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V on außen und innen wird heute von uns verlangt,
daß wir die Eigenartigkeit, ja Einzigartigkeit des
jüdischen Schicksals erkennen. Wer, wie wir religiös-
liberalen Juden, sich durch Einordnung in die göttliche
Fügung und durch das Wissen von einem göttlichen
Walten immer als Glied der großen geschichtlichen jü¬
dischen Gemeinschaft gefühlt hat, hat die Erkenntnis
dieses ganz einmaligen Schicksals längst vollzogen
Er weiß aber _ auch, daß es mit dieser Erkenntnis
allejn nicht getan ist, daß unser Schicksal nicht nur
hinzunehmen, sondern daß es in eine Aufgabe zu ver¬
wandeln ist. Diese Aufgabe war, ist und wird bleiben:
an 'jeder Stelle, an die wir gestellt sind, die Forderun¬
gen des Ewigen zu erfüllen, nicht mir an uns selbst,
nicht nur für die eigene Gemeinschaft, sondern für die
gesamte Menschheit, deren Einheit in Gott festzuhalten
gerade heute unsere ernsteste Pflicht und unsere selig¬
ste Gewißheit ist. Fragt man uns, woher wir kommen,
so müssen wir sagen, daß unsere Herkunft uns mit
Stolz erfüllt, daß wir sie nicht verleugnen, sondern
bejahen, daß aber nicht das Woher ausschlaggebend
1 ist, sondern das Wohin. Ein Wechsel in der Meinung
und im Handeln der Umwelt ändert ebensowenig an
unsrer Herkunft wie an unserem Ziel. Dieses Ziel
bleibt im Denken und Handeln die Heiligung des gött¬
lichen Namens. Sie fordert Arbeit und Würde, sie gibt
Hoffnung und Sicherheit. Heinrich Stern
Britisch-Zionistischer Konflikt.
Die „Vossisclic Zeitung 1- meldet aus Jerusalem:
Der Oberkommissar für Palästina bewilligte von
den rund 25 000 durch die „Jüdische Agentur“ vorgelegten
E in wan der u n gs ges tich eu nur 5500. Die Einigungs¬
verhandlungen zwischen der „Agentur“ und dem Oberkom¬
missar, in denen die britische Gesamtpolitik'gegenüber den
Juden behandelt-wurde, sind nach hebräischen Pressemeldun¬
gen trotz beiderseitiger Verständigung gescheitert. Da¬
durch ist eine kritische Lage entstanden, welche die Agentur
zur Durchführung einer Reihe entscheidender Schritte in der
Einwanderungsfragc veranlaßte.' Der Oberkommissar kündigte
.scharfe Mallnahmen gegen die illegale Einwanderung an.
Der gleiche Vorgang liegt offenbar der folgenden Mel¬
dung zugrunde,-die dieser Tage von der JTA verbreitet wird:
Wie die JTA aus zuverlässiger Quelle erfährt, will die Pa¬
lästina-Regierung für das Halbjahr Oktober 1933 bis .März
1934 bloll 7000 Arbeitercinwanderungszertifikate ausgeben,
obwohl die Palästina-Exekutive der Jewish Agency die Aus¬
gabe von rund 24 000 Zertifikaten beantragt hatte. Von diesen
7000 sollen außerdem die 2000 Zertifikate, die der Jewish
Agency, für die Einwanderung deutscher Juden im voraus
zur Verfügung gestellt wurden, in Abzug gebracht werden.
Wie der JTA-Verlreter in Jerusalem erfährt, hat High Com-
missioner Sir Arthur Wauchope anläßlich seiner letzten Unter¬
redung mit den Mitgliedern der Palästina-Exekutive darauf
hingewiesen, daß zwischen den Aufzeichnungen der Exekutive
betreffend den Arbeitermangel in den jüdischen Siedlungen
und-den diesbezüglichen amtlichen Ziffern eine starke Diffe-
Flüchtlingshilfsaktion in Polen.
Das jüdische Hilfskomitee in Krakau hat für den 22, Ok-
.tober eine Konferenz der jüdischen Gemeinden Westgaliziens
und Polnisch-Schlesiens einberufen. Auf dieser Konferenz
soll über-Maßnahmen zur Linderung der unter den aus
Deutschland ausgewanderten und in diesen Teilen Polens sich
aufhaltcnden Juden herrschenden Not beraten werden.
