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JÜDISCHE PRESSE
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wachsen begriffene Inanspruchnahme dieses Amtes, zeigt ein
so überraschend befriedigendes Resultat, daß man dieses
jüngste Institut heute schon als für die orthodoxe Kaufmann¬
schaft absolut unentbehrlich bezeichnen könne. 1873 Stellen
wurden vermittelt. Vielen jungen Leuten wurde durch Dar¬
lehen, wie durch Bat und Tat verschiedener Art die Möglich¬
keit zur Erlangung eines Berufes, beziehungsweise zur Grün¬
dung oder Erweiterung eines selbständigen Unternehmens,
vornehmlich auf dem Gebiete des Handwerkes, gegeben. Das
„Rechtsschutzbureau 14 intervenierte in 1754 Fällen. Die Ferien¬
aktion versorgte ursprünglich über 2000 unterernährte Kinder
gemeinsam mit anderen Aktionen unter Wahrung der traditio- 1
nellen Vorschriften Plätze im Ausland. In letzter Zeit arbeitete
auch diese Abteilung selbständig und hat bereits 534 Kinder
im Elsaß und der Slowakei untergebracht. Die anderen Aktionen,
zu welchen sich noch laufende und einmalige Unterstützungen,
Kranken-, Arbeitslosen-, Spitals-, Kurbeiträge und andere mehr
gesellen, verschlingen monatlich 3—400.000. Kronen. Schließlich
folgt ein Appell zu finanzieller und werktätiger Mithilfe am
Ausbau aller Aktionen, die im kommenden Winter, der, wenn
nicht alle Anzeichen trügen, für die armen Juden der schwerste
zu werden scheint, um die zu befürchtende Katastrophe
wenigstens teilweise lindern zu können. . .-'
Generalsekretär Braun referiert über Organi¬
sation und Propaganda der Wiener Ortsgruppe. Diese
Gebiete — meint der Redner — sind die einzigen, auf denen
die Leistungen der Wiener Aguda hinter den allernotwendigsten
Erfordernissen zurückstehen. Dem Uneingeweihten dürfte es
kaum glaublich erscheinen, daß die großartigen praktischen
Erfolge, über die von den einzelnen Sektionen berichtet wurde,
fast ohne jede Propaganda zu verzeichnen waren. Für Orga¬
nisation und P^paganda habe die Aguda beinahe nichts aus¬
gegeben und ihre geistigen und finanziellen Kräfte auf die
Verwirklichung der, programmatischen Aufgaben verwendet.
Redner verweist auf Pflicht der Mitglieder, nunmehr mit aller
Energie an den Ausbau der Organisation und die Errichtung
von Bezirkssektionen zu schreiten. Er fordert von allen ernsten
Mitgliedern die Erhöhung ihres Jahresbeitrages mindestens bis
zu den Kosten eines Mittagessens. Würden alle Anhänger der
Aguda auch nur ein Viertelstündchen im Jahre dem Nach¬
denken über das Gedeihen der Organisation widmen, so wäre
die Wiener u Aguda in kürzester Zeit organisatorisch am Ziele.
Gustav Pappenheim referiert übef den Stand der
Jugendbewegung und tritt für die kräftigste Unterstützung der
Aguda-Presse ein.
Damit war die Tagesordnung erschöpft. In der Diskussion
spricht als erster Rabbiner Dr. Pinkas Kohn.
' H,err Dr. Kohn dankt zunächst im Namen der Ver¬
sammlung den Herren Referenten, aus deren Aeußerungen und
Berichten klar hervorgehe, daß die Ortsgruppe Wien der-
Agudas Jisroel gewillt und geeignet sei, das Herz der Welt¬
bewegung -Agudas Jisroel zu bilden. Er habe den Auftrag des
Zentralrates, den Dank dafür zu übermitteln, daß sie dem
Zentralrate und dem Geschäftsführenden Ausschüsse desselben
eine so freundliche Heimstätte bereitet habe und dessen Arbeit
mit so regem, Verständnis und so offener Hand unterstütze.
