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Hlis Sem Reich.
flrbeitsgemeinschast jü-ifch-librraler Jugen-verelne
Deutschland-.
Der Vorstand hol in seiner letzten Sitzung beschlossen,
die „Mtteilunaen" aiL 1. April als vievtvöchentliche Beilage
der „Iiidisch-l-beralen Zeitung" erscheinen zu lassen. Bis
zum 1. April erscheint noch ein« Nummer der „Mit¬
teilungen" wie bisher als Sonderheft
Der Delegiertentag des Verbandes der jüdischen
Lehrervereine im Deutschen Reiche
.findet in diesem Jahre am 6. und 7. Juni in Berlin
statt. Vorsitzender des Ortsausschusses ist Kollege Her¬
mann Kaltenberg, Berlin N. 37. Lottnmstraße 22.
Telephon Norden 3222.
Das Zentralbureau, wohin alle Zuschriften
zu richten sind, befindet sich bei Frau A. Rosenthal-
B u d w i g, Berlin NW. 52, Calwinstraße 20. Telephon
Moabit 3615.
Köln. Provinzialverband rheinischer Shnagogen-
gemeinden. Der Ausschuß des Provinzialverbandes rhei¬
nischer Synagogengemeinden befaßte sich in seiner letzten
Sitzung am 15. Januar mit der Frage der Zentralisation
der jüdischen Wohlfahrtspflege im Rheinland. In einem
einleitenden Referate skizzierte der zweite Vorsitzende der
Aentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Herr Rab¬
biner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, die Ziele und Aufgaben
einer solchen Bezirksstelle. In Baden. Württemberg und
Hessen-Nassan sind bereits solche Bezirksstellen gegründet
worden, und sie haben segensreich gewirkt. In der Mit¬
arbeit aller südlichen Gemeinden att den sozialen Aufgaben
der gesamten Iudenheit, die nur durch Zentralisation in
Bezirksverbänden ermöglicht weiden kann, erblickt der Re¬
ferent außerdem ein Erziehungswerk, das die „autonome"
Gemeinde einfügt in die Gesamtheit, das die erstrebte Or¬
ganisation verwirklichen hilft, das die inneren Gegensätze
ausgleicht, weil praktische Betätigung, aber nicht Aus¬
tragung theoretischer Meinnngskämps« in Imge kommt.
Me diese direkten und indirekten Ziele können aber nur
erreicht werden, wenn die soziale Wohlfahrtspflege in Be¬
zirken. die in geographischer, wirtschaftlicher oder politischer
Beziehung eine Einheit bilden, zusarnmengefaßt wird.
Darum fordert er den Ausschuß des Pwvinzialverbandes
auf, die Zentralisation der Wohlfahrtspflege im Rheinland
durchzuführen. In der Diskussion sprach Herr B. Feil-
chenfeld, Köln. Er wies darauf hin, daß in Köln die
Forderungen des Referenten auf dem Gebiete der Wohl¬
fahrtspflege seit Jahren PetzwiMcht sind. Et würde es
begrüßen, wenn diese guten Ersahmiraen für die ganze
Provinz fruchtbar aemacht würden. Zu erstreben sei, die
notweudiaen Mittel für die Wohlfahrtspflege durch aus¬
reichende Umlagen der Gemeindesteuern zu erlangen, um
den Weg des unaufhörlichen Sammelns endlich vermeiden
zw können. Er Wtomti, daß die Gemeinden Lei der Auf¬
stellung deS Etats nicht großzügig genug auf diesem Ge¬
biete sind. Nach einer kurzen Debatte über das Verhältnis
der neu nt gründenden Organisation zu der Zentralwohl¬
fahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin wurde folaende
Resolution einstimmig anoenommen: „Der Ausschuß des
Provinzialvetzbcmdes rheinischer Synaoooenaenreinden be¬
schließt in Verbindung mit der Zentralwoblfabrtsstelle der
deutschen Juden in Berlin die Schaffung einer WMfahrts-
zentrale für das Rheinland und beauftraat den Vorsitzen¬
den, zusammen mit der WMfäbrtszentralisation der Ge¬
meinde Köln, weiteres zu veranlassen."
Breslau.
Herr Gerichtsassessor Dr. Iadesohn van der Staats¬
anwaltschaft Breslau wurde zum Staatsanwalt ernannt.
Mit ihm hat der erste Jude seinen Einzug in die Bres¬
lauer Staatsanwaltschaft gehalten Der Ernannte hat
sich wicht nur in der Praxis, sondern auch als Theoretiker
auf dem Gebiete des Steuerstrafrechtes erfolgreich betätigt.