Berliner Gemeinde und
{jüdische Presse.
D ie Schriftleitung dieses Blattes hat in der letzten Aus¬
gabe im Zusammenhang mit einer gerade jetzt schwe¬
benden Angelegenheit ■ die berechtigte und begründete
Forderung nach besserer Information der jüdischen Presse
durch die Berliner Gemeindeverwaltung erhoben. Es
ist erstaunlich, daß es solcher Hinweise überhaupt bedarf.
Die. Öffentlichkeit verlangt, aus den jüdischen Zeitungen er¬
sehen zu können, daß in der Berliner Gemeinde gearbeitet
und .ivie gearbeitet .wird. Daß gearbeitet wird, — hierüber
ist sich wohl die gesamte Berliner Judenheit einig. Ober das
Wie gehen die Meinungen bekanntlich weit auseinander,,
richten sich aber mangels sachlicher Angriffspunkte mehr
gegen die Richtung als gegen die wirklichen Leistlingen.
Mit der Beharrlichkeit eines Cato, der mit seinem „Cete-
rum censeo“ bei jeder ihm sich nur bietenden Gelegenheit
die Zerstörung Karthagos forderte, ruft die zionistische Presse
zur Beseitigung des jetzt amtierenden Berliner Gemeindevor-
siandes auf. Es kann wahrlich dahingestellt bleiben, ob die
Mitglieder der Gemeinde die alles bezwingende Sehnsucht in
sich spüren, sich wieder unter die Fittiche einer zionistisch
angehauchten Verwaltung zu begeben. Uns scheint, als seien
die glorreichen Tage der zionistischen Aera in Berlin noch
nicht vergessen und als bestehe darüber hinaus der lebhafte
Wunsch, sie nicht wieder auferstehen zu lassen.
Notwendig ist, festzustellen, daß der Vorstand der Ber¬
liner Gemeinde den pathetischen Brief des früheren zionisti-
schen.Direktoriumsmitgliedes Dr: Moses mit kühlen, abwägen¬
den und dabei doch energischen Worten erledigt hat.
Der Vorstand, darf sich auf den Altmeister deutscher
Dichtkunst berufen, der in seinem unsterblich - gewordenen
Epos den Fuchs — Reineke Fuchs natürlich ist dort gemeint —
die Worte sprechen läßt:
— — , ,,... Wir machen wahrhaftig
Diesen Streit mit Worten nicht aus. Was sollen wir keifen?
Recht bleibt Recht, und wer es auch hat, es zeigt sich am
War in dem eingangs erwähnten Artikel der „Jüdisch¬
liberalen Zeitung“ davon die Rede, daß sich die Berlin■—
Gemeinde durch Hintansetzung der jüdischen Presse der
so notwendigen Popularität selbst beraube,- so sollten <
maßgebenden Führer der Verwaltung diese Satze beherzigen.
Keinesfalls aber darf es mehr dazu.kommen, daß zr
Beispiel Verwalter von Dezernaten, in'dem an sich berec
tigten Gefühl der Wichtigkeit ihrer Arbeit am Judentum, <
Mühen anderer bagatellisieren und die hier vorgebracht
Beschwerden ironisieren. Derartiges soll vorgekommen se
Wir wollen hoffen, daß die Wünsche der jüdischen
Presse, wie sie hier dargestellt wurden, erfüllt werden. So
und nur so wird es möglich sein, den Juden Berlins dieses
große, lebenswichtige Gebilde, die Gemeinde, nahezubringen,
und nur so wird es dazu kommen, daß auch die Führer der
Gemeinde davon erfahren, wie ihre Arbeit von .der All-
gemwnheit aufgenommcu und bewertet wird.
Schicksal eines Denkmals.
E rst mit seinem Tode wird klar, daß ein tief bewegendes
und bewegtes Leben abgelaufen ist; vier Redner an
seinem Sarge und einer am Grabe sprechen dies aus;
ein Leichenzug, wie diese Stadt noch keinen gesehen, folgt
ihm, trotzdem die Schleusen des Himmels' sich öffnen,
feinen Ruhestätte“'*-).