Er hoffe deshalb auf ungeteilte Zustimmung der Oitsgruppe
Wien, wenn er sie bittet, sich in dem folgenden Gedanken
mit ihm zu vereinigen: Wir verlangen, daß überall, wo man
vom jüdischen Volke spricht und wo man auch nur im Ent¬
ferntesten über das Schicksal des jüdischen Volkes oder einen
Teil desselben Entschlüsse faßt und Entscheidungen trifft, man
vor allen Dingen uns zu, Rate ziehe, die wir in lückenloser
Fortsetzung eines zwei tausendjährigen Martyriums der Treue,
den Wesenskern .des jüdischen Volkes, die unlösbare Einheit
von Judenheit und 'Judentum darstellen.
Das möge man in London und, Genf hören und beherzigen
und wir werden nicht müde werden, diese Forderung der
historischen Gerechtigkeit überall anzumelden, um so" einer
geschichtlichen Fälschung vorzubeugen.
Dieser Gedanke fand einhellige begeisterte Zustimmung und
wurde beschlossen, eine Resolution dieses Inhaltes den zu¬
ständigen Stellen zu übermitteln.
Der hohe Ernst und die tiefe Bewegung, mit welcher diese
Worte gesprochen wurden, pflanzte sich auf die Versamm¬
lung fort. v
Auf stürmischen Zuruf der Versammlung, erhob sich nun..
Herr Jakob Rosenheim. Er spricht in ergreifender Weise von
der ebenso schweren als großen Arbeit, den zerfetzten jüdischen
Körper, vor dem sich viele verzweifelt fragten: „Werden sich
diese Gebeine wieder beleben", mit einer einheitlichen Seele
zu beleben. Er ist auch wohl davon befriedigt, daß in der
Aguda nur ein kleinster Teil ,auf Propaganda verwendet
werde, will aber die Aguda-Propaganda wohl von der anderer
Organisationen unterschieden wissen. Uns ist unsere Propa-'
,ganda, die Verherrlichung der Thora, kein Mittel sondern
Zweck. Sie ist unser Hallel, unser Hodu l'haschem Ki tow. .■
Wir stellen damit unser Thoragesetz wieder auf das hohe |
Piedestäl zurück. „Ist das nicht die Mizwo aller Mizwos?*
(Stürmischer Beifall). Mit diesen Mitteln sei es uns gelungen
auch jenseits des Ozeans, im Lande, das vom Pulsschlage des
Thoralebens so entfremdet war, die Standarde des wahren
Judentums aufzupflanzen. Eben seien Nachrichten von nam¬
haften Spenden für den Keren ha-Jischub eingelangt. Wir
müssen mit den Mitteln dieser Propaganda auch die Völker
der Erde den G-ttesgedanken verstehen lehren. Wie anders
hätte sich das Geschik der Völker gewendet, Millionen von
Mütter vor Thränen und gebrochenen Herzen, Millionen vor
dem grausamen Untergang bewahrt, wenn wir besser be¬
griffen worden wären. Wir werden daher auch weiterhin in
der Presse, vor Parlamenten und im Namen unserer Thora
reden und ihren Einfluß auf den Gang der Dinge fördern.
Dazu gehöre auch die treue Gefolgschaft der Massen, die jede
ausgegebene Parole mit der ganzen Spannkraft ihres Geistes
auszuführen bemüht sein müssen. In prachtvollem Schwünge,
appelliert Redner, auf Maase Bereschis hinweisend, an die
Versammlung, das Werk mit aller Kraft zu fördern. Stürmischer,
sich wiederholender Beifall klang wie ein Gelöbnis.
' Hierauf sprachen noch die Herren Mosche Porjes und
Dr. Neumann, deren Anregungen Beifall ernteten.
Mit dieser Versammlung hat die Aguda die Winter¬
saison in würdigster Weise eingeleitet.
