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Nr. 34.
Gesamtheit sein müsse, imgeknüpft. Es ist unend¬
lich wichtig, das; sich hie neue jüdische Siedclung
auf dem Boden unserer Ü)esctzzebung aufbaut.'
Denn so Werden sich nicht mir gesunde soziale Ver¬
hältnisse in dem Palästina der Zukunft entwickeln,
sondern die dortige jüdische Bevölkerung, wird damit
auch ein Stück verwirklichtes Judentum leben.
Wir Juden haben der Kulturivelt den einen
Gott und den Sabbatgedanken gegeben; vielleicht
zeigen wir 'ihr dann auch iwch, wie man die
soziale Frage löst, ohne deren Lösung in der
Menschheit Sittlichkeit und Recht nicht gedeihen
können. „Gin kemach, ein tauroh."
' _' o
Flavius Josephus und seine Zeit.
Bon Ahrvn Marcus s. A.
(a-o tsetzung.)
Die Stellung der Juden in diesem, sogenannten gol¬
denen Zeitalter Roms war eine sehr cinflußreiche. Beweis,
die Furcht des.Cicero (eigentlich Kikero zu 'lesen, ebenso
wie Caesar Kaiser im Griechischen und Orient, nur daß die
analphäbetifchen Europäer schon beim dritten Buchstaben,
dein orientalischen G, die traditionelle Aussprache vergessen
batten), der als Rechts- und Links-AiUvalt bei der Ver¬
teidigung des räuberischen Flaccus erklärte, aus Furcht
vor dein jüdischen Publiku.m zu den Richtern nur leise spre¬
chen zu wollen. Fenier der Wutschrci des mehr durch seine
Paederaslic als durch seine Philosophie berühmten Seneco
über die teterrima gens, victi victoribns leges dederunt
(das schrecklichste Volk, das als Besiegte den Besiegern
Gesetze diktiert).
Würdiger ist eine Betrachtung des berühmten Ge¬
schichtsschreibers Titus Liviits, die zwar von mönchischen
Copistcn emendiert, sich aber bei Dio Cassins erhalten (hat.
Siehe Berliner Gesch. d. Juden in Rom) 37, 17: „Woher
sie diese Benennung Juden habenz weiß ich nicht; sie er¬
streckt sich aber auch auf Ausländer, die nach denselben
Satzungen leben. Auch unter den Römern! gibt es von, diesen
Leuten, welche, obgleich oft unterdrückt, dennoch dergestalt
sich angesanimelt haben, dast sie die freie Ausübung ihrer
Satzungen durchsetzen konnten. Sie sind von den übrigen
Menschen sowohl durch ihre Lebenstveise im allgemeinen
als mich besonders dadurch geschieden, dast sie keinen Gott
der andereil Völker anbeten. Sie erkennen überhaupt nur
einen einzigen Gott an, den sie mit zähem Eifer verehren.
In Jerrlsalem haben sie ihm niemals ein Standbild er¬
richtet, aber sie halten ihn für ein unaussprechliches
unsichtbares Wesen uild setzen einen Eifer darin, ihn zu
verehren, wie »tan ihn vergebens bei anderen Menschen
suchen würde. Sie haben ihm leinen der größten und
schönsten Tempel erbaut, allein dieser Tempel ist weder
verschlossen noch bedeckt. (Er .meint die Asarah für die
Volksversammlungen.) Der SatUrnustag ist diesem Gotte
geweiht, an ihm führe» sie vorzugsweise, ihre besonderen
Zeremonien ans und unterlassen jede ernste Arbeit. Was
man von diesem Gotte weist, wie er beschaffen ist und
welches die Quelle der Furcht ist; die ,er einflößt, das
ist nicht Gegenstand meines Werkes und ist übrigens von
vielen Schrrftstellern gesagt worden."
