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DIE SEVE WELT
Nr. 184 "
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sung von jüdischen Hörern an die verhältnis¬
mäßige Lieferung von jüdischen Leichen bindet.
Von jüdischer Seite sprachen der Zionist Dr.
Sommerstein und der regierungstreue Ortho¬
doxe Habbi Lewin. Dr. Sommerstein legte Ver¬
wahrung gegen den unsinnigen, die Würde der
Universitäten verletzenden „Numerus clausus für
Leichen" ein. Soll der jüdische Student gezwungen
werden, Leichen zu kaufen und mitzubringen? Er
erklärte, daß seine Partei bereit sei, einer gesetz¬
lichen Regelung der Angelegenheit zuzustimmen.
Der zweite jüdische Redner aber, der Orthodoxe
Lewin, lieferte dem Referenten Wasser auf die
Mühle. Der Referent hatte, unter Berufung auf
eine Äeußerung des jüdischen Warschauer Univer¬
sitätsprofessor S c h o r, die Behauptung aufgestellt,
daß der Talmud das Studieren an Leichen nicht
verbietet, daß daher die Weigerung der Juden
nicht von! Gesetz diktiert, sondern finsterer Aber¬
glaube sei. Demgegenüber erklärte Rabbi Lewin,
daß religiöse Vorschriften den Juden die Beistel¬
lung von Leichen unmöglich mächen. Das Parla¬
ment lehnte^ hierauf mit _ den. Stimmen der regie- '
renden Pilsudski-Partei und der antisemitischen
Nationaldemokraten den Antrag GrunBaums ; ab.
Daß bedeutet, daß die Universitäten freie Hand bei
der Abweisung von Juden haben.
*
Wohl werden Antisemiten nie verlegen sein, '
wenn es sich um Bildung eines Vorwandes handelt,
■welcher dazu dienen kann, die Juden- von den
Hochschulen fernzuhalten. Diesmal schienen ihnen
die fehlenden jüdischen Leichen als. geeignetes
Mittel. Aber das^ kann nicht die Erkenntnis ver¬
dunkeln, daß der heutige Zustand unhaltbar ist.
Bei aller Achtung vor jüdischer Pietät muß fest¬
gestellt werden, daß der Standpunkt, die jüdischen
Leichen für unantastbar zu erklären und selbst an
christlichen studieren zu wollen^ unhaltbar ist
Aasgeruch in Gesellschaft
und Presse*
Was ein Mordprozeß wieder einmal enthüllt.
Wien hat sich in den letzten zehn Tagen wieder
nicht um ein Spektakel betrügen lassen. Diesmal war'*
kein Rummel um einen Film, an dem sich die Leiden*
schalten von rechts und links erhitzen, kein Filmstar, dem
man seinen Dollarregen nachrechnet, kein Korruptions«
fall aus der Sphäre der hohen Politik. Diesmal wars
ein Mordprozeß.
Im Lainzer Tiergarten, am Rande der Großstadt
Wien, wurde vor zwei Jahren eine Frau ermordet und ver*
brannt — auf der Anklagebank saß ein konfessionsloser
Jude. Der Wiener Kaufmann Gustav Bauer. Er war, wie
gesagt, des Mordes beschuldigt und die Geschworenen,
fünf von zwölf, haben ihn freigesprochen. Ein Prozeß wie
er schon da war, ein Urteil wie es schon da war,'ein
Delikt wie es schon da war. Ungewöhnlich höchstens nur
dadurch, daß dieser Prozeß wieder einmal aller Welt
kundtun konnte, wie es um das Milieu einer bestimmten
Assimilantenschicht bestellt ist.
Aus dem Dunstkreis des Beschuldigten tauchen
allerlei Gestalten auf, die 6ich auf dem Nährboden des
konfessionslosen Israelitentums wohlfühlen. Dieses wiede«
ruro tritt gerne hinein in den Morast einer an der
Peripherie von Sittlichkeit und Recht lebenden Gesell*
Schaft. Die Vertreter und Vertreterinnen solcher
Menschenschicht gaben dem Prozeß seine nicht alltägliche
Note Man hörte von Geschäften eines aus dem Juden-*
tum ausgetretenen „Kavaliers" mit Damen verschiedenen
Standes, von Schäferstündchen im abgesperrten Lainzer
Wäldchen mit eben diesen nichtkonfessionslosen Damen,
von hilfreichen Händen, die ebenso rein sind wie die des
anderen Israelitisch-Konfessionslosen, ja fast evangeli»
sehen Kavaliers aus Ungarn, der dem Wiener Prozeßmilieu
seelisch verwandt ist.