Solidarität? Die „Wiener Morgenzeitung" ist ein
Röntgenspiegel, der an dem Körper der Aguda nur
krankhafte Bildungen erblicken will. Dieses treffliche
Tagblatt, das sich zu Wahlzeiten zum alljüdischen
Organ ausweitet und in Nachwahlzeiten zum Leib¬
blatt eines einzigen ehrgeiztollen Mannes zusammen¬
schrumpft, ist seinen Lesern bisher jede Nachricht
über die Entstehung, Programm und Wesen der
Aguda schuldig geblieben. Jedes andere jüdische
Tagblatt der Welt berichtet auch in objektiver Weise
über die Aguda. Die „W. M. a kennt kein Gebot
journalistischer Anstandspflicht. Sie weiß vom ganzen
großen philanthropischen Betrieb der Aguda gar nichts
mehr zu erzählen, als daß ein Knabe unsertwegen
in einem Stalle übernachten mußte, und daß wir
daran schuld seien, daß er am soundsovielten Tage
jenes Monates nicht gewaschen war. Unser Com-
munique über die Antwort Churchills auf die Forde¬
rung einer Aenderung des Punktes bezüglich der
„Jüdischen Agentie" ist wieder eine Gelegenheit,
sich mit der Aguda zu befassen. Es muß gestanden
werden, daß der hierauf bezügliche Angriff mäßig
genug ist, und daß die „Morgenzeitung" diesmal
nicht im „Morg^nzeitung"-Stile schreibt. Den dabei
erhobenen Vorwurf des Mangels an Solidarität weisen
wir zurück. Es ist ein Anlaß, nochmals auf die Tat¬
sache hinzuweisen, daß Sokolow seinerzeit das An¬
erbieten einer Mitarbeit der Aguda in geradezu
übermütiger Weise — bewußtermaßen im Gegen¬
satze zu dem Willen der zionistischen Masse —
autokratisch mit den denkwürdigen Worten zurück¬
gewiesen hat: Mi sche-torach be-erew schabbos
jochal be-schabbos. (VYer sich am Vortage des
Sabbat bemüht hat, darf davon am Sabbat essen.)
Wir erkennen den Wert, den man im Ghetto auf
ein „Wörtchen" gelegt hat; es bleibt länger in Er¬
innerung als Artikel, Akten und Reden. ,Es ist gut,
daß Sokolow uns mit einem „Wörtel" geantwortet
hat. Das bleibt im Gedächtnis- und man kann sich
darauf berufen. Hat die zionistische Organisation
irgend einen Schritt der Möglichkeit eines ehren¬
haften Zusammenarbeitens getan? Wo ist der Geist
der Solidarität der „Morgenzeitung u ? Nach welchem
journalistischen Ehrenkodex hält es die „Morgen¬
zeitung " für zulässig, eine um Palästina bemühte
Organisation totzuschweigen? Wenn es Herr Stricker
ehrlich mit Palästina meint, wagum freut es ihn nicht,
k-- \_ ;
daß für den Keren Erea Isroel Millionen einfließen,
warum schweigt er diese Tatsache tot? Ist ihm
Keren hajessod nur heilig als Instrument des Auf¬
baues Palästinas, so wird er in dem Keren Erei
Isroel und in allen Palästina-Werken der Aguda
einen freudig begrüßten Mitarbeiter erblicken; ist
ihm Keren hajessod nur ein Mittel, Vertrauensmänner
zu besolden und sich sicher zu halten, dann —
dann allerdings verstehen wir die Haltung der
„Morgenzeitung 0 . Solcher Tendenz gegenüber ver¬
weigern wir allerdings jede Solidarität.
Das Misrachi-Zentralorgan — als Theater¬
zeitung. Die letzte Nummer der Berliner „D. J. P.",
die doch prätentiert, die Herzkammer des glaubens¬
treuen Judentums darzustellen, verblüfft durch den
großen Raum, den die Theaterrubrik ausfüllt. Von
vier Artikeln beschäftigen sich nicht weniger als
drei ausführliche Aufsätze mit der Aufführung der
„Dybuk* im jüdischen Theater in Berlin, das merk¬
würdigerweise die Sinne der misrachistischen Lei¬
tung gänzlich in seinem Banne hält. Der Misrachir
führer B: ist derart vom „Dybuk" besessen, daß er
in ein und derselben Nummer eine längere Vor¬
besprechung zur Aufführung des „Dybuk" liefert,
und gleich darauf in einem zweiten Artikel beglückt
die frohe Botschaft mitteilt, daß die erste „Dybuk"-
Aufführung bereits vorüber sei, und sich in eine
dythirambische Schilderung dieses großen Gescheh¬
nisses in Israel ausläßt. Er macht quasi Vor- und
Nachbroche über den „Dybuk" mit außerordent¬
licher K'wono. Noch ein dritter Artikel in ein und
derselben Nummer gilt der Aufführung des „Dybuk".
