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JÜDISCHE PRESSE
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Rabbiner über die große Aufgabe des , למי הת • Hernach
sprach der המסיים Herr M. W o 1 i t z e r über den Zusam-
menhang 2 תורה ש 0 ב׳^ 116 ס 18 /ע und חורה שב״ם Nachher fand
die Verlosung eines sechsteiligen רמב״ם statt. Das kostbare
Werk fiel Herrn Königsberg zu, der dasselbe dem
Verein überlassen hat. Bei der סעודת מציה sprachen noch
der Herr Rabbiner Gottesmann und Herr D. ! H a r •t in a n 11 .
Das Benschen wurde von Herrn A. Käufer für 30 S
erstanden. !Diese Summe wurde für den Kauf von ספרים
verwendet.
Sijtimfeier in Matfersburg. Am 6. Chanukatage fand
in der Mattersburger ש״ 0 חברא eine ׳ Siijumfeier. auf den
TraktaHK i d u s c h i n statt. Oberrabbiner E h r e n f e 1 d
hielt aus diesem (Anlaß eine Rede, die er hauptsächlich dem
Andenken seines Vaters צ״ל ? widmete.
Erklärung. Bezugnehmend auf meine Erklärung
vom 10. lautier 1926 fühle ich mich verpflichtet, um alle
Mißverständnisse zu vermeiden, die jüdische Bevölkerung in
•der Tschechoslowakei davon zu verständigen, daß die Spei ־
sefettfabrlk der Georg Schicht A.-G. in Aussig neu einge-
richtet und gekoschert wurde. Von heute an wird das ko-
schere Speisefett Marke ״ Ceres“ und ״ Radiol“ bei der Georg
Schicht A.-G. in Aussig unter strengster Aufsicht von
einigen frommen, gelehrten und sachverständigen Ver-
trauensleuten erzeugt. Diese Fabrik ist die einzige in der
Tschechoslowakei, welche die Kokosnüsse selbst presst,
also niemals fremdes Oel bezieht, ö daß die Erzeugung vom
Pressen des Oels bis zur Verpackung der Ware unter
meiner strengsten Aufsicht steht. Die Marken ״ Ceres“ und
״ Radiol“, weiche mit meinem Koschersiegel versehen sind,
sind reines Kokosfett aus Kokosnüssen ohne jede Bei-
mischung und können von den frömsten orthodoxen Juden
sowohl für Fleisch als auch Milchspeisen ohne Bedenken
verwendet werden. Für die Koscherheit dieser Marken bin
ich selbst voll verantwortlich, wenn sie mein Siegel tragen.
Aussig, 23. Kislew 5687. Simche Frankel, Rabbiner zu Ska-
wina in Podgorze-Krakan.
שמחה פרענקיל תאומים, אבר״ה מהאוזיען והגליל חופ״ק;
פאתורזע יע״א
, Oberrabbiner Aron Katz. Wie an anderer- Stelle
dieser Zeitung ausführlich berichtet wird, wurde der bis-
herige von Nitra an die Stell seines Vaters צ״ל
einstimmig zum Oberrabbiner dieser !Gemeinde, gewählt. '
Oberrabbiner ׳ Aron Katz spielt im öffentlichen !Leben der
Orthodoxie ,in der Slowakei eine hervorragende Rolle. Er
winkte seit zirka 28 Jahren in ׳ Vertretung seines Vaters
‘1 צ " ל . als Rabbiner. Er ׳ ist seit der Gründung Präsi-
dent der slowakischen! iLandesorganisation der Agudas
Jisroei und wurde auf der Kenessiijoh Gedauloh in den
^:scluiftsfiihrenden Ausschuß gewählt. Er erfreut sich als
temperamentvoller Kanzelredner eines großen Rufes und
leitet seit Jahren eine ישיבה • Auch in der ״ Jüdischen
Presse“ hat er wiederholt zu aktuellen ׳ ,jüdischen ׳ Fragen das
Wort, ergriffen. Vor der Gründung unserer Zeitung hat er
das Ogan der ״ Machasike !Hadas“ redigiert und darin mit
Verve für die !Interessen ׳ des orthodoxen, Judentums .ge-
kämpft. (Wir sprechen dem verehrten Oberrabbiner
unsere Teilnahme an dem ׳ Leide aus, das ihn ׳ mit dem Hin-
scheiden seines Vaters הג׳ הצריק זצ״ל getroffen und be-
gliickwünschen sowohl ihn als auch die Gemeinde zu seiner
Wahl :als Oberrabbiner ׳ von !Nitra. Die Redaktion.)
