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Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde
Beverungen.
Aus dem 18. Jahrhundert, von 1705 an, sind nur Fragmente
öffentlich-rechtlichen Inhalts erhalten, erst vom Ende des 18. Jahr¬
hunderts Akten über die innere Gemeindeverwaltung. Die öffentlich¬
rechtlichen Akten betreffen auch die Verhältnisse anderer, z. T. aller
Gemeinden des Bistums Paderborn. Das erklärt sich daraus, dass
Beverungen Sitz des Obervorstehers der Landjudenschaft des Bis¬
tums war. Bessen bemerkt in dem unten genannten Buche II S. 395,
dass Juden in das Paderbornsche erst nach der 1548 den Reichs-
ständen allgemein gegebenen Befugnis, Juden aufzunehmen, hinein¬
gekommen seien. Zeugnisse ihres Vorkommens im 16. und 17. Jahr¬
hundert führt er nicht an, S. 396 aber zwei Judenlisten aus dem
18. Jahrhundert, nach welchen in Beverungen 1719: 13 und 1794:
27 Juden gezählt wurden.
Der Magistrat der Stadt Beverungen hat uns durch Zusendung
der Akten ermöglicht, in Anmerkungen die städtischen Judenakten
zu berücksichtigen. Wir danken ihm auch an dieser Stelle dafür
verbindlichst.
Literatur: G. J. Bessen, Geschichte des Bistums Paderborn, 2 Bde. Paderborn
1720. Index s. v. Juden.
A. Ölffentlich-rechtliche Verhältnisse.
I. Fragmente aus der Zeit des Bistums (Fürstentums)
Paderborn.
1. Judenschaft des ganzen Fürstentums betr.
a) Zuziehung neu Recipierter zu den Konfirmations¬
geldern und den gemeinschaftlichen Lasten. 1720.
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