„Herz hatte das Material zum Gelehrten und Literaten
ersten Ranges in sich, ist denn auch in jungen Jahren n"
großer Anerkennung von kompetentester Seite literarisch tät_ 0
geworden und als Lehrer nach allein, was wir wissen, unüber¬
trefflich dagestanden.“
,,. . . er hat im Leben nur das Notwendigs
geschöpft und ist arm gestorben ... Hat ein dieser Mann,
Selbstsuchtiosigkeit schien s
el zu geben und möglichst
mig zu
:s Ent-
„. . . nichts für sich, alles für Andere, nicht bloß für
seine Geschwister, um die er mit Leidenschaft, für seine
Freunde, um die er mit .'Zärtlichkeit besorgt war, sondern auch
für Stadt und Land, Volk und Gemeinde.. Herz « ‘ ~
des Gemeinsinnes.“
„Aber auch von Erfolgen in Kunst und Wissenschaft, in
der Literatur, am Krankenbett, auf der Lehrkanzel ist Rühm¬
liches, Ausgezeichnetes, Unvergeßliches berichtet . . .“
inen Berufe gehört, ein von
den Unterschieden der Religion und Abstammung unabhän¬
giges Ideal der Güte und Reinheit, Wahrhaftigkeit und Ge-
verwirklichen, so stand Jakob Herz ir
den Unterschieden der Rc
Ideal
igkeit ii. - __ .... ,_ .....
Erfüllung des allgemeinen Menschenberufes einzig da . . .
, „* • • Andere setzen den Fürsten, Staatsmännern, Gene¬
rälen, Künstlern, Gelehrten, wir einem Inbegriffe der Allen
ohne Unterschied gleichmäßig obliegenden, in diesem Einen
Manne vereinigten und zur Vollendung entwickelten Tugenden
. . . ein Denkmal." ,
Diese Worte sprach ant 5. Mai 1875 in Erlangen der
berühmte (arische christliche). Rechtslehrcr A. v. Brinz bei der
Enthüllung des Denkmales für Jakob Herz. (Die Festrede
erschien im Buchhandel bei Andr, Deichert in Erlangen 1875.)
Herz u-ar Ende September 1871 gestorben.
Das Erlanger Tageblatt pries damals (2. Oktober 187.1,
Seite 927 8) den Dahingegangenen, sowohl im allgemeinen
wie wegen seiner Leistungen im Feldzuge 1870/71, während¬
dessen er „ungeheure Zumutungen an seine Aufopferungs¬
fähigkeit gestellt“ habe. „So ist auch er, den jetzt Tausende
beweinen, auf dem Kampffelde für die Sache seines Vater¬
landes und, wie wir getrost sagen können, auch der ganzen
Menschheit gefallen . . .“
In demselben Blatte (4. Oktober 1871, Seite 935/6) ist
ein Bericht über das Leichenbegängnis enthalten:
„Wir haben schon neulich gesagt, daß unserer Erinnerung
*) Herz wurde auf dem 7 km entfernten jüdischen
Friedhof in Baiersdorf begraben ..
Rechtsanwalt Heinrich Stern,
Vorsitzender der „Vereinigung für das religiös-liberale
Judentum“, vollendet am 1. November das 50. Lebensjahr.
nach in Erlangen noch kein so großartiges Leichenbegängnis
gefeiert wurde . . .“; es wird sodann berichtet, wie die Pro¬
fessoren Zenker und v. Hofmann und der zweite Vorstand
des Gemefndekoliegiums sprachen, wie Mitglieder der Bur¬
schenschaft Bubenruthia Fackeln, trugen, wie das Musikkorps
des 6. Jägerbataillons sich beteiligte, wie der „unermeßlich
lange Zug“ die Geistlichkeit aller Konfessionen, die Beamten,
das Offizierskorps, die Professoren und Studenten der Uni¬
versität usw. umfaßte — „trotz Wind und Regen, der in
Strömen sich ergoß“.
Nach einer weiteren Notiz des nämlichen Blattes (9. Ok¬
tober, S. 952) ging der Plan des Denkmals von „einer Anzahl
Herrn Professor ür. Herz nahegestandenen Collegen, Schüler,
Freunde und Verehrer“ aus.
