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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS.
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Keren Hathora.
Die Amsterdamer Konferenz des Keren Bathora,
die anfangs dieser Woche stattfand, scheint den vor-
läufigen Berichten nach ein geradezu grandioser Er-
folg zu sein. Vor zwei Jahren, als in Hamburg
eine ähnliche Konferenz des Keren Hathora abge-
halten wurde, brachte man in Deutschland allein
über 20.000 Dollar auf, die im wesentlichen zu der
Entschuldung der großen östlichen Jeschiwoth dien-
ten, die unter der schweren !Schuldenlast zusammen-
zubrechen drohten. Der Amsterdamer Erfolg von
dieser Woche wird sicherlich auch in seiner finan-
ziehen Auswirkung nicht hinter jenem von Hamburg
Zurückbleiben. Allein nicht der materielle Erfolg
allein ist bei dem Werturteil über solche Veranstal-
tungen maßgebend. Keren Hathora ist der prägnan-
teste Ausdruck der Grundidee von Agudas Jisroel.
Wenn Agudas Jisroel von gegnerischer Seite politi-
sehe «Aspirationen, volksfremde Tendenzen, separa-
tistische Bestrebungen vorgeworfen werden und
solche Vorwürfe in irgend welchen peripherischen
Erscheinungen eine scheinbare Begründung finden,
so schwinden solche Anwürfe im Lichte solcher zen-
traten Veranstaltungen, wie derer eine jetzt in
Amsterdam stattfand, die allein das wahre Wesen
der Agudas Jisroel dokumentieren. Das Hauptziel
der großen Schöpfer der Agudabewegung, das
Streben der großen Volkslehrer und -Führer, die an
der Spitze der Organisation stehen, war nach wie vor
börderung und Vertiefung des Thoralernens und
Ihoralebens, wie sie seit Jahrtausenden an den
großen und berühmten Thoralehrstätten gelehrt und
gelebt wurden. Diese Thoralehrstätten existieren
noch ■heute. Sie haben den legitimen Anspruch, be-
achtet zu werden nicht nur von jenen, die noch un-
mittelbar an ihnen interessiert sind, sondern von dem
Volksganzen, von der Gesamtheit der Judenheit, der
sic in Wirklichkeit aufs beste dienen. Diese Thora-
lehrstätten übermitteln die Tradition der großen Ver-
gangenheit einer zukünftigen Generation, die, wenn
sie auch winzig an der Zahl ist, einzig und allein be-
rufen ist, in den wechselnden Schicksalen der Ge-
samtheit des jüdischen •Volkes dem gesunden
Kristallisationspunkt.zu bilden. Es is’t daher Haupt-
z i e 1 des Keren Hathora, aus der ■Sache der
Jeschiwoth, aus dem ׳Problem der
T h 0 r a 1 e h r a n s t a 11׳ e n e i n e V 0 1 k s s a c 11 e,
ein Prob 1 e m für di e:. G e s a m tii ebt ״d e s
j ü d i s c h e n V 0 1 k e s z u mach e n.; ,:
Das russische Problem, das durch ein in-
struktives Referat-von Rabbiner Dr. Meier Hildes-
heimer an der Amsterdamer Konferenz aufgerollt
wurde, ist ein !Schulbeispiel für die Richtigkeit obiger
Behauptung. Es ist wahrlich nicht bloß das !Interesse
der orthodoxen Judenheit, daß der jüdische Nach-
wuchs in Rußland im Geiste der Thora und Tradition
erzogen werde. Gelingt es dem Keren Hathora nicht,
die große jüdische Oeffentlichkeit, speziell in Amerika
darüber •aufzuklären, daß die wunderbare Wirtschaft-
liehe Rekonstruktion der russischen Judenheit, . die
sich .im wesentlichen durch ״die Verwirklichung der
Kolonisationsprojekte-vollzieht, wertlos sein müßte,
falls jüdische Heimstätten ohhe belebenden Geist der
jüdischen Tradition, ohne hinreichende Gewähr für
eine, auf gesunden moralischen. Grundlagen' ruhende
jüdische Zukunft entstehen, so würde dies für die
Gesamtheit einen unermeßlichen Schaden bedeuten.
Das russische Problem, klarer gesprochen, das Pro-
blem der thoragemäßen Erziehung in Rußland, ■ist
demnach ■kein Problem der orthodoxen Judenheit,
wenn auch sie zunächst an der richtigen Lösung in-
teressiert ist, sondern ein jüdisches Problem schlecht-
hin, das jeden Juden angeht.
• ■ Nicht anders stellt es mit dem B e t h - Ja ä k ö'W-
Problem, mit der Frage der jüdischen Erziehung der
jüdischen Frau. Es bleibt ein unvergängliches Ver-
dienst des Keren Hathora, die Lösung dieses Pro-
iblems in die richtigen Wege geleitet zu habbn. Die
Rettung von tausenden jüdischen Mädchen- in Polen
und die Ausbildung von hunderten Lehrerinnen•■ ist
eine Leistung, die die Aufmerksamkeit der gesamten
Judenheit beansprucht. In Wirklichkeit ist aber die
־ richtige Erziehung־ der weiblichen Jugend nicht bloß
ein ostjüdisches Problem, sondern ein Problem, das;
überall, wo Juden wohnen, eine richtige Lösung ver-,
langt. Die Keren-Hathora-Konfererfz in ׳Amsterdam
— und das ist der große Erfolg dieser •Konferenz —
rückte all diese Probleme in den Vordergrund des
Interesses der westeuropäischen Judenheit, die wohl
infolge ihrer besseren sozialen^rtschaftlicheii^Pösi-
tion : den 'ostjüdischen ,Brüdern ;helfen muß, aber ^üirch
diese Hilfe und •durch die - Auffrischung׳ und ■Wieder-!
