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Berlin, 4. Januar 1929
9. Jahrgang
Bismarck und Rothschild
Von Tr. jur. I. Levy-Berlin.
Tic Revolution war vorüber, das Junkertum hatte die
Demokratie überwunden und hatte in Olmütz Preußen unter
das österreichische Joch gebeugt. Ter Prinz von Preußen,
der nachmals Kaiser Wilhelm I. wurde, hatte seinem könig¬
lichen Bruder den Degen vor die Füße geworfen mit den
Worten: „Unter dir kann man nicht mehr mit Ehren dienen."
Anders urteilte Otto von Bismarck-Schönhausen. Er machte
sich in der Kammer zum Anwalt des Abkommens von Olmütz,
das den im Juli 1848 selig entschlafenen Bundestag ins
Leber: zurückrief, und wurde bald darauf zum Vertreter Preu¬
ßens bn dieser Körperschaft ernannt. Am 10. Mai 1851
traf er in Frankfurt ein, um für sich und die Seinen
eine Wohnung zu suchen.
Alsbald schrieb er seiner Frau, Frankfurt sei gräßlich
langweilig, und den: Gelde nach der Vornchmste sei Roth¬
schild. Er hatte des alten Freiherrn Amschel Meyer,
des Chefs des mächtigen Banthauses, Besuch empfangen und
bekam durch ihn ein glänzendes Landhaus, das Rothschilds
Bruder Carl Meyer benutzt hatte. Bismarck verfehlte nicht,
den Besuch zu erwidern, worüber er seiner Frau Bericht erstat¬
tete: „Einliegende Blättchen habe ich im Garten des alten
Amschel Rothschild gepflückt, der mir gefällt, weil er eben
ganz Schacherjude ist und nichts anders vorstellen will, dabei
ein streng orthodoxer Jude, der bei seinen Diners nichts
anrührt und nur gekauschertes ißt." Er erzählt weiter, w:e
Rothschild, als er ihm den Garten zeigen wollte, dem Diener
aufgab, „epps Brot vor die Rehcher", zahmes Damwilds
mitzunchmen, wie er ihm eine für 2000 Gulden gekaufte
Pflanze für 1000 anbot oder gar schenken wollte: „Ich schätze
Se aufrichtig, Herr Beraun, Se sind e schemer Mann,
e braver Mann." Rothschild selbst dagegen fct „ein kleines,
mageres, eisgraues Mänrrchen, ein armer Mann nt feinem
Palast, kinderlos, Witwer, betrogen von seinen Leuten und
schlecht bchandelt von vornehm französierten und englifter-
len Neffen, die seine Schätze erben." Bismarck wurde von
Rothschild zum Diner eingeladen, ziemlich lange bevor es
stattsinden sollte, und erwiderte scherzhaft, er werde kommen^
wenn er noch lebe. „Diese meine Antwort," schrieb er an
seine Frau, ,chat ihn erschüttert, so daß er sie allen Leuten
erzählt. Was soll er nicht leben, was soll er doch sterben,
is er doch jung und stark." Bismarck war damals 36,
Amschel 78 Jahre alt.
Und es kam bald genug der Tag, an dem der preußische
Gesandte, der ehedem Olmütz verteidigt hatte, erbittert verzeichn
nete: „O Bund, du Hu:ü>, du bist nicht gesund." In Berlin
war er für Oesterreuh eingetreten; in Frankfurt wurde er
Oesterreichs schärfster Widersacher. Zu einem gelinden Krach,
bei dem auch Rothschild in Mitleidenschaft geriet,, sollte schon
der Haushalt für die deutschste Flotte fahren. Sie war das
einzige, was von der deutschen Begeisterung des „tollen Jahrs"
übrig geblieben war. Ader die kostete Ged. Und daran fehlte
cs. Also beschloß (zufällig als Bismarck auf Urlaub m Berlin
war) der Bundestag, um fkfy wie der Vertreter Oesterreichs,
Graf Thun, bemerkte, nicht geradezu einer Meuterei auf den
Schiffen oder einem schimpflichen Bankerott auszusetzen, bei
Rothschild eine Anleihe man 260000 Gulden aufzunehmen,
unter Verpfändung der bei ihm deponierten Bundesgeldern.
Kaum hatte Bismarck davon Mitteilung erhallen, so ließ
»r bei Rochschild Protest erheben. „Wir behalten uns
gegen das Haus Rothschild den Regreß für alle uns oder
dem Bunde aus der Zahlung erwachsenden Nachteile vor."
Rothschild befand sich in der Zwickmühle. Er wollte es nicht
mit Oesterreich und nicht mit Preuße» verderben; er war
aber auch der Bankier des Bundes und Verwalter seiner
Gelder. Und hatte den Weisungen, die ihm von Präsidial¬
gesandter:, dem Grafen Thun, zugingen, zu folgen, sollten
die Geldgeschäfte des Bundes nicht, wie ihm angedroht wurde,
einem anderen Bankhaus übertragen 'werden.