Doch, mehr Proselytcn als durch seine Lehre und
die Tugenden seiner Bekenner gewann das JudcntuiN wohl
durch die unerschütterliche, so oft heldenmütig bewährte
Ueberzeugung, daß es die einzig wahre Religion sei. Daß
die Zahl derer in allen Ländern sehr grost war, die ganz
vder teilweise das mosaische Gesetz befolgten, darin stimmen
jnden-frcnndliche und -feindliche Berichte überein (mit Josc-
vhüs), und namentlich die Frauen erweisen sich hier als
Führerinnen der Gläubigkeit. Sencca de supcrstitione sagt:
„Solche Macht haben die Bräuche dieser höchst verruchten
Völker bereits gewonnen, dast sie in allen Ländern bereits
eingeführt sind." Horaz (dev zur Abwechslung die Germanen
den verabscheuungswertcstcn Samen der Erde nennt),
OvidPersiusJnvenal berichteten, dast zu Rom viele sich am
Sahbat aller Geschäfte enthielten, nicht reisten, nicht Lampen
anzündeten und Kränze aufhängten, Fasten beobachteten
und beteten. Die jüdischen Gesetze nur erlernen,-sie und
halten mit Ehrfurcht das, was Moses sie ju.der- geheim¬
nisvolle Rolle lehrt. „Alle Menschen", sagt Philo, „unter-
iuirft es sich' und erinahnt sie zur Tugend: Barbaren, Hel¬
lenen, Festlands- und Inselbewohner, die Mationen des
Ostens so gut wie des Westens, Europäer und Asiaten, die
Völker der ganzen Erde." Josephus an anderer Stelle:
„Biele der Hellenen sind zu unseren Gesetzen stbergegangen,
die eine» sind dabei geblieben, andere, die der Standhaftig¬
keit nicht fähig waren, sind wieder abgefallen. Wären wir
nicht selbst von der Vortrefflichkeit all unserer Gesetze über¬
zeugt, würden wir durch die 'Menge ihrer Anhänger
darauf geführt werden, stolz auf sie zu sein. Es unter¬
liegt wohl keinem 'Zweifel, dast der Uebertritt des Flavius
Clenrcns, Consulars, Senators uiid -Vetters des Kaisers
Domitiaims, bei dem Josephus in hoher Gunst stand,
auf den Einfluß der Persönlichkeit und der Schriften dieses
letzteren zurückzuführcir ist. — Nehmen wir, dazu die Be¬
richte., Strabo's über die ausgedehnte finanzielle Macht
der Juden in allen Emporien der alten Welt am Becken
des Mittelmeercs und bis Gallien und Germanien hinauf,
wohin sic den Legionen des ludenfreundlichen Julius
Caesars gefolgt waren, der in ihnen ein kosmopolitisches
Ferinent für seine Weltrcichspläue erblickt hatte, so können
wir, tins nicht verhehlen, dast in dieser Äußerlichen Aus¬
dehnung eine große Gefahr für den inneren Bestand des
Judentums gelegen war, die der Talmud vielseitig ins
Auge 'gefaßt hat.
Dr. Berliner.'schildert die Verhältnisse jener Zeit in
llcbereinstinnnung'mit Josephus:
„Un die jüdischen Gemeinden der Diaspora hatte
sich fast überall ein Anhang „gottesfürchtiger" Heiden!
angeschlossen zu monotheistischer, bildloser Gottesverch-
Frankfurter Israelitisches Familienblatt.
rung, welche die Synagoge besuchten, in Gesetzesbeobachtnng
sich aber auf gewisse Hauptpunkte beschränkten und gar
nicht gum Verband der jüdischen Gemeinden gezählt wurden,
phoboumenoi tow theo, auch sebümenoi und Joudaißontes
genannt. Jacob Bernays s. A. -hat klagisch festgestellt
daß in Jnvenal's 14. Satyre der Abfall von altrömischer
Lebenssitte und Hinneigung zu ausländischen Kulten als
Unterwühlung des Staates gegeißelt wurde. Er führt
einen Vater vor, der zwar Römer bleibt, aber den Sabbat
beobachtet und dem Schweinfleisch entsagt. Der Sohn
geht weiter, wird Volljude, verachtet die römischen Ge¬
setze und erkennt nur die nrosaischen an. So erklären, sich
2 Grabschriften von Söhnen an Eltern religioni Judaicae
metuenti. In der Synagoge zu Antiochia redet Paulus
die Versammlung nnt deutlicher Scheidung der Klassen an:
Männer von Israel tmd phonbomenoi. Weiter: Söhne
vom Geschlecht Arahams und unter Euch tvohnende phou-
bomeiwi. Er zitiert die Note Momnisens in der Bio¬
graphie des Kaisers Alexander Severus: Judaeis privilegia
reservavit Christianos esse Passus est. Den Juden ge¬
währte er besondere Privilegien, den Christen erlaubte er
es zu sein. Dazu die Bemerkung: Diese Bevorzugung
beruht darauf, dast die Juden eine Nation darstellen, diese
aber nicht. Mer nicht nur die nationale und konfessionelle
Sonderstellung der Juden, sondern auch die nach der
Weisheit des jüdischen Gesetzes damit unlösbar verbundene
sozialpolitische wurde durch die Gestaltung einer eigenen
jüdischen Rechtspflege denselben als Privilegium einge¬
räumt, zusammen mit der Befreiung vom Kriegsdienste und
der freien Wahl an Beteiligung an öffentlichen Aemtern,
als Ritter und viri clarissimi. insoweit selbe nicht mit den
religiösen Satzungen kollidierten. Davon gaben Grab¬
schriften solcher viri clarissimi Zeugnis."
