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sammentralen, nach persönlicher Besprechung eine
Commirree bildeten, die den jenseitigen Bestrebungen
offen und nachdrücklich entgegenwirken sollte, da zeigte
es sich bald, welches der wahrhafte Geist unter der
Bevölkerung, unter den Nabbinen Hieselbst sei, und ich
kann Ihnen die feste Versicherung mirrheilen, daß
außer jenen wenigen genannten Wortführern nicht ein
einziger Rabbiner des Großherzogrhums sich der, wie
selbige in d. Bl. treffend genannt wurde, Quasi-ortho»
dorem Versammlung anschließen wird.
Heimar.
St. Lengsfeld, d. 9. Octbr. Ich kann nicht
Sie durch Ihre Zeitung, „der treue Zions-Wachrer"
bereiten. Mir wahrer Sehnsucht sehe ich jedesmal
Ihrem geschätzten Blatte entgegen, und noch größer
wird mir diese Freude dadurch, daß unser bekannter
Rabbiner, Dr. H. nur zu oft schon sein Bedauern
ausdrückt, wie der Z.-W. sehr viel schade. Ich er¬
spare daher keinen Fleiß, um dieses geschätzte Blatt so
viel als möglich hier zu verbreiten, und bezweifle nicht,
daß es auch für unser wahres Iudenchum nur heil¬
bringend ist, denn .12^2 2?22' 2127 X'.IL' .1'222 72
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Ihnen durch die That zu beweisen, wie sehr ich
von dem Nutzen dieser Blätter durchdrungen, übersende
ich Ihnen hierbei für 7xiL" beifolgende
kleine Beisteuer, um deren Besorgung ich Sie höflichst
bitte. Möchte dieses Sicherstem neben den vielen grö-
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Von unserm Nabbinen übrigens kann ich Ihnen
nichts Bezeichnenderes mirrheilen, als daß das „Ver¬
legen^ seine Haupt - Leidenschaft ist. Er hat ver¬
legt, laut Protokolle, den ti22>, auf weiter hinaus;
ferner hat er verlegt seinen Wohnsitz von seiner Ge¬
wöhnen, endlich seine .1*1 - Predigten von Lengsfeld
nach der Leipziger Messe, wo er selbige bereits 3 Jahre
nacheinander feilbieter. Ich könnte Ihnen noch Meh-
Oestreich.
Wien. Seit Jahren waren unsere Synagogen
wahrend der 2'XI^Ü 2'2' nicht so übersüllr, als es
diesmal der Fall war. Der Preis für eine Stelle
für .l"i und 2 ' beträgt 10 fl., C. M-, allein ich kann
Sie versichern, daß 1Z fl. vergebens geboten wurden,
da die Nachfrage zu groß war. Schließen wir aus
diesem gewiß nicht unbedeutenden Zeichen, daß der
Sinn für synagogales, somit für jüdisches Leben über¬
haupt lebhaft sich zu regen beginnt, daß so viel und
mannigfach das Leben auch abzuziehen bemühet, d«e
lüdisch religiösen Momente im Volksbewußtssin noch
mächtig genug herrschen, um jenen äußeren Eindrücken
enrgegenzuwirken, sie in ihren Folgerungen zu paraüsi-
ren, auszuheben.
England
London. Sir Moses har jetzt sein Memorandum
über die Eindrücke, Wahrnehmungen und Resultate
seiner letzten Reise vollendet, und wird solches, nachdem
es dem brittischen Dcpurirken der Juden vorgelegt,
nach St. Petersburg abgesandc werden. Vielleicht
wird selbiges dann später als eine Art oomsite imiul»,
Gemeinden mitgetheilr werden.
Dr. Adler hat am 2 ' seine zweite englische Rede
gehalten, die mir gleichem Enthusiasmus, als die erste
ausgenommen wurde. Für'» Erste wird derselbe noch
zwischen englischen und deutschen Predigten adwecbseln,
aber zur bestimmten Zeit von 2 Jahren nur in der
Altona. Die Nedaccion d. Bi ist darum an-
zur Constituirung vou Vereinen aufzufordern, um sowol
der wirklich armen, als ganz beson ders noch der Class',
die ihren täglichen Erwerb in der Regel zwar aus eine
honette, anständige Weise sich verschafft, aber bei
und als Folge davon leicht in Schulden und Armuth
gerärh, nach Kräften und bei Zeiten zur Hülfe zu
kommen. Es bedarf wol kaum der Erwähnung, daß