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sani bergauf gclicn mußte, weil er wußte, er wird
dann bald wieder bequem, bergab steigen können, —
und nicht umgekehrt. Audi Kulenspicgel war ein
Optimist, er bewies sich als Lchenskünstler, und er
sali seine Mission darin, die Wahrheit zu sagen. Ist
unsere Parallele wirklich so abwegig? Sollten nicht
auch Wir Juden, die historische' Gemeinschaft des
Optimismus, der religiösen Lebensveredlung und der
göttlich-sittlichen Wahrheiten uns- unserer heutigen
Mühsal freuen, weil wir wissen, in ihr liegt die ohne
sic nicht realisierbare Möglichkeit zu neuer Besserung?
So wird uns der Schmerz zum Antrieb, und dieser
Antrieb führt die jüdische Gemeinschaft zu kräftigen?
Sich-Regcn. Sind wir damit Flugsand zwischen den
Völkern? Nein und 'tausendmal,nein. Wir sind, was
zu sein die-Aufgabe derjenigen Menschen bilden muß,
die als Angehörige ihres Heimatlandes und Heimat¬
volkes von einem göttlichen Auftrag sich getragen
wissen. Und indem für-unsere eigene Existenz wir
kämpfen, werden wir zugleich Vollstrecker dieses über
uns hinausgreifeiiden universalen Auftrags.
Schön wäre es, wollten alle Juden dies erkennen.
Heim freilich, viele sind wirklich Flugsand; aber in
einem andern Sinne, als vorhin dies Bildwort gemeint
war. Sie haben von ihrem Judentum nichts gewußt
und wollten nichts von ihm wissen. IDa kam ein Sturm
und” trieb sie ins andere Lager^-Nuu wähnen sie sich
„Volljuden“. Aber sie*wissen im Grunde nichts vom
Judentum und vom Sinn des Judeseins. Sie wissen
nur, daß der‘Sturmwirbel < sie dort heraus und hier
herein trieb. Und sie möchten nun uns über das
Zu haben in
Puder
allen einschlägigen Geschäften
belehren, was sie selber erst einen .halben Tag lang
kennen. Wir brauchen solche Lehre nicht, wir haben
andere Lehre, zu der wir auch jene führen möchten,
die von ihr allzu wenig wissen. Diese Lehre, wir
sagten es schon, wurde am Sinai gegeben, sie weist
Israel den Weg. Mit ihr im Bunde werden wir
Optimisten. Nicht mehr finden wir müde uns damit
ab, daß wir nun einmal zum Wandern verurteilt seien,
sondern "wir kennen dieses Wanderns Ziel: Israel
kämpft für Gott; wo Gott es hinstellt, kämpft es für
ihn. Auf irdisch-heimatlichem Boden für göttliches
Ziel. Wahrlich auch wir jüdischen Deutschen in dem
Lande dieser Erdkugel, das Gott als Heimat uns
angewiesen hat und das unsere Heimat ist, weil kein
anderes Land unsere Heimat ist. Werden wir solcher¬
art in schwerer Zeit des wahren Sinnes unseres
Judeseins uns bewußt —: es kann nicht fehlen, daß
mit unbeirrbarem Willen wir daran arbeiten, uns
Gleichberechtigung und volle Lebensmöglichkeit in
diesem Lande zu erringen, in dem wir leben müssen
'und wollen.
Nicht Ausweg; Arbeit!
Amsterdam. Der,, bekannte holländisch-
AI. van Häufle feierte dieser Tage seinen
Van Kaalte, der mit Joseph Israels eng liefr
Vorstandsmitglied des grollen Amsterdamer
jüdische Maler
Ml. Geburtstag,
eundet war, ist
Kiinstlerbundes
Moskau. (Pr o g r a in m u n d W i r k 1 i c h k e i t i n d e r
Biro-Bidsclian-Siedluug.) Während im Zuge der
staatlichen Aktion zur Ansiedlung von Juden in Biro-Bidschan
programmgemäß im letzten Vierteljahr 300(1 Neusiedler nach
Biro-Bidschan hätten gebracht werden sollen, beträgt die
Gesamtzahl der in diesem Zeitraum Umgesiedelten in Wirk¬
lichkeit bloß 395. In dieser Zahl sind 60 Familien inbe¬
griffen, der Rest sind Einzelsiedler. 121 Personen wurden
in Kollektivwirtschaften untergebracht, 24 Mann auf dem
Staatsgut in Londoka, 4 Mann in einem Waffenfabrikations-
lollektiv, S in einer Kleiderfabrik und 42 in den Traktor¬
rührerkursen.
Vom Neuen Synagogen-Verein
Rykestraße
Jawohl: Rykestratle, lieber Leser; das ist kein Druck¬
fehler. Denn obwohl es sich um ein Gotteshaus ohne Orgel
handelt, in dem nach ; „altem' Ritus“ gebetet wird, setzt sich
seine Gemeinde doch zu mehr als drei Vierteln aus Glaubens¬
genossen zusammen, die religiös auf liberalem, jüdisch-poli¬
tisch auf deutschjüdischem Boden stehen. Rabbiner Dr. Wert,
der seit vielen Jahren dort predigt, gehört den Organisationen
des religiös-liberalen Judentums an (u. a. auch im Preußischen
Landesverband jüdischer Gemeinden). Neuerdings hat sich als
Prediger dort auch unser Freund' Rabbiner Dr. Manfred
Swarsensky die Herzen aller Zuhörer, auch der konservativen,
erobert. Dem eigentlichen Synagogenvorstand zur Seite steht
der „Neue Synagogenverein Rykestraße“, der sich die jüdisch- .
geistige Bildung und soziale Sammlung aller Besucher des
Gotteshauses zur Aufgabe gemacht hat. Er veranstaltet, ganz
in religiös-liberalem Geiste, Freitagabend-Feiern und. Vortrags¬
zyklen. Auf diese Veranstaltungen hinzuweisen, ist de.- Zweck
dieser Zeilen, und wenn es in einer Form geschieh;, die voll
sonstigen „Ankündigungen“ abweicht, so deshalb, weil hier
der Liberalismus aut -vorgeschobenem Posten kämpft und das
Interesse auch-derer beanspruchen kann, die nicht zum Bezirk
Rykestraße gehören.
Die nächste Freitagabend-Feier für die Jugend findet
bereits am 12. Januar um 16.30 Uhr statt; die Ansprache
an die Jugend hält der den Lesern dieses Blattes bekannte
Rabbiuatskandidat Erwin Zitnct; eine Feierstunde mit Kid¬
dusch, gemeinsamem Tischgebet und Gesangsvorträgcu schließt
Am 13. Januar um '20.30 Uhr beginnt in der Synagoge
Rykestraße der Vortragszyklus Rabbiner Dr. Manfred Sivur-
. ky: „Wir wandern durch die Jahrtausende“ mit dem
. :ii Vortrag „In der Heimat“. Vier weitere Vorträge-
folgen an jedem Sonnabendabend. Gesangsvorträge werden
die Abende verschönen. Am ersten Abend singen Herr Öber-
kantor Ahlbeck und Herr Säufer; für die späteren Abende sind
die Herren Oberkantoren Wilhelm Friedmann und Hanns
Ein rühriger Verein mit regem jüdisch-liberalen und
deutschjüdischen Leben! Wir wollen uns freuen, daß wir ihn
haben, und wir bitten die Gemeindebehörden, ihn zu fördern,
wo immer sich hierzu Möglichkeiten bieten.
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