Chanukahfeier der Aguda-Jugendgruppe Nove-
Zamky. ׳ Die :Nove Zamkyer Agudas JisroeLJugenldgruppe
veranstaltete anläßlich des Chanukahfestes מצ״ק חנכה eine
Melawe Demalko, an welchem außer der gesamten ortho-
doxen Jugend auch mehrere angesehene בעלי בתים teil-
nahmen. Es wurden vorzüglich לברי חורה von den
Herren Hermann Löwy ׳ und Max Glück gesprochen,
welche mit ׳ großem !Beifall aufgenommen wurden. Der
Abend wurde sehr fröhlich verbracht: Es wurde eine An-
zahl neuer Mitglieder geworben. Das Versteigern des
Benschen brachte eine schöne ;Summe ein. ׳ Kurz vor
Mitternacht seiheden die Teilnehmer mit dem !Bewußt-
sein, einen sehr schönen Abend verbracht zu haben. Die ׳ vor
kurzem stattgefundene ׳ Neuwah!l der Agudas Jisroei-
Jugendgruppe ergab folgendes Resultat: Präses: Nathan
T e 11 s c h; Vizepräses: ׳ Desider K r o ׳ j n i k; Kassier: '
Samuel B i n e t h; !Kontrollor: !Hennan Adler; Sekretär:
Mayer P 0 11 a k; תיממלימדי תורה Sektion: !Kassier: Mich-
rach K 0 111; Kontrollor: Sandor G r e i n e r.
Jugendtag ln Kosice. Am 12. Dezember יום א׳ פ' ויחי
veranstaltete der Verein ״ (Bne Emunim“ im großen Ge-
meindesaale am •Jahreswendetag der Gründung des Ver-
eines einen großzügigen Jitgendtag, ׳ verbunden mit einem
Sijum auf ש״ ס משנה . 'Nach מ י״ מ ע wurde eine
Plenarversammlung abgehalten, bei weicher sämtliche ׳ Mit-
glieder des Vereines und ein zahlreicher Teil der äuge-
sehenen בעלי בתים erschienen sind. Der ׳ Saal war über-
füllt als Herr Präses I. Samuel Klein die Versammlung
eröffnete'. In seiner begeisternden Ansprache schilderte er
den schweren Kampf, den die thoratreue Jugend in der
Gegenwart zu !bestehen hat. !Nur das ׳ Zusammenhalten be-
fähigt zum Widerstand gegen 1 Verlockungen des Zeitgeistes.