Es ist wahrhaftig schwierig, den Leitfaden für das
Labyrinth neomisrachistischer Psychologie zu finden.
Sollen diese Begeisterungsausbrüche des Habitues
des jiddischen Theaters der einzige Ersatz für den
mangelnden biblischen und. talmudischen Geist dar¬
stellen, den man doch im Zentralorgan einer Partei,
welche die religiöse Führung im Judentume bean¬
sprucht, zu suchen berechtigt ist?
Noch ein großer zionistischer Erfolg. Die „ Wiener
Morgenzeitung*, eine., in täglichen Fortsetzungen
erscheinende, die Ruhmestaten des großen jüdi¬
schen Nationalheros Robert Stricker verherrlichende
Epopöe, stimmt einen neuen Gesang zum Preise
des vortrefflichen Helden an. Der Finanzminister,
sagt die „W. M. w , beabsichtigt, die Subvention für
Rennstallbesitzer zu streichen. Das- wäre eine Idee
des großen Zionistenführers, sagt die „W. M. K , denn
in jenem goldenen Zeitalter des jüdischen Volkes,
als Robert der Große noch im Reichs- und Na¬
tionalrat Rufer im Streite ^egen die Antisemiten
war, hat er (im unerklärlichen Zusammenhange
mit der öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte
in Palästina), „stolz wie noch nie ein Jude", die
Abschaffung der Rennsubvention gefordert. Der
Antrag wäre (zum Heile Zions) schon damals mit
einer kleinen Majorität durchgegangen, sagt ,die
„W. M.", allein die Ghristlichsozialen respektierten
nicht nur kein Minoritätsrecht, sondern auch diese
Majorität nicht, und dieser Antrag wurde, sagt die
,W. M.", damals re-a-ssum-iert. Doch der von
Strickers Genie erdachte Plan ging (zum Ruhme
Erez Israels) nicht verloren. Der Finanzminister er¬
innerte sich des weisen Rates des hebräischen
Mannes (wie wäre er sonst auf die Idee gekommen,
ebenso wenig wie der Gemeinderat auf die Idee
des Aguda-Autobus) und streicht nun die Renn¬
steuer. Ein dreifaches Hedad dem ruhmbekränzten
jüdischen Nationalheros.
NACHRICHTEN.
Deut$cft5$terreicft.
Reumann an Warburg. (JPZ) Felix Warburg, der
Ghairman des Joint Distribution Committee, hat
vom Wiener Bürgermeister Reumann ein Dank¬
schreiben erhalten für die Verdienste des „JDC
beim Heimtransport der österreichischen Kriegs¬
gefangenen aus Sibirien. (Das Joint Distribution
Committee hatte neben den 500.000 Dollar des
amerikanischen Roten Kreuzes bei dieser Aktion
sich mit 250.000 Dollar beteiligt und die Heimsen¬
dung von 12.000 Kriegsgefangenen ermöglicht.)"'
Vorstandssitzung der Adas Jisroel. Während
der Chol hamoöd hat der Vorstand beschlossen,
die Gehalte sämtlicher Angestellten um 60 bezwX
100 Prozent zu erhöhen. Ferner wurde beschlossen,
der „Jesod Hathora" einen außerordentlichen Hilfs¬
beitrag - von K 60.000, dem Kriegswaisenhaus der
„Agudas Jisroel" in Baden, dem allgemeinen öster¬
reichischen israelitischen Taubstummeninstitute und
der „Mensa academica judaica ritualis" Hilfsbeiträge
von je K 10.000 zu gewähren.