Unterdessen tobten die Diplomaten gegeneinander. Preu¬
ßen, so schrieb Graf Thun am 12. Januar 1852, an feine
Regierung, habe „zu dem schmählichsten und schimpflichsten
aller Mittel — einem Protest beim Juden gegen den
Bund — seine Zuflucht genommen." Tas könne der Bund
sich nicht gefallen lassen, selbst wenn der Krieg die unver¬
meidliche Folge wäre. Aehnlich schrieb er an Bismarck selber,
er hätte nie gedacht, daß eine deutsche Regierung das Anse.)«::
des Bundes dermaßen, in den Kot ziehen könne, daß sie
„gegen einen Bundesbeschluß bei einem Juden
protestiere". „Tas gesteh« ich, darüber tre de ich erröten,
so lange ich lebe." Worauf Bismarck schars erwidette:
„Nicht uns sällt es zur Last, wenn der Bund, wie Sie
sagen, durch Verhandlung mit einem Juden m den Rot
gezogen wird, sondern denen, die die Geschäktsverbindung
des Bundes mit einem Juden dazu benutzt haben, auf
eine verfassungswidrige Weise die im Gewahrsam des Ju¬
den befindlichen Gelder des Bundes ihrer traktatmäßigrn
Bestimmung zu mtzichen."
Auch, bei persönlicher Benennung erfolgten ähnliche Aus¬
einandersetzungen zwischen beiden Erzelmreu, zwischen denen
einen Ausgleich zu schaffen sich Rochschild vergeblich be¬
mühte. Schließlich erklärte Amschel Meyer, es hieße die
Bon Prof. Dr. A l f r
In seinem durch die Frage des Anschlusses von Oester¬
reich veranlagen Briefe an Briand verweist Professor Schücking
auf Renan: „Gerade Ihr Landsmann, der große Religions¬
philosoph, hat festgestellt, daß das Wesen der Natton ledig¬
lich im Subjekttven liegt." Der seinerzeit wohl einflu߬
reichste ftanzösische Forscher hat selbst seinem im März 1882
an der Sorbonne gehaltenen Vortrage: „Qu'est-ce qu'une
natton?" den höchsten Wett beigemessen: „Ich habe", sagte
er später, „jedes Wort aufs sorgfälttgste abgewogen; er ist
mein humanitäres Glaubensbekenntnis, und wenn die moderne
Zivilisation versunken sein wird, möge man sich jener Seiten
erinnern." Renans Vortrag hat tatsächlich nicht nur in
Frankreich nachhaltig eingewirkt; eine 1909 in den Annales
politiques et litteraires veröffentlichte internationale Umfrage
über die Idee des Vaterlandes ist von dem Geiste erfüllt,
der darin lebt. So stützt sich auch der Hallenser Geograph
Alfred Kirchhofs (Was ist nattonal? 1902) auf Renan, der
„alle bisherigen Versuche, den Begriff der Nation zu erklären,
mit durchschlagenden Gründen zurückweist und zum Schluß
mit der ganz neuen Deutung überrascht: Eine Natton ist
eine große Gemeinschaft, die sich gründet auf das Bewußtsein
opferwillig für die Gesamtheit vollbrachter Taten und auf das
Einverständnis, auch künftig in dieser aufopfernden Gemein¬
samkeit weiter zu leben. Die Existenz einer Nation ist ein
Tag für Tag fertgesetztes Plebiszit."
Es war Kirchhoff entgangen und ist allgemein übersehen
worden, daß Renan offensichtlich auf Lazarus fußt. Der
Begründer der Völkerpsychologie, vor einem halben Jahr¬
hundert einer der gefeiertsten Denker, war dem von Stöcker und
Treitschke entfesselten antisemitischen Sturme in seiner vor¬
nehmen Weise u. a. im Dezember 1879 durch einen Bortrag:
„Was heißt national?" entgegengetreten, ein „Manifest hoher
Menschenwürde", wie ihn Paul Heyse nannte. Durch einen
Neffen ließ er ihn Renan überreichen. Auffällig ist, daß dieser
Lazarus nicht genannt hat. Wahrscheinlich war der in hu¬
manitären Dingen kongeniale Forscher sich der Entlehnung
nicht bewußt; der Vorwurf des Plagiats dürste einem Renan
gegenüber nicht gerechtfertigt sein. Lazarus' Selbstlosigkeit
ließ eine Verstimmung nicht aufkommen. Als man ihm aus
Paris schrieb, ob er nicht seine Priorität für die Hauptgedanken
in Renans Vorttage geltend machen wolle, antwortete er:
„Ich freue mich so sehr, daß Renan für meine Gedanken
mit seinem Namen Propaganda gemacht, daß ich aus die Nen¬
nung meines Namens gern verzichte."
