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JÜDISCHE PRESSE
Nr. 1
Sd1affa11.gr der Kehüloh Kedauscito in New-York. Die
grossen Führer der •Agudas Jisroel, die .so oft gebeten
wurden, zu diesem Delntfe nach Amerika zu gehen,
haben die Pflicht, an dieser heiligen Aufgabe zu
Nutzen der amerikanischen Judenheit und zum Wohl
der Gesamtheit hervorragend mitzuarbeiten. . 1 . P.
Visa für agudistische Erez Jisroel-
Einwanderer.
Wien (A. J. P. LU
In Verfolg der in Genf stattgehabten Unterredung
agudistischer Vertreter mit dem Oberkommissär Herbert
Samuel hat das Regierungssekretariat in Jerusalem Unterm
8. Dezember d. J. der Agudas Jisrocl-Zentrale in Wien
folgende Informationen zugehen lassen:
״Die Ihnen in der Unterhaltung gegebene Mittei'
Iung sollte folgendes besagen: Es ist für jüdische Erez
Jisroel-Ein Wanderer nicht nötig, sich des von der zioni-
stischen Organisation geschaffenen Apparates zu bedie־
nen, wenn sie dies nicht wünschen. Die einzuschlagende
Prozedur besteht in der Einreichung einer Bewerbung
entweder an ein britisches Konsulat oder direkt an den
Einwanderungskommissär (Controller of Permits) in Jeru-
Salem, und zwar an letzteren — für den Fall endgültiger
'Anstellung — durch Vermittlung des Arbeitgebers in
Palästina.
Der Arbeitgeber in Palästina sollte sein Gesuch durch
den nächsten Distriktsbeamten einreichen unter Angabe
der Einzelheiten über die Persönlichkeit, deren Dienste
gewünscht werden, über die Art seiner Beschäftigung
und über die Höhe seines Lohnes für die Periode von
mindestens einem Jahre. Wenn ein endgültiger Arbeitgeber
noch nicht gefunden ist, so sollte Name, Alter, Adresse
und Beruf dem Controller of Permits in Jerusalem mit-
geteilt werden, der die Einwanderung herbeiführen wird,
wenn und sobald in dem Berufe, dem der Bewerber
angehört, weitere Arbeitskräfte gebraucht werden.
Einwanderer, die nicht beabsichtigen, eine Anstel־
Iung in Palästina zu suchen, fallen im allgemeinen unter
zwei Klassen:
a) Personen mit eigenem Vermögen,
b) nahe Verwandte von Personen, die bereits in
Palästina angesiedelt sind.
Mit Bezug auf die Gruppe a) wird bemerkt: Wenn
jemand dem britischen Konsulat oder dem britischen
Passbureau oder dem Controller of Permits in Jerusalem
nächweist, dass er im Besitze eines eigenen Kapitals
(einschliesslich des Wertes von Waren oder Maschinen)
Von mindestens 500 Pfund ist oder eines gesicherten
Einkommens von 60 Pfund im Jahr, so soll er ohne
Schwierigkeit Visum erhalten.
Gruppe b) ist beschränkt auf Eltern, Grosseltern,
Schwiegereltern, Ehefrauen, Verlobte, unverheiratete oder
verwitwete Töchter und Schwestern, sowie Söhne und
Brüder unter 18 Jahren. Ist das Familienoberhaupt bereits/
in Palästina, so - soll das Gesuch von־ diesem an den
nächsten Distriktsbeamten gerichtet werden.“
. ■ ־ ־ ' * ־ ..<־■׳
׳ Die Palästina-Zentrale in Frankfurt a. M. stellt Ab-
drücke des Originals dieser Verfügung in englischer
Sprache sowie in Uebersetzung all denjenigen zur Ver-
fügung, die sich unter Berufung darauf an die briti ׳־
sehen Konsulate oder Passtellen wenden wollen.
Auch ist die Palästina-Zentrale bereit, ihrerseits Ein-
Wanderungsgesuche an den Controller of Permits in
Jerusalem zu vermitteln, sobald ihr die Bewerber die in
der Verfügung angegebenen einzelnen Angaben unter
Nachweis ihrer Richtigkeit zur Verfügung stellen.
Keren Hatorah- Tagung in
Hamburg.
Hamburg (A. J. P. B.).
Die Tagung, zu welcher das Landesdirektorium des
Keren Hatorah in Deutschland den Verwaltungsrat und
die einzelnen Keren Hatorah-Kommissariate zum 27. und
28. Kislew geladen hatte, trug das Gepräge einer gross-
artigen Kundgebung zu Ehren der Thora und ihrer Ver-
treter.