"Wohltätigkeits-Mahle. Der Obmann des Vereines
Marpe lenefesch, Herr Philipp Fleischmann, hat
als Chosson-bereschis-Mahl seine Vorstandskollegen
zu einer Tafel im Restaurant Mayersohn eingeladen,
bei welcher Gelegenheit Reden von Rabb. Fried¬
mann, Herrn Rosner u. a. gehalten wurden. Der
Benschen-Verkauf ergab K 50.000 zugunsten der
Vereine „Tiferes Bachurim", „Tomech ewjonim",'
„Einheit" und „Kolel". — Ebenso hat Herr Leopold
Ulimann ein Bankett gegeben, bei welchem in
gleicher Weise K 61.000 eingekommen sind.
Aguda-Klub. Mit Beginn des Wintersemesters wird
in der Wiener Agudas Jisroel-Ortsgruppe einem all¬
gemeinen Wunsche Rechnung getragen. Seit dem
Bestände der Ortsgruppe wird es vielfach als Mangel
empfunden, daß den Gesinnungsgenossen nur selten
Gelegenheit geboten wird, ily-e Gedanken, über
aktuelle Fragen des Judentums und über laufende
Angelegenheiten der Agudas Jisroel ungezwungen
auszutauschen. Auch die auswärtigen Freunde der
Aguda, die in jüngster Zeit häufig unsere* Stadt
besuchen, äußern oft den Wunsch, mit den Wiener
Führern und Gesinnungsgenossen in engeren Kontakt
zu treten. Um . diesem Verlangen in weitgehendem
Maße zu entsprechen, würde beschlossen, all¬
wöchentlich Donnerstag abends freie
klub mäßige Zusammenkünfte Z u ver¬
anstalten, an denen die Mitglieder der Ortsgruppe
sowie eingeführte Gäste teilnehmen werden. An
jedem Klubabend wird irgend ein Thema zur Dis¬
kussion gestellt und im Rahmen einer freien Unter¬
haltung besprochen werden. Die Veranstalter der
Abende hoffen, durch diese neue Einrichtung der
Agudas Jisroel zur Belebung des Interesses für all¬
gemein jüdische und lokale Angelegenheiten beizu-
.tragen. Die Zusammenkünfte finden zunächst im
Restaurant „Wienea" statt. Weitere Einzel¬
heiten werden noch bekanntgegeben. Etwaige An¬
regungen. wolle man an das Bureau der Orts¬
gruppe, IL, Malzgasse 12a, richten.
Aguda-Waisenhans, Baden. Am Schmini Azeres
beschenkten zwei Damen, namens Frau Flaschner
(Baden) und Frau Friedmann (Konstantinopel), unsere
^Waisenkinder mit schönen Liebesgaben. Nach Maskir
überreichten die Damen im Tempelhof, im Beisein
des Oberrabbiners und der Gemeindevorstehung, den
Waisenknaben je ein Paket, enthaltend vom besten
Obst, außerdem Spielzeug für das Waisenhaus, wie
Lotto, Domino, Trompeten, Ballen, Baukästen.
Direktor Friedmann dankte den gutherzigen Damen
für die Aufmerksamkeit und die Jungen gingen
recht lustig in ihr Heim zurück.
Deutschland.
Die rheinischen Gemeinden und das Ostjuden*
hilfswerk. Auf Veranlassung der Zentralkasse Köln,
der Wanderarmenfürsorge des Provinzialverbandes
rheinischer Synagogengemeinden, der Synagogen¬
gemeinde Köln und des Arbeiterfürsorgeamtes fand
vor kurzem eine Besprechung rheinischer Gemeinden
zur Frage des Ostjudenhilfswerkes statt. Herr Feil¬
chenfeld erstattete ein grundlegendes Referat über
die Tätigkeit der Wanderarmenfürsorge, die unbe¬
dingte Notwendigkeit der Arbeit der Wanderarmen¬
fürsorge darlegte und einen genauen Bericht über
die Tätigkeit der Zentralarmenkasse Köln gab. Zum
Schluß verwies Herr Feilchenfeld auf den Aufrut