Jüdischer Kiiirftlerabend. Am 20. Februar findet
abends 8 Uhr im Saal der Gesellschaft der Freude ein
Künstlerabend statt, dessen Programm von Mitgliedern des
Jüdischen Künstlertheatcrs. Berlin (Wil-
naer Truppe) bestritten werben ^wltd. (2. Inserat.)
Carl Hauptmanu-Gedenkseier. Die Reziiatorin Frl.
Judith Cohn veranstattet am Sonntag, den 12. Februar,
vorm. 11% Uhr, in der Büchediele. Kaistr-Wilbelmstraße 21,
eine Gedenkfeier für den verstorbenen Carl Hauptmann.
Der Verein der Posener veranstaltet anr 11. d. Mts.
in den Räumen deS Hotels „Vier Jahreszeiten" ein Wirtter-
vergnügen, auf das hiermit besonders hingewiesen sei.
Theater-Nachrichten.
Lobetheater.
Erstaufführung von Wedekind's $ ai tu mers ä n g c ; t"
und Schnitzler's „Der grüne Kakadu"
am 4. Februar 1922.
ES war gar keim üble Idee Barnay's, diese beiden
wertvollen, literarisch und psychologisch interessanten „ollrn
Kamellen" zusammen neu zu inszenieren. Denn beide Ein¬
akter verspotten in tiefer und geistreicher Weise das Komö-
diantentum im Menschen, das schließlich jeder nach Wabrheit
Strebende einmal iti der eigenen Brust entdeckt. — Merk¬
würdig. Wie verschieden die Wirkung der beiden Stücke war:
das Werk des genialischen Wedekind war verblaßt und hinter¬
ließ nur schwache Eindrücke, während die Groteske des Wie¬
ner jüdischen Dichters Schnitzler, der doch nicht mehr als
ein kluger Plauderer und e,in großes Talent ist, wieder eine
zündende Wirkung ausübte.
Im „Kammersänger" treibt der leider viel zu früh ver¬
storbene „SexualshaSespeare" einen diabolischen, mit Herzblut
geschriebenen Ulk „mit. der .Hohlheit und. dem schnoddrigen
Egoismus dej' KunstindufirteNeNt fein infernalischer''Hohn
ailt ferner gewissen widerwärtigen Zügen der weiblich m
Durchschnittspsyche. Beiden künstlerischen Absichten wurde die
Darstellung durchaus nicht gerecht: Ludwig Barg war als
Geraldo gar zu beauem, spießbürgerlich-bonvivantmäßig. und
so verpuffte dev Wedekindsche Esprit; das wundervoll-edle
Spiel Hedda Lembach's als Helene und der lebensecht-rrarei-
sende Märtyrer des- Idealismus Karl Zistig'S konnten nur
wenig retten. —
Was dieser Aufführung fehlte, hatte die Inszenierung
des Schnitzler'schen Stückes in erfreulich großem Ma^r:
Stimmung, beschwinates Tempo, hinreißenden RbMbnms und
leuchtende Farbe. Man vergaß, daß hier ungeheure, Welt«
bisiorisch-tragische Beaebenheiten zu literarisch-artistischen Spie-
lernen herhalten mußten, ein bedeutender Regisseur —- Paul
Barnay — hatte aus dem htuaeworfenen Sketch ein lodern«
des Bacchanal gemacht, dessen Töne bald in allen Herzen
mitichivaugen. Bewundernswert war es. wie die Rraie das
rauschende Crc^endo des Stückes herausholtc: ersi klang das
Geräusch des Aufruhrs nur gedämpft von außen herein,
dann steigerte sich bis zum Schluß die Gewalt deS Revo«
lutionslärmes mit der Marseillaise zum gewaltigen Forte.
Herrlich das Bühnenbild! Unheimlich mischten sich Spiel und
Wirklichkeit in Prosperes Perbrecherkeller und sämtliche Dar¬
steller wurden von der Wette der ausgezeichneten Spickleitunx
emvorarhoben und gäben ihr Bestes. Man kann nur loben:
Kaiser's Tpelunkenwirt, Zistig's dämonisch-vertrottelter Mör¬
der. Böhme's randalierender Hetzer, Höcker's posierender Ko¬
mödiant und vor allem Renfer's ungemein eindrucksvoller
und für mein Empfinden schlechthin unübertrefflicher Henri,
— alles unvergeßliche Leistungen! — Recht gut und leben-
dia tvaren auch die Grisetren der Damen Meller und Moest,
voll wirksamer Physiognomie die Aristokraten der Herren
Barg, Falkenhauseu, Meinecke usw. usw.
Eine der besten bisherigen Ausführungen Barnay's.