Der Glanzpunkt der Feier war die tiefdurchdachte groß-
angelegte Rede des !Herrn L. Wiesenber g, welcher mit
seinen meisterhaften homiletischen !Auslegungen: die Ver-
sammelten begeisterte. Er wies in seinem הדרן auf den
Unterschied zwischen den warhaftigen Führern des Juden-•
tums und den falschen Volksbeglückern hin. Den seelischen
Genuß des Vortrages zollte ihm die Zuhörerschaft mit
rauschendem Beifall. !Nachher sprach Herr Vizepräses
Rezsö Liebcrman, der in einer vortrefflichen, ein-
drucksvollen Rede die Jugend zum eifrigen! und intensiven
Thoralernen aufforderte. Großen Widerhall fanden die
Ausführungen des darauffolgenden Redners !Herrn •Naftali
Eh r 1 i c h, der auf die verheerende •Winkung der nationali-
stischen !Ideologie hinwies. Seine mutige Rede ׳ machte einen
tiefen Eindruck. Nach dem Tätigkeitsberichte des (Herrn
Alexander Schweid, in dem er mit Genugtuung auf das
rege Vereinsleben !hinwies, schloß der !Präses die Versamm-
Jung im Zeichen eines ׳ großen moralischenl ׳ Erfolges. Um
8 !Uhr begann ein !Bankett mit !200 Gedecken, ׳ bei dem auch
das Rabbinat ,mit Se. Ehrw. Herrn Oberrabbiner !Brach an
der Spitze und angesehene בעלי בתים בני תורה erschienen
waren. ׳ Bei Tisch brachte Se. Ehrw. der ׳ Herr Oberrabbiner
seine Segenswünsche an die Jugend zum Ausdruck. !Einen
gelungenen הדר trug !Herr !Rabbiner S. Jung-
r ci sz vor, welchen die Mitglieder ■mit ,großem !Beifall auf-
nahmen. Gediegene דברי חורה , sagte Herr Rabbiner
'S. S c h i c k 1 e r und der Schwiegersohn des Oberrabbiners,
Herr S. Fallik Friedmann. Es sprachen noch Herr
Präses L S. Klein und L. Rosenbliith. Die Ver-
sammelten blieben bis in die späten iNaclitst,linden in
heiterer Stimmung beisammen.
Chanaukafeier des Tyrnauer Mädchenvereines.
Am 6. und 7. .Dezember veranstaltete der Tyrnauer
"jiid. Mädchenverein eine sehr schöne Chanukafeier, deren
Reinertrag wohltätigen Zwecken gewidmet wird. Die kiinst-
lcrischen Darbietungen wurden von kleinen ,Mädchen ge-
leistet. Die kleinen Darstellerinnen spielten so entzückend,
daß man nicht wußte, was man mehr bewundern soll: das
sichere Spiel der liebreizenden Kleinen oder die rastlose
Arbeit der jugen Damen, die sich so selbstlos um das Ge-
lingen der .Chanukafeier bemühten. Ihnen allen sprechen ׳ wir
auf diesem Wege unseren herzjichen Dak aus. Der jüdische
Mädchenverein, dessen Tätigkeit außer Förderung jüdisch-
ethiseher Interessen sich auf Krankenpflege und Armenfür-
sorge im weitgehendsten Sinne erstreckt, erfüllt seine Auf-
gäbe so glänzend, daß sie die Anerkennung und Unter-
Stützung weitester Kreise verdient, damit der Verein seine
segensreiche Tätigkeit weiter entfalten könne. Der kleinen
Garde wünschen wir, daß sie späterhin mit ebensolcher
Begeisterung die Pflichten der Nächstenliebe austibe, als
sie uns mit ihrem lieblichen Spiel erfreute. ' U. H.
Autorenschutz in der Tschechoslowakei. Das ßrati-
slavaer !Inspektorat der ,Autorenschutzvereinigung ersucht
uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung: !Das neue
Autorehgesetz für die ׳ ganze tschechoslowakische Republik
ist von dem !Herrn Präsidenten unterschrieben worden und
wird am Anfang des Jahres 1927 in Kraft treten. Dieses
Gesetz hat ׳ nicht nur für die Autoren, sondern auch für alle
Veranstalter von Unterhaltungen, ׳ Konzerten usw., nament-
lieh aber für die Besitzer oder Mieter der öffentlichen
Lokale, wo immer Musik oder Gesang getrieben
wird, ,große !Bedeutung. Das Uebertreten des Spielverbotes
allerlei , Musikstücke wird nach diesem neuen Gesetz als
Vergehen mit Kerker und Geldstrafen gestraft.