Dieses Denkmal wurde auf einstimmigen Beschluß des ’
Stadtrats Erlangen vom 14. September 1933 entfernt. Aus der.
Begründung:
„Nach der am 3. Juli 1869 erfolgten Juden-Emanzipation
erstrebte das Judentum, ein äußeres Zeichen seines Triumphes
Palästina - Übersee-Ausland
-su®- UA\.ZÜCrE -susL.
Möbelspeicher auch durchheizte Kabinen
Carl Deyke Nachf.. Berlin 0 17 wIuSlu.«
über das deutsche Volk zu errichten. Es gelang ihnen (sic),
die Genehmigung zur Aufstellung des Denkmals des jüdischen
Arztes Herz zu erschleichen und damit das Bürgertum zu über¬
listen ... Dieses Denkmal muß als Kulturschande empfunden
Schon in den frühen Morgenstunden des folgenden .Tage;
ir dieser Beschluß vollzogen.
(s. Erlanger Tageblatt 15. 9. 1933, Seite 3.)
Der griechische Innenminister bekennt sich
als überzeugter Philosemit.
Der griechische Minister des Innern, Moundjouri-
des, der zum Empfang des von den Genfer Beratungen,
zurückgekehrlen Ministerpräsidenten Tsaldaris nach Saloniki
gekommen war,, empfing dort die Vertreter der Presse, um
ihnen Mitteilungen über die Richtlinien der griechischen Innen¬
politik zu machen. In Beantwortung der Frage eines Presse¬
vertreters nahm Innenminister Moundjourides auch zur Juden¬
frage Stellung Und erklärte u. a.:
Das jüdische Bevölkerungselement, das
ich als einen loyalen und fortschrittlich ge¬
sinnten Teil der Gesamtbevölkerung schätze,
erfreut sich meiner vollen Sympathie. Ich bin überzeugter
Philosemit; zur Zeit als ich Generalgouverneur von Kreta
war, hatte ich die glückliche ..Gelegenheit,'■ greifbare Beweise
der Freundschaft zu liefern, die ich den Juden gegenüber
empfinde: die Organisierung der dortigen jüdischen Gemein- •
den- hat meine volle Unterstützung gefunden. Auch hier in
Saloniki habe ich mich mit jüdischen Angelegenheiten befaßt.
Soeben habe ich eine Besprechung mit dem interimistischen
Bürgermeister Cosmopoulos abgehalten und ihn ersucht, den
die jüdische Bevölkerung betreffenden Fragen stets besonderes
Augenmerk zuzuwenden. Ich habe auch von ihm verlangt,
Juden in städtischen öffentlichen Diensten zu beschäftigen, da
die Juden als hellenische Staatsbürger den¬
selben Anspruch auf Berücksichtigung durch
die Stadtgemeinden haben wie ihre Mitbürger
griechisch-orthodoxen Bekenntnisses.
Griechische Regierung gewährt einer jü
Der griechische Landwirtschaftsminister hat dem jungen
Salonikier Juden Uziel, einem Absolventen der Landwirtschafts¬
schule von Athen, ein Grundstück in der Umgebung Salonikis
zur Bewirtschaftung zugeteilt, um ihm die Möglichkeit zur
Erhaltung seiner Angehörigen — der Vater Uziels hat im
Vorjahre wegen wirtschaftlicher Not Selbstmord begangen —
zu geben. Die Familie Uziel ist die erste jüdische Familie
Salonikis, die zur Landarbeit in Griechenland selbst übergeht.
Es gibt bisher in Griechenland nur eine sehr kleine Zahl von
jüdischen' Landwirten, die hauptsächlich in der Gegend von
” ia siedeln. , ' . -
Jüdische Kulturarbeit in Franfurt a. M.
ie durch die jetzige Situation geforderte künst|erisch-wiss
D scliaftliche Kulturarbeit vollzieht sich in Frankfurt a. M.
nicht auf dem Boden eines neugegi
sondern im Rahmen der seit langem b(
für Jüdische Volksbildung“ "
stehenden „Gesellschaft
, __ ___ a . (Solisten-, Chor- und
Orchesterkonzerte), Theater (kleine Schauspiele und musika¬
lische Einakter), bildende Kunst (Ausstellungen und Lehr¬
kurse) ließen sich in das bisher mehr auf Vortrags- und
Bildungstätigkeit beschränkte Programm dieser Vereinigung
mühelos eingliedern.
