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Nr. 20
JÜDISCHE PRESSE׳
ersf0 Verh'aHdluiig in diesem interessanten Prozesse statt}
t}nd der Vorsitzende, Obrjandesgerichtsrat Dr. Kramd,
ordnete die Einvernahme einer Reihe von Zeugen, unter
anderem die des Wiener Oberrabbiners Dr; Chajes und
des zionistischen Führers, Ingenieurs Stricker, an. Dem-
nächst werden diese Einvernahmen vor dem Gericht statt!-
finden und der ga,nze Komplex der ungeklärten Fraget}
bezüglich der Geschäftsgebarung des Palästinaamtes auf-
gerollt.
Die zionistischen Organisationen des In- und Aus-
landes erwarten mit Spannung den Verlauf und Ausgang,
dieses ungewöhnlichen Prozesses.
Eröffnungsfeier eines neuen Bethauses. Der Unter-
sttitzungs- und Krankenbesuchsverein Wien, XX., Treu-
strasse 7, ider ׳ unter der Leitung der Herren Knobel,
Schaffer und S c h a p i r a steht, , eröffnet am 1. Tag
Schebouth, 29. Mai!, ein !Bethaus itn Vereinslokale.
Keren-Hatora ln Oesterreich. Sonntag, den 3. Mai
referierte Herr Rabbiner Moses Blech im Bethause ״ Bnei-
Hagoile“, II., Stuwerstrasse 46, über die Bedeutung des
Keren-Hatora. Er schilderte die Notlage, in welche die
Thoralehranstalten duroh die kritischen . Wirtschaftsver-
hältnisse geraten sind, und die bedeutenden Erfolge des
Keren-Hatora während der kurzen Dauer seines Bestandes.
!Die Rede fand bei den Anwesenden reichen Beifall und die
Bethausbesucher versprachen, für den Keren-Hatora zu
spenden.
Schewnes-Aktion des Keren-Hatora. Das Landes-
dircktorium des Keren-Hatora in Oesterreich hat in seiner
letzten Sitzung beschlossen, eine SchewuesiAktion zu-
gunsten des Keren-Hatora einzuleiten. Es ist , ein Appell an
alle Bethäuser Wiens gerichtet worden, bei der ״ Aliaht-
Lhatorah“ an diesen Tagen einen ״ Mischeberach“ für
Keren-Hatora vorzunehmen.
• Juden! Gedenket am Schewues unserer bedrohten
Thoralehranstalten und spendet an diesen Tagen reichlich
für Keren-Hatora.
Subventionen der Keren-Hathora-Zentrale. Nachdem
durch die Entschuldungsaktion des Keren Hat'hora zugunsten
Litauens (Kowno) und Polnisoh-Lifcauens (Wilna) an die in
diesen beiden Provinzen befindlichen 20 Jeschiwoth Beträge
in der Gesamthöhe von 20.000 Dollar zur Auszahlung ge-
langt sind, hat die Keren-Hathora-Zentrale beschlossen, zu
Pessach aus den ihr ■von Holland, Belgien und der Sclitwelz
zugeflossenen Beträgen in erster Linie die schwer leidenden
Jeschiwoth in Kongresspolen zu• unterstützen. Dement-
sprechend wurde für den Kibutz Nowogrofdek in Warschau
und Kibutz Lubawicz in Warschau und andere dortige
Thonalehrstätten, ferner an Jeschiwoth Galiziens . und an
einige im Burigenland namhafte Beträge übersendet.
Arbeit für Beth Jakob. Die Keren-Hathona-Zentrale
hat. beschlossen, an die Mädchengruppen der Agudas Jisroel-
einen Aufruf zu sen!dieh, damit diidse sich in den Dienst ; der
Arbeit für Beth Jakob stellen. Zur Installierung des Beth
Jakob-Internats, in welchem zurzeit 30 junge Mädchen zu
Beth Jakob-Lehrerinnen ausgebildet werden, ferner zur Ab-
haltnng eines Fortbildungskurses für Lehrerinnen sind an-
nähernd 10.000 Dollar notwendig.