Es nahmen an ihr teil von den grossen Führern
der jüdischen Gesamtheit, neben dem Mitglied des Rab-
binischen Rates für Deutschland, Herrn Oberrabbincr
Dr. Lerner, Altona, der Sadagoraer Rcbbe, die
Führer des litauischen'Judentums: der Poniwescher
Raw, der K r i n k e r Raw, der Racko w e r Raw, der
K e 1 m e r Raw, sowie viele der bekanntesten deutschen
Rabbiner und prominente Vertreter des Kaufmannsstandes.
Insgesamt nahmen an der Tagung etwa 100 Delegierte
aus allen Teilen Deutschlands, vom äussersten Nordosten,
Memel, bis zum Südwesten, Freiburg, teil. Alle Teilnehmer
waren von dem Gefühl beseelt, dass eine der gewaltigsten
Aufgaben, die der gesamten Judenheit obliegen, die Stär*
kung der Thora ist.
Der Vorsitzende des deutschen Landesdirektoriums,
Herr Oberrabbiner Dr. Spitzer, eröffuete um 10 Uhr vor ־ '
mittags die Tagung und führte aus, dass die Tagung
im Zeichen des alten Prophetenwortes, das den Sinn der
Chanukoh-Geschichte kennzeichnet, stände: ״ Nicht mit
Kraft, nicht mit Macht, sondern in meinem Geist.“ So
sehr wichtig die Sicherung der materiellen Voraussetzun-
gen ist, so darf doch über diese Aufgabe die andere
Seite des Problems, die Durchdringung aller Kreise mit
״ Meinem Geist“, dem Geist der Thora und des Talmuds,
nicht vernachlässigt werden.
Herr Oberrabbiner Dr. Lerner gab die Grüsse des
Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel und verglich die
anwesenden grossen Vertreter mit ״ jenen Lichten, die
heilig sind“ und deren Anblick schon uns zu tliora-
geweihter Arbeit aüspornt.
Der Sadagoraer Rebbe wies mit begeisternden Wor-
ten auf die hohe Aufgabe der Tagung, in Anlehnung
eines Psalmverses, hin und versicherte den deutschen Keren
Hathora der herzlichsten Sympathien der grossen chas*
sidischen Führer.
Der Rackower Raw überbrachte die Grüsse und
»Wünsche des grossen Führers unserer ganzen Bewegung,
des Chofez Chajim, und die besonderen Wünsche des in
letzter Minute am Erscheinen verhinderten Rabbi Cha-
jim Oiser Grodzeusky.
Nach den Begrüssungen wurde der Geschäftsbericht
des Landesdirektoriums des K. H. in Deutschland er-
stattet.
Alsdann erstattete djas Mitglied des ׳ Larsdesdirek-
torinms Herr Rabbiner Dr. !Klein, Nürnberg, *ein Referat
über -das Thema: ״ \V i c •e r:z i eh t d er d ׳ e!u tsch e Jud e
sein Kind zu einem Bern Tauro?“ Referent weist
einleitend darauf bin, dass !dier Begriff des Ben Tanro
■nabungemäss kein feststehender »ist mnd je nach !Lage ׳ der
Verhältnisse näher zw bestimmen sei.
Unter den •gegenwärtigen Verhältnissen •in Deutschland
kann und muss es durch systematische !Erziehungsanbeit
erreicht werden, dass die Mehrheit der orthodoxen Juden
in den !Stand gesetzt wende, (beispielsweise einer Droscho
über ein imittelsohweres !Gemorah-dnjen !mit Verständnis zu
folgen, !so dass die Baalc Battsim nicht nur vereünizelt, wie
es beute der Fall äst. sondern in ihrer !Mehrheit !mit Ver-
stänidnis und Interesse van einer GemorolHDiskussion sich
beteiligen können.
Zur ErreidiuiDg dieses Zieles list es durchaus nioht
!notwendig, !von der in Deutschland, auf Grundlage von
Torali und Derech Erez, geschaffenen Erziehungsfanm alb-
zuweichen, trotz einer !während der )Kriegszeit !bisweilen
hervorgetretenen Tendenz, hierauf izu !verzichten.
!Zu übernehmen wäre ׳ allerdinigs vom Osten der ׳ Ge-
meinisalraftsgeist, !der i!m Glieder zwischen ׳ Lehrern und
Schülern 'herrscht.
