Seite
Nr. 47/48
JÜDISCHE PRESSE
Seite 295
gMaHraMMMMftMUMaMMMttttftMmHBHHMUHMHMlMHIMMMHHMnMBS
j Tschechoslowakei 1
neaMSaHHMBBHHBHBMHHMHBIBBMaRMMMMfeBBHraMMBBBHBBBBBBBMHMHHBIR»
Das Schiedsgericht in Dun. Streda (Szerdahely).
W!ir berichteten in unserer vorletzten Nummer über
die !Einsetzung eines Schiedsgerichtes, mit der Aufgabe, den
Zwist an der Dunaszcrdahelyer jüdischen Gemeinde end-
gültig auszutragen. Das Schiedsgericht tagte in Szerdahely
vom 18 . bis 21 . •Kislew unter Vorsitz Sr. Ehrw. des Herrn
Oherrabbiner Josef Tigeritian n aus Nove Zamky. Das
Richterkollcgium war aus dem Obmann, den Rabbinern
David Wessel y aus Preßburg ut1!d David Schlüssel
aus Muukacs als Richter und den Laienbeisitzern Markus
Grünfeld aus Vystiy Swklnik •und Lazar Porgcsz
aus Preßburg zusammengesetzt. Die Mitglieder des Schieds-
gerechtes waren! in aufreibender Arbeit bemüht, einen
friedlichen, außergerichtlichen Ausgleich zwischen den
streitenden Parteien hcrbeizufiihren ׳ und in die ungemein
verworrenen, dein Fernstehenden nur schwer verstand-
■liehen Verhältnisse Klarheit und Ordnung zu bringen.
Diese Versuche scheiterten, jedoch auch diesmal an dem
Widerstand der Parteien, so daß eine Zwangsentscheidung
des Schiedsgerichtes sich als unvermeidlich erwies. Das
Schiedsgericht ־ vernahm sodann die Vertreter der beiden
Parteien aufs eingehendste und gab ihnen Gelegenheit, sich
über jede Einzelheit der fiir das Urteil in Betracht kommen-
den Streitfragen persönlicher, religiöser und finanzieller
!Natur zu äußern. !Bei den dort herrschenden Zuständen er-
forderte dies ein sehr hohes Maß von Geduld und Selbst-
Verleugnung. Nach der gründlichen Einvernahme aller Be-
teiiigten wurde zunächst in Zwischenurteilen bis zur end-
gültigen Entscheidung durch das Schiedsgericht ausge-
sprochen, daß sämtliche bei Behörden äuge-
strengten Prozesse a u f g e h 0 b c 11 w e r de n
müssen. Weiter beschloß das Schiedsgericht, daß der
Gcmcindcvorstand d a s r ii c k s t ä 11 d !i g e Gehalt des
R a b b i !1 c ■r ■s K a t z nebst den Nebengebühre n
s 0 i o r t a 11 s z u b ■c z a 111 e 11 h a t. Ebenso hat d ä s
S c h ä c 11 t e 11 !des v 0 11 !der Gegen p arte i a 11 g e-
stellten שלחם sogleich eingestellt zu
werden. JDarauf wurde das Bcweisverfahreu ge-
schlossen. Wiegen, vorgerückter ׳ Zeit und starker .Ucber-
.1rnidu!1g der Mitglieder des Schiedsgerichtes mußte sodann
■die !Beratung des Gerichtes und das endgültige Urteil bis
zur Wiedereinberufung durch den Obmann vertagt werden.
Die Stadtratswahlen in Hust und Muukacs.
A.m 11 . Dezember .fanden in Mp.11.kac s .die Stadt-,,
ratswahlen statt. Wie vor kurzem bei den Wahlen in Hust
zeigte die Wahl auch in Muukacs das eigenartige Bild
der z a 111 r e i c h c n k 1 c i 11 c 11 j ii d i s c h c n P a r t c i e 11,
die eigene Kandidatenlisten ׳ cinreichten. Diese !deinen
Parteien sind eine Frucht des mit großer Schärfe immer
■mehr an den Tag tretenden Bestrebens der großen jüdischen
Massen, sich von der gewaltsamen politischen Vormund-
schaft der Zionisten oder der ־ jüdischen politischen Natio-
nalisten zu befreien. Diese Zionisten mißbrauchten
bisher bei allen Wahlen da:s Schlagwon von der ״ Einheit“
und ״ Einigkeit“ f ii r ihre persönlichen Zwecke.