Hans Herzl in Wien. Wien. (J. T. A.) Der zum
Katholizismus übergetretene Hans Herzl, der vor kurzem
in einer Londoner katholischen Zeitschrift gegen das
Lebenswerk seines Vaters Theodor Herzl auftrat, ist!
soeben in Wien eingetroffen. Ueber den Zweck seines
Aufenthaltes verlautet nichts; in Wiener Missionskreisen .
besteht die Absicht, seine Anwesenheit zu katholischer
Propaganda zu benützen.
Behördliche Schliessung der zionistischen Schule in
Osljek. Osijek. Der Stadtmagistrat erhielt den Erlass!
des Unterrichtsministers zugestellt, demzufolge die hiesige
jüdische Schule zu schliessen ist. In der Begründung des
Erlasses heisst .es, dass nach der Verfassung der Unter-
rieht in den Volksschulen in den Händen des Staates sein
muss, dass aber im übrigen der Erlass die religiöse 'Aus-
bildung in keiner Weise beschränken wolle.
Rabbinerseminar zu Berlin, Am 27 ^.April ■wurde in
Berlin das 104. Semester am Rabbinerseminar eröffnet.
Acht Hörer, sämtlich im Besitze des Abiturientenzeugnisses
eines humanistischen Gymnasiums oder einer Oberreal-
schule, sind neu eingetreten. Die Eräffnungsvorlesung !hielt
Herr Dozent Dr. S. Grünberg. Er sprach über die
״ Namensbezeichnungen für das jüdische Volk“ und be-
richtete in höchst interessanten Ausführungen auf Grund
von grammatisch-exegetischen Belegen und geschichtlichen
Nachweisen über die Bedeutung der Namen ״ Hebräer“,
״ Israeliten“ und ״ Juden“ nach ihrer theologischen, kultur-
historischen und politischen Entwicklung. Am 28. April
morgens begannen die talmudischen Vorlesungen mit einem
grosszügigen und weitangelegten halachischen Vortrag des
Doz. Rabb. Dr. Weinberg über eine Reihe von grund-
legenden Begriffen über das Wesen des Aktes , der Ueber-
gäbe eines Scheidebriefes als Einleitung für den Traktat
Gittin, der in diesem !Semester in beiden Talmudabteilungen
behandelt werden soll.
Kriegswaisenftirsorge. . Der Zentralwohlfahrtsstelle
der deutschen Juden wurde vom ReJchsarbeitsminMerium
eine einmalige Beihilfe aus den noch verfügbaren Reichs-
mittein zur Förderung der Wohlfahrtspflege in der Uebec-
gangszeit in Aussicht gestellt. Der ,Betrag ist für Ein.♦
Achtungen bestimmt}, die der Fürsorge für Kriegswaisen
besonders auf dem Gebiet der Berufsausbildung, dienern
Entsprechende Gesuche sind an die Geschäftsstelle der
Zentralwohlfahrtsstelle, Berlin C.2, Rosenstrasse 2-4 er-
beten, '. ־ !•■׳
Eröffnung einer Talmud Thoraschule ln Dortmund
durch den Keren Hathora. Dortmund. (A. J. P. B.) Der
Keren Hathora für Deutschland hat in Dortmund eine Keren
Hathoraschule eröffnet. Der Unterricht erfolgt r in sechs
Klassen und es liegen bereits über zweihundert Schüler-
anmeldungen vor. Zur Eröffnungsfeierlichkeit waren Gäste
aus Köln, Gelsenkirchen, Duisburg, . Hamburg etc. er-
schienen.
Die antiorthodoxe Praxis des Palästinaamtes ii}
Warschau. Warschau. (A.J.P.B.) In den orthodoxen
Kreisen Warschaus wird mit Verbitterung die antiorthodoxd
Praxis des zionistischen Palästinaamtes betrachtet. Als eiri
orthodoxer Jude namens Franke 1 aus Lodz vor Pessach
nach Erez Jisroel fahren wollte, wurde ihm dies vom
Palästinaamt verweigert. Auf seine Frage, ob er die Ab-
Weisung seinem grossen Bart zu verdanken habe, wurde
ihm höhnisch mit ja geantwortet. Der Vorfall wird iri
den Warschauer orthodoxen Kreisen als typisch bezeichnet.