belebung der in den Hintergrund gedrängten jüdi- f
sehen Werte selber ungeheuer viel profitiert. 1 Durch;
solche Veranstalturigen und Leistungen; des.׳' Keren
Hathora wird es endlich der Agudas Jisroel gelingen,;
auch die Skeptiker und •die von !Mißtrauen Erfüllten,
über ihr wahres Wesen aufzuklären. Viele befehden־
noch ׳immer den Keren Hathora der ,Agudas Jisroel,
weil sie glauben befürchten zu müsse!!r,Ldaß die: ;an
und für sich gesunde Idee des Kereu flätiiora durch
Agudas Jisroel politisch umgebogeh :und ;mißbraucht,
werden ;könnte. In Wirklichkeit wird abeb - Keren;
!Hathora, wie es ihm bereits bisher in hohem Maße
gelungen ist, die jüdische Welt •davon überzeugen,
daß seine Grundidee: Das Sc hi c k s a 1 der
T h 0 r a als Z e n t r a 1 p r 0 b 1 e m d e s ■ j ü d i-
sc hon.Volkes h i n z 11 s t e 11 e n und in posi-
t i v e m Sinne zu lösen, der k 1 a r s t e und
wesentlichste A 11 s d •r uc׳k der Gr u n d-
i d e e der Agudas Jisroel Ls t... P.
Amsterdam (AJPß). Den Auftakt zur Keren-
Hatorah-Konferenz, die am Sonntag den 21. Tewes
in Amsterdam stattfand, bildete
eine grandiose Massenversammlung
in der Diamäntbörse am Schabbosabend, bei welcher
Rabbiner S a r 1 0 11 i s präsidierte und die Herren
Rabbiner Jesaja Fürst (Wien), Oberrabbiner
Vre den •bürg (Arnheim), Rabbiner Dr. Meier
Hildesheimer (Berlin), Rabbiner B r 0 m
(Luzern), Wolf S. Jacobson (Hamburg), H. A.
Goodman (London) Wesen, Aufbau, Leistung und
Ziele des Keren Hatorah ■darlegten. Die Anwesen-
heit des Herrn Oberrabbiners Onderwijzer
verlieh der Versammlung besonderen Glanz. Ge-
•diegene Chasonus des Amsterdamer Oberkantors
Ma roikko, der der Leitung des Amsterdamer
Keren Hatorah angehört, gab ihr den harmonischen
Abschluß.
Die Konferenz selbst wurde mit einer Be-
griißungsrede des Vorsitzenden der holländischen
Keren-FIatorah-Verwaltung, Oberrabbiner Vreden-
bürg (Arnheim), w*elcher der Konferenz präsi-
dierte, vormittags um halb 11 Uhr im Sitzungssaal
der Amsterdamer jüdischen Gemeinde eingeleitet.
Nach Verlesung eingelaufener Begrüßungsschreiben
— unter anderen vom Gerer, Czartkower, Sadagorer
Robben, von E. Chaim Oiser Grodzensky usw. —
eröffnete Rabbiner Jesaja F ii r s t (Wien) namens des
rabbinischen Rates der Keren-Hatorah-Zentrale die
Tagung in! Beisein ■der Vertreter der hervorragend-
sten Gemeinden, Korporationen, Keron-Hätorah-
Kommissariate Hollands sowie der verschiedenen
׳Spezialdelegierten der westeuropäischen Keren-
׳Hatorah-Landesverwaltungen.
Oberrabbiner Onderwijzer für das
Amsterdamer Oberrabbinat, Dr. S. I. Philips für
den Permanenzausschuß der Zentralverwaltung der
jüdischen Gemeinden Hollands, W. B i r n b a u m
für die Amsterdamer Gemeinde, Dr. Nathan ßirn-
b a 11 m für den Zentralrat der Agudas Jisroel, Rab׳•
biner S a r 1 0 u i s (Amsterdam) für die niederländi-
sehe Agudas Jisroel (in Vertretung des Vorsitzenden
Oberrabbiner Hirsch-Zwolle), Oberrabbiner D a-
v i d s Leeuwarden) als einziger Misrachist unter
den holländischen Oberrabbinern, Oberrabbiner P e-
r e i r a (Haag) für die sephardischen Juden Hollands,
A. S. Leviszon für die jüdische Gemeinde Haag,
Rabbiner Brom (Luzern), Jacobson (Hamburg),
Goodman (London) für die verschiedenen Keren-
Hatorah-Landesverwältungen hielten Begrtißungs-
reden, gaben alle ihrer hohen Freude über das Zu-
sammenkommen der Konferenz Ausdruck.
Der Direktor der Keren-Hatorah-Zentrale,
Dr. Leo Deutsch! ä n d e r (Wien) erstattete
hierauf das Hauptreferat:
״Die geistige Lage in der Judenheit der Gegen-
wart“,
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