Nur unter dem Deckmantel der Einheitsparteien war es
ihnen bisher möglich, ihre eigene Schwäche und die
geringe Zahl !ihrer wirklichen Anhänger zu verbergen 1 und
, ihre politischen und nationalen Bestrebungen so hinzu-
stellen, als ob ein Großteil der jüdischen Bevölkerung sie
billigte. Diese Taktik und die Vertrauensseligkeit der reli-
giösen Massen verschaffte !ihnen in den letzten Jahren
manchen politischen Vorteil und verhall den zionistischen
Advokaten zu recht einträglichen Positionen !und in den
Positionen erhielten! sie auch die Waffen, um ihr Zer-
störungswerk in den religiösen Gemeinden und au den
geistigen Gütern des alten Judentums zu vollbringen. In der
Einheitspartei drängten sich die Zionisten an !die Spitze
und terrorisierten! ,alle anderen — namentlich die Wort-
fiihrcr der orthodoxen Juden, die vom Zionismus und
von dem zionistischen politischen Nationalismus nichts wissen
wollen — so lauge, bis das Judentum ■in allen ׳ Gemeinden
der Podkarpatslea-iRus ein !Gesicht bekam, als ob es schon
zionistisch ,geworden sei. •Das !ist jetzt endlich zu Ende.
׳ Noch haben die orthodoxen Massen zwar das Maß von
, ׳ Disziplin und politischer Selbstachtung nicht gewonnen,
׳ das nötig gewesen wäre, um sie zu einer jedem ziouisti-
sehen ■politischen !Programin entschieden ׳ entgegengesetzten
einheitlichen o r 111 0 d o x• e !n W a h 1 p :a r t c i z ׳ u-
^ammenzuschmiedeti. Aber die Wahlen in Hust und !Muukacs
haben gezeigt, daß die orthodoxen Wähler aufgohört ׳ haben,
der Spielball in !den. Händen der zionistischen ״ Politiker" zu
sein, und daß sie entschlossen sind, von nun an ihre eigenen
Wege zu gehen. Die ■übergroße Vielheit •der ״ jüdischen“
Listen ist zwar ein Schönheitsfehler. !Aber sie erwies sich
als gutes !Mittel, dem zionistischen Terror zu entgehen. In
iHu s t waren 7 .jüdische Parteien, !in 1M u u kacs sogar 13 .
In beiden Orten führten sie aber zu einer Vermehrung'
der j ׳ ii d i s c h e 11 M a 11 d ata r e und zum Z u s a m m e 11-
׳ schmelzen der zionistischen Stimmen zu
e ׳ i n e r :kaum •b ׳ ea c 11 1 e n s w er t.e n M i ind e r ׳ he!i t i m•
Verhältnis zur !Gesamtheit ׳ der !jüdischen'
Stimmen. In :Hust wurden unter 10 jüdischen Vertretern
nur 2 Zionisten gewählt. , Bei der Muiikacser Wahl erhielten:
Sogar ׳ unter 16 !jüdischen Vertretern ׳ die zionistische ׳ Liste im
ganzen ebenfalls bloß 2 Mandate und außerdem die jung-
jüdische Partei, ׳ die gleichfalls im zionistischen Fahrwasser
segelt, .1 Mandat. Die nichtzionistisohen ׳ jüdischen Wähler
haben Grund, mit diesem Wahlrcsultat zufrieden zu sein.
Die Lehren, die sich daraus ergeben, werden voraussichtlich
schon bei ׳ den nächsten •Landtagswahlcn zu noch wirksame-
rem Ausdruck kommen.
Chanuka-Teeabend des Schomre-Thora-Vereins in
Trnava.
Man berichtet uns aus Trnava: Am ersten
Chanuka-Abend versammelten wir uns zu einer sehr ange-
nehmen festlichen Veranstaltung. An der Spitze der Gäste
befand sich unsm• ehrwürdiger Herr Oberrabbiner S. D.
