Seite
Wer
Organ
zur
Wahrung -er Interessen -es ortho-oren Iu-cnthums.
^ 'M
Mit König!. Dänischem Privilegio.
Verantwortlicher Nedaeteur: vr. Enoch,
3 Jahrgang. Altona, den 5. Januar 1847.
l.
Inhalt.
Die vier Ströme aus Eden.
Predigt - Skizze
des Oberrabbinen Ettlinger zu Alrona.
Natur seines Daseins sich freuet, bedarf der Nahrung,
sein Leven und Dasein zu fristen. Ohne Nahrung
darbt der Mensch und das- Thier; ohne Nah¬
rung verdorrt das Gras und welkt die Blume.
Selbst da, wo die Natur in ihrer Jugendkraft stand,
wo zuerst ihre Blüthen dufteren, beschienen vom Mor-
genrvthe der jungen, neugeborenen Sonne, wo von
der herrlichsten Pracht übergoffen, sie zuerst erwachte
— im Paradiese — auch da war es die Nahrung
von oben. Thau und Regen, welche Alles erst zur
Vollkommenheit bringen mußte. Nur das beweaunq?--
fähige Thier jedoch permag es, sich ferne Nahruna zu
suchen; nur dem vernunftbegabten Menschen wohnt
die Fähigkeit inne, regelmäßig sich die Mittel zur
Fristung seines Daseins zu bereiten. Was aber ver¬
büß sie nicht die heiße Sonnenglurh verzehre, daß sie
nicht bei anhaltender Dürre vertrockne, hatte die gütige
Vorsehung ihr nicht Ströme und Flüsse, wie Adern
dem Menschen, gegeben, die ihr unausgesetzt Erfrischung
Zuströmen, auch da, wo sie der Nahrung von oben,
des ThaueS und Regens entbehrt? Und wie mächtig
doch ist auch in andern Beziehungen der Einfluß,
den Ströme und Flüsse auf das Wohl der Menschheit
ausüben. Sie bilden die Wasserstraßen, auf denen Glück
und Wohlstand Staaten, Völkern und Städten Zu¬
strömen, sie sind die Quellen deS Reichthums, denn an
ihren Ufern erblühet meistens der Verkehr. Darum
waren es Ströme auch, die dem Orte der höchsten
Vollkommenheit irdischer Schöpfung — dem Garten
Eden — entflossen, um von den Segnungen jenes
Orreü, von dem Heile des göttlichen Gartens, den
fernen Welkgegenden mitzutheilen, welche diese Ströme
bei ihrem weiten Laufe durchziehen, so wie die Ur«
schöpsungSgeschichte darüber in unserer p-nv erzählt:
" v, ^