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Nr. 1
Wien-Bratislava 6. Jänner 9928 ביה וינח״מר^ססבות י׳ג טבת ר/רפיח
A4. Jahrg.
Das Gespenst eines Defizits in der Finanz-
gebahrung der Wiener Kultusgemeinde.
Sanieru^assnahmen: Kürzung der Subventionen — Erhöhung der Friedhoftaxen.
• ' ־ Die jahrelange •r e' ׳ l•I gä ö's c '•Dciizitwirtschäfi der
sweitgrößten europäischen Judengemeinde wurde von uns
schon oft fest-gestellt' ■u'!1d getadelt. Daß dein religiösen
Niedergang auch ein f i n a n z ׳ i e 11 e r auf dem Fuß folgen
muß, ist Jedem klar, der die innigen Zusammenhänge zwi-
sehen Idee und Materie, zwischen’Geist und Geld kennt.
Dessenungeachtet platzte die Mitteilung des Finanzrcfercn-
ten der Wiener israelitischen Kultusgcmeinde RR. Dr. Her-
mann O p pe il h e i ׳ m, der anläßlich der jüngsten offent-
liehen Vorstandssitzung ;kundgab,• daß die: Finanzwirtscliait
der; Kultusgemeinde im. Jahre 1927 ■mit: einem Fehlbetrag
von 300 . 000 , Schilling abschloß, \vie ־ e:ine Boriibe, die !in chic
ah««.1]gslosc; Massc. -geschlcudort wird. ׳ Die weiteren• Mit-
ti^ung-en .;des ;Fiiiaiizreferenten Waren'ebörifälls nicht sehr
irpstyolk Er behauptete, •daß unter gleichbleibenden Vor-
hältnissen, und ;;falls der Vorstand keine raschen und ge-
eigneten Maßregeln zur Tilgung des■ Defizits beschließt,
der; Abgang im Jahre 1928 ein vielfaches des diesjährigen
- sein würde. ; . ,
׳ Welche Saniernngsmaßnalunen schlug der Finanz-
r ! ־:.׳ . referent vor ?
;; .. ; E:i n e ־ H r 11 ö h ■11 11 g d e r dir e ktcri K ;11. .1 i •u s-
g e 111 e i 11 d c.s •te u e r 11 ? K e i n -c s w e g s. Der Referent
sieht keine Möglichkeit ' in einer Periode der all ■ge ־
■rneinen Wir tschaf tskrisc die Kultusgcmeinde-
Modenpalais
tür die Dame
steuern zu erhöhen, zumal’ er befurchten muß, dal!
eine Erhöhung der Kiiltusgemeindesteuer die Flucht
aus der Kultusgemoinde bewirken würde. ,
■ Auch die Möglichkeit, durch ein. Darlehen die
Finanzen der Kultusgcmeinde zu sanieren, wird von Re-
gieruugsrat Oppenheim ־ , .bestritten. Nach seiner Theorie
können Fehlbeträge durch .Darlehen, ri.icht ejugebracht wer-
den.’ Ein נ Darlehen bei der jetzigen'Struktur ■der Kultus-.’
gemeinde käme nur auf dem .Gebiete des F r i c d h 0 f s-
■wesc 11 s, ־ also etwa, bei. der. jetztim;. Bau ׳ befindlichen■
ZerembnicnhalleA deren Kosten nahezu’ 2 Millionen Senil-
lin.g betragen, in Betracht uiid da• wäre sein Vorschlag,. ״
dbii Bail ujeht h-iis ‘den
eine Krediloperation. , ׳ zu <döof:en. ׳;־׳•• ׳■..;■•■• - • •■—ך■' "'־ ־ ■
! Der Friedhof bildet nämlich heute die einzige, ergiebige
Quelle des Lebens für die Kultiisgeiueinde, so kann, das
,1111 verflossenen Jahr erwachsene Defizit nicht anders
; gedeckt werden, als durch Erhöhung der Beerdigung
נ und Grabstätteutaxen.
Bei eiii'er relativ geringen Erhöhung, ;betonte der
Einanzrefcrcnt, die kauin 75 ־ Prozent Valorisevung der
Friedhofsgebühren bedeuten würde, müßte• eine. .Mehr-;•
ciunalimc von ■ S 300 . 000 , also gerade hinreichend, das
Defizit zu decken, erreicht werden. Dieser Vorschlag
wurde auch,' allerdings nicht ohne Debatte, angenommen.
