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Friedrich Adler.
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FRIEDRICH ADLER
vom Produktionstrubel
Werke hingegeben sind,
Dank auch diesem Frie*
drich Adler, dessen
Schaffen von Liebe und
Andacht zeugt.
Er strebt ins Große,
Weite. Auf der Deut*
sehen Werkbund * Aus*
Stellung waren seine
Modelle für eine Syn*
agoge zu sehen. Kein
Zweifel, daß hier noch
große Arbeit zu leisten
bleibt. Die Synagogen
Mitteleuropas werden,
von kleinen Varianten
abgesehen, seit Jahr*
zehnten nach gleichblei*
benden Stilarten gebaut.
Da und dort wollte
man Wucht erzielen,
mächtigen Gefühlsap*
pell; es wurde nicht
selten ein harter, kurzer
Ton. In der Qual der
Wahl ließ man sich auch
zu Stilmischungen ver*
leiten. Da ist*es schön,
zu sehen, wie Adler
sich ein Gotteshaus un*
serer Tage denkt. Aus
dem mißachteten, weil
nur wenigen Gestaltern
Sederschüssel
dieser Epoche,
schulden wir
ihrem
Dank.
dienstbaren,
den Vorhof,
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FRIEDRICH ADLER Hamburg
Silberner Leuchter für den Sedertisch
Hamburg
keramischen Stoff formt er sich
diesen edel gewellten Bau, in dem
die ruhige Stimmung der
Andachtsstätte aufklingt.
Das »Glasfenster« und
der »Blick in den Haupt*
räum« können (wie alles
andere hier Verbild*
lichte) allerdings nur
eine schwache Andeu*
tung des architekto*
nischen Wollens geben.
Aber der Geist, der
den Künstler lenkt, ist
zu spüren.
Friedrich Adler,
Künstler und Lehrer, sei
hier nicht für ein be*
stimmtes Gebiet des
Kunstgewerbes bean*
sprucht- Das wäre wider
seine Natur, wider die
Natur einer großen
Künstler • Persönlichkeit
überhaupt. Doch wollen
wir es besonders be*
grüßen, daß er seine
Liebe und sein Können,
sein Wollen und Voll*
bringen, einem Felde
widmet, das seit langer
Zeit des Sämanns wartet.
Ihm und uns wünschen
wir reiche Ernte.