Ungar. Er beehrte uns mit einer tiefsinnigen Rede über
Clianuka, seine Beucuumg und die Lehren, die aus den Er-
cignisscn jener Zeit, ■da das Cbanuka-Fcst eingesetzt wurde,
für uns ergeben. Er wandte sich besonders an die Jugend
und warnte sic eindringlich vor den Gefahren, die sic in der
Gegenwart bedrohen, wem! sie nicht auf der Hut ist und
sich mit Widerstandskraft wappnet. Er bat die orthodoxen
jungen Leute und Jünglinge, sich unter allen Umständen
vor schlechter Gesellschaft zu hüten und nach Möglichkca
an Gesinnungsgenossen zu hulie.11. Die Ansprache Sr. Ehr-
würden fand in allen Herzen reichen Widerhall. Dem Danke
der Anwesenden gab Verchisnräses Herr Bela Beck Aus-
druck und versicherte den Herrn Oberrabbiner, daß die ■
Trnavaer cribodcxe Jugend seinen Worten stets willig gc-
horchen und besticht sein weide, den Weg zu wandeln,
der !ihr von ihrem geistigen Führer gewiesen wird. Das
Fest verlief in •bester Stimmung. Das wohlgclungcnc Ar-
rangemcul ist zum größten Teil das Verdienst des Herrn
Herrn. W e i s z.
״ B-Gruppe“ in Nove Zamky.
In der jetzt eingesetzten orthodoxen Frauenbewegung
zeigt sieh abermals, daß die verständnisvolle Begeisterung
einzelner !Personen, gepaart mit Willens- und Tatkraft, un-
gemein Wertvolles zuwege bringen, ja zuweilen den Erfolg
einer Idee herbcifüliren :kann. Tn Nove Zamky ■hat eine
Dame — Frau Charlotte !G r 0 ß-T r e i.lh af t — die Not-
wendigkeit ׳ erkannt, ׳ die ׳ jungen Mädchen ,fiir ׳ jüdische ׳ Lehre
und jüdisches Leben !intensiv zu interessieren. Sic gründete
eine ״ B-Gfrippc“ der Agudas Jisroel-Frauengruppe und
sammelte die Mädchen im zartesten Alter uni sich, unver-
zagt, keine Mühe scheuend, griff sie mit !Liebe bei den
kleinen Mädchen ein. Einigemal in der Woche bereitete sie
sieh und ׳ den Kleinen !die Freude, sich !mit ihnen über
jüdische Dinge zu unterhalten. Und die Kleinen zeigten sich
dankbar: sie ׳ hingen au der ״ nönike“ wie ■an einer !Freuden-
Spenderin. Am ersten Chanuka-Abend fand im Beisein eines
Kreises von !Damen die erste Prüfung dieser ,iB-Gruppe“
statt. Was ׳ die Mädchen geboten !haben, war ׳ eine Uebcr-
raschr.ing. Die Mädchen lernten! צאינה וראגה " und ״תהינה
!Lesen, die Gebetordnung, die Bedeutung der Feste und Ge-
denktage, die religiösen und häuslichen ׳ Gebräuche und ihre
,Bedeutung, die !Heiligkeit ;der^Mi&wp'S./und ״ t schlicßlich die
Führung der •jüdischen Küche. Das alles, lernte ״ nöuikp.“ mit
!ihren Mädchen, mit einem :joden seinem Alter entsprechend.
Frau Groß sei für diese ihre selbstlose □ שמי C^^-Arbcit
herzliohst gedankt. S .B.
Vorträge über jüdische Erziehung.
Herr Rabbiner Chajim Goldklanz. !Rabbiner im
3 . Bezirk voa'Wien, Schwiegersohn des Großrabbiners
I ־ I ׳ a ׳ gcr in Zablotöw, weilt zurzeit in der Slowakei und •hielt
über Einladung der !Rabbiner von Komarno, ■Gnta,
Meder u. a. freundlich und. , beifällig aufgenommene Vor-
träge über jüdisch-religiöse, Erziehung und die Pflege und
Förderung des Thoralernens. Seine Vorträge zeigten eine
Meisterschaft sowohl in אגדה wie in הלכה und gipfelten
in der Forderung, das Thora Studium !und alle ׳ Bestrebungen,
die auf eine !Mehrung des Thorawissens hinziclcn. ohne
Unterschied der !Parteizugehörigkeit zu unterstützen. Sehr
eindringlich erklärte der Redner die religiöse Pflicht, beim
Besuch von ׳ Vorträgen und Veranstaltungen strenge darauf
zu achten, ob die Redner auf dom Boden des überlieferten,
wahren Judentums stehen. Seine •Ausführungen übteil über-
> all den tiefsten Eindruck auf die Zuhörer aus.
