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Zeitschriftenschau
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besprochen worden. Es ist sehr erfreulich, daß von einem streng־ wissen״
schaftlichen Buch nach so kurzer Zeit eine zweite Auflage erscheint; sie
hält den Standpunkt der ersten Auflage durchaus aufrecht, setzt sich aber
in einem zweiten Vorwort und in zahlreichen Zusätzen zu den Anmerkungen
eingehend mit den Kritikern auseinander.
Moses Calvary, Das Neue Judentum, Berlin (Bücherei des Schocken״
Verlags, 72) 90 S. Der Titel führt insofern etwas irre, als die 5 hier ver*
einigten Aufsätze bereits in den Jahren 1911/16 geschrieben sind. Als Ur״
künden des ״postassimilatorischen Zionismus“ haben sie natürlich ihren Wert.
S. Löwinger und B. Weinryb, Jiddische Handschriften in Breslau,
Budapest, 1936, 11 S. Die zum Teil recht eingehend besprochenen Hand״
Schriften befinden sich in der Bibliothek des Jüdisch-Theologischen Seminars.
Theodor Mommsen, Judaea und die Juden, Berlin (Bücherei des
Schocken ״Verlags, 70), 92 S. In einem ausgezeichneten Nachwort zeigt
T ä u b 1 e r, weshalb Mommsen dem Judentum nicht völlig gerecht werden
konnte: seine Kongenialität mit dem Römer tum, die Weltanschauung des
,,liberalen Humanisten“ und der mangelnde Sinn für das Religiöse, der auch
sein Verständnis des Christentums beeinträchtigte, gaben ihm die Animo״
sität gegen den ״Rabbistaat“ und seine Anhänger ein (das erste und das
dritte Motiv hängen natürlich stark zusammen). Trotz dieser Mängel kann
dieses Kapitel aus dem Werk eines völlig Außenstehenden doch wohl mit
T. als ״das bestgeformte Stück jüdischer Geschichte“ gelten.
Die Gesetzeslehrer von Schimon dem Wahrhaftigen his zum Auftreten
Hillels, zusammengestellt von Kalman Schlesinger, Berlin, 1936 (Bücherei
des Schocken״Verlags, 71), 87 S. Dias Buch enthält die hebräischen und
aramäischen Zeugnisse über die ersten Gsetzeslehrer nebst Übersetzung und
kurzen Anmerkungen.
The American Year Book 5697, Volume 38, edifced! by Harry Schneider״
man for the American Jewish Commitee, Philadelphia, 1936, The Jewish
Publication Society of America, 737 S. Enthält insbesondere einen Aufsatz
von Chipkin über das jüdisch״amerikanische Erziehungswesen ■und von
Bernstein über die Wanderung der Juden in den letzten Jahren sowie
statistische Nachweise.
Ludwig Strauß, Die Zauberdrachenschnur, Märchen für Kinder, Berlin,
1936 (Bücherei des $chocken״Verlags, 69), 111 S. Die ersten beiden der
wertvollen Märchen sind jüdischen Inhalts.
Die Wanderbücherei des Preußischen Landesverbandes Jüdischer
Gemeinden, ein besprechendes Bücherverzeichnis, Berlin, 1937, Berthold
Levy Verlag, 179 S. Die meist recht wohlwollenden Besprechungen werden
nicht nur den Verwaltern von Büchereien, sondern auch allen denen, welche
gemeinverständliche Bücher kaufen oder schenken wollen, sehr gute Dienste
leisten. — ־ —
Zeitschriftenschau.
Biblische Zeitschrift, 23, 4: Julius Boehmer, Der Gottesberg Tabor;
M. Buttenwieser. Ein indogermanisches Wort im Pentateuch; Hubert
Grimme, Studien zum hebräischen Urmatthäus (Schluß).