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Akten-Inventar der Synagogen- Gemeinde
Soest.
Über die Vorgeschichte und Frühgeschichte der Gemeinde s.
die Anlagen. Das älteste Aktenstück ist die Familienliste von 1816
(A 9). Aus demselben Jahre stammt ein Aktenblatt in B 2 b, aus dem
Jahre 1819 in B 2 a, beide die Synagoge betreffend. Erst in den
zwanziger Jahren, wesentlich seit 1827 unter dem Einfluss von Hell¬
witz (s. S. 43 ff.), beginnt die geschlossene Aktenführung.
Mit ihren Nachrichten gehen die Akten bis über das Jahr 1793
zurück (s. S. 43).
Die Juden in Soest gehörten zum Landjudenschaftsverband
der Grafschaft Mark, welcher in den Soester Akten zuletzt 1816, u. z.
mit Soest als Sitz des Obervorstehers, erwähnt wird (S. 43).
Entsprechend der alten politischen, später administrativen
Zugehörigkeit der s. g. Börde, d. h. der Niederung um Soest zur Stadt
Soest, gehörten die Juden in den Dörfern der Börde stets zu der
jüdischen Stadtgemeinde.
Filialgemeinde ist Körbecke (B 8^.
Im Stadtarchiv sind nach einer auf den Stadtarchivar Herrn
Professo Vogeler zurückgehenden freundlichen Auskunft des Magi¬
strats Akten zur Geschichte der Juden nicht vorhanden, nur zer¬
streute Nachrichten, die Vogeler an dem unten bezeichneten Orte
veröffentlicht hat.
Literatur: Zeitschrift des Vereins f. d. Geschichte von Soest u. der Börde 1881 2£f.,
besonders im ersten Jahrgange S. 69—77: H. Vogeler, Einiges über
die rechtliche und soziale Stellung der Soester Juden in alter Zeit. Von dem¬
selben gelegentlich in anderen Jahrgängen, vgl. Generalindex in Jahrgang
23 s. v. Juden. A. Lewinsky s. v. Soest in The Jewish Encyclopedia,
mit Quellen- u. Literaturangaben, die hier nicht wiederholt werden. A.
Geck, Topographisch-historisch-statistische Beschreibung der Stadt Soest
u. der Soester Börde. Soest 1825 (darin S. 109 u. 261—263 über die Juden).
Bart hold, Soest, die Stadt der Engern. Soest 1855, mit älterer Lite¬
ratur (S. 354 f.). V o g e 1 e r , in der von A. Meister herausgegebenen Fest¬
schrift: Die Grafschaft Mark, 1909.
A. Organisation und allgemeine Verwaltung.
1. Entwürfe einer Gemeinde- und Synagogen-Ordnung und
einer Ordnung des Gottesdienstes. 1828. 1 )
A ) Paginiert S. 46—60. 65—73. Das Faszikel, aus welchem die Seiten heraus¬
gelöst sind, ist nicht mehr vorhanden.