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wird, da greift er zu einem Kluaheilsmittel aus seiner
in Brcelau grünolrch erlernten Taktik, er schiebt die
Rekruten von Reden zu emer kompakten und dichten
Masse zusammen, Blut fließt, dem Einen fliegt der
Hur, dem Andern ter Kopf herab, dem Dritten wird
der Bauch eingedrückt, das kümmert den Anführer
nickt, er läßt sie so vorüdcrpassiren, und da es ihm
nicht bchagr, schießr er sie endlich mit der Haubitze
des Cvmmissionebericktes allesammt todr! Trauriger,
lächerlicher und weinerlicher Untergang! Zwar erhalten
die Gefallenen eine Denkrafcl in der hinten dem Werke
angehängten „Uebcrsichr der gefaßten Sabbathbeschlüsse*»
aber hier leider herrscht dieselbe Gedankcnverwirrung,
daß man fast glauben sollte, der Verfasser jenes Epi¬
taphiums habe sich zum Ziele gesetzt d«e Diarrhoe oder
lim zu machen. Denn der §. 1 leider bis K. 2 den
Durchfall, hustet und hustet, bis er endlich Ende §. 2
dahlnqcschieden «st. So besiegelt sich die Lynvde
der israelitischen Leiche. Dieser unser Bericht siedet
fast solcher Obduktion — das Prädicat „israelitisch"
muß weg — ähnlich, darum Verzeihung, lieber Leser,
düng nahmen, das kann bei Besprechung eines Buches,
wie „die Protokolle" nickt anders kommen, und ist
auch nickt anders zu erwarten. — Za, ich lade Euch,
Zhr Beherzten der sogenannten aufgeklärten Welt hier
noch zu einer Gespensterviston ein! Zn dem Buch der
seinen Höllengcsang „Atheismus" an. Wer davon
sich überzeugen will, der höre die Gottesschildcrung
eines H. (S. 60) oder den salbungsvollen Ausdruck
eines gefeierten Predigers S., als hätten wir ihnen
ihren Gott gestohlen (S. 111) an. Neuzeit! hier
hast du daS zu deiner Aufklärung, deutlicher anschau¬
licher kann's dir nicht geboren werden — nun weißt
du. wohin dich dein gewähnter Blumcngang führe,
wo hinaus? — Sei entschlossen, wähle, nur an keinen
Krücken gehinkt, entweder den Gang der Leugnung bis
zu Ende gewandelt, bis in die wüste Leere des Atheismus
hinaus, oder den Weg des Osscndarungsglaubens bis
zu den ewig grünen Spitzen der Tradition hinauf!
Israels Wünsche und Hoffnungen.
Von Philipp Spitzer,
des lödl- Prcsburger Comitats Bc'zirks-Ar;t.
(Beschluß)
Nie werden wir des Duloens satt, wenn es um
der Religion willen geschieht. Man forsche nur in der
Geschichte Israels und staunend muß Zeder bewundern,
welche Verfolgungen, welche Bedrückungen und er¬
niedrigende Schmach die Söhne Zuda's um ihrer ge¬
heiligten, geoffenbarcen Religion willen nnt Geduld
ertrugen. Jene ncologe Partei aber, die nicht zum
es eben, die ste verleitet und ihnen die religiöse Zufrie:
denh-ir geraubt haben. Aber, wirst Du mich, lieber
Leser, fragen, warum kehren sie nicht um? warum
ihnen nicht Einmal das alrehrwürdige Geber zu ihrem
höchsten Trost aus einem reinen, einfachen Herzen im
aufrichtigen Glauben? Darauf muß ich Dir leider mir
„Das eben ist der Fluch der bösen Thar, daß sie, forr-
zeugcnd. Böses muß gebären." Daher bleibt es im¬
mer unbeachtet, wie anders unsere Vorfahren dachten
und handelten : die frommen Ahnen scheuten keine
Opfer öß-)L'I mpviw ß!>5 '72, um nur Zwist nnd
Reibungen zu vermeiden. Nun, was bleibt in solchen
Wirren für Israel zu wünsche» übrig? Nichts als
„Treuer Bund in Sturm und Sonne mit der Tugend
und der Pflicht."
Zsrael hat Hoffnungen, sagten wir, die sich nickt
auf die Gegenwart beschränken, sie strecken ihre Arme
der Zukunft entgegen, wo Israel nicht ängstlich, nicht
kleinlich nach jeder Begünstigung geizet, geneigt, viel
Geheiligtes als Opfer fallen zu lassen, um bald ei»
kleineres, bald ein größeres Almosen zu erhaschen.
Nein, nichts Geringes soll um Schweres erkauft