Aus dieser Machtstellung, aus .dieser stillschiveigen-
den Anerkennung der geistigen und religiösen Ueberlegen-
heit des Judentums erklärt sich einerseits die Freiheit und
der Freimut, mit welchem Josephus die Medrigkeit der
heidnischen Mythologie besprechen konnte, ohne der Reli-
gionsbeleidigung angeklagt zu werden, anderseits die Leich¬
tigkeit der Erfolge des neu auftretenden stoischen Heiden ver¬
mittelnden Christentums, das sich erst dann Verfolgungen
zuzog, als es durch seine meisianischen Herrschergelüste und
Eindrängen in die hohe Politik, staatsgefährlich zu werden
anfing. Der Talmud hat diese Bestrebungen durchschauend,
(Sota.Ende) mit dem einen Satze gekennzeichnet: „Weha-
Malchut tehofech leminut (Das Reich (Rom) wird sich
zunt Christentum bekehren)."
Josephus in seinem unerreicht meisterhaften Werke
contra Apionem beruft sich zuerst auf die Verurteilung
des Götzendienstes durch namhafte Griechen, wie Heraklit,
.lenophanos, Demokrit, „Plato,, die Pythagoräer, welche
den namhaftesten Dichtern und Gesetzgebern Vorwürfe
machen über ihre Schilderungen der Götter, ihre beliebige
Zahl ihre verschiedene Abstammung. als ob es Tierge¬
schlechter wären, ihre Wohnsitze und Lebensweisen, auf der
Erde und im Meere, wobei sic den ältesten den Tartaros
anweisen . wo sie in Fesseln gelegt sind, lieber hie Himmels-
götter herrscht als ihr Vater ein Tyrann, bin Despot,
gegen den sich sein Weib, seine Brüder lind seine aus seinem
Haupt geborene Tochter verschwören, um ihn gefangen zu
setzen, wie er selbst cs seinem Vater äntat. Manche dieser
Götter sind bärtig, manche junge Leute. Einer ein Erz¬
schmied, die andere eine Weberin. Einer ein Krieger, der
sich' mit Menschen herumschlägt, andere Zitherspieler und
Bogenschützen. Sie schildern ihre Streitigkeiten und Zänke¬
reien wegen Menschen. Handgeinengc ncit Verwundungen,
Wehklagen und Krankheit und eine allen anhaftende ge¬
schlechtliche Unmästigkcit und ihre Liebesabenteuer.
(Fortsetzung folgt.)
Die Rüde« itt Rumänien,
Um es gleich vorweg zu sagen: es gibt kein Land
auf der Welt — selbst Rußland nicht —, in dem die Juden
rechtloser und .geknebelter sind als in Rumänien, dem
: reich gesegneten Lande, dessen Segen zuM Fluch geworden
ist, demi seine herrschende Bevölkerungsschicht, in Sitten-
losigkeit und Bestechungswesen verseucht, lebt der krassesten
und herzlosesten Selbstsucht und seine Masse vegitiert in
Unwissenheit und Verkommenheit.