Schomre Thora-Verein in Trnava,
Aus Trnava wird ;uns berichtet: Sonntag den
27 . November hielt der Scho m 1 ־ e T h 0 r a - V c r e i n
seine Jahresversammlung unter großer Beteiligung ab.
Präses Herr Bela Beck eröffnet die Versammlung, be-
grüßt •die Erschienenen und gedenkt ׳ des 40 jährigen Be-
Standes des Vereines. Herr Armin Herzog verliest das
Protokoll der letzten Sitzung und Herr Bela Beck er-
stattet den Rechenschaftsbericht. Von ' ׳ der Tätigkeit des
Vereines erscheinen die täglichen von Herrn M. Reichen-
berger geleiteten Schiurim-ni חומש רש״י,קש״ע, פלא יועץ
und die dreimal wöchentlich,“ gleichfalls • unter seiner Lei-
tung slattfindenden Gcmoroschiurim, ferner die jeden
Sonntag von den Herren Rabbiner Simon Schreiber
und M. Weiß m a n d 1 gehaltenen Magidusvorträge am
שבת קודש besonders erwähnenswert. Fiir Geselligkeit
wurde durch mehrere gemeinsame Ausflüge gesorgt. Auch
auf humanitärem Gebiet betätigte sich der Verein. Herr
Herrn, Weiß erstattet einen günstigen Kassabericht.
Sämtliche Berichte wurden einstimmig mit Dank und Ae-
erkennung •zur Kenntnis genommen. Die Neuwahl ergab
folgendes Resultat: Bela Beck (Präses), Eugen Fisch-
mann (Vizepräses), Herrn. Weiß (Kassier), Jnl. Braun
(Kontrollor),. Armin Herzog (Sekretär), Geza Schwarz,
Samu . Stern. .. Arthur; Löwy, Armin Deutsch, Alexander
Wetzler. E. Ochsenberg,; Em., Grünfeld und Eugen Maytin
(Ausschuß).: ln der ersteil Sitzung beriet der Vorstand über
•die. Vorbereitungen zum Juhiläumsfest, welches auf den
5 . Februar 15 )׳ , . Schewat) festgesetzt wurde,
R. Jakob Alter Hakolien Ungar ז״ל
Ani Donnerstag, den' 14 . Kislew, verschied in Preß-
bürg 1im Alter von 53 Jahren: nach einem schweren Leiden
Herr Jakob U n >g a r aus D 0 1 n y - K u b ׳ i n. Die לוי׳ fand
noch am Freitag unter . großer Beteiligung statt. Der
נפטר , euTSohn ׳ des R. Kaiman Ungar שוחט .ז״ל in Gal-
sz 6 cs, ־ war einer der ׳ Strenggläubigsten ׳ seiner Gemeinde,
der stets' :init allen ■Fasern seines Herzens für die Ortho-
doxie eintrat. Seine Söhne und Töchter-erzog er im Geiste
der, :' רןןךן-״ : ק . Auf dem .Gebiete , der Wohltätigkeit war er;
einer ׳ der Ersten; besonders hock stand bei ihm das Gebö't
der Gastfreundschaft. - ה ש י ״ ת möge seiner gram¬
gebeugten Wiitwe und seinen Söhnen und Töchtern Trost
spenden הנצב״ה .
Sigmund Braun ל "?
Aus M y ja wa wird uns berichtet: Am
verschied hier nach längerem, ׳ mit •Geduld , und :G-ttergebeu-
heit ׳ getragenen !Leiden Herr Sigmund Braun im Alter
von 73 Jahren. Die jüdische !Gemeinde verliert mit seinem
Tode eines ihrer angesehensten und würdigsten !Mitglieder.