Um dieses Mistbeet gruppierten sich nicht nur Laien,
sondern auch Rechtsanwälte, „Männer des Rechts".
Einige von ihnen spielten in diesem Prozeß eine wenig
appetitliche Rolle. Mit' nachtwandlerischer Sicherheit
wahrten sie das Prestige der angefaulten Gcsellschafts*
Atmosphäre, sie hielten schützend ihre Hand über die
Abfallprodukte eines Assimilationsjudentums, mit dessen
Geist sie auch noch im Gerichtssaal sympathisieren. In
ihrer nächsten Nachbarschaft waren Briefschmuggler und
Zeugen geschäftig, die im Gericht zu Hause sind, Hand«
langer, des Beschuldigten und-seiner platonischen Vertei«
diger, um im Trüben zu fischen..,, ..
Diese anmutige Gesellschaft 'fand ihr Spiegelbild in
der Wiener Presse. Ein Trommelwirbel ging über die
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Im Restaurant „Wienea",
!]. r 0i).DDnaustr.91Jel.A-41-4-78
Verkauf von feinsten Palästina¬
undungarischen Weinen
Köpfe der Leser los. Ihre Sensationslüsternheit kannte
keine Grenzen. ' 1
Sie entblödete sich nicht, einen simplen Kriminalfall •
mit den Merkmalen von Indizien, an denen sonst
Prozesse nicht arm sind, zu einer denkbar verwor«
rensten Angelegenheit zu machen, um so Leiden 3
schaften aufzustacheln und für ihr — Geschäft nutz*
bar zu machen. Ueberflüssig zu sagen, daß es die
sogenannte „Judenpresse" war, die diesen Tanz um
den Prozeß Bauer aufführte.
Ihnen sekundierte fröhlich und spontan die Haken«
kreuzgesellschaft. Von der „Judenpresse" das Stichwort
bekommen, stürzte sie sich wie ein Aasgeier auf die Mög*
lichkeit der Pogromhetze.. Sie, ,für die ein , politischer Mord
zum täglichen Frühstüclc gehört, sie haben es gleich
herausgehabt, daß „e i n e j ü d i s c'h e V e r s c h w ö r u n g"
den „jüdischen Mörder" decke. Natürlich hat auch
■die „AIiianee Israölite" nach beliebtem Rezept
eins abbekommen! Und, was das Groteskeste ist, sogar
Geschworene und der Gerichtshof sollen mit im Bunde
seint So schrieb die antisemitische Presse.
Arbeitende Menschen
wissen, daß zu erfolgreicher Arbeit
bester Kräftezustand, ruhige Nerven*
gufe Stimmung notwendig sind. Zur
Kräftigung des Körpers zur Benebung
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Nachahmungen, sind energisch zurück¬
zuweisen , .
So wurde ein Mordprozeß in Wien zum JSdf«
sehen Prozeß. Und so schloß das Spektakel, als die
Kunde vom Freispruch auf die Straße drang, mit der
in Wien nicht seltenen Parole: „Nieder mit den
Juden!"
Ein abgefallener Jude war des Mordes beschuldigt.
Eine Schar von Abfalljuden tummelte sich um des Pro»
2eß. Dunkle Gesellen versuchten, sich ein Trinkgeld zu
verdienen. Und eine gewissenlose Presse schuf zum FQm
den Ton: die eine aus purer Sensationslüsternheit und
Behagen an der Fäulnis, die andere aus brutaler Lust «n
politischer Hetze. Um es nochmal zu sagen: aus einem
simplen Mordprozeß hat man einen jüdischen Prozeß
machen wollen.
Ein Prozeß, verdunkelt von „Rechtsanwälten, Ver«
brechera und Sensationslüsternen!", sagte der Staats*
anwalt. Nein. Ein Prozeß, verdunkelt von Abfalljuden
und Hakenkreuzlern.
Das jüdische Volk von Wien war in den zehn
Tagen des Bauer«Prozesses nur beteiligt als Opfer
einer Hetze und eines Gestanks um ein Assimilanten«
milieu, das im Blitzlicht einer Gerichtsverhandlung
Stand. o. r.
