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Jüdisch-theologisches Seminar. Am Sonntag, den
29. Januar, fand int jüdisch-theologischen Seminar eine
Gedächtnisfeier für den Stifter, Jonas Frankel, statt,
mit der die Entlassung von ^tixt geprüften Rabbinern ver¬
bunden war. Die Feier wurde Lurch eine Ansprache des
Dozenten Herrn Dr. Rabin eingeleitet und durch einen
wissenschaftlichen Vortrag über das Thema: „Die liturgische
Dichtung aus der Gemiw-Literatnr", den gleichfalls Herr
Dr. Nabin hielt, beschlossen.
Kursus Tr. Mutt m a n »t.
Sonmog, den 5. Februar 1922, vormittag) 11 Uhr,
«bei Frl. Leschainer, ttenftr-Wisbelmstraße 21: Prophetische
Resoril'.acdan^n (Fortsetzung).
„Christlich-deutsche" Bankgeschäfte. Als solche be-
Heichnen sich, wie der Zentralverein mitteilt, die Firmen:
F ä v b c & C o., Kommanditgesellschaft Ohlauerstraße
Nr. 40.
O st d e n t s ch e B a n k, G. Nl. b. H., Salvatochlatz
Nr. 2. UI.
Die Nepräsentantenversammlnng am Sonntag, den
29. Januar d. Js., vormittags 10 Uhr. erössncte der Vor¬
sitzende mit warmen Nachrufen für die seit der letzten Sitzung
verstorbenen Mitakiedcr Geh. Sanitätsrat Dr. Carl Reich
und Kaufmann Mar F r e u n d. Für sic sind in die Ver¬
sammlung wm cingetreten Steimnetzmeistcr Moritz Wolfs
und Sanität ?rat Tr. Isidor £* o r n. Alsdann schritt die
Ver'annnlung rur Neuwahl des Vorstandes. Aicdergewählt
wurde der in stoischen leider so plötzlich verstorbene Professor
Tr. Wo blauer jum Vorsteher und Buchdruckercibesitzer
M eher zum Schriftführer. Stellvertretender Vorsitzender
wurde Instizrat Peis § r, stellvertretender Schriftführer
Jnstizrai Ä o l i s ch. Nach einer Reihe von Mitteilungen
gab man die Genehmigung zur Leistung von Attsgaben für
dar erste Vierteljahr 1922 und zur Ausnahm r einer kurz«
triftigen Darlehns von 150 090 Mark. Tie Interpellation
Schachtel' und Genossen «betr. Leichenwärter wurde zurück¬
gezogen. Zur Abhaltung jüdisch-apologetischer Kurse im
April d. Js. in Breslau wurde eine Beihilfe von 4000 Mk.
gewährt. Die Kosten für einen Wohnungsumbau, für die
Instandsetzung der Schlachthalle Antonttnstratze und für einen
Ofen aus dem Friedhof Cosel wurden antragsgemäß be¬
willigt, ebenso letztmalig die Kosten für die Beaufsichtigung
der M»z;othfabrik Jaschkowitz. Ten weitesten Raum in der
Beratung nahm die Verabschiedung der umfangreichen Bc-
soldungsvorlagr ein. Der Berichterstatter hierfür, Repräsen¬
tant F r ä n l e I, legte eingehend den Aufbau der Vorlage
dar, wies darauf hin, daß sie einen gewaltigen Schritt vor¬
wärts bedeute, wenn sie auch noch nicht alle Wünsche der
Beamten erfülle, und empfahl ihre unveränderte Annahme.
Die aus der Versammlmrg gestellten A'bänderungsanträge
wurden abgelehnt. Allseitig wurde betont, das; man Teuc-
rnngsverändernngen jederzeit Rechnung tragen würde, beson¬
ders dann, wenn man erst einen Ueverblick über die zu er¬
wartenden Steuereingünge hätte. Alsdann wurde die Vor¬
lage unverändert angenommen, und auch der Vorstand er¬
klärte seinerseits die Annahme. Die Steuerfreiheit der Ge¬
meindebeamten wurde aufgehoben und dabei der Wunsch zum
Ausdruck gebracht, ihnen auch das passive Wahlrecht zu ge¬
währen. Tie Beratung der Dienstanweisung für die Ge¬
meindebeamten wurde der Gehaltskommission überwiesen uns
diese durch beit Repräsentant L e w in verstärkt. Für die
Beratung der Beerdigungsgebührrnordnung wurde die Dring¬
lichkeit anerkannt und diese in zeitgemäßer Erhöhung ange¬
nommen. Der Zuschuß für Mazzothbeihilfen wurde den
teuren Preisen entsprechend erhöht.