— Das Publikum war mit Recht begetsterl und jubelte
— Wenn's so weiter geht, wird aus unsrer guten, alten
..Provinzmetropole" noch eine richtige Kunst- und Theater¬
stadt! — Pflicht der Breslauer ist es jetzt aber, auch ins
Theater zu gehen; . . . zum Kulturschaffen geboren immer
zwei Teile, der primär-gcbende — der ist jetzt Gott sei Dank
vor b annen! — und die sekundäre „Menge", die „mitmad’t“.
. . . Ach! Die Zeiten sind so bitterböse, wie sie noch nie.,
mals lvarcn! — Wir brauchen ja die K u n st. die unser
ganzes belämmertes Dasein ein bißchen erhöht, wahrlich
nötiger, denn je! ... Dr. L. D.
Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze, welche
die persönliche Meinung deS Verfassers zum Ausdruck
bringen, übernimmt die Schristleitung nur die preß»
gesetzliche Verantwortung.
V . • . . '*
198* Kalender 5682
Wochentag
Mo
Febr.
28 T.
nat
Sdiebit
30 T.
Sabbath-
Ausgang
Wochen-
abschnitt
Propheten-
ablchniit
Freitag
Sabbath
10.
11.
13.
13.
Breslaus
2. Buch
Kap. 13"—17»
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dichter 4, 4*24
5,1-31
1877 GED 1922
OptiRer GARAI rr Albrechtstr. 4
GoMeml ln den ‘ ‘ ‘ -Synagogen
ZU Breslau! Hilm. keim.
Freitag
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Beginn
abends
5.00 ü.
5 . 000 .
Sbd.
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Froh ]ottei dienst
tnorgs.
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1 . 150 *
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abends
540 V.
5 . 400 .
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Woch.-
12 ., 2 .
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Beginn
morgs.
6.45 D.
7 . 150 .
tagen
17 . < 2 ,
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abends
5.00 ü.
5.00 0 .
* Im Krankenhaus.
Wesen Kohlenmangels fällt der Jugendgottesdienst in der
Allen Synagoge an diesem Sonnabend aus.
Konfrmation in der Neuen Synagoge: Paul Jissek,
Sohn des verstorbenen Jakob J.
Unsere celiebte, teure Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter, unsere liebe, gute Schwester,
Sch wäget in und Tante
Jenny Mncr
ged. Holländer
ist deute von ihrem schweren Leiden durch den
Tod erlöst worden.
Breslau 18, Kattowitz, Flensburg, 5. Februar 1922
Oranienstrafle 11.
Im Kamen aller Trauernden:
Fritz Warschauer.
Erich Warschauer, Amtsgerichtsrat
Lothar Warschauer.
Helena Warschauer geh. üenschel.
Margareta Warschauer geh. Soberskl
Lotta Warschauer.
Lanl Warschauer.
MWW NWWlllrMlM.
Die Vorlesungen des
Herrn Doc. Dr. IsadiN über
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zU.Meilaliße.Ttt- 1 . Stfchahe. Sreidt
vnanfiaUet Btsntag. den 90. 9«br., 8 Uhr adends, im
Saal der Gesellschaft der.treundk. N-'ue Grrupenstr., «inen
Udischkit Mler-AbtO
Aa-führenve:
ISd. Künstler-Theater, Kerttn
Wllnaer>Truppe
uni» der beiamite lüd. Schriftsteller: vavlck Bargalaohn-
Vorvezkaaf bei Baraavh, allen jüdischen Puch-
bandlun.M und im Sekretariat der ,Pcale Zion",
Albrechttstraße 50, ll.
f Arnhold Rosenthal %
U Neue Sdiweidnitrer Straße 5 J
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s iiimiiiiiiiiiiimmMiiiiviiMiiimmMHiiiiiiiMtntiiiiiiiiHiiHiinifimmiiiiiiiiiiitiiiniiii §
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aufmerksam.
Herr Otto Laubinger vom Staatlichen
Schauspielhaus liest aus Alfted Kerr.
Herr Stroh spricht einleitende Worte
und von einer Sängerin werden Kerr»
Lieder zum Dortrag gebracht.
Wir bitten um zahlreichen Besuch.
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Bestellungen aus die „Indisch-liberale Zeitung" -WW
könne« durch Einzahlung ans Postscheck-Konto BreSlan Rr. 45 387 oder durch Postkarte an die Expedition erfolge».
Herausgeber: Liberaler Verein der Synaaogen-Demeind« Breslau. — Verantwortlich für den Inhalt: vr. Julius Loeb; für das Feuilleton: 0r. Ludwig Davidsohn: beide in Breslau.
Druck und Kommissionsverlag: Th. Schätzt», Buchdruckerei und DerlaaSanstaU. G. m. b. H^ Breslau ÜI. Neue Graupenstratze 5.
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