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Frsl-nkfurk au Ut.
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das Tausend.
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31. OKIobev.
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v . Die kritische Miene, womit der Leser einer Probe¬
nummer die Existenzberechtigung des angekiindigten Blattes
zu prüfen pflegt, dürste für unser Unternehmen schon vor
dem'Faktum, daß es gerade hier in Frankfurt a. M. an
einem jüdischen Organe fehlt, nicht Stand halten.
Die „Metropole Süddeutschlands", die auf so vielen
Gebieten menschlichen Ringens und Schaffens, auf denen
ihr eine hervorragende Stellung zuerkannt wird, ihre publi¬
zistische Vertretung hat, sollte gerade für ihr jüdisches
Gemeinwesen, das so reich an bedeutenden Institutionen
ist, deren segensvolle Wirksamkeit in der ganzen Welt An¬
erkennung findet, und das ferner auch auf dem kommer¬
ziellen Gebiete ein so wesentliches Kontingent leistungsfähiger
Firmen aufweist, kein Organ besitzen, das, mit liebevoller
-Aufmerksamkeit diese Interessen und Thätigkeiten umfassend,
ihnen zum geistigen Mittelpunkte dient?
Das Bedürfnis zur Begründung einer Frankfurter
jüdischen Zeitung ist seit vielen Jahren schon oft genug
empfunden worden. Indem unser Blatt.sich die Aufgabe
setzt, es zu bestiedigen, wird es nach den beiden ange¬
deuteten Richtungen hin bestrebt sein, den Anforderungen
gerecht zu werden, die das gebildete jüdische Publikum,
das es sich zum Leser- und Freundeskreis zu gewinnen
hofft, zu stellen berechtigt ist.
. Erblickt es die eine seiner Aufgaben darin, dem Ver¬
kehr, in dessen Zeichen unsere Zeit steht, jedwede Förderung
angedeihen zu lassen, so liegt doch die' wichtige Seite seiner
Thätigkeit in der Pflege unserer Jdealgüter, zu dere
Mehrung im Inneren und Verteidigung nach außen
rade unser Platz die Führung in jüdischen Kreisen nutz;
übernehmen geeignet erscheinen dürste.
Doch soll das Frankfurter Israelitische Familienblc
sich keineswegs nur auf unsere Stadt und ihre jüdisch«'
Bewohner beschränken. Offenen Blickes, alles überschauend
was sich im Kreise der Jndenheit und insbesondere dz
deutschen Jndenheit Gewichtiges züträgt, will es vornehr
die süd- und westdeutschen jüdischen Gemeinden im Auj
behalten.
Eine gewisse Empfindnngs- und Jdeenverwandtsche
läßt sich für die jüdischen Gemeinden des Südens ur
Westens unseres deutschen Vaterlandes nicht verkennen.
Indem es sich aber als „Israelitisches FamUftMo
vorstellt, möchte es sich mit Vorliebe Men den ideali
Gütern widmen, die von jeher den Stolz der Mische
Familie gebildet haben. Im Boden des Mischen Familie
lebens liegen die Wurzeln, aus denen das Judentum ste
seine unüberwindliche, allen feinen Weiterbestand bedrohend^
feindlichen Gewalten obsiegende Lebenskraft gezogen hat.!
Möchte es uns vergönnt sein, in der Erfüllung unfe
Aufgabe in weitesten Kreisen unserer Stammesgem
ein gutes Teil zur Festigung der Gesinnung beizutragej
die durch fleckenlose Reinhaltung unseres Ehrenschild^
bestrebt ist, dem Judentum die volle Achtung und
erkennung der Außenwelt zu gewinnen.
(Redaktion und (Vertag
-ee „Frankfurter Ifraektifchen Fainitienktattes".
Stadt-Auflage 5000 .