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Rr. 2ö. Beilage zu Nr. 48 -es Frankfurter. Israelitischen Familieuülattes.
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Der Weg der Aefreiung.
Von N. G.*)
Ich bin ein Freund der Träume und weiß der Träume viel.
Ich träume viel und gern, mir träumt von Leid nnd Spiel.
So lag ich einst und träumte in einer mondhellen Nacht,
Ich träumt von einem Garten voll Herrlichkeit und Pracht.
Es flössen Milch und Honig, die schönsten Früchte wuchsen dort,
Der Garten prang im Grünen, ein gar herrlicher Ort.
Im Garten ging ein Engel herum' mit einem Schwert,
Es schien, als ob er jedem den Eintritt dort verwehrt.
Ich ging zu ihm und sagte: „Lieb' Engel, sage mir.
Wem ist denn dieser Garten? Darf ich hinein zu Dir?"
Da antwortet der Engel: „Der Garten ist Judas Gut,
Und wer hinein will kommen, muß sein von Judas Blut."
„Also darf ich ihn betreten!" rief ich gar freudig aus,
„Ich bin von Judas Stamme, dort stand mein Vaterhaus!"
.Doch „Halt!" igebot der Wächter. „Noch darf Juda nicht hinein,
Erst seiner Ahnen würdig, erst frei muß Juda sein!
Noch schleppt es seine Ketten, ist gerne unterjocht;
Doch muß erst Juda zeigen, daß Makkabiblut in ihm kocht."
Beschämt durch diese Worte, schlug ich die Augen nieder,
An meinen Schmerz erinnert, der alte Schmerz kam wieder.
Dochwafft ich^mich zusammen: „Lieb' Engel, verkünde mir,
Helch, ^s^dxp.Weg: derr-Befreiung, der Juda fiihrt zu Dir !"
Und es''antwortet 'ber^Wffel: '/Den Weg will ich verkünden;
Die Einheit Judas Rettung, gar leicht ist's zu ergründen."
Kaum hat er dies gesprochen, verschwand er, ich erwacht'.
Mit ihm war auch verschwunden des Gartens holde Pracht.
Als ich von meinem Traum' erwacht, da war es Heller Morgen,
Ein neuer Tag war angezogen mit seinen Mühen nnd Sorgen.
Doch ist das Wort mir geblieben, und bei allem Tageswerke
Seh' ich vor mir geschrieben: „Die Einheit — Judas Stärke."
Montefiore begnügte sich nicht damit, über die Armut und
das Elend der palästinensischen Juden sein Bedauern anszu-
sprechen. Er griff tätig ein, gründete Schulen und andere
notwendige -Institutionen. Er errichtete eine Zlpotheke in
Jerusalem und unterhielt dort 40 Jahre lang einen Arzt
für ärinl? Kranke.
Montefiore war der erste, der in die Höhle Machpelah
Einlaß fand. Das war bis dahin Niemandem zugestanden
worden als den Nachfolgern des Mohammed selbst. Als er
in Begleitung des Gouverneurs und des Sheiks von Hebron
die Grabstätte betreten wollte, stellten sich ihnen 500 mit
Stöcken bewaffnete Araber drohend entgegen. Es gelang zwar,
den Widerstand zu beseitigen, aber nach dem Besuch der Höhle
mußte doch Montefiore. mit seiner Gemahlin sofort den Ort
verlassen, da die fanatische Bevölkerung eine drohende Haltung
annahm. ' 1
Auf seiner Reise nach Damaskus (1840) ward Montefiore
vom Sultan eine Audienz gewährt und er 'erlangte damals
den historischen Firman, der den Juden alle Rechte wie den
anderen türkischen Untertanen gewährte. In Damaskus er¬
fuhr Montefiore, daß in einer der dortigen Kirchen auf einem
Grabmal sich die verleumderische Inschrift finde, der an
dieser Stelle bestattete Pater Tomasso sei von den Juden er¬
mordet worden. (Die späterchprgenommene Ausgrabung hat
die Lüge aufgedeckt.) Sir Mofes suchte auf der Rückkehr um
eine Audienz beim Papst nach, um von diesem die Anordnung
zu erlangen, daß die Inschrift beseitigt werde. Er fand aber
damals kein Gehör, und erst 20'Jahre später würde seinem
wiederholten dringenden Gesuche^nachgegebent-o...i:. rr.öv. |
Mit großer Energie trat er für die verfolgten DHnas-
cener Juden ein. Eine Anzahl derselben war auf Grund
falscher Anschuldigungen zum Tode verurteilt worden. Mon¬
tefiore ruhte nicht, bis die Unschuld der. im Gefängnis Gestor¬
benen nachgewiesen und die Eingekerkerten freigelasien waren.
Siebenmal hat Moses Montefiore im ganzen das heilige
Land besucht. Die Fülle des Segens, die sein Wirken dort
hinterlassen, ist ein Denkmal, das seinem Namen für alle
Zeiten die rühmende Erinnerung des jüdischen Volkes sichert.
Hon den Weisen
Sir Woses Montefiore.
Zu der Zeit, als der große Philanthrop Sir Moses
Montefiore mit seiner Gemahlin seine erste Reise nach, dem
Orient antrat, war ein solches Unternehmen keineswegs so
leicht und ungefährlich wie heutigen Tages. 'Aber der Wunsch,
, das heilige. Land der Väter zu besuchen, ließ sie alle Ent¬
behrungen und Mißhelligkeiten, die ihrer warteten, nicht
achten/ und so sehen wir sie im Jahre 1827, mitten im
; türkisch-griechischen Kriege, auf der Fahrt nach dem lange
ersehnten Ziele begriffen. Es war ’imt die Zeit der Schlacht
von Navarino, vor ihren Augen flog ein Schiff in die Luft,
' zweihundert Menschen fanden dabei den Tod, und mit knapper
. Not entgingen die beiden Reisenden dem gleichen Geschick.
.Als Moses Montefiore zum ersten Mal nach Palästina
. kam, wohnten dort nur 50 sephardische und 40 aschkenafische
/ Jndenfamilien. Er hat dann in der Folge eifrig für die 8lus-
Wanderung nach Palästina gewirkt, von der Ueberzengung aus-
./ gehend, daß die Juden unter der Herrschaft des Sultans
> ruhiger und glücklicher leben würden, als überall sonst. Moses
Ritfel.
Nr. 53.
Zahl.
Zeitabschnitt.
Stoff in frucht¬
barem Boden.
Die Zeichen sind so zu ordnen, daß sie Wörter von der
daneben stehenden Bedeutung ergeben.. Die senkrechten Reihen
müffen den wagerechten entsprechen.
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Rätfellofung»
Nr. 52.
"M Adler, rflp; Abend.
*) Der Dichter ist ein zwölfjähriger Freund.