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Nachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöe in München
und ües Verbandes Bagecischec Israelitischer Gemeinöen
Barjerische
Israelitische Gemeinöezeitung
Erscheint am Anfang jeüen Monats. — Verlag: v. Heller, München,
Herzog Marstraße4, Kecnspcechec 93099, Postscheckkonto Nr. 3987 München,
vchristleitung: Sr. Eugen Schmiöt, Rechtsanwalt in München, Karlstraße 6.
Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: Mark 4.— für öaS
Jahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Pfennige.
Kamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote if Pfennige.
f ysjy München, JZ. Dezember M.JL
Inhalt: Sondernummer zur Tagung des Reichsverbandes der jüdi¬
schen Lehrervereine: Den jüdischen Lehrern des Reiches zum Gruß!
— Zur Lehrerverbandstagung in München — Zur Geschichte des
Lehrerverbandes — Geschichte des Israelitischen Lehrervereins für
Bayern — Aus der Geschichte des jüdischen Schulwesens in München
— Alter Geist und neue Formen — Kantor und Lehrer — Verband
und Gemeindebeamte — Die Ausgaben der jüdischen Lehrerbildung
— Religiöse Erneuerung und jüdischer Religionsunterricht — Zur
Schächtfrage — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde — Bücher¬
schau — Vereine — Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer
Israelitischer Gemeinden: über die Bildung des Landesjugendamtes
— über die Erweiterung des Gebietes der Israelitischen Kultusge¬
meinde Sulzbürg — über Unterbringung von erholungsbedürftigen
Kindern im jüdischen Landheim Wolfratshausen — Personalia.
Sondernummer zur lagung
des Neichsverbandes der jüdischen Lehrervereine
in München vom 26. bis 28. Dezember 1927
Den jüdischen Lehrern des Reiches zum brutz!
In der Zeit vom 26 . bis 28. Dezember 1927 hält der Reichs¬
verband der jüdischen Lehrervereine seine Tagung in München ab.
Er folgt einer Einladung des Verbandes Bayerischer Israeliti¬
scher Gemeinden und der Kultusgemeinde der Landeshauptstadt,
in ihrem Gebiete seine Verhandlungen zu pflegen. Die genannten
Korporationen möchten mit der Einladung nicht so sehr einem Ge¬
bote der Höflichkeit und Repräsentanz genügen, sie möchten viel¬
mehr ihrer inneren Verbundenheit mit dem deutschen und baye¬
rischen Lehrerstande Ausdruck geben. Unsere Körperschaften wis¬
sen, daß unsere Lehrer mit die Grundfefte der jüdischen Gemein¬
schaft bilden, daß sie ihre Zukunft tragen und daß ihr Bestand
und ihre Blüte mit einer technisch hochgebildeten, die jüdische Lehre
und Ethik in ihrer Reinheit und Größe tragenden und mit Be¬
geisterung und Opfermut sich ihrem Beruf hingebenden Lehrer¬
schaft untrennbar verknüpft sind. Sie vergessen nicht, daß von
der Stunde des Entstehens unsere Landesorganisation die baye¬
rische Lehrerschaft den Gedanken des Landesverbandes hochgehal¬
ten hat. Unsere Landesgemeinschaft hinwiederum hat die soziale
und materielle Lage der Lehrer verbürgt und ist bahnbrechend in
deutschen Landen für sie eingetreten.
So heißen wir die jüdischen Lehrer aus allen Gauen des deut¬
schen Vaterlandes aufs herzlichste willkommen! Wir wünschen
einen gedeihlichen Verlauf ihrer Verhandlungen zum Segen un¬
serer Kinder und zur Ehre des jüdischen Namens. Wir wünschen
frohe Stunden in der Münchner Stadt und auf bayerischem
Boden!
München, den 5. Dezember 1927.
Dr. Alfred N e u m e y e r, Oberlandesgerichtsrat Prof. Dr. Wilhelm Silberschmidt
Präsident des Rates im Verband Bayer. Isr. Gemeinden Rat am Obersten Landesgericht, Präsident der Tagung
Dr. Leo Baerwald, Gemeinderabbiner.
Dr. S. Dispecker, Geh. Iuftizrat; Rechtsanwalt Flaschner, Syndikus; Dr. Feuchtwanger, Iustizrat; Prof.
Dr. Frankenburger, Geh. Iuftizrat; Rabbiner Dr. Freudenthal, Nürnberg; Dr. Hommel, Iuftizrat, Schwein-
furt; Kommerzienrat A. Joseph, Landau; Max Krämer; Justin Lichtenauer; Dr. Karl Oeftreich, Iustizrat;
Frau Geheimrat Oppenheimer; Rechtsanwalt Dr. Regenfteiner; Hermann Rosenthaler; Ludwig Rosen-
zweig, Nürnberg; Dr. Elias Straus, Iuftizrat; Dr. Ludwig Wassermann, Handelsrichter; Sigmund Weil;
Frau Professor Werner.