Mährisch-Ostrau. Der hiesige (Bethamidrasch-Verein ver-
aiKitafete ■amläßfeh ׳ s ׳ eitb 2 s .,25jähri@en Bestandes ׳ am •17. No-
vemfoer 1926 eine Jubiläums-Generalversammliing, welche zahl-
reich besucht war. In dieser erstattete der •Obmann •Herr Doktor
׳ Max Beer de« Rechenschaftsbericht ׳ über die jährige Tätigkeit
dies Vehellnßs,, während welcher Züf unter Leibung dies Herrn
Rabbiners Dr. Spira die Thora . , zweimal■ ■mH Kommentaren ׳ ,
außerdem Ej 11 Jakob, Kusari,. die kleinen Propheten mit Kom-
men'taren ־ durefhigenommen wurden• Talmud wurde durch Herrn
Dr. Horn vorge ׳ tiragen. Nebsiftdem wurde !in hiebräisdiier Lehr-
und Spnadltoinsen für Volks- !und' Miltfasdriifer-durch dife ׳ Hemm
Dr. Färber. Lehrer Löwinger, Lehrer Großbart unterrichtet.
Alljährlich wurden! auch zahlreiche Vorträge aus dem Gebiete
der jüdischen Literatur ׳ und !Geschichte abgehalten ׳ . De!r Verein
verwaltet die Gemeindebibli 0 t ׳ hek. Der OBethamidrasdi-Verein
kann wohl! nicht auf glänzende Leistungen hinweiseri!. kann sich
auch mit den Lehnhäusem •in vergangener Zeit und solchen im
Osten nicht vergleichen- Durch die Gründung des Bethamidrasch-
,Vereines vor 25 Jahren, und •Erhalbung desselben wurde aber die
,Tradition festgehalten, daß ׳ in• jeder Gemetode ©in Lehrhaus
bestehian ׳ soi, !und! e ׳ s fet !daher ilmsofaru diie Kanit'niuiitat 1 m!it jdte!r
ruhmvollen! Vergangenheit, ■wenn auch in bescheidener Weise,
gewahrt. Möge ein künftiges Geschlecht wieder !lebendigeres
Interesse für unsere Lehre!. Geschichte ׳ und ׳ Sprache haben, es
wird im Betham!idrasch ׳ J V ׳ ere!in ein geeignetes Mittel finden,
seine Pläne zu! verwirklichen. — Sonntag, den 5. Dezember d. J-,
fand aus gleichem Anlaß ein Festgottesdienst im neuen ortho-
dbxen Tieumpel statt, wobei mach dien! festlichen! Gesängen, die
durch Herrn Kantor Schmlsinger mit seinem Ohor in sehr ׳ er-
folgreicher Weise vorgetragen ■wurden. Se. lElirw. Herr Rah-
biner Dr* ׳ Spira die Bedeutung des Chanuikafestes und die Be-
deutung des Bethamidrasch-Vereines in begeisterten !und be-
geisternden Worten ;feierte.
Großwardein. Am letzten T ׳ ag Chauuka feierte der
Verein ׳״ Machsike Thora“ in Großwardein sein sechzig-
jähriges' Jubiläum. Der Verein wurde im Jahre 1866 durch
Ober ׳ rabbiner Jizchok •Aron 1 Landesberg begründet. Ober-
rabbiner Mosche Hersch Fuchs !hat die Entwicklung des
Vereines sehr wohltätig beeinflußt. Als Vereinsrabbiner,
wirkten! in dem Verein Rabbi Jeschaija Deutsch, Rabbi
Menachem Schick, Rabbi! J. S. Klein. Der gegenwärtige
Vereinsraibbiner ist Rabbi Josef Schwarz, !der , bekannte
Herausgeber der Habcihisdien Zeitschrift ,,Vaglasset Jo,reff“.
:und mehrerer talmudischer Werke. Die Festrede !hielt Herr
׳ Oberrabbiner !Benjamin Fuchs, nach ihm sprach Vereins-
rabbiner Schwarz. Das Jubiläumsfest war mit einem
Sijum verknüpft. Nach ,dem Sijum sprachen Rabbiner
Pinkas Horowitz und noch ׳ mehrere B'nei Thora. Um '
das Gelingen des eindrucksvollen Festes ,haben sich ,der ׳
Vereinsobmanu !Hermann Schwarz und die Vorsteher
Neum ann-und !Friedrieih bemüht. Hamewasser.
