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lenke den Willen der Völker zur Anerkennung des
guten Willens der Fürsten.
Laß' doch besonders uns Badner keinen Augen¬
blick vergessen, wie unser Regent zum Heile und
Frommen seines Volkes so bereitwillig die Hand
bietet ; wie er und seine Rathgeber unermüdlich für
das Wohl der Bürger arbeiten! O! segne sie dafür
mir der Fülle Deines Wohlwollens, mit der Menge
Deiner Gnade.
Segne, o Herr der Welt! unser schönes deut¬
sches Vaterland, daß darin wieder Herrlichkeit und
Eintracht wohne; daß Huld und Treue sich wieder
begegnen; daß Heil und Frieden sich wieder küssen;
daß Treu' sprosse aus der Erde und Heil vom
Himmel herabschaue.
Wehre ab, wehre ab. o Vater! den drohenden
Stürmen des Kriegs. O verschone uns mit den
Schrecknissen und Verwüstungen, welche ein Krieg
mit sich führen würde! — Ach! kaum erholen wir
uns ja von den Leiden der Tbeurung, mit welcher
Du unS kürzlich heimgesucht; wie könnten wir schon
wieder die noch größer» Leiden eines Krieges aus-
dauern? O bedenke doch. Unbarmherziger, daß nur
Staub und Asche wir sind; daß wir Weibgebornen
in der vollen Anwendung Deines Strafgerichtes
nicht bestehen könnten.
Sollte aber Deine nnerforschliche Weisheit es
anders beschlossen haben; willst Du, daß die Rechte
der Fürsten und Völker mit dem Schwerte erfochten.
werden : o so rüste uns aus mit Muth und Kraft
gegen die Feinde des Vaterlandes. Stärke Alle,
welche berufen sind, das Vaterland zu vcrtheidigen,
mit dein Ausflusse Deiner Allmacht, und stehe ihnen
bei auf dem Felde der Ehre, daß sie siegen ohne
Grausamkeit; daß sie das Vaterland retten, ohne
Dir Allvater, mißfällig zu werden.
Stärke aber auch, himmlischer Vater, unfern
Willen, daß wir nicht gegen Dich murren in allen
Prüfungen, welche Deine Allweisheit über uns ver¬
hängt. Las' uns stets erkennen, daß bei Dir Gnade
ist und der Erlösung viel; daß Du verwundest und
wieder heilen; daß Du schlägst und wieder ver¬
bindest ; daß Du nur demüthigen willst die Menschen¬
kinder, daß Du nur ihr Heil zu befördern trachtest,
wenn auch Deine Wege uns unerforschlich sind.
So leite uns nun. Allgütiger, in Deiner Wahr¬
heit, damit wir Deiner Gnade würdig seien. Lehre
uns den Weg der Dcmuth und der Sündenscheu,
damit wir sicher wandeln und mir Zuversicht Deiner
Hülfe harren können. Ja! Deine Hülfe ist nahe ;
auf Dich vertrauen wir. Du bist Herr unserer
Stärke , Fels unserer Zuflucht, Schild unsers
Heils. Amen! —
Italien.
Mailand, den 1. April. Unser officielleS
Blatt: 22 Uaero, enthielt gestern folgende Bestim¬
mungen : «Die Israeliten sind in dem vollen Besitz
aller bürgerlichen und politischen Rechte eingesetzt.
Bemerkung.
Die nächste No. des Zions - Wächters erscheint des wr Lc j'-mb wegen erst am Mittwochen,
den 25. April.
Briefwechsel.
A. W. in G. Ich habe sie fast ganz gegeben, da Skizzen nur einen höchst unvollkommenen Ausdruck des Gesagten ge«
boten hätte.
Verlag -- Herol d'sche Buchhandlung in Hamburg. Druck: Gebrüder Bonn in Altona.