehin geringen
Machtbereich entzogen, so wurde es überdies zum
Spielball der Parteien im Lande -elber. Cogalni-
ceano und ein ganz kleiner Anhang waren, wie
wir wissen, der Ansicht, man müsse -ich der ein
mutigen Forderung Europa- \orbehahlos fügen,
völlige Emanzipation der Juden würde dem Lande
nicht nur keinen Schaden, sondern groben Nutzen
bringen. Dem gegenüber stand die s«»g> nannte „Mol
dauer Traktion*, die verlangte, man -olle ganz
Europa trotzen, nicht das geringste Zuge-tändnis
machen, alles beim alten lassen und im Not¬
falle sich ohne die Anerkennung Europa- bchelfen.
Im Besitze der Macht befand sich die -«»genannte
liberale oder nationalliberale Partei unter Bratianu
und Koset ti. -ie er-trebte eine Verständigung mit
den Großmächten, wollte aber \>m deren Forde¬
rungen soviel wie möglich abhandeln. Die kon-er
vative Partei der Boiann wollte nicht-, al- Braliaii«»*
und Ro-etti verdrängen und die Macht an -i h
reiben. Zu dem /.weck trat -ie in die »)pj»o-ition
und verband -i. •> mit der Moldauer Fraktion, die
alle- verweigerte, hu Uintergtund ab r -tand FurM
i "arol. dt r blauere von .»Heu. .!« r ge, 4 hu'*.u»U
Spieler. Er *ar er.tscLk-=.=en. die Anerkennung
Eurr»jiar ap -I- n Fall zu erv.irken. wie. xiratiano
und Ro=e:d sr-r er-tr-re.en. Er se'nn'e sich danach,
als Gleich =a>r Gl-: *r.-n mrn Platz im Rate
der gekrön-tru Haup:~r zu bebaup:- n. Die anarchi¬
stischen AEiis^a d-r Moldauer v.arer. ihm ein Gr uei,
aber er hr^~-:h.:t um. vor Europa auf die un-
ülK-rvvindIicl-r=. II: vivrrusse. hinweisen zu können,
die -ich •dess En-Ar.zip^rionsb-rsrrebungen er.tgegen-
türmten und das zu Gewährende auf da= aller¬
geringste M2JL. hir. abzudrucken. Rechtzeitig lieb er
Cogalniceaz.— tal-n und un:-.-rs:-atzte Bratiano und
RosettL Er sÄrit stets die \\& T de= kon-thutionellm
Herrscher- 5*rL- d -r über d-r. t an ien s-.md. und
spielte eine grgen dir andere au-, bi- er s- n Ziel
erreichte.
Die Mrxb-ic der Fürsten Ca:./ be ? tan i
dafi er durdb anha>endr- Feilschen den «
zum forraahrrnd-rn Xa-.h.UrS-rn drängte, bis
Forderungen auf das kjeinste Mab herab:
waren. schTkibu'ti s zhr.£t er ihm ein'.- fal-ch'*
unter. Der Handel -• r- rf-kr. Dir- Pr
Lander half 22m. dabei v-uck-.-r n:i*. linde N«n
erklärte der __R>uu±nuI"\ da- Mr^n Ro-et::
Bratianu-, Rurr-äni-,n -.1 ei.'-:.:!:- h ^h'O t
anerkannt, .aui die- M ~iaii:.-.:--n d-- d.iplomat
Verkehrs- ko-.iv.e e- z.ichz an. und e- s-i gleich,
ob die Mä:-L:-- durch Gesani:- in Bukare-t vc:
seien, die Xa- :I-b^rr-iaa-en. Rußland. Uv?:-.
Ungarn urd du: Türkei, di- d- eh di- wich
seien. !iu~ix. u-creit- ihr- G--ar.d:s-hatten :
karest e::ig-r:-;L:-rt. :r. der D«-r„iUr~gul:e:ungs-k«
gleichern SzJb- nur d . : . d-r <-b..:i ('^.L;'
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