Feierliche Eröffnung des Lebensmittelmagazins von
Beth Lechem.. Wa rs c h a u. (A. J. P. B.) In Anwesenheit
des Warschauer Rabbinats. fand Sonntag den 5. April
die Eröffnung des Lebensmittelmagazins der Wohltätig-
keitsinstitution ״Beth Lechem“ statt. Unter anderem
sprachen Rabbiner Perlmutter, Michelsohn, Dr. Mieses! 1
und Kultusrat Trockenheim. ״Beth Lechem“ hat die Auf-
gäbe, arme Juden mit Lebensmitteln zu versehen und wird
im Sinne des orthodoxen Judentums geleitet. '
Die Werbearbeit der Poale Agudas Jisroel. 1
W a r s c h a u. (A. J. P. B.) In der Pessachwöche fanden!
an mehreren Stellen. Warschaus und in vielen anderen
Städten Polens Werbeversammlungen der Poale Agudas'
Jisroel mit gutem Erfolg statt. Die Poale Agudas Jisroel
zählt derzeit in Polen zirka 50 Ortsgruppen und beab-
sichtigt jetzt, nach Warschau einen Kongress einzuberufenj
um das Landesdirektorium zu wählen und neue Orts-
gruppen ins Leben zu rufen. Sie wird gleichzeitig ein
eigenes offizielles Organ schaffen.
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Seite !37
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Die polnische Regierung setzt iüdlsche Arbeiter aut
die Strasse. In der letzten Sitzung des polnischen Sejm
brachte der jüdische Deputierte Prilutzki die folgende
Interpellation ein: Nach Einführung des Tabakmonopols
hat die" Regierung die Tabakfabriken von den meist jüdi-
sehen Besitzern enteignet und alle jüdischen Arbeiter und
Arbeiterinnen, die aus religiöser Ueberzeugung die Arbeit
an den Sabbattagen verweigerten, rücksichtslos auf die,
Strasse gesetzt. Nunmehr hat die Regierung auch diejeni-
gen jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich aus
Not mit der Arbeit an den Sabbattagen einverstanden
erklärten, sämtlich entlassen und an ihre Stelle minder-
qualifizierte polnische Arbeitskräfte gesetzt. Der Sejm
möge die Regierung auffordern, die grausame Taktik gegen
jüdische Arbeitskräfte, die zum Teil seit Jahrzehnten in
dem Fach beschäftigt sind, aufzugeben.
Jüdischen Zeitungen das Postdebit in Polen entzogen,
Wa r seihau (I. T. A.). 1 D!ie Regierung׳ tet der Londoner
jüdischen Tageszeitung ,jDle Zeit“, dem New Yorker ״Jid-
d'iscihen Togb'Iatt", der ׳Zeitung ״fHaarez“ !in Tel-Atwltw !und
der iKisohinewer Zeitung ״Der Jitd“ das Pastddböt !für Polen
entzogen. . ׳ ;
Eine grosse Schniore-Schabbos-Versammlung in War-
schau. Warschau (A. J. P. B.). Im Saale der !jüdischen
Gemeinde !fand ein grandioses ׳Massenmeeting •mit dem
Thema ״Schmiras Sohabbos“ statt. In Anwesenheit der be-
deutendsten Persönlichkeiten aus Gelehrten, ׳Finanz- !und
Arheiterkreisen sprachen die Herren Rabbiner !Michelsohn,
Benker, Knoll •und namens der Poa'le Agudas Jisroel !Kultus-
rat !Rittmedster. • ' ' r
Rabbi Sandumirski zu vier Monaten Gefängnis ver-
urteilt. Moskau. (A. J. P. B.) Rabbiner Sandumirski aus
Sluck wurde zu vier Monaten Gefängnis und dreijähriger
Verbannung verurteilt, weil er einen Schiur führte, an dem
sich auch Männer unter 18 Jahren beteiligten. Da laut Ver-
Ordnung der Sowjetregierung die Unterweisung von Per-
sonen unter 18 Jahren in religiösen Themen, strafbar ist,
wurde dieser Rabbiner und auch einige ihn unterstützende
Lehrer zu diesen harten Strafen verurteilt.
Ein Volksmeeting ln Stanislau. Der Leiter der
Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel für Ost- und Mittel-
galizien Dr. Bonzion F!e$sler sprach in Stanislau auf
einem Volksmeeting über ״Aguda und Palästina". Redner
entwickelte die Mittelstandspolitik der Aguda in Palästina
und kritisierte scharf den dort Platz !greifenden linken Kurs.
