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A r i st e a s.
Ein Beitrag zur Eulturgesclncbte der Juden Alexandriens unter den
Ptolemäern.
1 L.^lnsr.» .
So wie nun die Gesehe hinsichtlich dev Vögel, so sind auch
die Vorschriften hinsichtlich des Genusses der Thiere Mahnungen,
wie wir unser Leben einrichten sollen. Die Vorschrift sagt, sie
sollen gespaltene und von einander gesonderte Klanen haben.
Dieses ist ein Svmbol, das; wir unsere Handlungen sondern und
trennen. Die Kraft des Körpere liegt in den Schultern und
den Schenkeln: durch jenes Anzeichen werden wir geniabnt die
lgntcn und bösen) Handlungen non einander ;» sondern und sie
gerecht einzuricbte». (re liegt auch hierin die fernere 'Andeutung,
daß wir unS non anderen Völkern absondcrn. Viele Völker
beflecken sich durch unsittliche Annäherung und rühmen sich
sogar Länder und Völker solcher frevelhaften entwürdigenden
Schmach: wir aber solle» von ihnen getrennt sein. Und wie nun
die Vorschrift in einem Theile ans Trennung und Scheidung
hindeutet, so liegt in dem andern ?heile eine charakteristische
Hindentung auf die Erinnerung. ״Die Tlsiere, die gespaltene
Klauen haben und wiederkäuend sind"; hierin wird die Erin-
nernng cingcschärft. ״Wiederkauen" ist das Anzeichen an das
Zurückrufen und die Erinnerung unseres Lebens und unseres
Zustandes. Die Schrift ermahnt auch a» einer andern Stelle:
Gedenke des Herrn, der Großes und Wunderbares in dir gcthan ').
1) Eine Stelle in diesen Werken findet sich nirgend» in der Schrift
Der Vers hatte entweder Dcnteronom. 7. !! ■ י. ln »der 10, 21 im Sinn und
eitirt ungenau. — lieber die ziemlich frostige Symbolik rgl. weiter. Wir
haben, um sie nur einigermaßen verständlich zu mache», den Ausdruck
״gesonderte Klauen" für das sonst gewöhnliche ״gespalten«" gebraucht.
Frankel, »Monatsschrift« VU. b. 20