Er hatte es durch Fleiß !und !Geschäftstüchtigkeit zu Wohl-
stand lind !Ansehen ;gebracht und genoß wegen seiner Ehr-
lichikeit und Verläßlichkeit ׳ mit Recht einen !guten ׳ Namen
in allen Kreisen, die zu ihm !in Beziehungen standen. Der
Verblichene war ein wahrhaft frommer ■und jüdisch gesinn-
ter Mann. Er war ein מדקדק במצוות und betätigte sicli
auch willig iin Interesse der ■Mizwoth. führte ein schönes
jüdisches Haus und legte Gewicht darauf, seine Kinder im
Geiste der תוה״ס zn erziehen. Er ließ seine Söhne an
Thoralehranstalten und ישיבית lernen und hatte darin auch
die schönsten ׳ Erfolge !auf zu weisen; !seine Söhne und sein
einziger Schwiegersohn sind בני תורה יראים ושלנדם An der
Trauer der Familie !nahmen zahlreiche Freunde Anteil. Im
Sterbehaus ■hielt zuerst sein Sohn !Herr Josef Braun aus
Wien einen bewegten הספר , worin er von seinem Vater
auch im !Namen seiner Geschwister dankerfüllten Herzens
Abschied nahm. Sodann brachte der ׳ Rabbiner •der Myjavacr
Gemeinde, Se. Ehrw. !Herr Oberrabbiner Josef Broda, in
würdigen, angemessenen Worten die Trauer •über ׳ den Ver-
last dieses trefflichen Mannes zum Ausdruck. Möge ׳ der ׳ All-
mächtige •den iHiriterbliebenen Trost spenden.
Frau Oberrabbiner Atlas יע״ה
Mit •einiger Verspätung erhielten wir die Trauer-
künde vom :Hitischeidcnd er Frau Obcrrabbiucr Atlas iu
Rcvuca, ׳ der Gattin Sr ׳ Ehrw. ׳ Herrn Oberrabbiner Sch. A.
Atlas. Nachk urzer ׳ Krankheit ereilte sie der Tod und ver-
setzte den Gatten und ihre Kinder !in liefe !' ׳ rauer, •die ein
großer Kreis von Freunden ׳ und Verehrern im ganzen Juden. 1 -
tum mit !ihnen teilt. Als Rabbiucrsgattin guter alter Art,
war •sie eine wahre אשת חיל • die !ihr ganzes Leben der
Föuderung der ת יה״ ק , dem tiefinnigen •G-ttesdienste und
dem Wiohltun widmete. Die Ausübung der □ הכנסת אורחי ‘D
der Gastfreundschaft iu echt ׳ jüdischem Sinne, war !ihr
Herzensbedürfnis. Jeder Durchreisende, ob arm oder reich,
war ihr willkommener Gast, den sie 'mit Freude bewirtete.
Insbesondere war ׳ sic den Frauen !des ausgedehnten Be-
zirkes eine gute Ratgeberin , in allen Nöten und sie stand
ihnen bei, wie eine fürsorgende :Mutter. Von •ihrer uticr-
schiitterliclieii, überzeugten Frömmigkeit zeugt, ׳ daß sie .bc-
sondere Fasttage hielt ׳ und ציקה im Verborgenen übte,
Freuden waren ihr im ■Leben nur wenig und selten be-
schieden, aber sie war g-ltcrgebcn und fand •ihre Freude
in der Erziehung ihrer Kinder und !Enkel zu guten streng-
gläubigen Juden und in der Sorge fiir das Wohlergehen
ihres Galten. Den □ תלמידי חכמי und allen Tliorabeflisscnen
zollte !s ׳ ie grenzenlose Verehrung und tat in ihrem Interesse,
was sie nur vermochte. Aus ihren kümmerlich, ihrem Munde
abgerungenen Ersparnissen machte sic ׳ im Geheimen eine
י Jahrzoitst'iftmur • ?.w-suuston. der PI ".0 in Jerusalem. Gute
Taten ■dieser Art geleiteten sic durchs Leben, bis ihre Seele
nbberufen wurde zum Schmerze aller, die sie kannten. Aus
allen Gemeinden, wo •die Trauerbotschaft hingelangt ist,
strömten die Leute herbei, um dieser צדקת die letzte
irdische Ehre zu erweisen. □ הספרי hielten: der Gatte
der Heimgegangenen Herr Oberrabbiner A 11 3 s, die Ober-
rabbiuer von R o z 11 o r 0, L u c c n c c, T ornaja . und
R i in - S 0 b 0 t 0 und Herr S. D. R c i 11 i t z aus F i 1 a k o v 0..