In einer kurzen geheimen Sitzung wurde der Ver¬
wendungszweck der Mngdan - Ebrenstiftung sestoelegt, ein
Ehren!old erhöht und der Svndikns der Gemeinde in den
Ruhestand verseht.
Bund jüdischer Frontsoldaten. Ein äußerst gelun¬
gener Bierabend vereinte eine überaus zahlreiche Gesellschaft
oer Mitglieder am Dienstag in der Lessing.Loge. Ernst»
und heitere Darbietungen, von denen hier nur die mit tosen¬
dem Beifall aufgencmmenen Gesangsvorträge von Ludwig
S t ö s s c l und Lore B i r n genannt seien, wechselten mit¬
einander ab. Fin Mittelpunkt des Abends stand eine zu
Herzen gebende und die Forderungen des Tages' scharf um¬
grenzende Ansprache des Vorsitzende'.! Tr. Ernst Franke l.
Dre schönen Siunden werden, verbunden mit dem Dank an
die Veranstalter ves Abends, allen Teilnehmern unvergeßlich
bleiben.
Jüdischer Schulverein. Am Donnerstag, den ^G. Fa-
mtnr, sanv im großen Saal der Lcssingloge eine Versamm-
lnng statt, in der Schuldirektor Dr. N. Schlesinger-
Berlin uns Rabbiner Dr. M. 2 t m o n f o h n - Breslau
»bcr das Tbema „Die Mische Schule, eine Zeitsrage" sprachen.
„Eine Nacht im Märchenland" veranstaltet das
Ballet- und Sänger-Chor des Breslauer Stadtthcaters am
Sonnabend, den is. Februar m sämtlichen, dem Cbarattcr
des Festes entsprechend dekorierten Räumen des Luna-Parles.
Das ebenfalls dort gefeierte und äußerst wohlgelnngenc, letzte
Kostümfest „Ein Karneval in Venedig" dürfte noch vielen
B'.eslanern in bester Erinnerung sein und die vom Vor»
jitliu’ bekannte hud bewährte Festleitung wird es sich ange-
':gen sein lassen, das vorjährige Fest in Bezug auf Glanz
der Ausstattung und Güte der Darbietungen noch zu über-
lreffen. Namhafte Künstler der yiesiaen Theater haken de-
im* i're Mitwirkung zugesagt, sodas; der Besuch dieser als
„Ereignis vcr Safton" anzusprechendcn Veranstaltung nur
empfohlen werden kann. — Der Karten-Vorverkaus beginnt
Sonnabend, den 4. Februar, Verkehrsbüro Bürasch, Ring.
1877
45
Jahre
Fachmann
1922
OptiKer GARAI :: AlbrecKtstr. 4
Go^tßsöißnst in den Gemeinde-Synagogen
zu Breslau: «mw»,.
Freitag
Sbd.
3./2.
Beginn
abends
5.00 ü.
5.00 Ü.
4./2.
Fffitiiottesdienst
morgs.
Vodwitags-
sgiagsas
6.45 UJ
Hpigottesdienst
vorm.
8.45 ü.
9.00 ü.
Predigt
vorm.
9.45 D.
SJjriftßTklgninq
vorm.
10.10U.
Jqgend oflnd.
nachm
3.30 ü.
3/0 U. :,!
8chluß
abends
5.-9 U.
5.29 Ü.
5./2.
bis
Bej^nn
morgs.
6.45 ü.
7.15D.
10.'2.
abends
5.00 ü.
5.00 0.
An den
Woch.-
taeen
* Im Krstikenhnus
Konf rmation in der Neuen
flitz er (Vater Simon) Stcrnstr.
(Vater Ernst) Charlottcnstr. 25 .
Lu wio) Aueustastr 1 !).
Synagoge. Heinz Losch'
116 . Fritz Michclsohn
Egon Foppelauer (Vater
AM Jlsroel Ortsgruppe Breslau
Donnerstag, dien 9* Februar 1922
abends 8 (Jhr
Großer Lessingsaal
Vortrag
des Herrn Rabbiner Dr« SilüOltSOhlt S
,,Ein Bannerträger des gesetzestreuen
Judentums im Kampfe gegen die Reform
um die Mitte des vorigen Jahrhunderts“.