Die Bodenverkaufsaktion !ergibt günstige Resultate. . ^
Sezession in der polnischen ״Hechaluz Hamlsrachl".
Warschau. (A. J. P. B.) ״Haasid“, das offizielle Organ
der polnischen ״Hechaluz“, meldet, dass die polnischen
״Hechaluz Hamisrachi“ nach Muster ihrer Gesinnungs-
genossen in Palästina sich aufzulösen und der allgemeinen
Arbeiterbewegung. ״Hechduz‘.' beizutreten beginnen. Solche
Zusammenschmelzungen, erfolgten bereits in den Städten
Aisisick, Iwio etc.
Zusammenkunft Vizepremier Dr. Thugut—Kirsch-
braun. Warschau. (Ä. J. P. B.) Vergangene Woche hatte!
der agudisti&che Abgeordnete K i r s c h b r a u n mit dem
Vizepremier T hu g u t eine Unterredung. Hiebei nahm!
Kirsehbraun Gelegenheit, dem Minister über die Organi-
sierung des Kehilohwesens in Polen und in den Rand!-
gebieten vom Standpunkte der Orthodoxie Aufklärung zu
geben. { *
Rabbi Lamstein genesen. Warschau. (A. J. P. B.)
Der eifrige Agudaarbeiter Rabbi A. I. Lamstein, Sekretariats-
mitglied des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel, ist
von seinem längeren Berliner Aufenthalt zurückgekehrt
und ist gesundheitlich so weit hergestellt, dass er binnen
kurzer. Zeit , seine Arbeit auf dem Gebiete ,der Literatur
und ! Organisation . aufnehmen können wird.
Eine Agudadelegation beim Beizer Rebben. War-
schau. (A. J. P. B.) Rabbiner Löwensohn |und Senatoit
Deutscher haben vergangene Woche dem Beizer Rebben
einen Besuch abgestattet, wobei wichtige Agudaangele-
genheiten zur Sprache kamen. Die Delegation wurde 1
äusserst warm aufgenommeri. Die Delegierten haben der
polnischen Landesorganisation über die Unterredung ein-
gehend berichtet und die besondere Zufriedenheit über
deren Verlauf ausgedrückt. י
Ben Awi von der. Leitung des ״Doar Hajom“ t?u4
rückgetreten. Der Jerusalemer ״Doar Hajom“ veröffenttj
licht ein Schreiben Seines Chefredakteurs Ben Awi, wo 1 {
rin dieser mitteilt, dass er infolge von Unstimmigkeiten{
mit den anderen Redaktiortsmitgliedern bezüglich des wel-
teren Verhaltens in Angelegenheit der Artikel ״Witt
klagen an!“ als Chefredakteur des ;,Doar Hajöm“ zü-j
riiektritt. Ben Awi soll, wie der ״Haaretz“ meldet, ver*־.
langt haben, dass der ״Doar Hajom“ sich bei Dr. Ruppig
entschuldigt und die gegen Dr. Ruppin erhobenen Vort
würfe widerruft. Ben Awi soll sich in den nächsten Tagefl(
nach London begeben. Als Chefredakteur des ״Doat{
Hajom“ zeichnet nunmehr Almaiiah. '
Keine Aufnahme von Frauen in den B’nai B'rith-
Orden. Die Anregung !des .bisherigen Prasidenteh •Adolph
Kraus, ׳nunmehr Frauen als Mitglieder des• Ordens B’iiäi
B’rith aufzunehmen, bildete •den Gegenstand einer eingefieii-
den Diskussion. Es wurde ein Ausschuss eingesetzt, der
über. die Fr^ge Bericht erstatten'sollte. •Der Ausschuss
sprach sich gegen die Anregung des !Herrn Kraus aus und
empfahl, den Distrikten die Bildung von Frauen-Hilfssek-
tionen anheim zu stellen. Für !die verschiedenen Tätigkeits-
gebiete in den nächsten fünf Jahren wurde ein Budget .von
45Q.OOO Dollar auf gestellt ׳und ׳von der Konferenz angenom-
men. Nach den vorgenommenen Wahlen wurde die Kott-
ferenz mit einer feierlichen Ansprache des neuen Präsiden-
. ten geschlossen. . . ...... .