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Besprechungen
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Polen von der ersten polnischen Teilung: bis zum! Tode Alexanders II.
(1772—1881)/" In sechs Kapiteln kommen Strukturwandlungen, Handel,
Industrie; Handwerk und Arbeit (Lohnarbeit), Schankwirtschaft und׳ Pacht
sowie Landwirtschaft zur Darstellung. Zahlreiche Tabellen veranschau״
liehen Werden und Wachsen. Alles wird mit eindringender Akribie und
souveräner Stoffbeherrschung geschildert. Archivalisch.es Material ist in
weitem Umfange herangezogen worden!, Nach jahrelangen Vorarbeiten ist
eine reiche Ernte durch einen umsichtigen und getreuen Säemiann heim-
gebracht wordien..
Nur einige Ergänzungen sind nachzutragen: Zu S. 3 f: Zum Teil
werden, hier nur runde Zahlen geboten. Hamagid, Lyck 1861; S. 323 r bringt
nach Wseobsczy dniewnik folgende genauere Bevölk erun gsziffern für
Kongreßpolem;
Jahr
Gesamtbev.
Christen
Juden
Auf 1000 Christen
1816
2 732 324
2 519 380
212 944
78 Juden
1831
3 762 003
3 389 079
372 924
״ 99
1846
4867 129
4 309 234
557 895
״ 114
1855
4 673 869
4107 992
565 277
״ 121
1859
4764 446
4 164 571
599 875
״ 122
Weitere Ziffern für 1829 r 1842, 1844 s. Fürst, Orient, Leipzig 1845, S. 64,
1846 S. 396. Zu S. 9: Aus Dabrzin an derDrewenz wird bereits 1772 gemeldet,
daß der Grundherr Dziaiynski die Niederlassung der Juden! für den Schleich«
handel gefördert habe (Bär 7 Westpr. unter Friedr. d. Gr v S. 413). Hier hatte
1802 die JudenSchaft an Schlachtsteuer 166 Thür. 60 Gr. und 1 zwei Juden
für den Handel mit Wein., Met und auswärtigem Branntwein 50 Thlr. zu
zahlen (Altpreuß. Monatsschrift 48, Kgsb. i. Pr w 1911, S. 437, Anm. 4,
438 y Anm. 3); die Gemeinde schuldete 1773 dreitausend poln. Gulden an
zwei adlige Damen! und 450 preuß. Thalier an! sonstige Piivatkreditoren
(Zeitschr. f. Demogr. u* Statist, der J. X, Berlin 1914, S. 28). Zu S. 31: Zu
den Meßgästen in Frankfurt an der Oder gehörten! auch Juden aus Kutno,
die von der Grundherrschaft Anllehem hierfür, erhielten (Zeitschr. d 1 . hist.
Gesellsch. f. d. Pr,ov. Posen XXVII, 901), aus Selz (Uth.) [1786] (Jiwo-Bleter
IV, 154), Dirbno [1781] (Margolies, דובנא רבתי , Warschau 1910, S. 123) und
aus Brody (RGA , גור״אריה^הודד Zollkiew 1827, Teil חו״מ Nr. 10, vgl. Dub«
now-Festschr. S. 117). Zu S. 54: Zu ׳ den jüdischem Bauunternehmern
großen Stils soll, wie berichtet wird r auch R. Salomo Eger, der spätere
PoSener Rabbiner, gehört haben, der beim Festungsbau in Modln. (No!wo«
Georgiewsk) sein Vermögen verloren haben soll 1 . Zu S. 73: Über die be ״
deutende Rolle, die die jüdischen Warschauer Großkaufleute und Indu«
striellen nach 1817 im wirtschaftlichem und öffentlichen Leben des ganzen
Landes spielten, vgl. Deutsche Wissen sch. Zeitschr. für Pollen, Posen 1929,
Heft 17, S, 175 f. Der S. 84 .erwähnte russische Prohibitionstaraf von 1822
hat anscheinend auch bei dem Machsorplagiat Dyhemfurth 1822 eine Rolle
gespielt. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, daß im wirtschaftlichen
Kampfe der Druckereien in Poryck und Hrubieszow rabbinische Bannbullen