Zahlreicher Besuch von Mitgliedern und Gästen
aller Richtungen willkommen.
Der Vorstand.
Nachruf!
Mitten in rler Ausübung seines Ehrenamtes ist
einer unserer liesten
Herr Professor
Dr. Albert Wohlauer
der Vorsitzerde unserer Repräsentanten-Versamm¬
lung, die er noch in ihrer gestrigen Sitzung mit
der ihm eisernen Frische und Sachlichkeit geleitet
hat, heut plötzlich verschieden.
Der Ver-stoibena war. wohl vertraut mit der
Geschichte und ihrer Zusammenhänge, ein be¬
geisterter Anhänger seines deutschen Vaterlandes,
von d essen Njederganae er aufs Tiefste betroffen
war. Den Überlieferungen seines Vaterhauses
getreu und in der Literatur des Judentums und
seiner Geschichte bewandert, hat der Verstorbene
seine ganze Kraft bis zu seinem leiden Atemzuge
den Interessen unserer Glaubensgemeinschaft ge¬
widmet Seit U)0t> unserer Repräsentanten-Ver¬
sammlung angnhürend, wurde er 1914 durch das
Vertrauen der Vertreter der Gemeinde zum Vor¬
sitzenden dieser Körperschaft berufennnd bewährte
sich auch in diesem Amte durch sein Wissen nnd
seine unnestecnlicbo Gerechtigkeit in glänzender
Weise, t-odnß sein Hinscheiden eine schwer aus-
iiillbare Lücke fiir die Gemeinde bedeutet.
Wir werden seiner nie vergessen.
Breslau, den 30. Januar 1S)22.
Bet Votsfami and die Renßsentantm-Venaflimlang
der Smogen-GesuM.
Am 30. Jannar 1922 entriß ans ein jäher Tod
unser hochverehrtes außerordentliches Mitglied,
Herrn Professor
Dr. Wohlauer
Er war ein Sechziger, aber das Feuer wahr¬
haft jugendlichen Kampfeseifers, das in ihm lohte,
die t 1 lamme der Begeisterung, die von ihm zu uns
herüberschlug, so oft er zu uns sprach, machten
ihn zu einem der unserigen, zu einem Bannerträger
unserer Ideale. Wir wollen das Andenken dieses
prachtvollen Mannes ehren, indem wir stets in
Keinem Geiste eintreten für die Versöhnung der
künstlich erzeugten nnd geschürten Gegensätze
zwischen Judentum und Deutschtum und für eine
fortschrittliche, positive Entwickelung unseres
alten heiligen Glaubens.
Jüdisch*liberaler Jugendverein zu Breslau
Erich Bayer, Curt Brlenltzer, R.-A. Erich Spitz
Vorsitzende.
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Sonnabend, den 4. Februar
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bis 4. Februar
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Nikoiäistraße r
Am SO. Januar d. J. verschied unerwartet
Herr Professor
Dr. Albert lüohlnuer
der langjährige Vorsitzende unseres Bundes.
Er hat die Geschicke unserer Vereinigung
mit Umsicht und mit der ihm eigenen Menschen¬
liebe in schwerer Zeit geleitet. Wir waren
stolz ihn unseren Führer nennen sn dürfen
nnd unsere Dankbarkeit folgt ihm über das
Grab hinaus.
Jüdischer Frauenbund
zu Breslau.
YMW -jMWille MM.
Die Neueinteilung der Kurse für das 2 Halb-
semester findet am Donnerstag, den S. Februar,
abends 8 Ahr, im großen Auditorium des
Rabbiner-Seminars» Wallstraße 141» statt.
Es wtrd beabsichtigt, etwa 8 Kurse in 4 Stufen
abzuhal.len und das ganze Jahr durchzuführen.
Einzelwünsche können nur bei persönlicher Be--
teiligung an der Schülerversammlung berücksichtigt
werden.
Für Kinder werden besondere Kurse ztt ge¬
eigneten Tageszeiten eingerichtet.
Schriftliche Meldungen sowie Auskünfte an
vr. piek, Höfchenstraße 8. — Telefon: Ohle 1578
(wochentags 7—8 Uhr abends).
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