Seite
S7
„Wiener Juden".
88
FRIEDRICH ADLER
Hamburg
Anrichte aus einem Speisezimmer
Handeln des Mannes und dem der Frau zumeist
darin gefunden, daßi diese den Unterschied zwischen
wichtigen und unwichtigen Dingen viel schwieriger
als der Mann erfaßt. In der Regel denkt sie an die
letzteren, ist sogar ungehalten, wenn die erstereu
an sie herantreten.
Das aber war bei
den Frauen des
Ghettos nicht der
Fall. Sie wußten
genau, wo es Kopf
und Kragen galt."
Dagegen waren
jene Frauen des
Ghettos, die durch
den Beruf ihres
Mannes von seiner
Tätigkeit ausge¬
schlossen waren,
geistig viel unbe¬
deutender als die
anderen. Diese
anderen aber stellt
unser Verfasser
:f::.|
.->' J
jjfr'l
arbeitenden Frau gehört seine ganze Sympathie.
„Kräftig und vernünftig steht sie vom Morgen bis
zum Abend ihrem Manne zur Seite, in der Arbeit
ist sie zäher und geduldiger als er, sie ist ihm aber
keine bloße Gehilfin, sondern nach jeder Richtung
hin eine Stütze
und Unterstüt¬
zung. Dieses Weib
ohne Schulbildung,
ohne das, was
man heute als
„Erziehung" er¬
strebt und teuer
bezahlt, ist stark
genug, um nicht
nur mitzuarbeiten,
sondern auch weit-
klug genug, um
mitzuraten." Eine
Frau, die in einem
solchen Maße am
Erwerbsleben mit¬
arbeitet, steht fort¬
während Zustän-
^Ht'S2>
sehr hoch. Der FRIEDRICH ADLER Habdalah*Gerät
Hamburg den und Menschen;