. - Juden sollen nach Rumänien bereits niit den Erobe¬
rungszügen des römischen Feldh'errn Trajan (101—106)
gekommen sein. Das Land hieß damals Dazien. Ver¬
läßliche geschichtliche Nachrichten über die Juden in Rumä¬
nien liegen erst seit dem 12. Jahrhundert vor. Sie waren
damals sehr angesehen. Ms 1349 das Fürstentum Molda-
vien gegründet wurde, veranlastie dessen erster Fürst gegen
Privilegien zahlreiche Juden aus Polen zur Einwande¬
rung. Bald darauf — nach ihrer Vertreibung aus Ungarn
— siedelten sich zahlreiche Juden in der Walachei an.
Der Fürst Bohdam Woda von Moldavien hätte den Inden
Jizchok ben Binjomin ziim Kanzler. 1648 kamen die
Banden des Kosakenhetman Chmelnizkij auch nach Rumänien
und töteten alle Juden, deren sie habhaft wurden. 1710
entstand in Rumänien zunc ersten Male eine Blutbe-
schuldignng und daran anschließend eine Judenverfolgung;
1714 bereits wurde ein zweites Blutmärchen erfunden
und schrecklich gegen die Juden ausgenützt.
Während im ganzen 18. Jahrhundert die Verfol¬
gungen religiöser Natur waren, trafen diese sic im 19.
Jahrhundert in ihrer gesellschaftlichen und staatsbürger¬
lichen Stellung. 1817 wurde ihnen verboten Land zu
kaufen; seit 1818 durften sie nicht Mehr bei Gericht als
Zeugen auftreten; 1830 wurde , ihnen eine besondere Kopf¬
steuer auferlegt nsw. Ms 1866 Prinz Karl von Hohenzol-
lern-Sigmaringeir Fürst, von Rumänien geworden war,
sollte in die Verfassung die Gleichberechtigung aller llnter-
tanen ausgenommen werden; doch es entstand dagegen
eine solch' gewaltige'Bewegung, die zuletzt in Juden-
' Metzeleien aüsärtcte, baß diese Bestimmung fallen ge¬
lassen wurde.
Seite 3.
Die Zahl der Juden im heutigen Runmnien -dürfte
rund 300000 betragen unter 7V 2 Millionen^ MntmHnern.
Seiber ist nicht nur die politische.Lage, sondern auch -die
innere jüdische Lage der runtänischen Judentzekt eine
traurige. Das jüdische Leben bewegt sich schon lange auf
einem Tiefstand. Gebe Gott, daß nnt der Besiegung Rumä¬
niens durch' die Zenkralmächte auch darin eine Aenderuna
eintrete, denn das' rumänische Judentum stand vor dem
Untergange. 1
Die Herbstfeiertage irr der deutschen
Armee.
Frankfurt a. M., 30. August.
Das Kriegsministerium hat den Kommandobehörden
von folgenden Wünschen und Anträgen zu den bevorstehen¬
den Herbstfeiertagen mit dem Anheimstellen Kenntnis ge¬
geben, diesen Wünschen zu entsprechen, so¬
weit es angängig ist und sich mit den dienst¬
lichen Interessen vereinbaren läßt. Die
Bekanntgabe durch Tagesbefehl ist ange-
ordnet worden.
1. Für die an der Front befindlichen Mann¬
schaften
a) Dienstbefreinng am Bersöhnungstag, be¬
ginnend eine Stunde vor Sonnenuntergang des Bor-
äbends und schließend mit Eintritt der Nächst; soweit
möglich, Dienstbefreinng an den übrigen Feier¬
tagen.
b) Gelegenheit zur Begehung des Neujahrsfestes und
Bersöhmmgstages, soweit möglich auch der anderen
Feiertage, durch gemeinsamen Gottesdienst. So¬
weit zentrale Gottesdienste größerer Verbände veran¬
staltet werden, Berücksichtigung des religiösen Reise¬
verbots derart, daß die Mannschaften vor Beginn
des Feiertags am Orte des Gottesdienstes eintrefsen
und ihn erst nach Schluß desselben zu verlassen
brauchen.