Sie alle ׳ schilderten die großen Vorzüge dieser seltenen
Frau. Herr W. F r i e d m a 11 n hielt im Namen der Kultus-
gemeinde und ׳ des Rabbinatsbezirkcs einen • vom Herzen
kommenden warnten Nachruf. Wegen vorgerückter Stunde
mußte von weiteren Trauerreden Abstand genommen wer-,
den. Die ■Heimgegangene war auch in der nichtjüdischen
Bevölkerung sehr beliebt und geachtet. Alle staatlichen,
städtischen und Bezirksämter erschienen korporativ bei der:
הלוי׳ und sprachen der Familie entweder persönlich oder
schriftlich ihr Beileid aus. Der Stadtrat von Gemeinde und
Bezirk Rcvuca hielt eine Traucrsitzuiig ab •und übermittelte
eine bewegte Trauet Kundgebung an ״ den Oberrabbiner.
Möge !ihre Seele im Himmel'eine לי צח יושר □ sein fiir
׳ die trostbedtirftige Familie.und fiir ganz Israel תנ״צב״ה !
Nahiim SokoIoAv ais Gast der Preßburger Zionisten.
׳ Die Zionisten von !Preßburg und ihre misrachistischen
Mitläufer hatten •letzten Sonntag einen ;ihrer vielen ״ großen
Tage“. ׳ Sie •begrüßten !ihren. Führer Nalium ׳ Sokolow anV
Bahnhof feierlich, begeistert, beseeligt, wie es sich von
Juden gebührt, die •in !Nalium •Sokolow ihren Führer sehen.
Das war ganz !in Ordnung. Sic veranstalteten zu seinen
■Ehren eine große Versammlung und ■ließen sich , von ihm;
allerlei :Dinge erzählen, die jeder zionistische ״ Sch'omer“''
schon längst :auswendig weiß. Das war gewiß in Ordnung.
Ein iMisrachist setzte sogar für einige !Minuten den •Hut auf
und verlas eine feierliche hebräische Begrüßung an den
״ TalmTd Chochom“ !Naliuni Sokolow. !Das ist schon
Auffassungssache, mag aber immer noch seine Ordnung
׳ haben: ׳ denn •Sokolow besaß ׳ Selbstbeherrschung •und Takt ׳
genug, — nicht •laut anfzulachen, :Daß ׳ der Präses der Preß-
burger neologen Religionsgemeinde ebenfalls am Bahnhof
erschien und an Sokolow eine Ansprache richtete, wird ihn
außerordentlich gefreut !haben; oft wird ihm im ׳־ Leben so
was noch •nicht zugestoßeti sein. Ob es !in Ordnung ׳ war,
!mögen die Neologen sagen. Dem Vertreter der ״ Jüdischen:
Partei“ dürfte sich •empfohlen, ׳ seine Ansprache an Sokolow ׳
vervielfältigen zu lassen und bei der Werbearbeit zur Ge-
wiiinuug orthodoxer Stimmen als Propagandamittel und als
Beweis für ׳ die .politische ״ Neutralität“ dieser •Partei zu ver-
wenden. Das wird dann auch schon in •Ordnung sein ׳ . Daß
aber der V i z e b ii r .g e r in e 1 s t e r D r. •K r a ai s sich
wieder voll ׳ den •Zionisten in ihren Karren spannen ließ und
im Namen ,der Einwohner dieser Stadt einen ׳ Mann begrüßte,
der als Jude hieher !kam und als Künder von Lehren und
Ideen, die das gesamte. Judentum von .Preßburg ßin
wenig aügehen, das i s t •s c h 0 n w i e d e r e 1 n,m:a ! ׳ ganz,,
iu nd ׳ gar nicht 1 n -0 r ׳ d n ׳ u n g. Dem Vizebürgermeister
׳ sollte endlich bedeutet werden, ׳ daß es vielleicht doch am
Platze ׳ gewesen wäre, sich zuvor an m a ß g e b elid e r
Stelle zu vergewissern, ab •die jüdische Religionsgemein-
schaft vö1 {׳ Preßburg im Politiker, Journalisten oder ״ Talmid
Ghoohom“ Sokolow !j e •n e P e r s ö n Ti c h k e i t e r-
׳ bl je k.t, d e ׳ m. ei me B ׳ e g r •ü ß un ׳ g v 0 n! ei neu •St ad t
gebührt, in der eine' angesehene ׳ j1ü ׳ dis che
Gemeinde existiert, für die ׳ immer noch die