Den Kern seines Vortrages hatte Lazarus schon vor
nunmchr 70 Jahre:: in dm „einleitenden Gedanken" der
e d L e i ch t, Meißen.
von ihm mit Steirtthal herausgegebenen Zeitschrift für Völ¬
kerpsychologie und Sprachwissenschaft gegeben. Galt es doch,
zunächst die Begriffe Volk und Volksgeist zu klären. Seine
Ausführungen gipfeln darin, daß das Wesen der Nationalität
nur aus dem Geiste zu verstehen ist: „Der Begriff Volk
beruht auf der subjekttven Ansicht der Glieder des Volkes
selbst von sich selbst, von ihrer Gleichheit und Zusammen¬
gehörigkeit. Handelt es sich um Pflanzen und Tiere,
so ist es der Naturforscher, der sie nach objekttven Merk¬
malen in ihre Arten versetzt; Menschen aber fragen wir, zu
welchem Volke sie sich zählen. Rasse und Stamm bestimmt au<ü
dem Menschen der Forscher objektiv; das Volk bestimmt
sich der Mensch selbst subjektiv, er rechnet sich
zu ihm. . . Volk ist ein geistiges Erzeugnis der Einzelnen,
welche zu ihm gehören; sie sind nicht ein Volk, sie schaffen
es nur unaufhörlich. Genauer ausgedrückt ist das Volk das
erste Erzeugnis des Volksgeistes; denn eben nicht als Ein¬
zelne schaffen die Einzelnen das Volk, sondern insofern sie
ihre Vereinzelung aufheben. . . Das Selbstbewußtsein des
Bottes wird sich immer auch auf solche objektiven Verhältnisse
wie Abstammung, Sprache, Staatsleben usw. stützen; der sprin¬
gende Punkt in ihm aber ist jener subjektive, freie
Akt der Selbsterfassung als ein Ganzes und als
e:n Bott... Der Wille — dieses persönlichste, den
Charakter am meisten bestimmende Element des menschlichen'
Gemüts — der Wille der Stämme allein entscheidet."
So ist Lazarus der erste, der — bereits 1858 — die am
Eingänge der Reichsverfassung von 1919 stehende Idee des
Selbstbestimmungsrechts ersaßt und auf sie den Be¬
griff des Bottes gegründet hat. Er stellt den Menschen
vor eine sittliche Aufgabe, denn das Leben des Bottes erfor¬
dert Zusammenschließung, Hingebung; es zerfällt wenn
Egoismus herrscht. Die Völkerpsychologie, wie Lazarus und
mit ihm Steinthal sie verstcht, die Psychologie des Gesamt¬
geistes der Menschheit, ist die Grundlage seiner Echik, die als
Ideal die Erhebung aller Völker zur sittlichen Einheit des
Menschengeschlechts erkannt. Die Nationen sollen ihre Eigen¬
art immer reicher entfalten. Zugleich aber schließt alle Kul-
turtätigkeit zusammen. Die messianische Friedensidee „birgt
in sich nicht einen Gegensatz gegen den Patriotismus, son¬
dern sie macht dessen wahre Vollendung aus; sie lehrt, daß
die Völker gemeinsam wirten sollen, wie innerhalb des Staats
die Städte, die Provinzen. Wahrhaft patriotisch sein, heißt:
den ngenen Staat zum wirksamen Gliede in der Gesamt¬
einheit der Menschheit echeben." Dieser wahre Völkerbund
bildet den Schlußstein von Lazarus' Philosophie des Wir.
B8SS
Grenzen seiner geschäftlichen Wirksamkeit unverantwortlich
überschreiten, wollte er sich ein Urteil über eine in der Bun¬
desversammlung herrschende Meinungsverschiedenheit anmaßen
und dm VorAuß verweigern, zu dessen Leistung er von
dem zuständigen Präsidialgesandten aufgefordert worden fei.
Er zahlte also die zunächst verlangten 60000 Gulden als
Teil der Gesamtsumme von 260 000 Gulden. Ter Rest ivurde
nicht mchr beansprucht; dmn -- die Flotte kam unter den
Hammer. Die deutsche Zukunft lag nicht mehr auf dem
Wasser.