Bei keiner ׳ unwichtigen unid ibei !keiner entscheidenden
Lebensangeletgenhöit lässt der östliche !Schüler seinen 'M!e-
ilamed ungefragt, während bekanntlich das Verhältnis
zwischen !Lehrern und Schülern lim Westen, trotz aller Vier-
suche, nicht auf der Basis des gegenseitigen Vertrauens
besteht.
!In sachlicher Beziehung ist nicht zu •verkennen, !dass
dlie Miitteis01 1 ulbildung in der Form, wie •sile ׳ in Deutsch-
! , and durobgaführt wind, , allzuviel Kräfte •absorbiert. E ׳ s !muss
!mit Fachleuten ׳ geprüft werden, tin welcher Weise für eine
andere Gestaltung der Lehrform und Lehrmethode das vor-
geschriebene !Maas des ■Profanen !auf kürzerem Wege zu er-
reichen ist, damit die freigewordene Energie dem Limmud
zugewanidt werden kann.
Da damit zu .rechnen (ist, dass derartige ‘schuilipoli-
tische Bemühungen !nicht in allzu schneller Frist zum Ziel
gelangen, sollen !jetzt •alle 'Kräfte idahiin konzentriert werden,
dass jedes Kind zwei ׳ Stunden !täglich, !oder mindestens !acht
Stunden wöchentlich, •zum •Lernen ungehalten wird.
•Nach Absolvierung der !Schule soll d ׳ a!s Jeschiwoth-
Jahr zur allgemeine 11 , Einführung gelangen. Es silnld schon
Amfänge !in !Deutschland gemacht worden !mit denkbar
bestem Erfolg.
Redner ■tritt .nioht !dafür •din, ׳ diese !jungen Leute nach
Ungarn öder Litauen auf ■eine grössere Jesöhiiiwoth •zu
sohidken, sondern zunächst die !in Deutschland gegründeten
hiefür zu benutzen; Idias kommt !diesen Anstalten •ebenso wie
den Schülern !zugute. Erst nach ׳ dem Aufenthalt im der !deut-
sehen Jeschiwoh kann vom Rausch Jeschiwoh entschieden
werden, •ob und welche •ausländischen Jesohliwoh-Anstailten
von !dem Jüngling ׳ noch besucht werden !sollen.
Das Referat wlird, auf Grund !einer ;angenommenen
Resolution, in !Druck ׳ erscheinen.
U ׳ m die aus ׳ dem Geschäftsbericht ׳ und !aus dem vor-
erwähnten Referat sich •ergebenden wichtigsten 'Fragen äm
AusführiM'ohkeit ׳ erörtern zto können, wurden folgende vier :
Kommisslonem !gebildet . _.. . , ׳ . v .' ; , י י .,... .. י ^ ״ '.. i
1. Kommission zur Besprechung der •geistigen Not auf!
idem Lahde.
2. Kommission zur Besprechung der geistigen Not !kn
westfälischen Industriegebiet.
3. Kommission zur Besprechung von Orgamisatians-
angelegenheiten in den Grosstädten.
4• ■Kommission zur weiteren Ausarbeitung der aus !dem
Referat des Riabib. Dr. Klein •sich ergebenden ׳ Folge-
rangen.
Als Ergebnis dieser ‘ •Kommfissionsberatungem Ihililigte
!das Plenum, dass
1. in !der Frage !der 'Behebung •der geistigen Not auf
dem Lande der deutsche Keren Hatorah die auf diesem Ge-
biet segensreich wirkenden •Freie Vereinigung •und Agudas
Jisroel-Jugendorganisation weitgehendst •unterstützt, dass
aber darüber !hinaus •eine Statistik aufgestellt wird, welche
jedes jiidsohe Kind in !Deutschland, das ohne Religions¬
Hotel-Restaurant
i, GUTH, Wien, II., Hollandstrasse 14
(ehemalige Stefaniestrasse)
■■■:•.■-^ Anerkannt beste Küche! ,, .
Markus Kamm und Frau
zeigen die *Vermählung ihrer Tochter Klara mit
Herrn Josef Schräger an, welche Dienstag
den 30. Dezember 1924 (3 " טבת ) in Wiener Neustadt
stattgefunden hat.
G'raftulafiion א״׳יה Samstag den 3. Jänner 1925
שבח פ׳ ויגש הבע״ל » Wien, 1. Rotenturmstrasse Nr. 22
Wo erhält man den
wivklicn naturgetreuen
SCHEITEL?
Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für
orthodox״ Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach jahrzehnte-
langen Bemühungen endlich gelungen Scheitel berzustellen,
die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nach-
geahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des
Herrn Balla wird sich jede orth, Braut leichten und freudigen
Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu
lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden
zum Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst ein-
geladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden.
Franz Balla, Wien, IV.,
Gu88hau8stra8se 26 Telephon 58-9-12
unterricht aufwächst, erfasst. Unter Zugrundelegung.«fieser
Statistik soll sich alsdann der •deutsche Keren Hatorah an
die weiteste jüdtsdie Oeffentiichkelt !wenden, :um grosse
Mittel aufzubringen, . damit •die Frage des Relgtonsunter-
rlchtes in •lehrerlosen Gemeinden , in umfassender iWefse in
die Band genommen und geregelt werden kann»
2. In der Frage der geistigen Not im westfälischen In-
dustriegebiet .ein Mitglied des Landesdlirektoriums gemein-
sam !mit Herrn Dr. iDeutschländer däe Organisierung !des
Umimud, sowohl für Knaben, •als für Mädchen, vornimmt,
während
3. !die Entschtiessungen der Kommisskxn, !welche sich
•mit •den Problemen der Erziehung beschäftigt,
zum Teil der •pädagogischen Konferenz, welche am
2• Tewesh in Hamburg tagt,, •als !Material ׳ überwiesen
werden,
!zum Teil !an die •gesebzestreuen Rabbinenverbärtde tin
Deutschland weiter geleitet werden.
Sie befassen sich mit der Verjüdiischung •des pro-
fanen Unterrichts ׳ und •mit !der Intensitvieramg des ׳ jüdfsohen
Unterrichts, !und geben dem Wunsche Ausdraak; !dass. !alle
deutschen Rabbiner sich ׳ die Forderung, !dass jeder jüdische
junge !Mann nach Absolvierung ider Schule !auf ׳ die Jesohiwoh
gehe, zu !eigen ׳ mache, !und in !ihren Gemeinden Widder arnd
immer wieder •propagiere.
4. !In d!er Frage der Organisierung des Keren Hatorah
in •den Grosstädten wurden !mit !den Vertretern der Kam-
missariate :entsprechende Abmachungen für den weiteren
Ausbau getroffen.
Während !die Kommissionen •tagten, wurde (im !Plenum
die GeneraMiskussion, !über welche ein weiterer Beröcht ;
folgt, durchgeführt.
•Zu einem gewaltigen )inneren Erlebnis wurde !all!leu
Teilnehmern der
Zweite Tag der Keren ׳ Hatorah-Tagung.
׳ Was ׳ der •Agudas Jisroel, !und insbesondere dem Keren
Hatorah •als höchstes ׳ Ideal vorsohwebt, idiiie V!erei(n9gung !aü'l
jener Koryphäen <m schaffen, ׳ die !in !ihrer !besonderen
Eigenart 'ihres geistigen !Wesens den ganzen •Rdichtiim von
Taurosaenu hiäkdauscho der •Welt offenbaren, war liin
wahrlich nicht ׳ schwachem Abglanz auf dieser Tagung ver-
treten. '
An !der Spötze der. •Hamburger Raw, als Vertreter
der Schule des Ohassam Sofer, •ihm zur !Saite anerkannte
Gedaulim aus dem klassischen •Land des OLümmnld, iätaiien,
•neben dem Präsidenten der Sadagoraer Rebbe, ׳ als
Vertreter jener (Bewegung, •die den Tauro-Gcist mit ireü-
giöser GefüMisikraft zu !erfüllen weilss.
!Der Vorsitzende, der Hamburger Raw, !eräffnebe mm
12 •Uhr 30 ׳ !Min. !in Anwesenheit von Vertretern !der Dieutsch- *
Is r•a e ׳ l ftlSsoheai Gemeinde ׳ und !des Deutsch-f sraclitischen Sy-
nagogeiwieitbandes ׳ die Tagung , ׳ unid führte !in seilner. Be-
griissung aus:
dass, wenn Keren Hatorah !auch :die •Sorge ׳ !für ׳ alle
Tonah-Bed'ürifwis'se der ganzen •Wellt !tragene Wil, die OLeii-
tauig ׳ des deutschen Keren Hatorah jedoch die !heutige; Ta-
gang !Insbesondere :zu dem Zwecke zuisarmmenberufen hat,
um die !anwesenden. Führer ׳ der .!deutschen ׳ Judenheit ver-
traut ׳ zu imajpheii mit der ninlbesohreilbifohen Not •und Ver-
•schuildinnig ׳ der r ’ btäulischen mnd r ^pdlnisch-llta ׳ uischen
jeschiwaus.