2. Für die Mannschaften in heimatlichen Gar¬
nisonen und an festen Standorten in der Etappe
a) soweit möglich, Heimaturlaub oder Urlaub
zur nächstgelegenen jüdischen Gemeinde.
b) soweit dies nicht möglich ist, Dienstbefreinng
an den Festtagen, Berücksichtigung des religiösen
Reiseverbots an Feiertagen und Sabbat beim Urlaub.
3. Endlich ist gebeten .worden, bei Erteilung von
Heimaturlaub an die im Felde befindlichen Mannschaften
die Urlaubsterrnine für die jüdischen Soldaten soweit mög¬
lich unter Berücksichtigung der Feiertage festzusetzen.
- Der Krieg tttri die Jude».
Frankfurt a. W. Fliegerleutnant Frankl.
Wie wir auS zuverlässiger Quelle erfahren, entspricht unsere
Notiz, daß der vom Kaiser mit dem Orden „Loar I» mörit»"
ausgezeichnete Fliegerleutnant Frankl, übrigens ein Großneffe
des berühmten DiSters und Philantropm Ludwig Anguss
von Frankl, vor einigen Monaten zum Christentum überge¬
treten ist. nicht den Tatsachen.
Frankfurt a. M. Max Strauß, Sohn von Gabriel
Strauß, Grünestr. 9, nmrde zunt Leutnant befördert.
Wiesbaden. Dem Referendar Paul Sulzberger.
Sohn der Witwe des.Sensals Meyer Sulzberger, wurde
die silberne Tapferkeits- und Verdienst¬
medaille am gelbschwarzen Bande verliehen.
Breslau. Dr. Erich Brh. Leutnant. Amtsrichter
Max Gnttman-Gleiwitz und Heinz C o h n--Königs¬
hütte erhielten das Eiserne Kreuz.
Apotheker Georg Landsberger ist zum Ober¬
apotheker befördert worden.
Wien. Die Aerztin Dr. Ada Hirsch, ALteilungS-
leiterin eines Epitemiespitals, und Oberstleutnant Bern¬
hard Dattner sind mit dem Ritterkreuz des
Franz Josef-Ordens ausg^eichnet worden.
Bloch's „Öejterr. Wochenschrift" verzeichnet in ihrer
letzten Nummer folgende Auszeichnungen an
Inden: 2 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 7 Milk-
tärverdienstkreuze 3. Klasse, 6 silberne Signum laudis»
30 bronzene Signum laudis, 10 goldene Berdienstkreuze mit
der Krone, 8 goldene Berdienstkreuze, 13 silberne Berdienst¬
kreuze mit der Krone; 2 silberne Berdienstkreitze. 2 silberne
Tapferkeitsmcdaillen 1. Masse) 27 silberne Tapferkeits-
medailken 2. Masse, 38 bronzene Tapferkeitsmedaillen»
zusammen 145 Auszeichnungen: hiervon 52 an Front-
offizkere, 21 an Militärärzte und Militärbeamte, 72 an
Mannschaftspersonen.
Budapest. Der Minister des Innern bat verordnet,
daß alle Standesamtsleiter eine genaue, nachdenReli-
gionsbekenntnisscn geordnete L ifte der auf
dem Felde Gefallenen anfpellen niüssen.
LemHeeg. Der im Juni v. I von den Russen
als Beisel verschleppte Vizepräsident der Stadt
Lemberg Dr. Philipp Schleicher ist mm als einer
der ersten im Anstauschwege zurnckgekehrt. In näch¬
ster Zeit soll auch die Rückkehr des Vizepräsidenten der
Mlltusgemeinde Dr. D i a in a»d erfolgen, die diesbe¬
züglichen Anstanschverhandlungen sind noch, im Gange.
Der ebenfalls aus der Gefangenschaft zurückgekehrte
gewesene Rektor der Lemberger Universität Dr. Adolf
Beck, ebenfalls Jude, weilt gegenwärtig bei seinen Ange¬
hörigen in Krakau.
London. Die orthodoxen Rabbiner Englands,
an ihrer Spitze Rabbiner Kuck) der frühere Oberrabbiner,
von Jaffa, haben dem Minister des Innern Herbert
Samuel eine Denkschrift gegen den Militärzwang
der russischen Inden und ihre Auslieferung
an Rußland .behandigt. Die Denkschrift erinnert die