Budapest. Die Sdliass-Cliewra ■in der Vasvari-Pul-Gasse
hielt am sechsen Ghan!u 1 k ׳ atag ein. solennes סיום Fest über
מסכת סנהדרין ,, das Se. !Eh ׳ rw. J. H-erskovits,
Rabbiner dev Sch ׳ ass ־ C11ew!ra, unter lebhafter (Beteiligung ׳ der
Mitglieder mit ■geistreichen הדרן zur allgemeinen Fremde •durch-
führte, worauf eine stark ׳ besuchte סעודה של מצוה frisch,
froh, ׳ fröhlich, fromm und frei vor sich ging. Die Festrede •hielt
Se. , Ehrw. Rabbiner • J. He r .skov ׳ i,t s, Leiter und Vor- ־
tragender der Schass-Chewrä. Redner dankte in , warmen Wor-
ten dem Vorstande des Vereines, in erster und oberster Reihe
dem verdienstvollen Präsidenten desselben, Herrn M. F1 e i sch- ;
mann, ,der !trotz der allgemein schweren ׳ Handelskrise weder ׳
Opfer noch Mühe spart, den ,JLimuid-hatora-B'rabim“ au er-
möglichen. ׳ Hierauf wurde Sekretär Her,r J. Kollmann zum.
Sprechen wiederholt !herausgefordert, der endlich, dem all-
gemeinen Wunsche nachgeibend. auf die. Worte seines Vor-
redners •in geistreicher ׳ und temperamentvoller IRsde reflektierte,
indem er auf ׳ die mühevolle Hingabe und d ׳ en Fleiß van Sr. , Ehr-
würden in ■der Leitung der Thorastätte Ihinwies und ׳ das u,n-
ermüdliche, •segensreiche Streben des Präsidenten •pries, dessen
Verdienst 4 ist, daß der כבוד ה ת ו ר ה hier verbreitet und/
erfii-alten wird. Es •sprachen noch !die Herren Dr. H. Rosen-
berg, Nathan Szoier und andere. Die Stimmung war , eine
allgemein festlich gehobene. Die Freunde der Thora unter-
hielten, sich bis ׳ in die •späten^Nachlmittagsstunden. Tags !darauf
gelangten vom Ertrage der (Feier viele Hunderttausende unter
den unbemittelten לומדי תורה , des Vereines ׳ zur Ver- ■
teilung. ■ - : St.
Baron für ׳dessen große Opferwilligkeit hohes Lob , und er-
klärte, das !Londoner jüdische !Hospital widme seine Für-
sorge in ׳gleicher Weise !jüdischen wie nicht jüdischen
Patienten. Marquis v. Reading führte aus, gerne ׳hätte er
sich vorstellen mögen, ob unsere jüdischen Vorfahren die
Position, die ׳die jüdische Gemeinschaft !in ׳diesem Lande
einnimmt, vorgeahnt hätten. !Er empfinde es mit Freude und
Stolz, daß jeder Dienst, ׳den ein Jude seinem Lande erweist,
zum Glück seiner eigenen Gemeinde beiträgt. Nie hat ein
Jude seine Taschen verschlossen, wo es galt, charitative
Ziele zu. stützen. Obwohl der Jude von außerhalb wenig
Unterstützung erhielt, .hatte er ׳immer wieder. Opfer ׳ge-
br acht , ohne zu fragen, 01b sie seiner Gemeinde oder der
Allgemeinheit •zugutekommen. Auch unter uns weilt • jetzt
ein Mann, der bei seinen großen Geldopfern nach Rasse
und Glauben nicht fragt -und ׳nur ׳die ׳Menschlichkeit gelten
läßt. Dies sei typisch für den englischen Juden. Nun erhob
sich Lloyd George zu einer längeren Ansprache und führte