Täuschung.
Keine weiteren Verhandlungen der britischen Regierung
mit Weizmann. — „Jewlsh Chronicle" war richtig infbr»
. miert.
Die Londoner „Jewish Chronicle" erhob, wie hereits
berichtet, gegen Präsidenten Weizmann und die zio*
nistische Leitung die Beschuldigung, daß sie, zwecks Be*
ruhigung der Zionisten bis zum Kongreß, der Oeffentlich»
keit vortäuschen, daß MacDonalds Brief nur den Ab»
Schluß des ersten Teiles der Verhandlungen bildet. Wei*
tere Verhandlungen über die wichtigsten Probleme des
Aufbaues würden noch stattfinden. Man nannte auch
Dr. Ruppin und Abgeordneten Grünbaum als Teil«
nehmer an diesen Verhandlungen mit dem britischen
Kabinett. „Jewish Chronicle" erklärte demgegenüber
kategorisch, daß von weiteren Verhandlungen mit
der englischen Regierung keine Rede sein könne.
Die Jüdische Telegraphen«Agentur (J. T, A.) brachte
daraufhin auf Grund von Erklärungen „maßgebender
zionistischer Führer" die Nachricht, daß die
Meldungen der „Jewish Chronicle" falsch seien, daß wei*
tere Verhandlungen stattfinden werden. Nunmehr ist die
J. T. A. genötigt, gegenüber „Jewish Chronicle" einen
v ollen-Rück-z u g- .anzutreten. Sie entschuldigt sich mit
'Hinweis auf unrichtige Information seitens der zionisti*
sehen Leitung.. :
Sie-meldet: " '
Eine Erklärung des Kolonialamis.
Lohdon, 18. März, (J. T.-A.) Wie der Jüdischen
Telegraphen*Agentur vom Kolonialami mitgeteilt
wird, wurden die Verhandlungen zwischen Jewish
Agency und britischer Regierung in der am
13. Februar erfolgten Veröffentlichung des Briefes Mac*
Donalds an Dr. Weizmann endgültig ab g esc hl o«
sen. In diesem Zusammenhang wurde seitens des Kolo*
nialamtes darauf hingewiesen, daß weder der Brief
des Ministerpräsidenten MacDonald noch
das Antwortschreiben Dr. Weizmanns
irgend einen Hinwels auf weitere Verband«
lungen enthalten. Eine Äeußerung darüber, ob noch
eine Erörterung offenstehender Fragen stattfinden oder
ob ein neues Subkomitee zum Zwecke weiterer Verhand«
lungen mit der Jewish Agency eingesetzt werden soll,
wurde vom Kolonialamt abgelehnt.
Die Mitteilung, des Kolonialamtes steht in a u U
fallendem Widerspruch zu der wiederholt
von selten der jewish Agency abgegebenen Er«
klärung, daß der Brief des Ministerpräsidenten an Doktor
Weizmann bloß als Abschluß des ersten Teiles
der Verhandlungen mit der englischen Regierung aufzu*
fassen sei.
Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat
erst vor etwa zwei Wochen nachstehende ErküU
rung veröffentlicht: Die Zionistische Exekutive und die
vom Zionistischen Aktionskomitee eingesetzte politische
Kommission haben in ihren vom 16. bis 18. Februar ab*
gehaltenen gemeinsamen Sitzungen die politische Lage im
Liebte des vom Ministerpräsidenten MacDonald an
Dr. Weizmann gerichteten Briefes betrachtet Diese
Sitzungen werden nach einem Intervall von einigen
Wochen zum Zwecke der Beratung jener Probleme, die
im Verlauf der weiteren Verhandlungen
mit der Regierung Sr. Majestät erörtert
werden sollen, wieder aufgenommen
. werden.
New York, 20. März, (J. T. A.) Das Dr. Welz*
mann nahestehende „Morning Journal" bestrei«
tat die Richtigkeit der Mitteilung des
Kolonialamtes, daß die Verhandlungen zwischen
Regierung und Jewish Agency endgültig abgeschlossen
seien. Das Blatt behauptet, das Kolonialamt habe diese
Mitteilung in Unkenntnis der wahren Tat«
Sachen gemacht. Dies sei darauf zurückzuführen,
daß die künftigen Verhandlungen nicht unter der
Kontrolle des Kolonialamtes vor sich
gehen werden. Tatsächlich würden die. Verhandlun«