Ein Parteigenosse des Firianzrcfercnten av a r' 111 e in be-
wegten Worten vor einer Erhöhung der Fried 11 orsgebiiliren,.
denn es sei zu befürchten,
daß die Glaubensgenossen mm die Flucht vor dem
Friedhof der Kultusgenieitidc crgreiien werden. Man
, wird lieber den V c r b r e n 11 u n g s t o d wählen, wie
sich der Betreffende geistreich ausdrückte, als die er-
höhte Friedhofstaxe zu bezahlen.
Die Furcht vor der Fi acht aus der Kultus-
g c ■m c i 11 d ■c r a 11• b t !1 ns ereil Ge m c i 11 d e v ä t cm
d;c11 ׳ M u t, die Kuhnssteneru zu erhöhen. Diese Furcht
beginnt geradezu grotesk zu wirken; nicht einmal die
Toten sind mehr ihnen vor dieser Flnchtgeiahr sicher. D i e
K 0 11 ■k u 1 ־ r e 11 z d cs Kr e m a t o r i u in s macht i h 11 c n
d c 11 j ii d •i sehe 11 ' 1 ' o d e s u c k e r, diese a tt s g i e-
b i g c Quell e d e r Ex i s t c 11 z e<i n e r de r g-r ö ß t c ti
j ii d i s e 11 e 11 G c rn e i n d c מ ת in Ende !10 c ■11 s t r c •i t i g.
Angesichts dieser beschämenden Tatsache erachten
wir es für Pflicht der jüdischen Publizistik, die .0 eff ent-
lichkcit auizurütieln und sic. auf ein eingehenderes Studium
der überaus interessanten Kapitel des Budgets der Wiener
Kultusgemoinde hiiiziiweiscn.
Die nicht geringe Summe von i ii n i e x 11 11 a l b Mil-
lionen Schilling wurde von der KuUsgcmcindc im
Jahre 1927 verausgabt.
Diese ungeheure Summe sollte, falls die Kuliusgeiiiehidc
!ihrer s t a f: u t a •r-ise h e 11 Bestimmung,,,entsprechen will,,
für K'u 11 u s zwecke' verwendet werden. Nicht nur die
statutarischen Bestimmungen verlangen ;dies, sondern auch
die wohlerwogenen Ubensintcrcssen der
Kultusgenieinde.
Solange Wien der Mittelpunkt eine!• aus vielen blühenden
Provinzen bestehenden Monarchie war, ergänzte sich ■ die
jüdische Bevölkerung dieser Metropole aus dem mmntcr-
brochcuen Zustrom neuer Menschen, die die alte Gemeinde
immer und immer mit frischen religiösen,, moralischen■■iuid
materiellen Werten bereicherten. Die tiefgreifenden poli-
tischen und finanziellen Veränderungen der Nachkriegszeit
haben diesen Zustrom von Wien abgelcnkt. .
Die Wiener Judengomeiude muß sich fortab von sich
selbst ergänzen, ihre gegenwärtigen Führer müssen
fortab dafür sorgen, daß die Wiener jüdische Bevölke-
rimg. sich aus sich selbst regeneriert und zu-
mindest nicht geistig und religiös verdorrt.
Wo d u r c !! , ׳ wird solches e r r e i c 11 i'i
Durch eine V c r t i c f u u g und V e r i n n c r 1 i c 11 ti ■11 g des
Kult u s, durch ׳ eine 1 n t e n s i v •i e 1 ־ u 11 g d c r U, 11 1 e r-
Weisung in religiösen Dingen, durch Er-
t ii c 111 i gu-ti g der Jugend, die für die Zukunft
einer G r 0 ß g e in e i n de •in der heutigen Ver-
f a s s n n g Wiens die a 11 e r g r ö ß te n n d s 0 r g-
s a rn s t e ßc a c h t u ti g b e a n spracht.
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כשי
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Alles andere kommt vom Standpunkte der Er-
haltiing und der gedeihlichen Entwicklung der Ge-
meindc erst in zweiter Reihe.
Wir müssen .mit B e d a u e r n -konstatieren, daß das
Budget •der Kultusgcmeinde gerade auf c n t g e ge 11,ge-
setzten Prinzipien aufgebaut !ist. Nalvezu ;vier
F ü 11 f t c 1 der Gesamtausgaben ;der Kultusgcmeinde, also
nahezu v i c r e i n v I e 1־ t c 1 Millionen Schilling, gelangen
iiir sicherlich sehr achtbare und wertvolle Zwecke• zur
Verausgabung, aber •
jene Zwecke, die wir sowohl statutarisch wie prak¬
tisch als die wichtigsten, die l e b e 11 s e r h a 11 c n d c 11
Der Kauf einer Perücke ׳ ;Ist eine Vertrauenssache!
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