aus: Mit Freude und Stolz weiie er in einer Versammlung
der jüdischen Gemeinde, er sei immer ein demütiger 'und
tiefer ׳Bewunderer ׳der Juden.,ge wesen. Würde man von der
westlichen Zivilisation den ,hebräischen •und den griechi-
scheu Einfluß subtrahieren, wir würden noch ׳heute in einem
Zustand der Barbarei verharren. Das jüdische Duldervolk
hat Männer hervorgebracht, die anderen Nationen zu
großem Ruhm verhalfen. Das Judenvolk hat viele Reiche
überlebt: das assyrische, das babylonische, das ägyptische,
das persische, •das griechische, das römische; vielleicht
wird es auch ■das British Empire überdauern. Im Verlauf
der Jahrhunderte wahrten die׳ Juden mit beispiellosem
Heroismus ihre nationalen Traditionen, ■ihre nationale Lite-
ratur und ihren nationalen Ruhm. Durch die Jahrhunderte
haben sie ihre Vitalität durch ,ihre Schriftsteller, Philo-
׳sophen, Gelehrten und Staatsmänner■ dargetan. Der ver-
׳ehrungswürdigste aller britischen Premiers war Benjamin
Disraeli, ein Kind- der jüdischen Rasse, und in unserer Mitte
weilt .jetzt der größte Statthalter unserer Zeit, der eben-
falls ein Kind Ihrer Rasse ist. Als ein Glied der kleinsten
und ältesten Rasse, der walisischen, fühlte er sich glücklich,
in der Mitte der Juden zu weilen und ihnen zu der wohl-
!tätigen Einrichtung eines !jüdischen Hospitals ein ״Masel-
tow“ zu wünschen. • I
— Ein Streit um Max Warburg In der jüdischen
Presse. Die !Wochenschrift ״Das !jüdische Echo“ ver-
öffentlichte vor kurzem unter der Ueberschrift ״Max M.
Wariburgs Seeleninöte“ einen Leitartikel, ׳in welchem der
laut Zeitungsberichten von Max Warburg im Verlauf ■der
Prozeßverhandlungen gegen• Fritsch ׳gebrauchte Ausdruck
״Wenn ich , jemals in eine Interessenkollision zwischen
meinem Deutschtum und meinem Judentum, kam, so habe
ich mich stets für die Interessen Deutschlands ׳entschieden“
scharf kritisiert worden ist. Die Zeitung führte "aus, eine
Interessenkollision zwischen Deutschtum und Judentum gäbe
cs gar nicht. Wenn ׳Herr Warburg' das Bestehen einer
solchen zugibt, so mache er sich die Grundanschauung seines
Prozeßgegners Fritsch zu eigen. Der Artikel schloß mit der
Bemerkung: ״. ; . die Geschichte ist ein höchst lehrreiches
Beispiel •für die völlige Ahnungslosigkeit so vieler praminen-
ter jüdischer Männer in jüdischen Dingen.“ Gegen diese
Ausführungen des !Münchener !Blattes wandte sich mit be-
sonderer Schärfe das ״Israelitische Familienbla ti“, welches
in einem ״Sinnlose Anwürfe gegen Max •Warburg“ über-
schriebenen Leitartikel feststellte, Herr Warburg führte
diesen Prozeß für •das deutsche Judentum, das in einem
seiner angesehensten Männer getroffen und als in natio- .
naler Beziehung gefährlich gebrandmarkt werden sollte.