■Im Anschluss an die •Worte, !mit !denen der ■Vorsützende
die Tagung !am !ersten Tag •eröffnet hatte:
,Nicht ׳ mit Kraft, nicht !mit Macht, sondern 111 ■meinem
Geist“, verbreitete sich der Redner ■weiter über !die Wesen-
heit des Geistes. ״ So wie die Muskelkraft der AmelÜsie Obre
Grösse bei weitem überschreitet, so wie des Kraft des von
Jsroel •ausgehenden Geistes bei weitem idas !Muss seiner
Zald !übertrifft, so ■stellt ׳ auch !die von Litauen ausgehende
•geistige Wdrkung in keinem Verhältnis zur •Zahl •seiner
Bevölkerung.“
׳ Einzelne Jeschiwaus, einzelne Gödaiulkn, ׳ üben !einen
geistigen Einfluss aus, der 13m Deben !der (jiib! ׳ sehen •Ge-
samtheit zu ‘ungeheurem !Segen •wind.
■Diese Führer wollen heute der !deutschen Judenheit
•berichten !lassen von dem Leben und Treiben (in !ihren
Jeschiwaus, !und ■von ׳ der !beispiellosen •m ׳ aterie ׳ Men Not,
unter der !geradezu unvergleichliche ■geistige Werte ge-
schaffen werden.
Namens des geschäftsführandon Ausschusses ׳ der
Agudas Jisroel ibegnüsste sodann Herr Jacob Rosenhelm
die Versammlung •und führte etwa aus:
Die Leitung der Agudas Jisroel ist glücklich, dass
in Hamburg, das den Ruf nach Renaissance des deut ־
sehen Judentums freudig aufgenommen, diese Tagung
stattfindet, und dass gerade in Hamburg, wo man selbst
unablässig für Limmud Harauroh arbeitet, man !das Ver-
ständniis für !die grossen Stätten •der Tarah (im Osten
wecken mnd vertieften wolle, das ׳ kennzetichne !den, L-an-
desgrenzen nicht achtenden Geist von Keren Hatorah.
In Anlehnung an eine Diskussion des Vortages, was
unter einem entpolitisierten Keren Hatorah zu verstehen
sei, führte Herr Rosenheim aus:
Für uns ist Agudas Jisroel genau in gleichem Sinne
eine politische Organisation, wie es auch das jüdische
Volk als Ganzes ist, in dem reinen Sinne nämlich, dass
Politik die Verwirklichung der höchsten sittlichen und
religiösen Ideen im ötffentlichen Leben bedeutet. Aber
weil für Agudas Jisroel aus diesem reinen Begriffe ihrer
politischen Idee ein durchaus eindeutiges Organisations-
programm folgt, das die Thora in den Mittelpunkt
des Öffentlichen jüdischen Lebens stellt und weil andere
jüdische Gruppen gerade dieses Organisationsprinzip nicht
anerkennen und nach anderen ihm widerstrebenden Grundt-
sätzen den Aufbau der jüdischen Gemeinschaft vollzie*
hen, darum sind harte Zusammenstösse in diesem Kampf
um die Idee der Wahrheit unvermeidlich. Viel leichter
dagegen wird es sein — und in diesem Sinne ist das
Wort von ׳ d!er •EntpoWtiisiperang des Konen Hatorah
zu verstehen — bei dem Aufbau und der ganzen Arbeit
des Keren Hatorah allen in ihrem individuellen Leben
auf dem Bodten der Torali stehenden reliigfiö&en Gesan-
nungsgenossen eine Plattform zu gemeinsamer Arbeit für
die G-tteslehre und ihre Verbreitung im jüdischen Volke
zu bieten. Ich glaube, dass diese Zusammenarbeit, ob-
gleich der Keren Hatorah ein Organ der Agudas Jis-
roel ist, sich ohne alle Reibungen vollziehen kann und
dass sich das Wort 1 המאור שבה מחזירם למוטב a ״ c 4 in die ־
ser Zusammenarbeit zum Besten aller Toiike rar Her-
beiführung des wahren Friedens, des רה ID של 01 ה
bewähren wird.
(Fortsetzung folgt.)