Die ersten Veranstaltungen, die bereits stattgefunden
haben, erwiesen Wert und Berechtigung der neuen Bestrebun¬
gen in vollem Maße. Der Lieder- und Arienabend von
Hermann Scher bildete ein künstlerisches Ereignis hohen
Ranges. Der auch in Frankfurt aus dem allgemeinen Konzert¬
leben wohlbekannte Sänger wußte seine feinsinnig zusammen¬
gestellte Vortragsfolge nach der technischen wie geistigen
Seite hin in gleicher Weise zu erschöpfen.
Eine unter der Leitung von Hermann Geiger stehende
musikalisch-deklamatorische Darbietung diente der ersten Sich¬
tung einer Reihe von einheimischen künstlerischen Kräften.
Viele wollten Und sollten an diesem Abend vors Publikum
treten — auch soziale Gründe waren dafür maßgebend. So
war es nicht zu vermeiden, daß das Programm etwas bunt
-und ausgedehnt, die Leistung nicht ganz gleichwertig ausfiel.
.Mail wird aus den Erfahrungen lernen und künftig schärfere
Auswahl treffen. Gesanglich betätigten sich Hans Assen-
heim, ein junger entwicklungsfähiger Bariton, sowie die Damen
Käie Fttiingcr, Scnla Würzburger, Anneliese Bender und
Harrict Rothen. An Deklamatoren sind zu nennen: Alfred
Auerbach, der mit einer Erzählung seines Vorfahren Berthold
Auerbach ganz besonderes Niveau festlegte, Karl-Gerdo Grü¬
nebaum, Sofie Seligmaim und Rudolf Ganz. Tänzerisch wirkte
Hanne Coniey mit, in die Klavierbegleitung teilten sich Leni
Lorsch-Morgenstern und Herbert Fromm.
Ein kleines Salonorchester erwerbsloser jüdischer En-
scmblemusiker erhielt Gelegenheit bei den Tanznummern zu
assistieren. Hermann Geiger, dem das Verdienst der schwie¬
rigen Organisation und des Aufbaus dieses beispiellos gut
besuchten Abends zufällt,, fand zu Beginn wirkungsvolle
Worte der Werbung für die kulturellen Bestrebungen, die vom
Standpunkt der Künstler aus .notwendig erscheinen, nicht
weniger aber auch einem starken Bedürfnis des. jüdischen
Publikums enfgegenkommen. —ch.
D
Mozart-Abend des „Kulturbundes“.
ts zweite' Konzert des „Kulturbundes deutscher Juden“
war ausschließlich Mozart gewidmet; aus der reichen
Fülle der Kompositionen des Meisters hatte der ver¬
antwortliche Leiter mit sicherer Hand ausgewählt, so daß die
Zuhörer, die ja im Kulturbund — ganz anders als sonst im
Musikleben — sich die Konzerte nicht nach ihrem eigenen
Interesse und Geschmack wählen können, bis zum Schluß
unermüdet mitgingen. ■ 1
Das Orchester unter Joseph RoSenstocks Führerstab
lewies, daß es auch einer jungen Gemeinschaft möglich ist,
.n ernstem Streben der Vollendung nahezukommen; ihre völ¬
lige Erreichung freilich wird erst gelingen, wenn die Be¬
setzung der verschiedenen Instrumente auch zahlenmäßig der
der bekannten großen Orchestervereinigungen entspricht —:
fast fühlt man sich versucht, zu sagen, daß es auch in der.
Musik nicht nur auf Qualität, sondern auch auf Quantität
manchmal ankommt.
Eröffnet wurde der Abend mit Mozarts graziöser Heiter¬
keit: der Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit“. Dann folgte die
Serenade D-dur (Serenata notturna), die in ‘der großen Zahl
Mozartscher Serenadep einen der ersten Plätze einnimmt. Die
mitwirkenden Solisten: Konzertmeister Willy Frey (Viol: I),
Josef Schechter fViol. II), Manuel Steuer (Viola^
' i s kj^ (Kontrabaß) seien hier lobend genannt.
Wenn n
n nicht selten der Meinung begegnet, jüdische