Von dem Aufsatz des Münchener Blattes sagte die Zeitung,
er stelle für alle, ״die um das Wirken ׳dieses Mannes in
jüdischer Sphäre ׳auch nur weniges wissen, in erster Linie
also für die Hamburger Juden, eine einzige Ungeheuerlich-
keit dar“. Bezüglich des vom ״Jüdischen Echo“ zitierten
Ausspruches Warburgs meinte das ״Isr. Familienblatt“, ״er
(Warburg) hat bei dieser Gelegenheit •aufrichtig bekannt,
daß er jede Einwanderung i׳m ausgepowerten Deutschland,
also auch die ostjüdische, in den letzten Jahren für un-
erwünscht hielt, Max Warburg •ist kein Zionist, er bringt
dieser Bewegung, wie wir sagen zu können glauben, auch
keine allzu erheblichen Sympathien entgegen. •Das jedoch
sind seine Privatangelegenheiten, über die zu diskutieren
hier nicht der Ort ist. Deshalb hat niemand, besonders aber
kein jüdisches Blatt, das Recht, einen um das deutsche
Judentum so hoch verdienten Mann, der — wenn er auch
nach außen hin in jüdischer ׳Beziehung nicht so hervortritt
wie. als deutscher Wirtschaftsführer — doch unablässig u-hd
nicht zuletzt durch eben diesen ׳Prozeß — sich für die Ehre
und das Gedeihen des Judentums einsetzt, noch dazu
während dieses Prozesses, derart in den Rücken zu fallen.“
Zu diesem Streit nimmt nun das Hauptorgan der deutschen
Zionisten, ״Jüdische Rundschau", Stellung und schreibt 11 . a.:
״Daß ■gerade Max Warburg, ׳der nicht nur seinem Vater-
fand, wie es natürlich ist, ׳mit ׳besten Kräften ׳gedient hat,
sondern sich auch seit längerer Zeit peinlich vor einer
Kompromittierung durch öffentliche !jüdische Betätigung
hütete, in diese Kampagne ,und dann in diesen Prozeß ver-
wickelt wurde, ist ein persönliche Tragik, die eine ׳gewisse
Aehnlichkeit hat mit der Tragikomödie von Eberts Magde-
burger Prozeß.“ — Die ״Jüdische .Rundschau“ schließt sich
im übrigen der Ansicht ׳des ״Jüdischen Echo“ an.
Die evangelische Judenmission in Erez Jisroei.
In dem ׳jüngst veröffentlichten Jahresbericht der
״Gesellschaft zur Verbreitung des Evangeliums unter den
Juden“ befindet sich, wie ׳wir einem Artikel Mentors im
״Jewish Chronicle“ entnehmen, folgende Stelle: Wir haben
reichlich •Grund, G-tt für den Segen zu danken, der auf
unserem Werk in Palästina ruht. Sein Wachstum ist
wunderbar. I׳m Jahre 1921 hatten wir nu:r einen Missionär
dort, jetzt ׳besteht unser Stab aus ׳zehn Personen und diese
werden durch eine Anzahl ehrenamtlicher Helfer unterstützt.
Damals hatten wir nur ein einziges unmöbliertes und
reparaturbedürftiges Haus, jetzt haben wir ein wohlaus-
gerüstetes Missionshaus auf dem «Berge Carmel und ein
anstoßendes Grundstück ist arngeikauff't wandten. Jm, Zentrum
der Stadt haben wir Säle gemietet, in denen wir mit einer
großen Anzahl Juden in Berührung treten können, die
anders nicht erreicht werden können. Nicht nur folgen Vei-
Sammlungen verschiedener Art in . rascher Folge auf-
einander, sondern das Missionshaus ist auch voilgedrängc
bei vielen dieser Versammlungen ,und die starke Aufmerk-
samkeit der Juden der evangelischen Botschaft gegenüber
ist bemerkenswert. Die G-ttesdienste werden in !hebräischei
Sprache abgehalten^ doch ׳werden auch Vorträge in
Jiddisch, ■Anafeich, Deutsch !und •EngStoch gehalten- Außer-
dem werden die jüdischen Kolonien regelmäßig von
unseren ׳Missionären besucht, die meistens eine herzliche
Aufnahme finden ׳und so eine Gelegenheit haben, für. das
Christentum bei denen Zeugnis abzulegen, die sich be-
mühen, ihr Ideal durch Wiederaufbau ihres nationalen
Heimes in dem alten Vaterland zu verwirklichen; • /.