Aber Bismarck grollte. Sonderlich getraut hatte er Roth¬
schild auch vorher nicht. Als das Frankfurter Haus sich um
den Hofbanliertitel in Berlin bemüht hatte, war der Antrag
auf Bismarcks Bericht —- er finde, daß die Herren von
Rothschild für ihr etwaiges Wirken im preußischen Interesse
hinlänglich durch Geldvortelle entschädigt seien - vom Mi¬
nisterpräsidenten. von Manteufsel abgelchnt worden. Jetzt,
da er in dm Rothschilds Parteigänger Thuns sah, brach
er dm Verkehr mit ihnen ab, leistete chren Einladungen
keine Folge, ja regte sogar bei Manteufsel dm Abbruch
der geschäftlichen Beziehungen der prmßischen Regierung zum
Hause Rochschild und dessm Ersetzung durch das Haus Beth-
mann an. Tie Fortsetzung des bisherigen Ver¬
kehrs, schrieb er, dürste so ausgelegt werdm,
als habe sich die Regierung überzmgt, daß das
Haus Rochschild nicht habe anders handeln können.
Manteuffel befragte den Finanzminister von Bodelschwimp,
und der befragte den Seehandlungspräsidenten. Tie Seehand¬
lung, lautete dessm Bericht, habe bei Rochschild sehr viel
Kapitalim zu jederzeit freier Verfügung; wer biete die gleiche
unbedingte Sicherheit? Gebrüder Bethmann hattm sich ber
dm preußischm Anlechen 1850 und 1852 versagt, die Roth¬
schilds sich bei allm prmßischen Anleihen und Finanzopera¬
tionen mit großen Summen beteiligt. Weitere Bckm'en über
Bedenken bis zum Schluß: die von Bismarck beantragte Ma߬
regel sei zu unterlassen. Was Manteuffel schr recht war. Und
ein paar Monate später auch dem Antragsteller.
Dmn Otto von Bismarck war plötzlich an Rothschilds
Seite geraten. Nämlich: die Freie Stadt Fran'ffurt, die lange
Zeit von Freiheit und Gleichheit nichts gewußt hatte, - dm
Juden gegenüber —, hatte in den Revolutionstagm unter
dem Druck der Ereignisse selbigen Judm die bürgerliche und
staatsbürgerliche Gleichstellung gewahren müsim. Drei Jahre
später fühlten sich zwölf Bürger Frankfurts gemüßigt, eine
Eingabe an den Senat der Stadt zu richten, und die Er¬
klärung zu verlangen, daß die Gleichstettungsgesetze als „nicht
legal herbeigesüyrt" anzusehen seien. Ter Senat leitete die
Eingabe an den Bundestag weiter, wo ihr, da es sich, bei
dm Zwölf um Katholiken handelte, Graf Thun seine Unter-
Unterstützung lieh, sintmmalm er schon bei dem Flottm-
konflitt gezeigt hatte, daß er die Juden ttef unter die übrige
Menschheit stellte. Was wunder, daß sofort, da Thun rechts
ging, Bismarck nach links schwenkte! Er trat dem Bundesbe-
schluß vom 5. August 1852, der wirklich die Stadt Frankfurt
aufforderte, die Bestimmungen über die Rechtsgleichheit der
Juden für ungülttg zu erklären, entgegen, leistete Einladungen
zu dm Rothschilds wieder Folge und gab sogar, als chre
Ernennung zu preußischen Hofbankiers abermals zur Sprache
kam, ein befürwortendes Gutachten ab. Der Wiener Rothschild
hatte inzwischen die österreichische Sftegienmg belehrt, daß in
Frankfurt von einer Gefahr der Majorisierung der Christen
durch die Judm keine Rede sein könne, da unter 57 550
dortigen Bürgern nur 3500 Juden seien. Er bat, eine Ver¬
schlechterung der Rechtsstellung seiner Frankfurter Glaubms-
gmossm, wie sie der Bundesbeschluh erstrebe, zu verhindern.
Und siehe da, Graf Thun wurde abberufm. Bismarck aber,
dm: gerade Mantmffels Wunsch- das Haus Rothschild für
eine geplante Eisenbah-nanleihe günstig zu stimmen, schr gelegen
kam, empfahl jetzt, da Graf Thun sich über das Haus Roth¬
schild ärgern konnte, nicht nur die Titelverleihung, sondem
auch noch eine Ordmsauszeichnung fü reinen RothschiL.
Friede, Frmde, Einigkeit!
„Eine eigmtliche antiprmßische Tendenz," schrieb Bis¬
marck am 5. Januar 1853 an Manteuffel, „haben die Roth¬
schild nie verfolgt," sondern sich bei dem Konflikt über di«
Flottmanleihm vor Oesterreich mchr gefürchtet als vor Preu¬
ßen." Auch hattm sich die Mitglieder der Familie über das
damalige Verhalten des als altersschwach b*z ichneten Baron
Amschel seither mtschuldigt. Er rühmte in e'nem weiteren
Bericht, den Einfluß^ dm die Geldmacht durch die österreichische